Saturday Five – Die Erwachsenen-Impro-Show im Improtheater Paternoster Kesselhaus & Maschinenhaus (Kulturbrauerei)

Improvisationstheater (Improtheater) stellt für mich die höchste Kunst der Comedy und allgemein der Schauspielkunst dar, denn es werden Szenen ohne eine vorgeschriebene Handlung dargestellt. Die Schauspieler müssen auf die Beiträge der Zuschauer sofort reagieren und um sie herum eine Geschichte bilden, auch wenn die hereingerufenen Wörter absurd erscheinen.
 
Paternoster gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Improtheathern in Berlin. Seit 15 Jahren spielen die zehn professionellen Schauspieler des Improtheater Paternoster, die aus verschiedenen künstlerischen Bereichen wie Theater, Comedy oder Pantomime kommen, jede Woche dienstags („Der Spielekönig“) und mittwochs („Dein Held – Deine Geschichte“) vor einem ebenso spontanen und immer wieder begeisterten Publikum.
 
Ab dem 04. Mai 2019 an jedem 1. Samstag im Monat um 19:00 Uhr gibt es für das Training der Lachmuskeln eine brandneue Show im Maschinenhaus der Kulturbrauerei: „Saturday Five – Die Erwachsenen-Impro-Show“! Am Samstag, den 3. August 2019, nahm ich eine Freundin mit zu der Show, die ich für ihre Spontanität und ihre witzige Art schätze und erhoffte mir dadurch viele interessante Herausforderungen für die Schauspieler.
 
Um 19 Uhr stellten die drei Schauspieler (eine Frau und zwei Männer) an diesem Abend ihr folgendes Programm vor: Fünf improvisierte Szenen sollten nach den Zurufen der Zuschauer im gut gefüllten Maschinenhaus von den drei Darstellern präsentiert werden. An dem gestrigen Abend gab es Geschichten zu Kevin, der nicht wie sein Vater Metzger, sondern Astronaut werden wollte; eine Kriminalgeschichte in Japan; eine Geschichte im Kreißsaal und eine auf dem Wacken-Festival und sogar eine Oper mit dem Titel „Das große Zittern“ (ein Zuruf meiner Begleitung).
 
Nach den fünf Szenen konnte dann das Publikum anhand der Lautstärke seines Beifalls bestimmen, welche drei Szenen weiter improvisiert werden sollten. Nach der Pause wurden die ausgewählten drei Szenen weiter gespielt, bis es am Schluss nur eine Szene gab. Diese Szene, in unserem Fall die auch von mir favorisierte Kriminalgeschichte in Japan, wurde anschließend von den Darstellen bis zum Ende gespielt.
 
Am Ende der Show gab es zusätzlich zu den gelungenen fünf Szenen noch etwas Anderes zu gewinnen: Wer am Anfang der Show schon wusste, welche der fünf Szenen gewinnen wird und seinen Namen in den richtigen Topf der vorhandenen fünf Töpfe getan hat, der hatte die Chance, zwei Karten für eine weitere Show „Saturday Five“ zu gewinnen.
 
Mein Fazit: Die gestrigen drei Darsteller und der Musiker des Improtheaters Paternoster überzeugten durch ihre Spontanität, sympathische Art und ihr Improvisationstalent. Wir haben sehr viel gelacht und fanden die fünf entstandenen Geschichten in der Show „Saturday Five“ sehr amüsant.
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos © E. Günther

„Monsieur Claude und seine Töchter“ – eine der besten französischen Filmkomödien auf der Bühne des Schlosspark Theaters

„Frau Günther, Sie sind also open minded!“, stellte vor Kurzem mein Azubi im Unterricht fest. Und so wurde ich tatsächlich von meinen Eltern erzogen. Meine Eltern gaben mir bei der Suche nach dem richtigen (Ehe-)Partner keine Vorgaben, was Religion, Nationalität und Hautfarbe angeht. Lieben musste ich den Partner.
 
Und deswegen – und natürlich auch wegen seines hervorragenden Humors – wurde der Film „Monsieur Claude und seine Töchter“ (2014) von Philippe de Chauveron und Guy Laurent zu einem meiner Lieblingsfilme. Jedes Mal liege ich beim Schauen der Komödie vor Lachen auf dem Boden. Offenbar traf der Film aber auch den Geschmack vieler anderer Kinozuschauer und wurde ein Erfolg an der Kinokasse. Das Drehbuch wurde zudem mit den französischen „Prix Lumières“ ausgezeichnet.
 
Am Freitag, den 18. Januar 2019, gehörte ich zu den aufgeregten Fans der französischen Komödie im wie fast immer ausverkauften Schlosspark Theater und freute mich ungemein auf die Bühnenadaption von Stefan Zimmermann und die Regiearbeit von Philip Tiedemann, dessen Arbeit ich spätestens seit seinem Theaterstück „Der Stellvertreter“ sehr schätze.
 
Doch wovon handelt diese französische Erfolgskomödie? 
Monsieur Claude und seine Frau Marie leben glücklich in der französischen Provinz und haben vier schöne Töchter. Nur einen großen Wunsch haben die Eltern: Die vier Töchter sollen einen weißen Christen, am liebsten einen „echten“ Franzosen, heiraten. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen, denn die älteste Tochter heiratet einen Araber, die zweitälteste Tochter heiratet einen Chinesen und die drittälteste Tochter einen Juden.
Die ganzen Hoffnungen ruhen jetzt auf Laura, der jüngsten Tochter. Und tatsächlich verlobt sich Laura mit einem Katholiken. Doch dieser Messias ist zwar katholisch, aber schwarz. Womit haben die Eltern das nur „verdient“?
Aber auch Charles‘ afrikanische Eltern bringen sehr viele Vorurteile gegenüber Weißen und gegenüber Claudes multikulturelle Familie mit und gefährden somit das junge Glück von Laura und Charles. Kann die vierte Liebesheirat stattfinden oder zerbricht die Verlobung an dem familiären Druck?
 
