„Die Rechnung“ im Kleinen Theater – eine französische Komödie über langjährige Freundschaften

Das wertvollste Geschenk, das man einem/einer guten Freund/Freundin machen kann, ist gemeinsame Zeit. Und so habe ich mich sehr gefreut, als eine langjährige Freundin mir zum Geburtstag einen Theaterabend mit ihr schenkte und zwar für ein Theaterstück, in dem es auch um eine langjährige Freundschaft geht, und in ein Theater, in dem ich als Berlinerin leider noch nie gewesen bin, aber schon immer besuchen wollte.
 
Das Kleine Theater im Berliner Stadtteil Friedenau am Südwestkorso feiert dieses Jahr bereits sein 40-jähriges Bestehen und befindet sich in der Nähe der Künstlerkolonie am oberen Südwestkorso, die Christopher Isherwood in seinem Roman „Goodbye to Berlin“ beschreibt.
In dem schnuckeligen und intimen Theater können 99 Personen Platz finden und in einer kleinen Bar im hinteren Bereich Erfrischung holen.
Das Motto der in dem Theater aufgeführten Theaterstücke lautet „Biografie: Lebenswege/Lebensbrüche“. Bei allen Theaterstücken handelt es sich um deutsche Erstaufführungen, auch bei der französischen Komödie „Die Rechnung“ von Clément Michel

unter der Regie von Karin Bares, die wir am Samstag, den 7. Juli 2018, besucht haben.

 
Die Komödie „Die Rechnung“ handelt von einem Männerwochenende, das drei langjährige Freunde zusammen verbringen. Gleich der erste Abend endet mit viel Alkohol, das dazu führt, dass Axel seine beiden Freunde einlädt und die gesamte Rechnung (fast 500 Euro) großzügig bezahlt.
Doch am nächsten Tag bereut er seine Entscheidung und bittet seine Freunde, sich an dieser Rechnung ebenfalls zu beteiligen.
Die Stimmung des Wochenendes ändert sich schlagartig und die drei Freunde beginnen, untereinander abzurechnen – jedoch anders, als sich das Axel vorgestellt hatte.
 
Das Männerwochenende endet im Chaos und zeigt die unterschiedlichen Charaktere der langjährigen Freunde auf: Zum einen gibt es Antoine (Oliver Dupont), der mit seiner Ehefrau und seinen drei Töchtern glücklich zu sein scheint und einen auf den ersten Blick biederen Professor spielt, der aber noch für einige Überraschungen sorgen wird. Zudem lernen wir Axel (Urs Fabian Winiger) kennen, der nichts anbrennen lässt und seine Frau ständig betrügt. Aber abgerechnet wird immer am Schluss.
Der dritte im Bunde ist der spießige und alleinstehende Jules (Michael Putschli), der sein ganzes Leben in Tabellen darstellt.
Oliver Dupont, Urs Fabian Winiger und Michael Putschli spielen mit Witz und Charme ihre unterschiedlichen Rollen und sorgten dafür, dass wir unsere Lachmuskeln den ganzen Abend über trainiert haben.
 
„Sagt mal, was habt ihr eigentlich für ein Bild von mir?“ Das Theaterstück geht auf eine witzige Art und Weise der Frage nach, was man seinem Freund alles ins Gesicht sagen und wie der jeweils Andere mit dieser Wahrheit umgehen kann. Schließlich haben sich über Jahre hinweg viele Macken offenbart und das Selbstbild und das Fremdbild passen oft nicht zueinander.
Eine herrliche Komödie mit vielen Lachern, die Ihr noch heute, den 8. Juli, und am 12./14./15. September 2018 im Kleinen Theater erleben könnt.
 
Weitere Informationen zum Theaterstück:
 
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© E. Günther

 

 

 

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„Affe“ in der Neuköllner Oper – der Trip durch Berlins Straßen zur Musik von Peter Fox

„Komm aus’m Club, war schön gewesen
Stinke nach Suff, bin kaputt, ist ’n schönes Leben
Steig‘ über Schnapsleichen, die auf meinem Weg verwesen
Ich seh die Ratten sich satt fressen im Schatten der Dönerläden
Stapf‘ durch die Kotze am Kotti, Junks sind benebelt
Atzen rotzen in die Gegend, benehmen sich daneben
Szeneschnösel auf verzweifelter Suche nach der Szene […]“
(„Schwarz zu Blau“ von Peter Fox)

In seinem Erfolgsalbum „Stadtaffe“ aus dem Jahr 2008 singt Peter Fox u.a. über den Nachhauseweg eines Partybesuchers und dessen Wahrnehmungen in Berlin bei Nacht.
John von Düffel und Fabian Gerhardt haben aus diesem Album ein besonderes Musical gemacht.
Am Samstag, den 30. Juni 2018, gingen auch wir auf den Trip in der Neuköllner Oper, Europas produktivstem Musiktheater.

