Naturally 7 – die beste Band der Welt – endlich wieder auf Deutschlandtournee

Das erste Mal bin ich im Jahr 2010 auf die Band Naturally 7 aufmerksam geworden, als die Jungs als die Vorband von Michael Bublé in der Mercedes Benz-Arena aufgetreten sind. Nach dem Konzert ging es mir genauso wie vielen anderen Zuschauern: Wir konnten es kaum erwarten, bis die Band für ihr eigenes Konzert nach Deutschland kommt. Die folgenden Jahre bin ich ein sehr großer Fan geworden und war auf jedem Konzert der Ausnahmesänger dabei.
Und im Mai 2017 ist es endlich wieder soweit und die Band kommt im Rahmen ihrer Both Sides Now-Tour nach Deutschland.
 
Falls einige von Euch diese Ausnahmeerscheinung am Musikhimmel noch immer nicht kennen sollten, hier einige Informationen zu der Band: Naturally 7 ist eine A cappella-Gruppe aus New York, die bei ihren Konzerten nicht nur singt, sondern auch alle Instrumente und Töne mit ihrer Stimme nachahmt. Aus diesem Grund nennt man die sieben Jungs auch die „Band ohne Band“. Nicht einmal die größten Musikkenner sind in der Lage, dabei einen Unterschied zu echten Instrumenten zu erkennen. Zu ihrem Repertoire gehören: Beatbox, Trompete, der höchste Tenor, der tiefste Bass, Schlagzeug, E-Gitarre.
Die Band besteht aus sieben talentierten und überaus charmanten Männern:
Rod Eldridge (Tenor, Trompete), Roger Thomas (Bariton, Rap, Arrangements), Dwight Stewart (Bariton), Garfield Buckley (Tenor, Harmonika), Jamal Reed (Tenor, Bariton, Keyboards, Geigen), Roger Thomas (Bariton, Rap, Arrangements), Marcus Davis (Bass) und Warren Thomas (Percussion, Gitarre, Tenor).
Für ihre Tour hat die Band ein achtes Mitglied dazugeholt: Andrew Lefkowits, ein berühmter Sound-A-Capella-Engineer.
 
Die Gruppe trat schon mit Michael Bublé, Coldplay, Xavier Naidoo und Sarah Connor auf. Doch richtige Gänsehaut bekomme ich immer wieder auf den Konzerten der Band, die sich durch eine bombastische Stimmung auszeichnen. Naturally 7 schafft es, dass wirklich jeder – egal ob Jung oder Alt – im Publikum ausflippt.
 
Weitere Informationen zur Band:
 
Tourdaten:
 
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© E. Günther

 

 

Berlin Nights – Finden in Berlin die besten Parties statt?

Berlin ist mehr als eine Stadt, Berlin ist eine Lebenseinstellung: laut, verrückt, dynamisch und bunt wie seine Bewohner. Dies sieht man jedes Wochenende auf den zahlreichen Parties in der Hauptstadt. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Veranstalter dieses Thema, Berlin bei Nacht, in EIN Showkonzept packen würde.
 
Das intensive Partyleben Berlins inspirierte Samuel Entertainment dazu, „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer am Platz auf die Bühne zu stellen und noch einmal zu zeigen, warum wir das moderne Berlin so sehr lieben (sollten).
Am Samstag, den 25. März 2017, waren wir auch Gäste der „Berlin Nights“. Schon im Foyer erkannten wir das Konzept der Show: Berlins Clubnächte. Das Foyer wurde etwas dunkel gehalten, ein DJ spielte House-Musik und man konnte die von der Knalle Popcornditorei hergestellten und unglaublich leckeren Popcorn mit Schokoladen- und mit Barbecuegeschmack käuflich erwerben. Wir waren also mehr als gespannt darauf, zu erfahren, wie die eigentliche Show und Feier werden würde. Um 20 Uhr war es dann soweit…
 
Es findet eine der vielen legendären Clubnächte in Berlin statt.
Zu Beginn sehen die Zuschauer auf der Bühne eine festliche Gala mit der aus diversen Castingshows bekannten Contemporary Dance-Crew Zanshin. Begleitet wird dieser ästhetische und anmutige Tanz von dem Pianospieler Timothy Thorson. Zu der Musik von Franz Liszt zeigen die verschiedenen Tanzpaare eine Symbiose aus Tanz und Leidenschaft, während es bei einem Paar aber zu einem später tragisch endenden Streit kommt.
 