Peter Bause spielt überwältigend gut Claude Verneuil, das mit der Gesamtsituation überforderte Familienoberhaupt. Monsieur Claude ist ein liebender Vater und Ehemann, der für seine Familie nur das Beste möchte. Er ist ein überzeugter Gaullist und kein Rassist, aber er möchte, dass seine Töchter einen weißen Franzosen, einen Christen, heiraten. Die multikulturelle Familie stellt ihn vor viele Herausforderungen. Keiner versteht seinen Humor. Ständig muss er aufpassen, was er sagt und muss viele Themen – den Nahost-Konflikt, die kriminellen Migranten, die unlustigen Asiaten – ausklammern.
Und dann diese kulinarischen Spezialitäten seiner Schwiegersöhne…Das ist einfach zu viel für den konservativen und zum Teil sturen Vater.
Für die Rolle des Claude Verneuil hätte ich mir keinen besseren Schauspieler vorstellen können. Am Ende gab es vollkommen zurecht den lautesten Applaus für Peter Bause.
 
Auch die Rolle der Marie Verneuil, der Mutter der vier Töchter, wurde hervorragend besetzt. Brigitte Grothum, die ich schon aus dem Theaterstück „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“ kenne, interpretiert perfekt die Mutter Marie, die zum Ende hin besser mit der neuen Familiensituation zurecht kommt als ihr Ehemann und schneller die Vorurteile gegenüber den Schwiegersöhnen ablegt. So bereitet sie dementsprechend auch ein internationales Weihnachtsessen mit einem halal und einem koscher zubereiteten und einem lackierten Truthahn nach chinesischer Art vor. Mit ihrer sympathischen und charmanten Art erobert Brigitte Grothum die Herzen der Zuschauer.
 
David A. Hamade, den ich 2005 in Steven Spielbergs Film „München“ gesehen hatte, überzeugt in seiner Rolle des Arabers Abderazak, der mit Isabelle, der ältesten Tochter, verheiratet ist, auf ganzer Linie. Abderazak widerlegt mit seiner Arbeit als ein erfolgreicher Anwalt bestimmt viele Vorurteile gegenüber Arabern und bestätigt sie wiederum mit seiner temperamentvollen Art. Er neigt dazu, schnell aus der Haut zu fahren – vor allem, wenn seine Schwiegereltern in den arabischen Franzosen keine richtigen Franzosen sehen und Migranten für kriminell halten. Großartig von David A. Hamade gespielt, ich hoffe auf viele andere Rollen mit David A. Hamade auf den Berliner Theaterbühnen.
 
Auch Oliver Dupont kannte ich bereits aus einem anderen Theaterstück, aus dem Theaterstück „Die Rechnung“ im Kleinen Theater. Und genau wie in dem anderen Theaterstück konnte er auch mit seiner Rolle des Abraham, der mit Adèle, der drittältesten Tochter, verheiratet ist, sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Genauso wie die Rolle des Abderazak entspricht auch Abrahams Rolle nicht den üblichen Rollenbildern, die man sonst mit jüdischen Männern in Verbindung bringt, denn Oliver Dupont spielt einen erfolglosen Juden. Trotz der unüberbrückbaren Differenzen auf der politischen Bühne schafft es Abraham schließlich, mit Abderazak ein starkes Team zu werden.
 
Der chinesische Schwiegersohn Chao ist mit Michelle, der zweitältesten Tochter, verheiratet. Er muss allerdings nicht nur gegen die Vorurteile der Schwiegereltern gegenüber den Chinesen ankämpfen, sondern muss sich auch viele deplatzierte Sprüche von den anderen beiden Schwiegersöhnen anhören, die ihn für einen schleimenden A…kriecher halten. Maverick Quek stellt diese Rolle sehr überzeugend dar.
 
Genauso wie die Rollen der Schwiegersöhne wurden auch die Rollen der Töchter perfekt besetzt: Berrit Arnold (Isaballe), Birge Funke (Michelle) und Lisa Julie Rauen (Adèle) gehen alle in ihren Rollen der liebenden Töchter und Schwestern, die aber wegen ihrer Ehemänner zu Löwinnen werden können, auf. Genauso wie im Film ist die Rolle der ständig heulenden Michelle ein Brüller in der Geschichte.
Melanie Isakowitz verkörpert sehr glaubhaft und bezaubernd Laura, die jüngste Schwester. Genauso wie ihre Schwestern möchte Laura auch aus Liebe heiraten.
 
Charles wird zu einer sehr ungünstigen Zeit in die Familie eingeführt. Alle in der Familie haben sich versöhnt, die drei anderen Schwiegersöhne verstehen sich untereinander gut. Und jetzt wird wieder alles durcheinander gebracht, denn jetzt soll Laura, die letzte Hoffnung der Familie auf einen weißen Katholiken, einen Schwarzen heiraten. Philip Bender kann seine Rolle sehr authentisch auf der Bühne darstellen.
 
Charles‘ Vater ist genauso wie Lauras Vater ein überzeugter Gaullist, ein Sturkopf und hätte sich für seinen Sohn lieber eine afrikanische Ehefrau gewünscht. André Koffi wird fantastisch von Errol Trotman Harewood gespielt – genauso wie Madelaine Koffi (Charles‘ Mutter) von Robin Lyn Gooch. Madelaine schließt Laura sofort in ihr Herz und hat im Grunde die Hosen in der Ehe an.
Wenn man ein begnadeter Schauspieler ist, dann kann man sogar eine kleine Rolle zu etwas Besonderem machen. Tilmar Kuhn, von dem ich seit dem Theaterstück „Der Stellvertreter“ ein großer Fan bin, gelingt dies gleich bei vier kleinen Rollen, indem er einen Rabbi, einen Pfarrer, einen Psychologen und Xavier spielt.
 