Doch wovon handelt „Affe“?: Die Hauptfigur F. hat im Berliner Nachtleben wild gefeiert und befindet sich nun auf dem Weg nach Hause…
Aber am darauffolgenden Tag wacht F. in der Notaufnahme eines Krankenhauses auf und kann sich an nichts mehr erinnern, weder an seinen Namen, noch an seinen Beziehungsstand. Zu allem Überfluss hat er auch seinen Ausweis und sein Handy verloren.
Im Krankenhaus, bei einer Art Entzug, kommen lückenhafte Erinnerungen zurück: an den Streit mit seiner Freundin Lea, seiner großen Liebe, und an seinen Freund Zaza, der an einer Überdosis gestorben ist, um F. vor einer eigenen Überdosis zu retten.
Doch was ist Realität und was ist nur Einbildung? Sind der verrückte Bettler und der sadistische Affenkönig echt oder Fantasiegestalten eines unter Drogen stehenden Feiernden?

Die Geschichte von „Affe“ steht für sich und wird doch auch von der wundervollen Musik von Peter Fox getragen. Fred Sauer schafft es auf eine sehr beeindruckende Art und Weise, die Musik in das Bühnengeschehen zu integrieren. Die Handlung und die Musik ergeben eine authentische Symbiose. Die Songs von Peter Fox – „Stadtaffe“, „Schwarz zu Blau“, „Das Biest“, „Kopf verloren“, „Das zweite Gesicht“ -, deren Texte nicht verändert wurden, werden von den sechs Darstellern live gesungen und der Band (Sarah Piotrowsky an der Violine, Winnie Kuebart an der Viola, Ladis Cinzek am Violoncello, Helge Marx am Bass, Tim Kroker am Schlagzeug und Fred Sauer am Keyboard) live gespielt und passen perfekt zu den einzelnen Szenen.

Neben der Musik und der Geschichte sorgten auch die Schauspieler dafür, dass ich einen hervorragenden Abend hatte, allen voran der Hauptdarsteller Sven Scheele, der sehr überzeugend die Hauptfigur F. spielt. Man fühlt mit F., wenn er sich in Berlins Nachtleben als unbesiegbar fühlt, wenn er sich mit seiner Freundin streitet und wenn er sich danach an nichts mehr erinnern kann. Sven Scheele zeigt schauspielerisch auch die Nebenwirkungen einer wilden Drogennacht: Gedächtnisverlust begleitet vom unkontrollierten Zittern und Zucken.

Doch der gesamte Cast (Lea Isabel Schaf, Jochen Weichenthal, Armin Wahedi, Achan Malonda, Rubini Zöllner) begeisterte mich an dem gestrigen Abend in den unterschiedlichsten Rollen (Krankenschwester, Bettler, bester Freund etc.). Die Darsteller sind Schauspieler, Sänger, Tänzer und das alles gleichzeitig. Die 90 Minuten ohne Pause gingen daher leider zu schnell vorbei.

Mein Fazit: Das Musical bzw. Musiktheaterstück „Affe“ in der Neuköllner Oper ist elektrisierend, da der Zuschauer die Höhepunkte und Abstürze einer ausgelassenen Partynacht erlebt. Der Cast, die Musik und die Geschichte – alles ergibt ein künstlerisches Gesamtkunstwerk auf der Bühne. Am Ende stand das ganze Publikum und schüttelte begeistert seinen Speck. Die Partynacht war auch für uns zu schnell vorbei, jedoch für uns mit sehr vielen schönen Erinnerungen.
Bis zum 18. Juli 2018 läuft „Affe“ noch in der Neuköllner Oper.

Weitere Informationen zu „Affe“ und Karten:
https://www.neukoellneroper.de/play/affe/
https://www.facebook.com/Neukoellneroper/?ref=br_rs

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Gewinnspiel: Madame Tussauds – Das originale Wachsfigurenkabinett

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Seit dem 5. Juli 2008 gehört das berühmte Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds zu Berlins beliebten Sehenswürdigkeiten und wird von Liebhabern von Selfies mit Berühmtheiten gerne besucht, denn bei Madame Tussauds kannst du mit Elyas M’Barek ausgiebig flirten, mit Rihanna abfeiern, Manuel Neuer anhimmeln, Robbie Williams aus dem Konzept bringen und und.
Die Wachsfiguren wirken sehr realistisch und lassen das Herz jedes Fans von Hollywood-Schauspielern und Sportlern höher schlagen.

Zudem gibt es verschiedene Themenbereiche zu bestaunen: ein Star Wars-Bereich mit 12 Helden und Bösewichten, ein Fashion-Bereich mit Heidi Klum (Garderobe, Runway und Fotoshooting mit dem Modelstar) und der Bereich „Let’s Glow – die 90-er Jahre Neon Sause“ mit einem Bällebad bestehend aus 40.000 Neon-Bällen, einem leuchtenden Dancefloor, einer Pop-Up-Bar, LED-Wänden und den Stars der 90-er Jahre. Den letzten Bereich könnt Ihr noch bis Ende Juni 2018 im Madame Tussauds erleben.

Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Eintrittskarten für Madame Tussauds und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:

Was? 1×2 Eintrittskarten für Madame Tussauds
Wann? Die Karten sind bis zum 30. Juni 2018 einlösbar.
Wo? Madame Tussauds, Unter den Linden 74, 10117 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!

