Gärten der Welt – internationale Gartenkunst und ein Ort der Erholung in Berlin

Ich weiß schon ganz genau, wohin ich, nachdem wir alle zusammen die diesjährige Krise überstanden hatten, gehen werde. Genau wie schon im September 2019 werde ich wieder die Gärten der Welt aufsuchen, wo ich nicht nur die Gartenkunst verschiedener Länder bewundern, sondern wo auch meine Seele zur Ruhe kommen kann.
 
Im Jahr 2017, im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung in Berlin (IGA), sind die Gärten der Welt auf 43 Hektar gewachsen und vielfältiger geworden. Im Erholungspark Marzahn können Besucher zehn internationale Themengärten besuchen: Orientalischer Garten, Japanischer Garten, Südkoreanischer Garten, Chinesischer Garten, Balinesischer Garten, Italienischer Renaisancegarten, Englischer Landschaftsgarten, Christlicher Garten, Jüdischer Garten und Gartenlabyrinth.
Orientalischer Garten
Das Wort „Paradies“ kommt aus dem Alt-Persischen („pairidaeza“) und bedeutet „ummauerter Raum“. Dies erklärt auch, warum viele Gartenhöfe des Orients traditionell hinter einem Mauerwerk versteckt sind – wie auch der Orientalische Garten in den Gärten der Welt. Der Orientalische „Garten der vier Ströme” wurde im Juli 2005 eröffnet und zeigt die Gartentradition verschiedener islamischer Länder. Durch den „Saal der Empfänge“ kommt der Besucher in den viergeteilten Gartenhof, in dessen Mitte sich ein Pavillon und ein Brunnen befinden. „Zillij, die marokkanischen Keramikkacheln, zieren die Mauern und die Arkaden des Gartens.
 
Japanischer Garten
Im Japanischen „Garten des zusammenfließenden Wassers“, dem Projekt der Städtepartnerschaft Berlin-Tokio, fand ich die größtmögliche Erholung. Der Garten verfügt über einen Pavillon, einen Teich, Wasserläufe, einen Trockengarten und beeindruckende Steinsetzungen, die seit Mai 2003 die Besucher entzücken. In Japan haben Steine eine große Bedeutung, denn es wird davon ausgegangen, dass Steine eine Seele besitzen. 300 sehr alte Augengneis-Steine liegen daher im Japanischen Garten. Zudem entdeckt der Besucher typische japanische Pflanzen wie Fächerahorn, Japanischen Blumenhartriegel oder Japanische Lavendelheide und viele Zierkirschen im Garten.
Die drei miteinander verbundenen Gärten im Japanischen Garten stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Mitte der drei Gärten befindet sich ein Pavillon, der Chaya.
 
Südkoreanischer Garten
Am 31. März 2006 öffnete der Koreanische „Seouler Garten“, ein Geschenk der Stadt Seoul an Berlin. Der Garten vereint drei wichtige Elemente Südkoreas: den Buddhismus, die Lehren des Konfuzius und den volkstümlichen schamanischen Glauben, in dem das Gleichgewicht männlicher und weiblicher Kräfte in der Natur gelehrt wird. So findet man jeweils am Eingang und am Ausgang des Dorfes die männliche („Ritter des Himmels“) und die weibliche Figur („Ritterin der Erde“). Zudem gibt es im Südkoreanichen Garten einen Pavillon, vier aufeinander folgende Höfe, abstrakte Holzfiguren und Totempfähle.
 
Chinesischer Garten
Der Chinesische Garten, der „Garten des wiedergewonnenen Mondes“, ist der erste „Garten der Welt“. Im Zentrum des Gartens liegt ein 4.500 Quadratmeter großer See. Das Teehaus („Berghaus zum Osmanthussaft“) ist über Uferwege und eine Zickzackbrücke mit anderen typisch chinesischen Bauten verbunden. Dort kann man über 30 verschiedene Sorten Grünen Tee trinken. Im Chinesischen Garten blühen viele typische und symbolträchtige Blumen der Chinesischen Gartenkultur: u.a. Chrysanthemen, die erst dann blühen, wenn alle anderen Pflanzen schon verblüht sind (Symbol für ein langes Leben). Die Magnolien im Chinesischen Garten symbolisieren die Schönheit und Reinheit der Frau und die Kiefern die Struktur und Beständigkeit des Mannes.
 
