Tagesausflug: Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Welterbe der Unesco​

„Hier ists jetzt unendlich schön. Mich hats gestern Abend wie wir durch die Seen Canäle und Wäldgen schlichen sehr gerührt wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben einen Traum um sich herum zu schaffen […]“ (Goethe über das Gartenreich Dessau-Wörlitz an Charlotte von Stein, 1778)

Diesen wahrlich schönen, aber zum Glück realen, Traum entdeckten wir mit unseren Freunden bei einem Tagesausflug am Samstag, den 7. September 2019. Nur 1,5 Stunden Fahrt mit dem Auto dauerte es, bis wir bei dem Gartenreich angekommen waren. Das im Biosphärenreservat Mittelelbe eingebettete Gartenreich Dessau-Wörlitz​ erstreckt sich heute auf 142 Quadratkilometern.

Der große und großartige Landschaftspark in Sachsen-Anhalt wurde durch Leopold III. Friedrich Franz, dem aufgeklärten Fürsten und Herzog von Anhalt-Dessau (1740 –1817), gegründet. Als Fürst der Aufklärung wollte er das „Nützliche mit dem Schönen verbinden“ und Landschaftsparks nach englischem Vorbild schaffen. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der mittleren Elbe und unteren Mulde entstanden und war ab 1765 der erste Landschaftsgarten Kontinentaleuropas.

Seit dem November 2000 gehört es zum UNESCO-Welterbe. Zudem befindet sich das Gartenreich zwischen zwei weiteren UNESCO-Stätten: zwischen der Lutherstadt Wittenberg und der Bauhausstadt Dessau. Im Jahr 2001 wurde das Gartenreich in das Blaubuch aufgenommen (eine Liste national bedeutsamer Kultureinrichtungen in Ostdeutschland)

Bei unserer Ankunft am 7. September waren wir sofort von dem imposanten Wörlitzer Park, den Gärten, Schlössern, Kanälen und Kunstwerken beeindruckt. Zunächst entdeckten wir das Schloss Wörlitz (1769–1773), das erste klassizistische Bauwerk der deutschen Architekturgeschichte, und besuchten die eindrucksvolle St. Petri Kirche (1804–1809). Das nächste Mal möchten wir unbedingt die Aussicht vom Bibelturm genießen.

Später flanierten wir in der Nähe des Gotischen Hauses (ab 1774), das die Entwicklung der neugotischen Architektur in Mitteleuropa entscheidend beeinflusste.
Die vielen Brücken im Wörlitzer Park mit ihren verschiedenen Formen und Konstruktionen repräsentieren die Entwicklung des Brückenbaus. Oder wir gaben uns einfach der idyllischen Natur und der wunderbaren Luft hin, die uns das hektische Leben in einer Großstadt vergessen lassen haben

Obwohl wir fast den ganzen Tag spazieren waren, konnten wir trotzdem nicht alle Schönheiten im Gartenreich und seiner Umgebung besuchen. Nur sechs Kilometer vom Wörlitzer Park entfernt befindet sich das barocke Schloss Oranienbaum in einem schönen Park. Zudem warten bei unserem nächsten Besuch das Luisium, das Schloss Mosigkau, der Kühnauer Park und der Sieglitzer Berg auf uns. Auch das vor Kurzem eröffnete Bauhaus Museum in Dessau interessiert uns.

Weitere Informationen zum Gartenreich Dessau-Wörlitz:
https://www.gartenreich.de
https://www.facebook.com/GartenreichDessauWoerlitz/

Text und Fotos © E. Günther

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Ausflüge in der Uckermark – Himmelpfort, Weihnachtsmannpostamt, Gedenkstätte Ravensbrück und Schloss Rheinsberg

In meinem letzten Bericht habe ich Euch von dem Seehotel Lindenhof Lychen in der Uckermark vorgeschwärmt. In diesem Hotel findet Ihr alles, was Eure von der Hektik geplagte Seele braucht: Erholung, Natur und hervorragende Küche. Doch das Hotel ist auch dafür prädestiniert, um schnell schöne und interessante Orte in Uckermark zu erreichen.
 
Am Montag, den 27. Mai 2019, besuchten wir das schnucklige Städtchen Himmelpfort. Himmelpfort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Norden des Landes Brandenburg und seit 2003 ein Ortsteil der Stadt Fürstenberg/Havel. Das Städtchen ist vor allem für sein Weihnachtspostamt bekannt. Da ich dieses Jahr sehr brav gewesen bin, wollte ich mir diesen Ort nicht entgehen lassen und daher schon im Mai meine Wünsche dem Weihnachtsmann überreichen.
Viele Touristen machen jedoch den Fehler, dass sie das bunte Haus mit dem Weihnachtsmannaufkleber für das Weihnachtspostamt halten. Doch bei diesem bunten Haus handelt es sich lediglich um eine Pension.
 
Der Weihnachtsmann hat nämlich eine andere Adresse. Das Postamt liegt auf einem Gelände neben der Klosterruine, auf dem man sich auch in einem Café stärken kann. Von November bis Heiligabend ist der Weihnachtsmann persönlich im Weihnachtspostamt anzutreffen. Ich habe mir jedoch nur das Gelände und seine Behausung angeschaut und meine Wünsche in Briefform hinterlassen.
Zusammen mit seinen Helfern beantwortet der Weihnachtsmann jährlich ca. 300 000 Briefe.
 
Weihnachtspostamt Himmelpfort
Klosterstraße 23
16798 Fürstenberg/Havel
 
Zudem habe ich mir in dem Ort die Ruine des Klosters „Coeli Porta“ (Himmelspforte) für die Mönche des Zisterzienserordens in der Uckermark angeschaut.
 
Ruine des Zisterzienserklosters Himmelpfort
Kirchweg, 16798 Fürstenberg/Havel
 
Auf unserem Weg zurück zum Hotel haben wir einen Halt bei der Gedenkstätte Ravensbrück gemacht.
Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ist eine Gedenkstätte in der Stadt Fürstenberg/Havel für die Opfer mehrerer NS-Lager des Konzentrationslagers Ravensbrück und des KZ Uckermark für weibliche jugendliche Häftlinge. Montags ist die Gedenkstätte, die man kostenfrei besuchen kann, leider geschlossen.
Ein komisches und beklemmendes Gefühl, an so einem idyllischen Ort zu stehen und zu wissen, welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit hier begangen wurden.
 
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen
16798 Fürstenberg/Havel
 
Am Dienstag, den 28. Mai 2019, gab es ein Kontrastprogramm, da die Besichtigung des Schlosses Rheinsberg am Grienericksee auf unserem Programm stand. Nachdem wir in der wunderschönen und gepflegten Parkanlage spazieren waren, besuchten wir mit einem Audioguide das pompöse Schloss auch im Inneren. Friedrich der Große verbrachte als Kronprinz die glücklichste Zeit seines Lebens in Rheinsberg. Sein jüngerer Bruder, Prinz Heinrich von Preußen, schuf hier anschließend einen bedeutenden Musenhof und prägte nachhaltig das Schloss und den Garten im Stil des frühen Klassizismus.
 
Schloss Rheinsberg
Schloß Rheinsberg 2
16831 Rheinsberg
 
Mein Fazit: Die Uckermark hat so viel zu bieten: Erholung, Natur und ganz viel Kultur. Wenn ich das nächste Mal wieder das Seehotel Lindenhof in Lychen besuchen werde, werde ich mir noch unbedingt die Städte Neustrelitz und Templin anschauen.
Text und Fotos © E. Günther