Das Gewinnspiel endet am Mittwoch, den 13. Juni, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!

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Gewinnspiel: TAKE IT EASY! HITS & ACROBATICS – die Show im Wintergarten Berlin

Kennt Ihr auch dieses Gefühl, dass Ihr nur noch arbeitet und Euch in einer Art Hamsterrad befindet?! Wir leben in einer Zeit, in der wir die Probleme der Arbeit mit nach Hause nehmen und haben uns die Fesseln der ständigen Erreichbarkeit selbst angelegt.
Die neue Show des Wintergarten Berlin, TAKE IT EASY! HITS & ACROBATICS, verspricht, für zwei Stunden diese Fesseln zu lösen. „Take it easy“, bei diesem Konzept war auch ich am Samstag, den 3. März 2018, dabei.

Für die Show TAKE IT EASY! HITS & ACROBATICS im Wintergarten muss ich ein großes Lob aussprechen. Wir wurden zwei Stunden lang auf höchstem Niveau unterhalten. Die Sänger zeigten mit Liedern der Musikrichtungen Folk, Country, Rock und Pop eine unglaubliche Bühnenpräsenz und sangen die zeitlosen Evergreens von Johnny Cash, Dolly Parton, James Blunt, den Rolling Stones, Joe Cocker, Nirvana und Ed Sheeran. Die Akrobaten waren wieder eine Ausnahmeerscheinung und begeisterten uns über zwei Stunden lang.
„Take it easy“ ist für mich eine Show der guten Laune, bei der das Konzept, die Sehnsucht nach Freiheit und Entschleunigung, vollkommen aufgeht.

Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Eintrittskarten für die Show und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:

Was? 1×2 Eintrittskarten für die Show TAKE IT EASY! HITS & ACROBATICS
Wann? Am Mittwoch, den 6. Juni 2018, um 20 Uhr
Wo? Wintergarten Berlin, Potsdamer Straße 96, 10785 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!

Das Gewinnspiel endet am Sonntag, den 3. Juni 2018, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!

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Das Erfolgsmusical „Grease“ im Admiralspalast Berlin – The Birds, Pink Ladies und die erste Liebe

Die legendäre Verfilmung des Musicals „Grease“ aus dem Jahr 1978, mit der sich John Travolta und Olivia Newton-John als neues Hollywood-Traumpaar etabliert haben und die seit Generationen Liebhaber guter Musical- und Tanzfilme begeistert, feiert dieses Jahr ein 40-jähriges Jubiläum. Und um diesen Meilenstein der Filmgeschichte gebührend zu feiern, ging das Musical unter der Regie von Christian Stadlhofer auf Tournee und kam auf seiner letzten Station in den Admiralspalast.
Am Freitag, den 25. Mai 2018, war auch ich, ein begeisterter Fan des Kultfilms, zu Gast im Admiralspalast und sah viele Haartollen und Petticoats im Publikum.

Das Musical begann um 20 Uhr mit einer musikalischen Reise in die Vergangenheit. Mithilfe einer Projektion wurden wir an die besten Interpreten der Musikgeschichte (Michael Jackson, Elvis Presley usw.) erinnert.

„Tell me more, tell me more…“ – Natürlich…Wie immer kommt an dieser Stelle eine inhaltliche Zusammenfassung des Kultfilms bzw. Kultmusicals: Im Sommer 1959 verlieben sich der Aufreißer Danny, Mitglied bei The Birds, und Sandy, ein unschuldiges Mädchen, ineinander. Aber die Wege der Verliebten trennen sich. Doch dann ziehen Sandys Eltern um und Sandy besucht wie Dany die Rydell High School. Dort trifft sie die Pink Ladies und freundet sich schnell mit diesen an.
Während Sandy überglücklich ist, ihren Danny wiederzusehen, hat Danny in der Schule einen Ruf zu verlieren und kann deswegen seine Gefühle für Sandy nicht öffentlich zeigen.
Schaffen es die beiden trotzdem, ihre unterschiedlichen Welten zusammenzubringen und werden sie endlich ein Paar? Und was ist eigentlich mit Rizzo, einem weiteren Mitglied der Pink Ladies: Ist sie wirklich von Kenickie schwanger?
Es verspricht, eine turbulente Zeit an der Rydell High School zu werden.

Am meisten war ich am gestrigen Abend von der Musicaldarstellerin Veronika Riedl entzückt, die die Rolle der Sandy hingebungsvoll gespielt hat. Zunächst ist Sandy ein schüchternes Mädchen mit Prinzipien, das ihren Werten auf jeden Fall treu bleiben möchte – egal was die anderen davon halten. Immer mehr entwickelt sich aber Sandy zu einer selbstbewussten Frau, die am Ende wegen ihrer Liebe zu Danny lockerer wird und das Leben mehr genießen möchte. Diesen Wandel erkennt man auch an Sandys neuer Kleidung: Während sie anfangs noch brave Kleider trägt, erscheint sie am Ende in hautengen Leggins, mit einer Lederjacke und einer Zigarette in der Hand. Veronika Riedl stellt diese Verwandlung sehr glaubwürdig dar und hat mich mit ihrem Wesen und ihrer sehr schönen Stimme in den Bann gezogen.