Zwar bedient das Theaterstück „Monsieur Claude und seine Töchter“ sehr viele Klischees – u.a. Franzosen mit Vorurteilen und Afrikaner mit Musik im Blut -, doch ist es auch ein Appell für mehr Toleranz. Wenn man jemanden liebt, dann sind äußerliche Faktoren wie Religion, Nationalität und Hautfarbe unwichtig und können selbst verfeindete Gruppen in der Weltpolitik (Araber und Juden) versöhnen. Und schließlich: „Was zählt, ist die Familie!“
 
Mein Fazit: Das Theaterstück „Monsieur Claude und seine Töchter“ bringt den Zuschauer zwei Stunden lang zum Lachen und ist eine perfekte Umsetzung der filmischen Vorlage. Alle Schauspieler wurden sehr gut ausgesucht und die Dialoge sind unglaublich witzig. Für mich ist das Theaterstück ein Must-See in Berlin. Bis zum 15. April 2019 läuft „Monsieur Claude und seine Töchter“ noch im Schlosspark Theater.

„Was zählt, ist die Familie!“ im Schlosspark Theater – Familie, Pflichtgefühl und Essen

Als Tochter ukrainischer Eltern habe ich früh gelernt, dass das Wichtigste auf der Welt die Familie ist. Am Anfang sieht man nur die zahlreichen Geburtstage, an die man (ohne Facebook) denken muss und ist von den ständigen Erzählungen aus der Vergangenheit und den Ratschlägen während einer leichten Erkältung genervt. Doch je älter man wird, desto mehr weiß man diesen wertvollsten Schatz auf der Welt zu schätzen und erkennt, dass die Familie das einzige Sicherungsnetz im Leben darstellt.
 
Als ich erfahren habe, dass die Komödie „Was zählt, ist die Familie!“ von Joe DiPietro (deutsch von Nick Walsh) unter der Regie von Anatol Preissler ins Programm des Schlosspark Theaters aufgenommen wurde, versprach ich mir am Freitag, den 28. Dezember 2018, nicht nur gut unterhalten zu werden, sondern auch Parallelen zum eigenen Leben in dem Mehrgenerationenstück, das seit 20 Jahren die Zuschauer begeistert, zu entdecken. Und ich sollte in allen Punkten Recht behalten.
 
Das Theaterstück „Was zählt, ist die Familie!“ handelt von dem 24-jährigen Nick, der von seinen zwei italo-amerikanischen Großelternpaaren vergöttert und verwöhnt wird. Diese Liebe und das ständige Essen können aber manchmal auch sehr anstrengend sein. Doch schließlich wird Nick befördert und muss seine Großeltern verlassen, um in Seattle sich beruflich und privat verwirklichen zu können. Die Großeltern wollen natürlich diesen drohenden Verlust nicht akzeptieren und beschließen, ihren Enkel mit der hübschen Caitlin zu verkuppeln…
 
Der Enkel Nick wird großartig von Johannes Hallervorden dargestellt. Nick besucht seine Großeltern zwar jeden Sonntag und überhäuft sie mit wertvollen Geschenken, doch ist er nie mit seiner ganzen Seele bei ihnen. Seine lauten Großeltern, die kein Verständnis für sein modernes Leben (Single mit Mitte 20 und wie die meisten seines Alters in den USA in Therapie) haben, sind ihm gar oft peinlich.
Hin-und hergerissen zwischen seiner Liebe und seinem Pflichtgefühl gegenüber seinen Großeltern auf der einen Seite und dem Verlangen, sich endlich selbst zu finden, auf der anderen Seite, erleidet Nick eine Panikattacke und wird ausgerechnet von seiner Großmutter wieder gesund gepflegt.
Anfänglich oft von der aufopferungsvollen Liebe erdrückt, erkennt er am Ende, dass unabhängig vom Wohnort seine Wurzeln immer bei seiner Familie liegen werden.
 
Anita Kupsch in ihrer Rolle der liebenden Großmutter Aida Gianelle spielt sich mit ihrer sympathischen Art sofort in die Herzen der Zuschauer. Sie verkörpert eine typisch italienische Großmutter, die am liebsten stündlich ihre Gäste und vor allem Nick mit Essen vollstopfen würde, schließlich sieht doch jeder so furchtbar hungrig aus. Dass ihr Lieblingsenkel nun die Familie aus beruflichen Gründen verlassen will, kann und will sie einfach nicht akzeptieren.
 
Ihr Ehemann Frank Gianelle – auf eine sehr authentische Art und Weise von Herman van Ulzen dargestellt – unterstützt sie zum Glück in ihrem Kampf um Nick. Doch leider hört er so gar nicht beim Thema „Auto fahren“ auf seine Frau und ist wegen seines hohen Alters in häufige Auffahrunfälle verwickelt.
 
Dagmar Biener geht in ihrer Rolle der Emma, der Großmutter väterlicherseits, die immer den Rat des Pfarrers einholt und zu jeder Gelegenheit für ihren Enkel Nick Messen lesen lässt, auf. Von ihr kommt auch die Idee, Nick mit Caitlin zu verkuppeln. Zwar wirkt sie in ihrem Umgang mit ihrem Ehemann auf den ersten Blick dominant, doch merkt das Publikum am Ende, wie unendlich sie ihren Mann geliebt hat.
Der Schauspieler Holger Petzold repräsentiert sehr glaubhaft mit seiner Rolle des Nunzio, Emmas Ehemann, die Probleme, mit der sich die ältere Generation herumschlagen muss: den Umgang mit neuen Geräten wie dem DVD-Recorder. Genauso wie die anderen älteren Herrschaften kann er nichts mit den neuen Entwicklungen in dem Leben der jungen Leute anfangen und versteht daher auch nicht, warum Caitlin (Katharina Maria Abt) eine Vegetarierin ist.
 
Die Mehrgenerationenkomödie brachte mich in der ersten Hälfte permanent zum Lachen. Oft musste ich mir Tränen vor Lachen wegwischen. Ich erkannte so viele Parallelen zwischen der Handlung auf der Bühne und meinem eigenen Leben. Auch wir unterhalten uns sehr lebhaft beim Essen und mischen uns in das Leben des anderen ein. Meine Großmutter hält mich auch dauernd für hungrig und sieht gerne zu, wie ich esse.
 