Nach dieser intensiven Performance darf das Publikum ein wenig durchatmen, denn die Fothamockaz, vier tanzwütige Berliner Jungs, sorgen für einen Umbau direkt auf der Bühne. Aus einer vornehmen Party soll eine Clubatmosphäre mitten auf der Bühne entstehen. Doch die Jungs scheinen ihre Arbeit nicht ganz ernst zu nehmen, denn immer wieder lassen sie sich von der Musik ablenken und machen mit den Arbeitsutensilien ihre eigene Party. Aber wen wundert das schon? Denn Fothamockaz ist eine in Berlin bekannte Urban Entertainment Dance-Crew, die einfach nicht still stehen kann.
 
Die unvergessliche Clubnacht kann nun beginnen. Nachdem man es geschafft hat, an dem Türsteher Sascha Thies vorbeizukommen, ist man mittendrin in dem Partygeschehen. Schöne Gogo-Girls, die Berlin Showgirls, tanzen lasziv zu alten und neuen Hip Hop-Liedern des nicht nur in Berlin bekannten Djs DJ Tomekk. Auch der Showbarkeeper Florent Rabaté zeigt mit seiner schnellen Flaschenakrobatik, warum er zurecht auf dieser Party sein darf.
 
Und was wäre eine fulminante Party in Berlin ohne die richtigen Tanzcrews?! Die Deutschen Meister und Brüder M.I.K.Family (eigentlich sind es vier Brüder) bringen durch ihre Hip Hop- und Krumping-Moves jeden Zuschauer im Saal zum Schwitzen. Samuels (Crew Urban Club Dance) sorgt mit ihrem Streetdance, kombiniert mit lateinamerikanischen Tanzelementen, dafür, dass ich nicht mehr ruhig sitzen kann, sondern auf meinem Sitz mitgrooven muss.
Beim Breakdance, vorgeführt von Tridiculous, Airdit und Pedram, klatscht jeder im Publikum wild mit. Was soll ich sagen?! Dat is halt Berlin…Und um dies zu untermauern, singt der Künstler Renee das Lied „I am Berlin“.
 
Nach der Pause präsentiert uns Lisa Kühn, ein Mitglied der Zanshin-Truppe, tänzerisch, wie zerbrechlich doch eine starke Frau sein kann. Zuvor noch selbstbewusst und zielstrebig zerbricht die junge Frau an den Erwartungen der Gesellschaft. Eine Tanzperformance, die mich zu Tränen rührte.
 
Wenn man etwas Wertvolles verloren hat, dann weiß man es oft erst im Nachinein zu schätzen. So ergeht es auch ihrem „Partner“ in der Show: Rostyslav Hubaydulin (Tridiculous) verarbeitet diesen schweren Verlust mithilfe seines dramatischen Strapaten-Programms, das ihm eine Menge Körperbeherrschung abverlangt.
 
Danach braucht man etwas Entschleunigung und bekommt diese auch: in Form des Erzählers Engelbert von Nordhausen, der Berliner erzählt seine etwas verrückte Geschichte, wie er zur Synchronstimme von Bill Cosby und Samuel L.Jackson wurde.
Nach der notwendigen Pause darf man wieder ausgelassen feiern. Und zwar gemeinsam mit der Live-Band Nader Rahy&Band, die sich sogar des schwierigen und legendären Liedes „Purple Rain“ von Prince annimmt.
Und auch auf dem Live-Konzert dürfen die vorher erwähnten Ausnahmetänzer nicht fehlen. 
 
Und wer an diesem Abend von der unbändigen Freude der Tänzer und Musiker angesteckt wurde, der durfte anschließend auf der Aftershow-Party im „The Grand Club“ weiterfeiern.
 
Mein Fazit: „Berlin Nights“ stellt alles dar, was Berlin so besonders macht: Lebensfreude, Temperament, Vielseitigkeit, Kreativität und Internationalität, auf die wir alle stolz sein können. Wer diese berauschende Party selbst erleben möchte, dem kann ich die nur aus 12 Shows bestehende Veranstaltung „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer Platz nur empfehlen. Bis zum 9. April, dem Tag meines Geburtstages, habt Ihr dazu noch die Gelegenheit…
 
Weitere Informationen:
 
Adresse: Theater am Potsdamer Platz
Marlene-Dietrich-Platz 1
10785 Berlin
 
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Text © E. Günther
Fotos © Henny Steffens und Nicholas Ritter

Blitzverlosung für die Show „Relax!“ – die Akrobatikshow mit den Hits der 80er-Jahre im Wintergarten Berlin –