Nuria Mundry verkörpert Rizzo, Sandys Antagonistin, und ist das komplette Gegenteil zu der braven Sandy. Rizzo flucht, trinkt, raucht und führt ein wildes Liebesleben mit ihrem Freund Kenickie, Dannys sehr gutem Freund. Sie kann Sandys biederes Verhalten nicht ausstehen und zeigt das ihr in jeder Minute. Doch als Rizzo denkt, schwanger zu sein, erkennt der Zuschauer ihre verletzliche Seite und ihre Unsicherheit. Zwar sieht Nuria Mundry Stockard Channing aus dem Film nicht ähnlich, doch geht sie in ihrer Rolle des zickigen Biestes genauso auf. Auch stimmlich hat mich die Darstellerin überzeugt.

Alexander Jahnke hat einen sehr schwierigen Part in dem Musical, schließlich spielt er eine der Kultrollen von John Travolta. Doch ich finde, dass es ihm sehr gut gelingt, den auf den ersten Blick arrogant und selbstverliebt wirkenden Danny, der im Grunde seines Herzens Sandy über alles liebt, zu verkörpern. Mit seiner Darstellung des Dannys, der eine harte Schale, aber einen weichen Kern hat, hat er mich an dem gestrigen Abend als seinen neuen Fan gewonnen.

Genauso wie im Film gehörte auch im Musical die Figur Kenickie zu meinen Lieblingscharakteren. Alexander Sasanowitsch präsentiert sehr authentisch Kenickie als einen coolen Macho, der über allem zu stehen glaubt, jedoch seiner Freundin Rizzo ganz verfallen ist und sich nicht vor der Verantwortung, zu einer möglichen Vaterschaft zu stehen, drückt.

Für viel Applaus an diesem Abend sorgte auch Sebastian Prange mit seiner Darstellung des spießigen Strebers Eugene, der vor Danny Angst hat und sich nach einem wilderen Leben sehnt.
Doch auch der übrige Cast hat mir stimmlich, tänzerisch und schauspielerisch sehr gefallen.

Alle seit dem Film beliebten Lieder („You’re The One That I Want“, „Look at me, I’m Sandra Dee“, „Summer Nights“, „Sandy“ etc.) finden in dem Musical einen liebevollen Platz und werden auf Englisch gesungen, was ich als einen Pluspunkt empfinde. Die Choreografien von Carla Kama und Melissa Williams werden von den Darstellern tänzerisch sehr gut und dynamisch umgesetzt. Und auch das Bühnenbild von Terry Parsons mit dem Burger Palace und dem roten Auto und das Kostümdesign von Liliana Pirogov mit den Petticoats, Lederjacken und Röhrenjeans tragen dazu bei, dass das Musical das Lebensgefühl der Fünfziger auf die Bühne bringt.

Mein Fazit: Das Musical entführt das Publikum in die Zeit des Rock ‘n‘ Roll der fünfziger Jahre, die man am Ende nicht mehr verlassen möchte. „Grease“ bringt eine temperamentvolle Lebensfreude auf die Bühne und zeigt, wie schön die erste Liebe sein kann. Die Darsteller beweisen zwei Stunden lang, wie begabt sie sind, indem sie enthusiastisch tanzen und dabei singen. Jeder findet in dem Musical eine Figur, mit der sich sein junges Ich identifizieren kann. Das Musical ist eine stimmige Interpretation des Kultfilms und Ihr könnt Euch davon noch bis zum 3. Juni 2018 im Admiralspalast überzeugen.

Weitere Informationen zum Musical:
https://www.grease-dasmusical.com/
https://www.facebook.com/GreaseDasMusical/

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Ghost – Nachricht von Sam: eine der emotionalsten Filmliebesgeschichten als Musical

„Es ist faszinierend, Molly, die Liebe im Inneren, die nimmt man mit…Wir sehen uns.“
Diesen Satz sagte Sam (Patrick Swayze) zu Molly (Demi Moore) in dem Film „Ghost – Nachricht von Sam“ aus dem Jahr 1990 vom Regisseur Jerry Zucker. Ein Satz, der mir noch jetzt beim Schreiben Tränen in die Augen treibt. Es gibt Filme, die vergisst man nie. Es gibt Liebesgeschichten, die berühren einen immer und immer wieder.

Am Freitag, den 11. Mai 2018, hatte ich endlich die Gelegenheit dazu, die Liebe zwischen Sam und Molly nun als Musical im Theater des Westens zu erleben. Der Autor Bruce Joel Rubin, 1991 mit einem Oscar für sein Filmskript ausgezeichnet, hat auch das Buch für die Musicalfassung dieser emotionalen Liebesgeschichte geschrieben.