Doch in der zweiten Hälfte des Theaterstückes wurden aus den Tränen vor Lachen Tränen der Erkenntnis und Tränen der Traurigkeit, denn man bekam aufgezeigt, dass unsere Lieben nicht ewig leben und wir jede Minute mit ihnen genießen sollten. Rückblickend verstand man viel besser seine Familienangehörigen, die sich ein besseres Leben für einen gewünscht und oft nur deswegen auf buntes Spielzeug verzichtet haben, weil sie es sich finanziell nicht leisten konnten.
 
Mein Fazit: Die Komödie „Was zählt, ist die Familie!“ ist ein sehr amüsantes Theaterstück und die Darsteller wurden hervorragend ausgesucht. Jeder findet in dem Theaterstück eine Figur, mit der er sich identifizieren kann oder die einen an jemanden aus seiner Familie erinnert. Und am Ende lernt man eine wichtige Lektion: Nutzt die Zeit, die Ihr mit Euren Lieben habt, bevor die Zeit Euch Eure Lieben nimmt. Unbedingt gucken, bis Ende März 2019 im Schlosspark Theater.
 
Die genauen Termine und alles Weitere findet Ihr hier:
 
Text © E. Günther
Fotos © DERDEHMEL/Urbschat

Gewinnspiel: 1×2 Karten für „Oh Dio Mio“ – die italienische Dinnershow im Queens 45 BC

Wie viele von Euch wissen, bin ich ein sehr großer Fan der italienischen Kultur. Ich liebe einfach Italien, die Menschen, die italienische Musik und natürlich das italienische Essen. Es musste also eine himmlische Fügung sein, dass ich am Freitag, den 29. Dezember 2017, die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ besuchen konnte, denn hier wird alles, was ich an Italien liebe, in einer Show vereint.

Um 18 Uhr, eine Stunde vor Showbeginn, wurden wir von einer freundlichen Servicekraft mit einer Fliege zu der schön gedeckten Tafel geführt. Die Vorspeise, eine gegrillte Gemüse-Variation an Rucola-Salat, stand schon für jeden Gast bereit.
Nach der ersten Stärkung setzten wir uns mit der Abfolge des mediterranen Showmenüs des Chefkochs „Signore Matteo“ auseinander: In der Pause sollte es den Hauptgang, Pasta Duo (Penne Bolognese und Ricotta-Spinat Ravioli), geben. Nach der Show würden wir das Dessert Trio (Panna Cotta al Limone mit Mini-Cannolo und Praline) serviert bekommen.
Kurz vor der Show kam Claudio Maniscalco, der Ideengeber für die Show und der Texter der Showsongs, auf die Bühne, begrüßte das Publikum und stimmte es auf die Show ein.
 
„Oh Dio Mio“ handelt von dem Pfarrer Paolo, der aus dem Vatikan verbannt und in das kleine Dorf Monte Pellegrino strafversetzt wurde, weil er die vatikanischen Regeln nicht konsequent umsetzte. Dort begegnet Paolo Peppina seiner Jugendliebe, die einst sein Herz verschmäht hat und ihn aber jetzt zurückhaben möchte. Wird es ihr gelingen, das Herz des Pfarrers zu erobern? Und welche Rolle spielt dabei das Ehepaar Giuseppe und Isabella?
 
Es war eine höchst amüsante Show mit überzeugenden Darstellern, einem gut zubereiteten mediterranen Essen, schönen Stimmen und passender Livemusik. Meine Lachmuskeln und mein Gaumen wurden ausreichend verwöhnt. Der Eintritt zur Show inklusive einem Drei-Gänge-Menü kostet normalerweise 49 Euro.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Eintrittskarten für die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Eintrittskarten für die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ (Dinner UND Show)
Wo? Queens 45 BC, Königin-Elisabeth-Strasse 45, 14059 Berlin
Wann? Freitag, den 28. Dezember 2018, um 19.30 Uhr
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 25. Dezember 2018, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
 
 
© E. Günther

Glaspalast auf dem Pfefferberg 2018 mit „Frau Holle“ und „Hase und Igel“– Märchen für kleine und große Kinder

Ich bin ein sehr traditionsbewusster Mensch, der die Traditionen mit viel Liebe pflegt. In den letzten Jahren ist in der Winterzeit eine neue Tradition in meinem Leben entstanden. Immer, wenn es dunkler und kälter draußen wird, besuche ich den Glaspalast auf dem Pfefferberg, in dem ab November Grimms Märchen für kleine und große Kinder gespielt werden, so auch am Freitag, den 16.11.18.
Während wir im Jahr 2016 die Märchen „Der gestiefelte Kater“ und „Rotkäppchen“ und im Jahr 2017 „Hans im Glück“ und „Schneewittchen“ besucht hatten, standen im Jahr 2018 auf unserer persönlichen Wunschliste die beiden Märchen „Frau Holle“ und „Hase und Igel“. Diesem Wunsch folgten offenbar auch viele andere Leute, denn der Glaspalast war an diesem Tag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Stimmung in der kleinen Glashütte war schon vor dem ersten Märchen bombastisch und wurde nach dem Beginn des ersten Märchens, „Frau Holle“, das mit einer Glocke angekündigt wurde und wie jedes Märchen ca. 30 min. dauerte, ekstatisch.
In „Frau Holle“ spielte Ina Gercke, die ich aus dem Märchen „Rotkäppchen“ und dem Theaterstück „Der Geizige“ bereits kannte, die hässliche und faule Schwester. Mal wieder ging Ina Gercke in ihrer Rolle vollkommen auf und setzte ihre ganze Mimik und Gestik auf der Bühne ein, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Die schöne und fleißige Schwester wurde von Friederike Nölting verkörpert. Zwar habe ich an diesem Abend die Schauspielerin zum ersten Mal erleben dürfen, doch hat sie mich mit ihrer Schauspielkunst so überzeugt, dass ich mich schon auf viele weitere Theaterstücke und Märchen mit ihr freue.
„Frau Holle“ wurde zwar sehr verrückt auf der Bühne interpretiert, doch eignete sich die Märchenversion auch für kleine Kinder, da das Märchen auch eine wundervolle Moral enthält: Der Fleiß eines Menschen wird belohnt.
Auf das zweite Märchen, „Hase und Igel“, habe ich bereits den ganzen Tag gewartet, denn in diesem Märchen spielten meine beiden Lieblingsschauspieler des Pfefferberg Theaters: Vlad Chiriac kannte ich u.a. aus den Märchen „Rotkäppchen“ und „Hans im Glück“ und dem Theaterstück „Der Geizige“, in dem ich auch den Darsteller Michael Schwager kennen lernen durfte.
Beide Schauspieler sind überdurchschnittlich talentiert, da sie nicht nur großartig schauspielern, sondern auch spontan und witzig auf die Zwischenrufe aus dem wie immer bei ihren Theaterstücken begeisterten Publikum reagieren können. So war es auch dieses Jahr so, dass sich die Zuschauer oft vor Lachen nicht einkriegen konnten oder wie kleine Kinder kicherten.
Eine sehr gelungene und unglaublich witzige Interpretation des Märchens, die mehr für die großen Kinder gedacht ist.
Mein Fazit: Ich werde auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, denn die Interpretationen von Grimms Märchen durch das Hexenberg Ensemble sind jedes Jahr ein Erlebnis, für Groß und Klein. Dieses Jahr sind auch zwei neue Märchen dabei: „Ali Baba“ und „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.
Wer mit seinen Kindern kommen möchte, der sollte das Theater nachmittags besuchen, Erwachsene dagegen abends. Wer die Märchen unter Glas erleben möchte, der kann dies noch bis Ende Februar 2019 tun. Es werden immer zwei Märchen hintereinander aufgeführt. Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder bis zu 13 Jahren 7 Euro. Also ich wünsche Euch eine märchenhafte Zeit im Glaspalast…
Adresse: Glaspalast auf dem Pfefferberg
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
Weitere Informationen zum Glaspalast:
© E. Günther