Balinesischer Garten
Seit dem 18. Dezember 2003 erkundet der Besucher den Balinesischen „Garten der drei Harmonien“ in einem Gewächshaus. Er entstand 2003 im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Jakarta und umfasst insgesamt 2.000 qm. Der Balinesische Garten – dem einzigen Garten in einem Tropenhaus – versinnbildlicht das Streben des Menschen nach Einklang mit sich selbst und seinem Umfeld.
 
Italienischer Renaisancegarten
Am 31. Mai 2008 wurde der Italienische Renaissancegarten eröffnet. Mit seiner Loggia, seinen Blumenbeeten und seinem reichen Skulpturenschmuck versetzt er den Besucher in die Zeit der Renaissance. Der Italienische Renaisancegarten, der an Villengärten der Toskana erinnert, besteht aus vier Teilen und besticht durch antike Marmorskulpturen, Säulen, Treppen, Bänke und Plattenflächen.
 
Englischer Landschaftsgarten
Der Englische Landschaftsgarten beeindruckt auf 6.000 hügeligen Quadratmetern durch eine idyllische Wildnis der Landschaftsmalerei. Weite Wiesenflächen, ein Obstbaumhain, ein Rosengarten, Staudenbeete und ein Gemüsegarten, all das findet man im Englischen Garten.
 
Christlicher Garten
Der Christliche Garten wurde im Jahr 2011 eröffnet. Im Zentrum des Christlichen Gartens liegt der „Raum der Sprache und des Wortes“ mit modern gestalteten Zitaten aus der Bibel und der abendländischen Philosophie. Der Garten hat die Form eines Quadrates und steht für die Beziehung des Menschen zur Natur, die sich auch im Wasserspiel des Christlichen Gartens widerspiegelt.
 
Jüdischer Garten
Seit Herbst 2019 entsteht hier, mit Blickkontakt zum Christlichen Garten, auf 2.000 qm der Jüdische Garten, den wir bei unserem letzten Besuch noch nicht sehen konnten. Damit werden in den Gärten der Welt die drei großen monotheistischen Religionen abgebildet: das Judentum, das Christentum und der Islam.
 
Die Gärten der Welt kann man auch von oben mit der Seilbahn erkunden, die jetzt aufgrund der Corona-Krise nicht fährt. Zudem finden hier zahlreiche Konzerte und sommerliche Veranstaltungen statt, die wegen der Pandemie vorerst abgesagt wurden.
 
Mein Fazit: Wollte man schon immer die beeindruckenden Gärten und Pflanzenkulturen verschiedener Länder entdecken, kann man dies zu fairen Preisen in den Gärten der Welt tun. Zudem kommt man hier, fernab von dem hektischen Alltag des Stadtkerns, zur Ruhe.
 
Adresse: Gärten der Welt
Eisenacher Str. 99
12685 Berlin
 
verschiedene Eingänge: Besucherzentrum (Blumberger Damm), Eingang Kienbergpark (Seilbahn) und Eingang Nord (Eisenacher Straße)
 
Eintrittspreise:
Winterpreis (November bis März, je nach Saisonende und -anfang): Tageskarte 4€, ermäßigt 2€
Kombi-Ticket mit Seilbahnfahrt 6,90€, ermäßigt 4,50€
 
Sommerpreis (April bis Oktober, je nach Saisonanfang und -ende): Tageskarte 7€, ermäßigt 3€
Kombi-Ticket mit Seilbahnfahrt 9,90€, ermäßigt 5,50€
Feierabendticket ab 17 Uhr 4,50€
 
wichtiger Hinweis: Hunde und Fahrräder sind im Park nicht erlaubt.
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos © E. Günther

Vogelpark Streichelzoo Teltow – Tagesausflugtipp für die ganze Familie

Leider komme ich aus zeitlichen Gründen nicht dazu, meine Nichte und meinen Neffen häufig zu sehen. Aber wenn wir uns sehen, dann versuche ich etwas zu finden, wo die Kinder draußen an der frischen Luft spielen können. So war das auch im September 2019 und zwar im Vogelpark Teltow.
 
Nachdem wir an einem sonnigen Sonntag unser Auto auf dem kostenfreien Parkplatz direkt vor der Tür abgestellt hatten, kauften wir am Kiosk Futtertüten für 0,50 €, die Obst, Brot und Gemüse beinhalteten. Damit sollten später mein Neffe und meine Nichte unter Beachtung der Hinweisschilder, die Füttern einiger Tiere und Vögel verbieten, die Tiere füttern.
Und dann ging es schon los mit der Begehung des ca. 10000 qm großen Geländes. Die Kinder durften
Alpakas, einen weißen Pfau, einen Esel, Kaninchen, zwei Hängebauchschweine, Zebrafinken, Ziegen, ein Pony und viele andere Tiere bestaunen und einige Tiere sogar liebevoll streicheln.
 