Bevor ich aber noch auf die Musicalfassung eingehe, hier noch einmal der Inhalt von „Ghost – Nachricht von Sam“ zusammengefasst:
Der Banker Sam Wheat und seine Freundin, die Künstlerin Molly Jensen, ziehen in ihre erste gemeinsame Wohnung. Beide lieben sich, doch kann Sam dies nie aussprechen, sondern will seine Liebe zu Molly eher mit Taten untermauern. Molly sagt Sam dagegen sehr oft, dass sie ihn liebt und will diese Worte endlich auch von ihm hören.
Eines Abends werden Sam und Molly auf dem Weg nach Hause von einem Straßenräuber überfallen und Sam wird dabei erschossen. Nach dem Schuss stellt Sam fest, dass er jetzt ein Geist ist, der seine Umwelt sehen und hören kann, aber von den anderen nicht mehr wahrgenommen wird. Im Krankenhaus trifft er auf einen anderen Geist, von dem er erfährt, dass Verstorbene als Geister auf der Erde bleiben, wenn sie noch eine Aufgabe erfüllen sollen.
Als Geist erkennt Sam, dass Carl, sein Kollege und bester Freund, der Auftraggeber für den Raubüberfall war und damit an seinem Tod eine große Mitschuld trägt.
Sam stand vor seinem Tod kurz davor, Carls dunkle Geschäfte aufzudecken. Nun ist seine große Liebe Molly unwissentlich in Besitz der Codes für Carls schwarzes Konto und damit in höchster Gefahr. Sam muss sie warnen und stößt auf Oda Mae Brown, eine Wahrsagerin und Geisterbeschwörerin, die als einzige Lebende ihn hören kann. Kann Oda Mae Brown Sam dabei helfen, Molly zu retten und Carl das Handwerk zu legen?

Ich habe nicht erwartet, einen zweiten Patrick Swayze auf der Bühne zu sehen, denn dies ist unmöglich. Mir war es wichtig, dass der Hauptdarsteller die Gefühle der Figur authentisch auf die Bühne bringen kann. Und dies gelingt Alexander Klaws, dem Darsteller des Sam, perfekt. Alexander Klaws verfügt über eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz und ich nahm ihm den ganzen Schmerz und die innerliche Zerrissenheit der Figur ab. Zudem hat er mich mit seiner kraftvollen Stimme an diesem Abend sehr beeindruckt.

Willemijn Verkaik spielt in dem Musical Molly. Auf den ersten Blick wirkt sie etwas bestimmend. Doch wenn sie singt, verwandelt sie sich in eine sehr gefühlvolle Frau, die schafft, mit ihrer Stimme und Gestik die Zerbrechlichkeit der trauenden Molly den Zuschauern zu vermitteln.
Obwohl ich den Ausgang der Geschichte kannte, habe ich trotzdem in dem Musical mit Willemijn Verkaik mitgefühlt, was für sie als Musicaldarstellerin spricht.

Auch Andreas Bongard hat mich in seiner Rolle des Carl an diesem Abend vollends überzeugt. Carl wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, man ahnt nicht, wie berechenbar und kalt diese sympathische Person in Wirklichkeit ist. Diese äußere Unschuld und innere Skrupellosigkeit wurde von Andreas Bongard sehr glaubhaft verkörpert.

Marion Campbell gehörte zu dem heimlichen Star an diesem Abend und ließ mich vergessen, dass einst die große Whoopi Goldberg die Rolle der Oda Mae Brown gespielt hat.
Die Hellseherin Oda interessiert sich nicht für die Trauer ihrer Kunden und will nur ihr Geld. Erst mit Sam, den sie wirklich hören kann, ändert sich das und sie entwickelt Empathie für ihre Mitmenschen.
Marion Campbell kann jedoch nicht nur sehr gut schauspielern, sondern auch das Herz des Publikums mit ihrer voluminösen Stimme gewinnen.
Die Dialoge und Interaktionen zwischen Sam und der Hellseherin sorgten an diesem Abend für viele Lacher und nahmen dem Musical die Schwere der Geschichte.

Die Musik von Weltstar Dave Stewart (Eurythmics) und Glen Ballard (Autor von Michael Jacksons „Man In The Mirror“) zum Musical „Ghost – Nachricht von Sam“ ist eine gelungene Mischung aus Balladen und Popsongs. Und natürlich durfte an diesem Abend auch „ Unchained Melody“, ein nach dem Film gewordener Kultsong, nicht fehlen.
In 24 weiteren Liedern wurde diese tragische Liebesgeschichte musikalisch verarbeitet.

Das Bühnenbild wirkte zwar im Vergleich zu anderen Produktionen im Theater des Westens minimalistisch, doch standen somit die Musicaldarsteller und die Geschichte im Vordergrund. Auch meine Lieblingsszene im Film, die Töpferszene, wurde in das Musical integriert.

Mein Fazit: Alexander Klaws als Sam und Willemijn Verkaik als Molly schaffen ihren eigenen Zauber im Musical „Ghost – Nachricht von Sam“. Ihr Schauspiel wirkt sehr überzeugend, weswegen ich in vielen Szenen weinen musste. Die Interaktionen zwischen den Figuren Sam und der Hellseherin brachten mich jedoch sehr häufig zum Lachen.
Eine sehr gelungene Musicalfassung des Filmklassikers, die noch bis zum 7.Oktober 2018 im Theater des Westens läuft und ab Ende Oktober nach Hamburg zieht.