 

 

 

La Famiglia – der Dauerläufer unter den Berliner Dinnershows

Am 30. Dezember 2017 habe ich Euch auf meiner Blogseite begeistert davon berichtet, dass ich die italienische Dinner-Musical-Komödie „Oh Dio Mio“ in der zugleich eleganten als auch rustikalen Location Queens 45 BC besucht hatte: https://meineventtipp.wordpress.com/2017/12/30/oh-dio-mio-die-italienische-dinner-musical-komoedie-im-queens-45-bc/
Da mir dieses Unterhaltungskonzept – Show mit einem Drei-Gänge-Menü – so gefallen hatte und ich ein sehr großer Fan der italienischen Kultur und Lebensfreude bin, wollte ich unbedingt auch die andere Show von Claudio Maniscalco besuchen: „La Famiglia“.
Die preisgekrönte Show „La Famiglia“ begeisterte ihr Publikum bereits in 400 ausverkauften Shows und das 15 Jahre lang. Kein Wunder also, dass ich am Samstag, den 10. November 2018, auch unbedingt dabei sein wollte.
Die Show fand an diesem Abend (Manchmal findet die Show im La Luz statt.) im Veranstaltungsort Queens 45 BC statt, von dem ich auch in dem oben genannten Bericht schwärme.
Um 18 Uhr betraten wir den großen Show- und Speisesaal und wurden an einen sehr schön dekorierten Tisch geführt. Und auch diesmal war das Servicepersonal sehr freundlich und zuvorkommend. Auf dem Tisch standen schon die Vorspeisen für jeden Gast bereit: eine gegrillte Gemüse-Variation an Rucola-Salat. Wie immer kam vor der Show noch der Gastgeber Claudio Maniscalco auf die Bühne, um uns auf die folgende Show einzustimmen.
Und dann ging es schon um 19 Uhr los. Die Dinner-Komödie „La Famiglia“ handelt von Lucchino, der seine langjährige Verlobte Carla endlich heiraten möchte. Dazu laden sie ihren Cousin Rüdiger aus Berlin-Wedding zur Hochzeit nach Neapel ein. Aber da der Macho Lucchino trotz seiner bevorstehenden Hochzeit nicht treu bleiben kann und mit der Zusammenkunft der italo-deutschen Familie zwei Mentalitäten aufeinanderprallen, ist das Chaos vorprogrammiert.
Claudio Maniscalco spielt sehr authentisch die Rolle des Schürzenjägers Lucchino, der keiner Frau und keinem Essen entsagen kann. Doch man kann ihm nie böse sein, weil er alles verkörpert, was wir so an Italien lieben: Liebenswürdigkeit und Temperament.
Wie schon bei der Show „Oh Dio Mio“ war ich auch diesmal von Pascale Camele, die schon viele namhafte Musicalrollen gespielt hat, darunter Sally Bowles im Musical „Cabaret“, begeistert. Ich liebe ihre kraftvolle Stimme und ihr leidenschaftliches und temperamentvolles Schauspiel, mit welchem sie die eifersüchtige, einsame und leidenschaftliche Verlobte auf der Bühne darstellt.
Der absolute Publikumsliebling war mal wieder Santiago Ziesmer in seiner Rolle des vom italienischen Leben überforderten Rüdiger. Rüdiger möchte einfach seine Ruhe haben und braucht nichts weiter im Leben als seine geliebten Fische, seine Hertha BSC und seine Bild-Zeitung. Das italienische Temperament und die Untreue seines Cousins bringen ihm viele schlaflose Nächte. Und am Ende entdeckt Rüdiger sogar seine Männlichkeit. Santiago Ziesmer, die Stimme vom Spongebob-Schwammkopf, erobert auch in dieser Show wieder die Herzen der Zuschauer.
Ich hatte gestern das Glück, dass es eine Jubiläumsshow war und somit meine Lieblingsdarstellerin aus „Oh Dio Mio“ wieder dabei war: Susanna Capurso. Susanna Capurso spielte an diesem Abend die etwas vergessliche und sympathische Schwester der italienischen Schauspiellegende Sophie Loren. Diese Rolle sorgte für sehr viele Lacher an dem gestrigen Abend.
Nach dem ersten Akt wurde die Hauptspeise serviert: Penne Napoli (Penne mit gut gewürztem Hackfleisch). Ich fand es sehr schön, dass auch die Darsteller das Essen serviert haben. Wieder einmal unterstrichen sie damit ihre Nähe zum Publikum und ihre Herzlichkeit. Auch wurde die Pasta in großen Schüsseln serviert, was die Kommunikation mit den Tischnachbarn förderte.
Im zweiten Akt haben wir dann alle zusammen eine große Party gefeiert, indem die Darsteller sehr viele bekannte Lieder aus Italien gesungen und wir sie dabei gesanglich unterstützt haben.
Die lustige Handlung wurde von einer fünfköpfigen Live-Band musikalisch begleitet. Und das Liederarrangement von Simon Bertling und Christian Hagitte passte auch zu dieser musikalischen Show wie die Faust aufs Auge.
Nach der Show kam es dann zu dem kulinarischen Highlight: einem perfekt zubereiteten Tiramisu. Einfach ein himmlischer Abschluss!
Mein Fazit: Ich liebe einfach die ausgelassene und familiäre Stimmung bei den Shows von und mit Claudio Maniscalco. Die Handlungen bringen die Zuschauer zum Lachen und lassen einen den Ernst des Lebens vergessen. Die Darsteller sind in ihren Rollen fantastisch, die Musik lädt einen zum Mitsingen und Mitklatschen ein. Auch kulinarisch wird man immer gut versorgt. Also ein sehr gelungener Abend, den ich empfehlen kann!
Der Eintritt zur Show inklusive einem Drei-Gänge-Menü kostet 49 Euro., ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Weitere Informationen zum Veranstaltungsort:
Zusätzliche Informationen zur Show:
© E. Günther (Text und Bilder, Titelbild ausgenommen)