Nach den Streicheleinheiten tobten wir uns alle auf dem Kinderspielplatz aus. Während meine Nichte sich für die Hüpfburg entschied, interessierte sich mein Neffe für die BobbyCars. So viel Spieltrieb macht natürlich hungrig. Den Hunger stillten wir bei wunderschönem Wetter in der Vogelpark-Klause “Zum weißen Kakadu“.
 
Mein Fazit: Der Vogelpark Streichelzoo Teltow bietet ein überaus faires Preis-Leistungsverhältnis. Für wenig Geld kann man schöne Tiere sehen und streicheln, auf dem Spielplatz spielen und anschließend sich gut bürgerlich stärken. Wir kommen auf jeden Fall wieder!
 
Eintritt:
Erwachsene: 3,50 €
Kinder: 2,50 €
 
Futtertüten am Kiosk: 0,50 €
 
Adresse: Vogelpark Streichelzoo Teltow
Kastanienstr. 13-19
14513 Teltow
 
Text und Fotos © E. Günther

Tagesausflug: Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Welterbe der Unesco​

„Hier ists jetzt unendlich schön. Mich hats gestern Abend wie wir durch die Seen Canäle und Wäldgen schlichen sehr gerührt wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben einen Traum um sich herum zu schaffen […]“ (Goethe über das Gartenreich Dessau-Wörlitz an Charlotte von Stein, 1778)

Diesen wahrlich schönen, aber zum Glück realen, Traum entdeckten wir mit unseren Freunden bei einem Tagesausflug am Samstag, den 7. September 2019. Nur 1,5 Stunden Fahrt mit dem Auto dauerte es, bis wir bei dem Gartenreich angekommen waren. Das im Biosphärenreservat Mittelelbe eingebettete Gartenreich Dessau-Wörlitz​ erstreckt sich heute auf 142 Quadratkilometern.

Der große und großartige Landschaftspark in Sachsen-Anhalt wurde durch Leopold III. Friedrich Franz, dem aufgeklärten Fürsten und Herzog von Anhalt-Dessau (1740 –1817), gegründet. Als Fürst der Aufklärung wollte er das „Nützliche mit dem Schönen verbinden“ und Landschaftsparks nach englischem Vorbild schaffen. Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an der mittleren Elbe und unteren Mulde entstanden und war ab 1765 der erste Landschaftsgarten Kontinentaleuropas.

Seit dem November 2000 gehört es zum UNESCO-Welterbe. Zudem befindet sich das Gartenreich zwischen zwei weiteren UNESCO-Stätten: zwischen der Lutherstadt Wittenberg und der Bauhausstadt Dessau. Im Jahr 2001 wurde das Gartenreich in das Blaubuch aufgenommen (eine Liste national bedeutsamer Kultureinrichtungen in Ostdeutschland)

Bei unserer Ankunft am 7. September waren wir sofort von dem imposanten Wörlitzer Park, den Gärten, Schlössern, Kanälen und Kunstwerken beeindruckt. Zunächst entdeckten wir das Schloss Wörlitz (1769–1773), das erste klassizistische Bauwerk der deutschen Architekturgeschichte, und besuchten die eindrucksvolle St. Petri Kirche (1804–1809). Das nächste Mal möchten wir unbedingt die Aussicht vom Bibelturm genießen.

Später flanierten wir in der Nähe des Gotischen Hauses (ab 1774), das die Entwicklung der neugotischen Architektur in Mitteleuropa entscheidend beeinflusste.
Die vielen Brücken im Wörlitzer Park mit ihren verschiedenen Formen und Konstruktionen repräsentieren die Entwicklung des Brückenbaus. Oder wir gaben uns einfach der idyllischen Natur und der wunderbaren Luft hin, die uns das hektische Leben in einer Großstadt vergessen lassen haben

Obwohl wir fast den ganzen Tag spazieren waren, konnten wir trotzdem nicht alle Schönheiten im Gartenreich und seiner Umgebung besuchen. Nur sechs Kilometer vom Wörlitzer Park entfernt befindet sich das barocke Schloss Oranienbaum in einem schönen Park. Zudem warten bei unserem nächsten Besuch das Luisium, das Schloss Mosigkau, der Kühnauer Park und der Sieglitzer Berg auf uns. Auch das vor Kurzem eröffnete Bauhaus Museum in Dessau interessiert uns.