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„Relax, take it easy“ – das richtige Motto nach einer anstrengenden Arbeitswoche…
Nachdem uns der Wintergarten bereits musikalisch mit den besten Soulhits („All Night Long“) und den älteren und aktuellen Schlagerliedern („Atemlos“) verwöhnt hat, kann man nun die Show „Relax!“ besuchen, in der man eine musikalische Reise in die 80er-Jahre unternimmt.
Wer weitere Informationen für diese Show benötigt, der sollte sich unbedingt meinen begeisterten Bericht vom 17. September 2016 durchlesen:
Damit meine Blogleser in denselben Genuss kommen können, verlose ich für diesen Mittwoch, den 25. Januar 2017, 2×2 Tickets. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist diesen Beitrag zu liken und im Kommentarfeld zu schreiben: „Ich bin dabei!“.
Die Verlosung dauert bis Dienstag, den 24. Januar 2017, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Ich wünsche Euch viel Glück!
Kontakt: Wintergarten Varieté
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
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© E. Günther

Nupelda in der Freien Volksbühne Berlin – Musik verbindet alle Nationalitäten.

Türken und Kurden gemeinsam auf einer Bühne? Ein Syrer spielt friedlich und ausgelassen neben einem Israeli? Nicht-Aleviten singen über das Schicksal von Aleviten? Wenn man die Nachrichten schaut, dann scheint all dies unmöglich zu sein, doch eine Band sorgt für (musikalische) Lichtblicke in dieser schwierigen Zeit: Nupelda.

 Am Montag, den 17. Oktober 2016, besuchten mein Mann und ich das Konzert dieser multikulturellen Band in der Freien Volksbühne in Berlin-Wilmersdorf. Und obwohl diese kulturelle Institution bei uns in der Nähe liegt, waren wir an diesem Tag zu ersten Mal dort. Da ich das Konzept dieses Hauses sehr interessant finde, möchte ich das an dieser Stelle vorstellen, bevor ich genauer auf die Band eingehe.
 
Die Freie Volksbühne ist ein Verein, der eng mit Theatern, Opern und vielen anderen Kulturstätten in Berlin und Potsdam kooperiert und für seine Vereinsmitglieder Karten für verschiedene Produktionen zu günstigeren Preisen verkauft, häufig 40 % unter dem Abendkassenpreis. Zudem werden für die verschickten Eintrittskarten auch keine Versandgebühren erhoben. Natürlich kann man als FVB-Mitglied die Tickets auch an den Abendkassen vergünstigt erwerben. Die Kulturkarte kostet 36 Euro im Jahr.
 
Neben diesem Angebot bietet der Verein unter dem Namen „Montagskultur“ noch eigene kulturelle Veranstaltungen an, auch für Nicht-Mitglieder. Dazu gehören Konzerte, literarische Gespräche, Ausstellungen und Lesungen. Die nächste Veranstaltung findet am Montag, den 24. Oktober 2016, statt: Es wird ein Bühnengespräch mit Ulrich Khoun, dem Intendanten des Deutschen Theaters, geben. Der Eintritt ist an diesem Abend frei, sonst variieren die Eintrittspreise zwischen 10 und 15 Euro.
 
Falls Ihr Euch mehr über diesen sehr interessanten Ort informieren möchtet, hier findet Ihr alles Wichtige zusammengefasst:
 
Am Montag, den 17.10.2016, nahmen wir also an dem Konzert der Band Nupelda in der Freien Volksbühne teil. Um 19.30 Uhr kamen die Berliner Musiker nacheinander auf die Bühne und orientierten sich zu ihrem Instrument hin.
In der fünfköpfigen Besetzung der Band spielen Musiker mit Wurzeln aus der Türkei, Israel, Rojava (Syrien) und Deutschland und interpretieren dabei auf eine moderne Art traditionelle Stücke aus Anatolien und Mesopotamien. Zu den Musikern gehören: Maria August (Gitarre, Gesang, Perkussion), Apo Yildiz (Saz, Kaval), Jesse (Violine), Ronî JOJO (Gitarre, Gesang, Perkussion) und Itamar Tsur (Kontrabass).
 
An dem besagten Abend spielte die Band 1,5 Stunden lang Lieder auf Türkisch, Kurdisch, Deutsch und Hebräisch – noch eine musikalische Besonderheit der Band. Viele der Lieder handelten von Liebesschmerz und Sehnsucht. In einem Lied wurde der Genozid an den Aleviten besungen. Doch neben den melancholischen Songs gab es auch peppige und schnelle Interpretationen, die einen zum Tanzen auf dem Stuhl animierten. Die einzelnen Musiker versprühten Lebensfreude und Liebe zu der eigenen und fremden Kultur, was zur Begeisterung beim Publikum führte. Nach lauten „Zugabe“-Rufen kam die Band noch einmal auf die Bühne und sang ein sephardisches Lied.
 