 

 

 

Willkommen bei den Hartmanns – die beste Filmadaption auf einer deutschen Theaterbühne

„Willkommen bei den Hartmanns“ von Simon Verhoeven war im Jahr 2016 mit über 4 Millionen Zuschauern der erfolgreichste deutsche Film des Jahres.
Die Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater hat sich zum Ziel gemacht, dieses noch immer aktuelle Thema auf die Bühne eines deutschen Theaters zu bringen – und zwar in der Fassung von John von Düffel und nach der Regie von Martin Woelffer.
Am Dienstag, den 2. Oktober 2018, durfte ich mich selbst davon überzeugen, ob diese Filmadaption für das Theater gelungen ist.

Doch wovon handelt die Geschichte „Willkommen bei den Hartmanns“?
Angelika und Richard Hartmann verdienen beide gut, sie als Lehrerin und Direktorin einer Schule, er als Chirurg. Beide leben in einem großen Haus und haben zwei gesunde Kinder. Doch trotzdem ist das Ehepaar unglücklich.
Richard kann das Älterwerden nicht mit Würde tragen, Angelika fühlt sich in der großen Villa einsam. Auch die beiden Kinder haben viele Probleme.
Angelika braucht eine neue Aufgabe und holt sich deswegen den nigerianischen Flüchtling Diallo ins Haus, sehr zum Missfallen ihrer Männer in der Familie und der wohlsituierten Nachbarschaft.
Doch Diallo bringt nicht nur den alltäglichen Rassismus ans Tageslicht, sondern kratzt auch an der Oberfläche der heilen Familie Hartmann.

Der legendäre Rufus Beck (u.a. „Der bewegte Mann“) spielt auf eine sehr authentische Art und Weise Richard Hartmann, Ehemann, Vater und Chirurg. Richard Hartmann kann und will das Älterwerden nicht akzeptieren und versucht mit allen möglichen Mitteln (junge Kleidung, Botox, moderne Musik) den natürlichen Prozess aufzuhalten. Dadurch wirkt er an vielen Stellen komisch. Zudem vernachlässigt er durch sein Verhalten seine Ehefrau und seine Kinder. Angelikas Entscheidung, einen Flüchtling in die Familie aufzunehmen, akzeptiert er nur zähneknirschend.

Angelika Hartmann wird von der bekannten Schauspielerin Gesine Cukrowski sehr glaubhaft verkörpert. Die Frau im Haus fühlt sich einsam und unterfordert. Ihre Einsamkeit versucht sie durch Wein, ihren ständigen Begleiter, zu vergessen. Mit dem nigerianischen Flüchtling Diallo hat sie endlich ein neues Lebensziel im Leben und blüht auf, denn nun ist immer jemand im Haus, den sie in Deutsch unterrichten kann, auch am Wochenende.

Genauso wie die wohlhabenden Eltern haben auch die Kinder viele Probleme. Der spießige Sohn Philip (sehr überzeugend von Jonathan Beck dargestellt) lässt sich gerade von seiner Frau scheiden und erstickt in Arbeit. Er will auf der Karriereleiter hoch hinaus, am liebsten in Shanghai. Doch sein beruflicher Eifer lässt ihn die Probleme seines Sohnes nicht erkennen. Genauso wie Richard Hartmann ist auch Philip gegen Diallos Einzug.

Pia-Micaela Barucki geht in ihrer Rolle als der überforderten Tochter Sophie auf. Sie ist die typische ewige Studentin, die nicht genau weiß, was sie im Leben erreichen will und lieber feiern geht, statt sich auf eine wichtige Prüfung vorzubereiten. Im Laufe der Geschichte wird dem Zuschauer klar, dass sie sich von dem erfolgsverwöhnten Vater unter Druck gesetzt fühlt und zudem immer die falschen Männer anzieht. Sophie unterstützt ihre Mutter in ihrem Vorhaben, einen Flüchtling aufzunehmen.