Weitere Informationen zum Gartenreich Dessau-Wörlitz:
https://www.gartenreich.de
https://www.facebook.com/GartenreichDessauWoerlitz/

Text und Fotos © E. Günther

Ausflüge in der Uckermark – Himmelpfort, Weihnachtsmannpostamt, Gedenkstätte Ravensbrück und Schloss Rheinsberg

In meinem letzten Bericht habe ich Euch von dem Seehotel Lindenhof Lychen in der Uckermark vorgeschwärmt. In diesem Hotel findet Ihr alles, was Eure von der Hektik geplagte Seele braucht: Erholung, Natur und hervorragende Küche. Doch das Hotel ist auch dafür prädestiniert, um schnell schöne und interessante Orte in Uckermark zu erreichen.
 
Am Montag, den 27. Mai 2019, besuchten wir das schnucklige Städtchen Himmelpfort. Himmelpfort ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im Norden des Landes Brandenburg und seit 2003 ein Ortsteil der Stadt Fürstenberg/Havel. Das Städtchen ist vor allem für sein Weihnachtspostamt bekannt. Da ich dieses Jahr sehr brav gewesen bin, wollte ich mir diesen Ort nicht entgehen lassen und daher schon im Mai meine Wünsche dem Weihnachtsmann überreichen.
Viele Touristen machen jedoch den Fehler, dass sie das bunte Haus mit dem Weihnachtsmannaufkleber für das Weihnachtspostamt halten. Doch bei diesem bunten Haus handelt es sich lediglich um eine Pension.
 
Der Weihnachtsmann hat nämlich eine andere Adresse. Das Postamt liegt auf einem Gelände neben der Klosterruine, auf dem man sich auch in einem Café stärken kann. Von November bis Heiligabend ist der Weihnachtsmann persönlich im Weihnachtspostamt anzutreffen. Ich habe mir jedoch nur das Gelände und seine Behausung angeschaut und meine Wünsche in Briefform hinterlassen.
Zusammen mit seinen Helfern beantwortet der Weihnachtsmann jährlich ca. 300 000 Briefe.
 
Weihnachtspostamt Himmelpfort
Klosterstraße 23
16798 Fürstenberg/Havel
 
Zudem habe ich mir in dem Ort die Ruine des Klosters „Coeli Porta“ (Himmelspforte) für die Mönche des Zisterzienserordens in der Uckermark angeschaut.
 
Ruine des Zisterzienserklosters Himmelpfort
Kirchweg, 16798 Fürstenberg/Havel
 
Auf unserem Weg zurück zum Hotel haben wir einen Halt bei der Gedenkstätte Ravensbrück gemacht.
Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ist eine Gedenkstätte in der Stadt Fürstenberg/Havel für die Opfer mehrerer NS-Lager des Konzentrationslagers Ravensbrück und des KZ Uckermark für weibliche jugendliche Häftlinge. Montags ist die Gedenkstätte, die man kostenfrei besuchen kann, leider geschlossen.
Ein komisches und beklemmendes Gefühl, an so einem idyllischen Ort zu stehen und zu wissen, welche Verbrechen gegen die Menschlichkeit hier begangen wurden.
 
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Straße der Nationen
16798 Fürstenberg/Havel
 
Am Dienstag, den 28. Mai 2019, gab es ein Kontrastprogramm, da die Besichtigung des Schlosses Rheinsberg am Grienericksee auf unserem Programm stand. Nachdem wir in der wunderschönen und gepflegten Parkanlage spazieren waren, besuchten wir mit einem Audioguide das pompöse Schloss auch im Inneren. Friedrich der Große verbrachte als Kronprinz die glücklichste Zeit seines Lebens in Rheinsberg. Sein jüngerer Bruder, Prinz Heinrich von Preußen, schuf hier anschließend einen bedeutenden Musenhof und prägte nachhaltig das Schloss und den Garten im Stil des frühen Klassizismus.
 
Schloss Rheinsberg
Schloß Rheinsberg 2
16831 Rheinsberg
 
Mein Fazit: Die Uckermark hat so viel zu bieten: Erholung, Natur und ganz viel Kultur. Wenn ich das nächste Mal wieder das Seehotel Lindenhof in Lychen besuchen werde, werde ich mir noch unbedingt die Städte Neustrelitz und Templin anschauen.
Text und Fotos © E. Günther