Mein Fazit: Wir sind an dem Abend große Fans der Band geworden. Obwohl wir weder Türkisch noch Kurdisch noch Hebräisch sprechen können, fühlten wir jedes Lied und spürten sowohl den Herzschmerz als auch die Heiterkeit. Die musikalische und nationale Vielfalt hat uns tief bewegt und hat uns die Hoffnung gegeben, dass der Frieden doch nicht eine Illusion bleiben muss. Dafür möchten wir ganz herzlich der Band Nupelda und dem Ausrichtungsort an diesem Abend, der Freien Volksbühne, danken.
Das nächste Mal könnt Ihr hier die Band live sehen und hören: am 20.November 2016 um 20:00 Uhr > Weltmusiktage, Zimmer 16 (Kleinkunstbühne).
 
Für weitere Informationen zu dieser Band geht Ihr bitte auf die folgenden Seiten:
 
 
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© E. Günther
 

Das ACUD-Theater wird 25 Jahre alt. – Die Legende (k)lebt.

Als mein Mann und ich einmal in der Veteranenstraße vorbei gefahren sind, hat mein Mann mir davon erzählt, dass er früher im ACUD-Kunsthaus gefeiert hätte, natürlich vor meiner Zeit;)
Aus diesem Grund entschied ich mich dazu, mich mit diesem Ort genauer zu befassen und fand Folgendes heraus:
In dem ACUD, einem Kunst- und Kulturzentrum in Berlin-Mitte, befinden sich ein Theater, eine Kunstgalerie, zwei Kinos, ein Club, ein Konzertsaal, eine Bar und Ateliers. Zwar arbeiten die einzelnen Bereiche zum Teil unabhängig voneinander, doch schließen sie sich auch immer wieder zu gemeinsamen Veranstaltungen zusammen. Seit 1991 geht das ACUD dem Auftrag, eine alternative Kultureinrichtung in Berlin zu sein, nach.
Trotz der großen Konkurrenz unter den Berliner Kunsthäusern konnte sich das ACUD in Berlin behaupten und im Jahr 2016, dem Jahr des 25. Jubiläums, wurde das Kino im ACUD von den Organisatoren der Berlinale sogar als einer der Teilnehmer bestimmt.
Am Samstag, den 8. Oktober 2016, hat das ACUD seinen 25. Geburtstag gefeiert und mein Mann, unsere sehr gute Freundin und ich waren mittendrin.
Obwohl die Feier an diesem Tag bereits um 14 Uhr mit verschiedenen Auftritten und Workshops für Kinder begann, entschieden wir uns, erst um 20 Uhr zu erscheinen, wenn im ACUD-Theater zahlreiche Performances der früheren und zukünftigen Produktionen aufgeführt wurden. Zu diesen Performances gehörten Theaterausschnitte und kleine Konzerte. Der Moderator Felix Goldmann führte uns durch diesen Abend und informierte uns kurz zwischen den einzelnen Auftritten über den nächsten Programmpunkt.
Gleich zu Beginn fiel mir die Internationalität der Gäste an diesem Abend auf. Man konnte nicht nur afrikanisches Essen auf dem Gelände kaufen, sondern hörte im Publikum auch die russische, englische und französische Sprache.
Wie so oft war ich mit meinem Mann und meiner Freundin derselben Meinung, wer zu unseren künstlerischen Höhepunkten an diesem Abend zählte:
Das seit 2008 existierende musikalische Duo „Die Linkshändler“ (nicht Linkshänder) besteht aus Oliver Gössel (Gesang, Sansula) und Laszlo Moldvai (Hang, Stimme). Beide sangen sowohl Texte von Ritsos und Jandl als unterhielten uns auch wunderbar mit komödiantischen Einlagen, wenn z.B. Laszlo Moldvai mit seinen vielen Notenblättern überfordert zu sein schien. Durch ihre volkstümlichen Musikrichtung entstanden vor meinem Auge Bilder von tanzenden Elfen.
Lena Binski zeigte mit ihrem Clownerie-Programm aus „Die 7 Leben des Fräuleins B.“, wie lustig ein non-verbales Programm gestaltet werden kann, wenn man nur die richtige Mimik und Gestik einsetzt. An diesem Abend entschlossen wir uns, demnächst auch das Soloprogramm der Künstlerin zu besuchen.
Die Schauspielerin Claudia Rippe, die schon auf mehreren Berliner Bühnen gestanden hat, zeigte uns ihr Theaterstück „BEING JANE DARK“. Dabei ging es um die Suche nach sich selbst und dem Wunsch, etwas in seinem Leben erreichen zu wollen oder zu müssen. So änderte die Protagonistin mehrmals ihren Lebenslauf: Aus einer Arbeitslosen, die Selbstmord beging, wurde eine Präsidentin mit Abitur. Claudia Rippe thematisierte die Möglichkeiten, die einem das Leben bietet und Erwartungen, die in der Gesellschaft an eine Frau gestellt werden.
Den ganzen Auftritt über konnte die Darstellerin ihr schnelles Tempo und ihren Enthusiasmus aufrecht erhalten.
Der russische Akkordeon-Spieler Oleg Nehls, der gleich am Anfang auftrat, spielte u.a. das melancholische Lied „Spaziergang“.
Sibille Roth, Susanne Heubaum und Anders Kamp sangen an dem Abend ruhige Lieder aus „Simplex“, die später Anders Kamp auch an der Gitarre begleitete.
Das Ensemble „RATTEN 07“, eine Obdachlosentheatergruppe, präsentierte uns ihre dreiteilige Performance „Es war einmal“, die sich mit gesellschaftskritischen Themen befasste: verwehrte Hilfe von Außenstehenden am Unfallort, ein jähzorniger Vater, der seinen Sohn schlug und die Gründung einer neuen Religion, die von ihren Anhängern sowohl Gehorsam als auch Menschenopfer verlangte.
In der fast wortlosen Performance „Das Röcheln“ kam die Darstellerin und Theaterpädagogin Nadine Giese auf die Bühne. Nach einem unbegründeten Röcheln machte sie ihren Verband ab und fing an, das Fleisch, das in diesem Verband eingewickelt war, zu würzen und anschließend wütend zu klopfen. Am Ende bereitete sie daraus eine Roulade zu.
Die Darstellerin hat mich mit ihrer Mimik sehr überzeugt, allerdings sind wir keine großen Fans des absurden Theaters.
Leider mussten wir nach einer anstrengenden Arbeitswoche bereits um 22 Uhr gehen und verpassten damit das Programm nach der Pause. Somit kann ich Euch leider nichts zu den zahlreichen Künstlern im zweiten Akt schreiben.
Mein Fazit: Wer unkonventionelle Kunst, die von ihrer Spontanität lebt und in kein perfektionistisches Korsett gehört, liebt, der ist im ACUD-Theater genau richtig. Hier erlebt Ihr die unterschiedliche Bandbreite der Kunst, vom Gesang bis zum absurden Theater.
Kontakt: ACUD
Veteranenstraße 21
10119 Berlin
030 44359497
Weitere Informationen:
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© E. Günther