Nun habe ich so viel von der Figur Diallo gesprochen, ohne wirklich sich mit dieser auseinanderzusetzen. Der amerikanische Schauspieler Quatis Tarkington spielt einfach großartig den Nigerianer Diallo und bekommt zurecht den meisten Applaus an dem Abend.
Diallo gibt zwar vor, immer der lustige und coole Mitmensch zu sein, der nur wegen seiner Liebe zu Manuel Neuer nach Deutschland gekommen zu sein scheint. Doch guckt man hinter die Fassade, dann erkennt man einen traurigen und gebrochenen Mann, dessen ganze Familie von Boko Haram in Nigeria bestialisch ermordet wurde. Nur sein kleiner Bruder ist ihm noch geblieben und so muss er oft an das Schicksal den kleinen Bruders, der in Nigeria zurückbleiben musste, denken.
Diallo gelingt es, mit seinem Charme und seinem handwerklichen Geschick, die Herzen der ganzen Familie zu gewinnen und Sophies und Tareks Leben positiv zu beeinflussen.

Tareks Rolle wird sehr glaubhaft von Mike Adler ausgefüllt. Mike Adler spielt den Assistenzarzt Tarek, der mit Richard Hartmann zusammenarbeitet, sich in der Laufgruppe der Flüchtlinge einbringt und Sophie von früher kennt. Da Tareks Vater vor 40 Jahren selbst ein nigerianischer Flüchtling war, fühlt er mit den Flüchtlingen.

Für sehr viele Lacher an dem gestrigen Abend sorgte die in ihrer Rolle der Hippiefrau Heike mit roten Dreadlocks sehr überzeugend agierenden Marion Kracht. Heike ist eine frühere Kollegin von Angelika und arbeitet jetzt in einem Flüchtlingsheim. Sie will die Welt verbessern, indem sie alle Flüchtlinge integrieren und auf Autos verzichten will. Dabei schießt sie oft über das Ziel hinaus. Ihre Vorliebe für halluzinogene Pilze bringt den ohnehin schon zerbrechlichen Familienfrieden der Hartmanns vollständig ins Wanken.

Das zentrale Thema des Theaterstücks „Willkommen bei den Hartmanns“ ist noch immer aktuell: Flüchtlinge in Deutschland und die Reaktion der zwei unterschiedlichen Seiten auf die aktuelle Entwicklung. Auf der einen Seite stehen Menschen, die bei der Integration der Flüchtlinge aktiv helfen möchten, auf der anderen Seite werden immer mehr Menschen blind in ihrem Hass gegenüber den Andersaussehenden und lehnen diese kategorisch ab. Genauso wie in Deutschland verändert sich auch auf der Bühne die Stimmung immer dramatischer. Ablehnenden Worten folgen bald fliegende Steine.
Auch alltägliche Vorurteile werden auf der Bühne thematisiert. Natürlich kann ein Schwarzer nur ein Drogen dealender Zuhälter sein.

Doch Diallos Figur zeigt in einer traurigen Szene den wirklichen Grund für die Flucht von Syrern, Afghanen, Nigerianern und anderen Flüchtlingen: Zuhause können sie nicht mehr sicher leben. Ihre Familien wurden von Terrororganisationen wie Boko Haram ermordet.

Trotz der Schwere dieses Themas und anderen gesellschaftskritischen Themen – der lächerhafte Kampf gegen das Älterwerden, Familienprobleme, Burnout, Alkohol- und Drogenkonsum – habe ich gestern, genauso wie das übrige Publikum, den ganzen Abend gelacht. Das Theaterstück liefert sehr viele Gags und eine lustige Szene folgt der nächsten. Fürs Durchschnaufen bleibt da keine Zeit.
Unvergesslich bleiben die Szenen, in denen die Hartmanns glauben, sich einen Flüchtling wie ein Tier im Tierheim aussuchen zu können und daraufhin ein Casting unter den Flüchtlingen veranstalten. Oder der Moment, wenn Diallo das Vogelhaus in eine Moschee für Vögel verwandelt – unbezahlbar. Die Zuschauer honorierten jede Szene mit einem herzhaften Gelächter.

Mein Fazit: Das Theaterstück „Willkommen bei den Hartmanns“ berührt den Zuschauer mit der Geschichte jeder einzelnen Figur auf der Bühne. Dies wird durch den hervorragend zusammengestellten Cast möglich, für den die einzelnen Rollen geschrieben worden zu sein scheinen. Das Theaterstück ist eine sehr gelungene Filmadaption mit einem eindrucksvollen Bühnenbild (Bühne & Kostüm: Stephan Fernau), das uns das Leben in einer Zehlendorfer Villa (Film: in einer Münchener Villa) und die dortigen Probleme näher bringt.
Der Zuschauer sollte sich darauf einstellen, dass zwei Stunden lang seine Bauchmuskeln in Anspruch genommen werden, da das Theaterstück einen mit sehr vielen lustigen Szenen verwöhnt. Kurz: Man muss das Theaterstück einmal besucht haben, auch wenn man den Film nicht kennt.

Bis zum 28. Oktober 2018 läuft noch „Willkommen bei den Hartmanns“ in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater und wird vom 26.2.2019 bis zum 10.3.2019 wieder ins Programm aufgenommen.

Weitere Informationen:
https://www.komoedie-berlin.de/produktionen/willkommen-bei-den-hartmanns.html
https://www.facebook.com/komoedieamkurfuerstendammimschillertheater/

© E. Günther

Oh Dio Mio – die italienische Dinner-Musical-Komödie im Queens 45 BC

Nachdem ich in den letzten Tagen bereits eine Veranstaltung für mein Herz („Der kleine Prinz“), für meine Augen und Ohren („Ballet Revolución“), für meine Seele („Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“) besucht hatte, war es an der Zeit, meinen Gaumen und meine Lachmuskeln zu verwöhnen. Wie viele von Euch wissen, bin ich ein sehr großer Fan der italienischen Kultur. Ich liebe einfach Italien, die Menschen, die italienische Musik und natürlich das italienische Essen. Es musste also eine himmlische Fügung sein, dass ich am Freitag, den 29. Dezember 2017, die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ besuchen konnte, denn hier wird alles, was ich an Italien liebe, in einer Show vereint.