Weitere Informationen zum Musical:
https://www.stage-entertainment.de/musicals-shows/ghost-berlin.html?belboon=03424d08cc9f0478dd0050df,4524416,sid=0700ie6vjg5d
https://www.facebook.com/GhostDasMusical/

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Gewinnspiel: „Tod auf dem Nil“ – der Agatha Christie-Klassiker im Berliner Kriminaltheater

Wir schreiben das Jahr 2018, in dem es sehr viele beliebte Kriminalautoren gibt. Doch trotz dieser neuen Krimischätze ist noch immer Agatha Christie meine Lieblingsautorin, wenn es um Kriminalromane geht. Zu meinen Lieblingsromanen von Agatha Christie gehören „Mord im Orientexpress“ und „Tod auf dem Nil“. Keiner anderen Autorin gelingt es, auf so eine spannende Art und Weise eine Geschichte zu erzählen und dieser am Ende eine unerwartete Wendung zu geben.

 
Aus diesem Grund war ich am 27. August 2016 im Berliner Kriminaltheater, um das Theaterstück „Tod auf dem Nil“ zu besuchen. Die Inszenierung überzeugte durch ihren Cast, ihr detailgetreues Bühnenbild und die Kostüme und ist für jeden Agatha Christie-Liebhaber ein Muss! Und schließlich ziehen Geschichten über Liebe, Eifersucht, Neid, Betrug und Intrigen die Zuschauer noch immer in ihren Bann…
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Eintrittskarten für das Theaterstück und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Eintrittskarten für das Theaterstück „Tod auf dem Nil“
Wann? Freitag, den 18. Mai 2018, um 20 Uhr
Wo? Berliner Kriminal Theater, Palisadenstraße 48, 10243 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Sonntag, den 13. Mai 2018, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
 
Weitere Informationen zum Theaterstück:
 
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© E. Günther

„Thriller – LIVE“ auf Tournee: eine Hommage an den King of Pop

Am 25. Juni 2009 verstarb einer der größten und begabtesten Künstler aller Zeiten, der wie kein anderer es schaffen konnte, Massen von Fans zu elektrisieren und mit seinen leidenschaftlichen Shows und seinem einzigartigen Tanzstil zu begeistern. Seine Videoclips transportierten eine moralische Botschaft, die ich heute bei sehr vielen Künstlern vermisse.

Die gefeierte Originalshow „Thriller-LIVE“ vom Londoner West End, die dort zu den am längsten laufenden Shows gehört und bereits in über 33 Ländern aufgeführt wurde, setzt mit ihrer Show dieser musikalische Legende ein Denkmal, wovon wir uns am Freitag, den 4. Mai 2018, auch selbst im Admiralspalast überzeugen konnten.

Der Schöpfer, Executive Director und Co-Producer Adrian Grant versucht zum Glück, in seiner Show den King of Pop nicht von einer einzigen Person kopieren zu lassen oder ein Musical mit einer oberflächlichen Geschichte zu schaffen. Nein, ihm geht es darum, ein Konzert auf die Bühne zu bringen, das Michael Jackson beispiellose Karriere würdigt und eine unvergleichliche Stimmung auf die Bühne bringt.

Zu Beginn des zweistündigen Konzerts kommt ein kleiner süßer Junge (Jay-Jay Prince) auf die Bühne und jedem im Saal wird klar, dass wir uns am Anfang Jacksons über 40 Jahre andauernder Karriere befinden, bei seinen ersten Erfolgen mit den Jackson 5.

Fünf überdurchschnittlich begabte Sänger (Britt Quintin, Shaquille Hemmans, Rory Taylor, Anthony Morgan, Adriana Louise) singen Michael Jacksons bekannteste Songs, die bis heute Evergreens, Ohrwürmer und Garanten für eine bebende Stimmung sind: „Bad“, „Smooth Criminal“, „Dirty Diana“ etc. Zehn talentierte Tänzer (Katrina Ridley, Kevin Heatherson, Jony Ben Azouz, Melissa Amy Lye, Antony Morgan, Emily-Jayne Bailey, Gustave Die, Joe Francois, Paris Johnson, Georgina Mannifield, Lee Pratt und Emma-Leigh Rose) geben auf der Bühne alles und zeigen unter anderem auch den berühmten Moonwalk. Die Choreografen Gary Lloyd und LaVelle Smith Jr., der Originalchoreograf des mehrfach ausgezeichneten Videos zu „Dangerous“, schufen eine fantastische Choreografie, die die Zuschauer im Saal von Anfang an zum Tanzen animierte.

Die beste Performance an diesem Abend war für mich die Interpretation des Liedes „Smooth Criminal“. Mehrmals stand ich auf und habe mich begeistert der Musik hingegeben. Doch bei „They don’t care about us“ ist auch beim letzten Zuschauer im Saal der Knoten geplatzt. Bei „Man in the Mirror“ hatte ich Tränen in den Augen. Und wie sollte es anders kommen? Am Ende kam das legendäre „Thriller“ – ein Gänsehautmoment.