 

 

All Night Long – die Soul Varieté Show im Wintergarten Varieté

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Nach den Shows „Atemlos“ und „Der helle Wahnsinn“ dachte ich eigentlich, dass der Wintergarten Varieté mich nicht noch mehr begeistern kann, aber zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Als ich erfahren habe, dass „All Night Long“ nach seiner grandiosen Premiere im Jahr 2013 und einigen Gastspielen in Dänemark wieder nach Berlin kommt, war mir klar: Diesmal muss ich, ein Soul-Fan, unbedingt hin. Ich wollte wieder dabei sein, wenn es auch diesmal dem Wintergarten gelingt, ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Akrobatik zu zaubern.
Und so waren wir am Samstag, den 30. Juli 2016, bereits um 19 Uhr da, um uns berauschen zu lassen. Wir nahmen an einem Tisch in der zweiten Reihe Platz, von wo wir das ganze Geschehen auf der Bühne wundervoll überblicken konnten und bestellten uns vor der Show eine Kleinigkeit zu essen. Wie viele andere Gäste entschieden wir uns auch für den wundervoll zusammengestellten Varietételler für 13,50 Euro, der aus marinierten Hähnchenbrustspießen, gebackenen Frühlingsrollen, Pflaumen im Speckmantel, einem Mozzarellaspieß, einer Riesengarnele im Tempurateig und einem Tomaten-Kokossüppchen besteht und mit einem Mango-und Chilidip serviert wird. Beim Essen wurden wir wie an jedem Abend im Wintergarten auch diesmal sehr gut von einer Zauberin und ihren Kartentricks unterhalten.
Kurz nach 20 Uhr begann die Show, auf die ich mich schon seit Wochen gefreut habe. Wie schon oben betont sind die Shows im Wintergarten Gesamtkunstwerke, die Musik und Akrobatik als eine natürliche Einheit verbinden. Doch um jeden Künstler in meinem Bericht gebührend feiern zu lassen, habe ich mich dazu entschieden, diesen Bericht in die Kategorien „Musik“ und „Akrobatik“ zu unterteilen.
Musik:
An diesem Abend hatten wir zwei musikalische Gastgeber: Colin Rich und Della Miles. Über Colin Rich, den man bereits aus diversen Castingshows kennt („The Voice“, „The X-Factor“), sagte einmal Sarah Connor: „So einen Sänger findet man in Deutschland kein zweites Mal.“ Und das können wir nur bestätigen. Mit seiner unglaublich warmen Stimme sorgte er für einen großen Wohlfühlfaktor beim Publikum. Mein gesanglicher Höhepunkt war natürlich die Interpretation von Prince‘ „Purple Rain“, bei der ich auch Gänsehaut hatte.
Die sexy Della Miles zeigte, dass ihre Stimme ein großes Musikrepertoire umfasst: Egal, ob Alicia Keys oder Adele – gesanglich schien für Miles nichts unmöglich zu sein. Und so tanzten wir auf unseren Sitzen zu ihrer Stimme und applaudierten ihr lautstark am Ende des Abends.
Einer der Höhepunkte in der Show war der Schöneberger Travestie-Künstler Ikenna, der durch sein Programm als Whitney Houston führte. Nach dem ersten Lied kam auch der kontrastreiche Überraschungseffekt: Der Künstler begrüßte uns mit seiner natürlichen – tiefen – Stimme. Ein großes Kompliment dafür, dass man als ein großer Mann mit einer entsprechenden Sprechstimme nahezu an die Stimme der Ausnahmesängerin schlechthin kommen kann. Und falls es doch gesangliche Unterschiede gab, so hat Ikena diese wundervoll mit ihren Entertainer-Qualitäten überspielen können.
Der blinde Sänger Rian Es überzeugte uns nicht nur am Klavier und Keyboard, sondern auch mit seiner kraftvollen Stimme.