Doch zuerst muss ich Euch genau den Veranstaltungsort vorstellen, in dem ich gestern zum ersten, aber ganz sicher nicht zum letzten Mal war:
Das Queens 45 BC ist eine originale 20-er Jahre-Eventlocation in Berlin. In der zugleich sehr edlen aber auch rustikalen Location werden Hochzeiten, Konferenzen, große und kleine Events und Workshops veranstaltet. Quenns 45 BC besteht aus einer rustikalen Berliner Destille mit einem großen Tresenbereich und verschiedenen Bildern aus den Goldenen Zwanzigern und den Dreißigern, darunter von Marlene Dietrich; einer Champagner Bar mit Kronleuchtern im Art-Déco-Stil und lederbezogenen Bänken, einem eleganten Grünen Salon mit Parkettboden und dem großen Saal.
In dem großen Saal, einem originalen 20-er Jahre-Ballsaal mit langen Tafeln, sehr hohen Decken und Kristall-Kronleuchtern fand auch unsere Show statt.

Um 18 Uhr, eine Stunde vor Showbeginn, wurden wir von einer freundlichen Servicekraft mit einer Fliege zu der schön gedeckten Tafel geführt. Wir saßen am Tisch 12 und hatten eine wundervolle Sicht auf die Bühne. Die Vorspeise, eine gegrillte Gemüse-Variation an Rucola-Salat, stand schon für jeden Gast bereit.
Nach der ersten Stärkung setzten wir uns mit der Abfolge des mediterranen Showmenüs des Chefkochs „Signore Matteo“ auseinander: In der Pause sollte es den Hauptgang, Pasta Duo (Penne Bolognese und Ricotta-Spinat Ravioli), geben. Nach der Show würden wir das Dessert Trio (Panna Cotta al Limone mit Mini-Cannolo und Praline) serviert bekommen.
Kurz vor der Show kam Claudio Maniscalco, der Ideengeber für die Show und der Texter der Showsongs, auf die Bühne, begrüßte das Publikum und stimmte es auf die Show ein.

„Oh Dio Mio“ handelt von dem Pfarrer Paolo, der aus dem Vatikan verbannt und in das kleine Dorf Monte Pellegrino strafversetzt wurde, weil er die vatikanischen Regeln nicht konsequent umsetzte. Dort begegnet Paolo Peppina seiner Jugendliebe, die einst sein Herz verschmäht hat und ihn aber jetzt zurückhaben möchte. Wird es ihr gelingen, das Herz des Pfarrers zu erobern? Und welche Rolle spielt dabei das Ehepaar Giuseppe und Isabella?

Padre Paolo wird sehr überzeugend von Claudio Maniscalco, dem Darsteller aus vielen beliebten TV-Formaten, verkörpert. Die Beichten der Dorfbewohner findet er langweilig, während die Beichten im Vatikan höchst interessant waren. Paolo ist nur Pfarrer geworden, um seine Jugendliebe Peppina zu vergessen. Und ausgerechnet jetzt begegnet er ihr. Als Zuschauer nimmt man ihm den inneren Konflikt ab, schließlich ist er nicht nur ein Pfarrer, sondern noch immer ein Mann.

Pascale Camele hat mich in ihrer Rolle der heißblütigen Peppina an diesem Abend begeistert. Sie spielt perfekt die verführerische und kokette Sirene, die mit allen Reizen, die eine Frau zu bieten hat, den „armen“ Paolo verführen möchte. Auch stimmlich beeindruckt Pascale Camele auf ganzer Linie, aber schließlich hat die Darstellerin auch schon viele namhafte Musicalrollen gespielt, darunter Sally Bowles im Musical „Cabaret“.

Das absolute Schmuckstück an diesem Abend war für mich Susanna Capurso, die vielen als Sabrina Scholz aus der „Lindenstraße“ bekannt ist. Sie geht in ihrer Rolle der temperamentvollen und eifersüchtigen Ehefrau Isabella auf. Stellt man sich eine typisch italienische Ehefrau vor, so hat man genau diese Figur vor Augen. Nach der Show musste ich daher meine persönliche Begeisterung der Musicaldarstellerin unbedingt mitteilen. In diesem kurzen Gespräch zeigte sich Susanna Capurso von einer sehr sympathischen Seite.

Für viele Lacher an diesem Abend sorgte Santiago Ziesmer in seiner Rolle des stellvertretenden Vize-Stellvertreters Giuseppe, der wie eine „lahme Ente“ läuft, seine Frau Isabella zwar liebt, aber ihre Kochkünste (und das von einer Italienerin) im Geheimen ablehnt. Der Name Santiago Ziesmer ist vielen ein Begriff, denn er ist nicht nur die Synchronstimme von Spongebob, sondern spielt auch in vielen Theaterstücken mit.

Die amüsante Handlung wird von einer vierköpfigen Live-Band musikalisch begleitet.
Zu dem Cannoli Quartett gehören: Tobias Bartholmeß/Bijan Azadian (Piano), Paolo Eleodori (Drums), Matthias Hlebaroff (Bass/Gitarre), Harald Bendzko (Saxophon/Flöte).
Die Kompositionen von Simon Bertling und Christian Hagitte passen zu der musikalischen Show wie die Faust aufs Auge.

Mein Fazit: Es war eine höchst amüsante Show mit überzeugenden Darstellern, einem gut zubereiteten mediterranen Essen, schönen Stimmen und passender Livemusik. Meine Lachmuskeln und mein Gaumen wurden ausreichend verwöhnt. Die Dinnershow könnt Ihr noch am Samstag, den 20. Januar 2018, um 19 Uhr im Queens 45 BC besuchen. Der Eintritt zur Show inklusive einem Drei-Gänge-Menü kostet 49 Euro.

Adresse: Queens 45 BC
Königin-Elisabeth-Strasse 45
14059 Berlin

Weitere Informationen zum Veranstaltungsort:
https://www.queens45.de/
https://www.facebook.com/queens45bc/

Zusätzliche Informationen zur Show:
https://www.italo-shows.de/

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© E. Günther