Mein Fazit: „Thriller-Live“ ist kein Musical, sondern ein Konzert mit 32 Songs eines der größten Entertainers, den die Musikwelt je gesehen hat. Die zwei Stunden sind eine hinreißende Hommage an das Musikgenie Michael Jackson, die zum Glück das umstrittene Privatleben nicht berücksichtigt, sondern sich nur auf sein musikalisches Werk konzentriert.
Die fünf Sänger haben uns viele besondere Momente geschenkt und mit den leidenschaftlichen zehn Sängern dafür gesorgt, dass ich nicht ruhig sitzen konnte.
Dem Konzert gelingt das, was auch Michael Jackson bis heute gelingt: unterschiedliche Generationen zu entflammen. Selten habe ich eine solche außergewöhnliche Stimmung erlebt!
Bis einschließlich Sonntag, den 6. Mai 2018, läuft die Show „Thriller-Live“ noch im Admiralspalast in Berlin und zieht danach im Oktober nach Frankfurt/Main weiter.

Weitere Informationen zur Show:
http://www.thriller-live.com/
https://www.facebook.com/ThrillerLiveOfficial/

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© E. Günther

 

 

Hairspray – das Broadway-Musical auf Tournee

„Hairspray“, das mit 31 internationalen Preisen ausgezeichnete und damit eines der weltweit erfolgreichsten Musicals aller Zeiten, befindet sich gerade auf Tournee und wir waren am Freitag, den 27. April 2018, Zeuge des Kultmusicals, das auf dem gleichnamigen Kultfilm (1988) von John Waters mit John Travolta basiert.

Doch wovon handelt das weltbekannte Musical?
Wir befinden uns im Baltimore des Jahres 1962. Die mollige Schülerin Tracy Turnblad hat nur einen Traum: Sie möchte einer der Stars in ihrer Lieblingssendung „Die Corny Collins-Show“ werden, in der auch ihr Schwarm, Sänger Link Larkin, auftritt. Aus diesem Grund geht sie zu dem offenen Casting der TV-Show. Doch viele Probleme stehen Tracy noch bevor: der Widerstand ihrer überfürsorglichen Mutter Edna Turnblad, die Ablehnung durch die strenge Produzentin Velma von Tussle und die Beziehung von deren Tochter Amber mit Link Larkin. Und als wäre das alles nicht genug, wird sie Zeugin der unfairen und alltäglichen Rassentrennung.
Schafft es Tracy, trotz aller Hindernisse ihren Traum zu verwirklichen und sich dabei trotzdem treu zu bleiben?
 
Die Hauptfigur des Musicals, Tracy Turnblad, muss man sofort in sein Herz schließen. Voller Optimismus und Lebensfreude kämpft sie nicht nur für ihre Liebe zu Link Larkin, sondern auch gegen alltägliche Vorurteile gegenüber übergewichtigen Menschen und gegen die zur damaligen Zeit in den USA präsente Rassentrennung. Beatrice Reece verkörpert hervorragend die Rolle der lebensbejahenden Tracy, die eine enge Beziehung zu ihren Eltern hat und niemals ihren Mut verliert, egal wie ausweglos die Situation zu sein scheint.
 
Neben Tracy gehört die Rolle der Edna Turnblad, perfekt umgesetzt von Uwe Kröger, zu meinen Lieblingscharakteren im „Hairspray“. Edna ist eine liebende Mutter und Ehefrau, die ihre Tochter vor einer öffentlichen Erniedrigung beschützen und deswegen ihr die Teilnahme am Casting verbieten möchte. Doch später unterstützt sie Tracy in allen Belangen, schließlich musste auch sie früher ihren Traum (Designerin) begraben und will ein ähnliches Schicksal ihrer Tochter ersparen. Liebe gepaart mit der notwendigen Dominanz, dies alles erkennt man in der Darstellung des Uwe Kröger.
 
Die Beziehung zwischen Tracy und Edna ist nur eine von vier Mutter-Tochter-Beziehungen im Musical. „Mama ich bin nicht mehr klein“ – das Lied der drei Töchter Tracy, Amber und Penny steht für die Emanzipation und Rebellion der Töchter und zeigt die Angst der Mütter vor dem zu schnellen Erwachsenwerden ihrer kleinen Prinzessinnen.
 
Während die Beziehung von Tracy und ihrer Mutter von Liebe und Unterstützung geprägt ist, sieht die Beziehung der Antagonistinnen Amber und Velma von Tussle Velma ganz anders aus. Die ehrgeizige und verbissene Ex-Schönheitskönigin Velma von Tussle, fantastisch gespielt von Isabel Varell, setzt ihre eingebildete und zickige Tochter Amber (eine sehr gute Besetzung mit Maja Sikora) permanent unter Druck und will aus ihr einen TV-Star machen. Beide Frauen zeichnen sich durch Vorurteile gegenüber molligen Menschen und Afroamerikanern aus und verfügen über keine Empathie.
 