Hiermit möchte ich mich auch ganz herzlich bei der Live-Band bedanken, ohne die dieser musikalische Streifzug durch die Geschichte des Soul nicht möglich wäre. Mit ihrem Groove schien sie die im Folgenden vorgestellten Artisten immer wieder angetrieben zu haben.
Artistik:
Die erste Artistin an diesem Abend war die Französin Françoise Rochais, die wir schon aus einer anderen Show kannten. Mit ihren weißen Spitzenschirmen verzauberte sie zunächst das Publikum und bewies relativ schnell, dass sie auch frech und wild sein kann. So wirbelte sie später in einem kurzen Kleid über die Bühne und jonglierte dabei mit mehreren verschiedenen Gegenständen (weiße Schirme, Tennisschläger und Ringe) gleichzeitig.
Yenenhe Tesfaye aus Äthiopien begeisterte uns mit seiner Leiter-Equilibristik als Nächstes, indem er euphorisch mit der Leiter tanzte und uns dabei mit seinem Charme um den Finger wickelte.
Anschließend kam mit Lea Hinz eine Ausnahmekünstlerin auf die Bühne. Gleich zwei unterschiedliche Programme präsentierte sie an diesem Abend: Shadowdance und Akrobatik am Luftring. Bei Shadowdance führte sie uns einen eigens für die Show choreografierten Tanz vor und tanzte dabei gegen ihren eigenen Schatten an der Wand.
Später am Luftring und in einem roten Dessous raubte sie dem Zuschauer mit ihrer Luftakrobatiknummer, bei der sie wie ein Wirbelwind schnelle Beweglichkeits- und Spinning-Elemente vorführte, den Atem.
Léonie Pilote aus Kanada bewies am Chinesischen Mast, an dem sie mit einer erfrischenden Leichtigkeit turnte, ihr akrobatisches Talent.
Mit den Addis Brothers kam eines der absoluten Lieblingsprogramme der Zuschauer auf die Bühne. Mit ihrem feurigen Programm rissen sie jeden im Publikum von den Stühlen und begeisterten auch mit ihrer Ausstrahlung. Wie der Name schon sagt handelt es sich bei dem Showact um zwei Brüder, von denen der Jüngere sich von seinem älteren Bruder mit den Füßen durch die Luft schleudern ließ. In einem unmenschlichen Tempo zeigten sie 39 Umdrehungen hintereinander und unzählige Salti.
Für die Anmut an diesem Abend sorgte das finnische Duo Anivia, das seine Liebesgeschichte artistisch darstellte. Ihr „Tanz der Lüfte“ beinhaltete viele gefährliche Elemente an der Luft-Perche.
Der artistische Komiker an diesem Abend war Monsieur Chapeau, der mit seinem frechen Lächeln auf aufgebauten Koffern und Blechbüchsen einen regelrechten Balanceact vorführte und uns zum Schmunzeln brachte.
Als letzter Artist kam Abrham Dereje Woldehawaryat auf die Bühne und man erkannte an seinem Hut, seinen weißen Handschuhen und seiner glitzernden Jacke sofort, welche Musik er interpretieren wollte: die der Legende Michael Jackson. Mit seinen Bouncing Balls bewies er Handgeschicklichkeit und dem Moonwalk sein tänzerisches Talent.
Später versammelten sich noch einmal die Ausnahmekünstler auf der Bühne, jeder von ihnen wurde exzessiv gefeiert. Daran dass das Publikum die Artisten, Sänger und Musiker nicht gehen lassen wollte, merkte man wieder, dass die Zeit im Wintergarten zu schnell vergeht.
Mein Fazit: Diese furiose Show muss man gesehen haben! Dazu habt Ihr noch bis zum 28. August 2016 die Gelegenheit, die Ihr Euch nicht entgehen lassen dürft!
Für weitere Informationen:
Kontakt: Wintergarten Varieté
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
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© E. Günther

Oper ohne Grenzen – Konzert für eine offene Kultur

(Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt)

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, wurde ich im Rahmen meiner Bloggertätigkeit zusammen mit meinem Mann zu der Operngala „Oper ohne Grenzen – Konzert für eine offene Kultur“ in der Deutschen Oper eingeladen. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Konzertreihe der deutschsprachigen Opernkonferenz, die in Berlin, Dresden, Düsseldorf und Frankfurt ein Zeichen für eine weltoffene Kultur setzt. Nach Dresden (12. Februar), Frankfurt (3. April) und Düsseldorf (18. April) war es also auch in Berlin soweit. Die normalen Besuchertickets kosten dabei 10 Euro – ein kleiner Preis mit großer Wirkung, denn die Veranstalter unterstützen mit dieser Konzertreihe die Organisation „Start with a friend“.

Die Organisation „Start with a friend“ hilft geflohenen Menschen dabei, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen und sich bestmöglich in die neue Gesellschaft zu integrieren. Dafür bringt „Start with a friend“ die Flüchtlinge mit Einwohnern Deutschlands zusammen, indem sie sich auf deren gemeinsame Interessen konzentriert. Auf der Internetseite der Organisation findet man gleich deren Motto: „geflohene Menschen unterstützen – auf Augenhöhe“. http://www.start-with-a-friend.de/

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, waren auch wir ein Teil des großen Ganzen und nahmen in der 10. Reihe Platz, von wo wir eine sehr gute Sicht auf die Bühne und das folgende Programm hatten. Um 11 Uhr begann die Operngala mit der Ouverture „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), unter der Leitung des Dirigenten Donald Runnicles. Nach dieser wundervollen Musik kam mit Michael Müller der Regierende Bürgermeister Berlins auf die Bühne. Michael Müller erinnerte noch einmal daran, warum diese Veranstaltung stattfinden muss: In schwierigen Zeiten dürfen wir nicht wegschauen, sondern müssen den Menschen in Not helfen. In seiner Rede appellierte Müller zwar an unser Mitgefühl, verzichtete aber dabei auf den moralischen Zeigefinger.

Anschließend kam mit Rolando Villazón einer der berühmtesten und besten Opernsänger unserer Zeit. Der mexikanische Opernsänger mit französischer Staatsbürgerschaft erzählte eine Anekdote aus seinem Leben: Eine Frau sprach ihn einmal auf seine Herkunft an und als sie erfuhr, dass er Mexikaner ist, entgegnete sie: „Und dann sind Sie kein Gärtner?“. Eine Frage, die uns zum Lachen und im gleichen Zug aufgrund des klischeehaltigen Inhalts zum Nachdenken brachte.

Nach den beiden Reden ging es mit „Die Zauberflöte“, einer Oper in zwei Aufzügen, weiter. Wir kamen in den Genuss, uns drei Auftritte aus der Oper anhören zu dürfen. Tobias Kehrer sang dabei „O Isis und Osiris“ und Emily Hindrichs „O zittre nicht…Zum Leiden bin ich auserkoren“. Bei „Hm! Hm! Hm!… Der Arme kann von Strafe sagen“ waren gleich mehrere wundervolle Opernsänger auf der Bühne: Siobhan Stagg, Attilo Glaser, Thomas Lehman, Karolina Gumos, Maria Kataeva. Sebastian Weigle übernahm hier die Aufgabe des Dirigenten.

Nach den zauberhaft vorgetragenen Opernnummern gab es mein persönliches Highlight: zwei Auftritte aus meiner absoluten Lieblingsoper „Carmen“, einer Opéra comique in vier Akten, von Georges Bizet (1838-1875). Und ich bekam eine vortreffliche Carmen zu sehen (tanzend in einem eng anliegenden roten Kleid) und zu hören. Begleitet wurde sie von zwei weiteren talentierten Opernsängerinnen. „Les tringles des sistres tintaient“ und „Nous avons en tête une affaire“ wurden von folgenden Opernsängern gesanglich zum Besten geboten: Maria Kataeva, Magdalena Hinterdobler, Rebecca Jo Loeb, James Kryshak und Thomas Lehman. Die Reaktion des Publikums war eindeutig: Bravo-Rufe ertönten im Saal.