Die quirllige Penny Pingleton (Devi-Ananda Dahm), Tracys beste Freundin, hört zum Missfallen ihrer Mutter, Prudy Pingleton, die „falsche“ Musik und verliebt sich dann auch noch in einen Afroamerikaner. Doch als ihre Mutter sieht, wie glücklich ihre Tochter ist, gibt sie ihr ihren Segen.
Devi-Ananda Dahm repräsentiert mit der Figur Penny Pingleton die Freundin, nach der wir uns alle sehnen: loyal und immer für einen da.
Angela Hunkeler hat mich mit ihrer Darstellung von gleich mehreren Figuren an dem gestrigen Abend begeistert. Egal, ob als Mutter Pingleton oder als rassistische Sportlehrerin, die weiße Schüler eindeutig bevorzugt, oder Gefängnissufseherin, in jeder Rolle geht die Darstellerin auf.
 
Die Inbegriff einer perfekten Mutter ist für mich Motormouth Maybelle, die ihre beiden Kinder zur Toleranz und Eigenständigkeit erzogen hat. Monica Lewis-Schmidt überzeugt in dieser Rolle und als Sängerin mit einer sehr kraftvollen Stimme.
 
Überhaupt ist die Musik von Mark Shaiman mit den Liedtexten von Scott Whittmann und Mark Shaiman (deutsche Fassung von Heiko Wohlgemuth) perfekt auf diese Geschichte abgestimmt. Der musikalische Mix aus Motown, Rhythm and Blues und Rock’n’Roll lädt den Zuschauer zum Mitgrooven und Mittanzen ein und transportiert die Lebensfreude der Hauptfigur auf die Zuschauerränge und das trotz der schwierigen und noch heute aktuellen Themen Rassentrennung, Vorurteile gegenüber Menschen, die nicht dem gängigen Schönheitsideal der Medien entsprechen, und die oberflächliche Mediengesellschaft.
 
Mein Fazit: Das Musical „Hairspray“ bleibt auch auf dieser Tournee ein Kult, denn die Darsteller sind sehr passend ausgesucht, die Musik ist funky und die Botschaft so aktuell wie nie zuvor. Egal, ob dick oder dünn, ob weiß oder schwarz – das alles spielt keine Rolle, denn jeder von uns verfügt über ein unglaubliches Potenzial. „Niemand stoppt den Beat“, solange wir alle zusammenhalten. Das Musical läuft noch bis Sonntag, den 29. April 2018, im Admiralspalast Berlin und zieht danach nach München weiter.
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
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© E. Günther
 

Gabor Vosteens „The Fluteman Show“ im Pfefferberg Theater – eine Symbiose aus Musik und Komik

Wie ich Euch schon bei meinem Gewinnspiel zur Show Ende März berichtet habe, hatte ich den mehrfach ausgezeichneten Gabor Vosteen zum ersten Mal auf dem Blauen Montag im Jahr 2016 kennen gelernt. Dort spielte er fünf Blockflöten gleichzeitig und überzeugte nicht nur musikalisch, sondern auch mit seinem komödiantischen Talent, das uns an Charlie Chaplin erinnert hatte.

Jetzt tritt der Ausnahmekünstler, der sich selbst als Blockflötennerd bezeichnet, mit seiner Solo-Show „The Fluteman Show“ in dem Pfefferberg Theater, einem meiner Lieblingstheater in Berlin, auf und wir besuchten am Freitag, den 20. April 2018, die Show.

Wer dachte, dass Blockflötenmusik langweilig ist, den überzeugte der mit roten Flügeln auf die Bühne kommende Musiker vom Gegenteil. In seinem einstündigen Bühnenprogramm strapazierte Vosteen die Lachmuskeln der Zuschauer bis zum Äußersten und das obwohl er fast das ganze Programm nicht sprach. Seine Verkleidung, mal als Rockstar der 80-er Jahre und mal als Indianer mit Blockflötenkopfschmuck, und seine Slapstick-Tanzeinlagen sorgten für viele Lacher an diesem Abend. Und auch musikalisch überzeugte Vosteen auf ganzer Linie, indem er Blockflöte mit allen möglichen Körperöffnungen spielte. Sein Spiel mit fünf Blockflöten gleichzeitig, sein musikalisches Markenzeichen, gehörte auch in dieser Show zu seinem Repertoire.

Mein Fazit: Wer über eine Stunde lang von einer einzigartigen Show gut unterhalten werden will, der ist hier genau richtig. In Gabor Vosteens Solo-Show, einer perfekten Symbiose aus Musik und Komik, lauscht man nicht nur guter Blockflötenmusik, sondern kommt aus dem Lachen kaum raus. Heute, am Sonntag, den 22.April 2018, könnt Ihr Euch selbst davon um 16 Uhr im Pfefferberg Theater überzeugen.

Weitere Informationen:
http://www.gaborvosteen.com/index.php/de/
https://www.facebook.com/gabor.vosteen/

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© E. Günther