Nach diesem gesanglich und darstellerisch exzellenten Teil wurde der Zuschauer wieder daran erinnert, warum er da war. Auf die Bühne kam ein blondes Mädchen, ein dunkelhäutiger und ein asiatisch aussehender Junge. Alle drei unterhielten sich in einer uns allen unbekannten Sprache. Der Regisseur Martin G. Berger löste später das Ganze auf: Mit seiner Jugendproduktion „Neuland“ schuf er ein Theaterstück, in welchem Jugendliche unterschiedlicher Herkunft ihre eigene Sprache (Neuländisch) erfanden, ihren eigenen Staat (Neuland), in dem jeder gleich war, gründeten. Nach der Vorstellung der drei Jugendlichen (einer kam aus Somalia, einer aus den USA und eine aus Deutschland) sang das Publikum mit den Jugendlichen und dem Regisseur feierlich die Hymne Neulands, mit der Hand auf dem Kopf.

Danach folgte auch schon das nächste musikalische Highlight: Giuseppes Verdis (1813-1901) „Rigoletto“, ein Melodrama in drei Akten. Auf der Bühne sahen und hörten wir Katerina Tretyakova, Markus Brück, James Kryshak, Thomas Lehman, Andrew Harris, Margerita Gritskova und Attilo Glaser. Die Interpretation von „Caro nome“, „Zitti, zitti“ und „Bella figlia dell’amore“ entfachte im Publikum auch ein Feuer der Begeisterung und des tosenden Applauses. Dies wurde bei Gioacchino Rossinis (1792-1868) „La Cenerentola“, von Margerita Gritskova gesungen und von Roberto Rizzi Brignoli dirigiert, fortgeführt.

„Es sucht der Bruder seine Brüder, und kann er helfen, hilft er gern.“
Für diese Veranstaltung gab es keinen besseren Abschluss als die Oper „Fidellio“, die einzige Oper von Ludwig van Beethoven (1770-1827) in zwei Akten, in der es auch um Menschlichkeit geht. „Heil sei dem Tag“, das Finale des zwei Aktes, wurde dabei inbrünstig von folgenden Opernsängern vorgetragen: Anna Samuil, Corby Welch, Markus Brück, Tobias Kehrer, Dong Hwang Lee, Siobhan Stagg und Ivan Tursic.

Uns hat die Veranstaltung sehr berührt, sowohl durch deren Konzept als auch durch die einzigartigen Opernsänger und Musiker. Nächstes Jahr werden wir unbedingt wieder hingehen. Aber diesmal werde ich Euch vorher darüber informieren.

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© E. Günther

 

 

 

 

 

 

 

Atemlos @ Wintergarten Varieté

Ein wenig sexy, ein wenig burlesk – das ist Wintergarten Varieté.

Der 1888 eröffnete Wintergarten erzeugt durch die Wahl der Farben Rot und Schwarz eine etwas verruchte Atmosphäre. An den Wänden des Festsaals werden früher verwendete Kostüme ausgestellt, so kann man sich einen Überblick über vorrangige Shows machen.

Wir haben uns aufgrund der interessanten Beschreibung für die Show „Atemlos“ entschieden und da die Liebe bekanntlich durch den Magen geht, haben wir im Vorfeld ein 3 Gänge-Menü bestellt.
Um 19 Uhr durften die Gäste, die ein Menü gebucht haben, in den Speisesaal gehen und an ihrem Tisch Platz nehmen. Wir hatten einen Tisch in der zweiten Reihe, was einen sehr guten Blick auf die Bühne garantierte. An unserem Tisch hätten sechs Personen Platz gehabt. Aber da ein Paar krankheitsbedingt nicht kommen konnte, hatten wir viel Platz.
In dem Speisesaal ist mir sofort der große Kronleuchter aufgefallen. Uns war klar, dass später einer der Artisten sein Programm an dem Kronleuchter zeigen wird.

Um 19.10 Uhr wurde dann auch der 1. Gang serviert: eine Cremesuppe von Sieglinde und Porree-abgeschmeckt mit Majoran – und eine Steinpilz-Nudeltasche. Als 2. Gang konnte man zwischen zwei Speisen (darunter eine vegetarische Variante) wählen. Während mein Mann sich für eine knusprige Brandenburger Entenbrust auf eigener Jus an hausgemachtem Rotkohl mit Kartoffelklößen entschieden hat, habe ich hausgemachte Kürbisravioli mit Amarettini mit Mandel-Brokkoli in Orangen-Rosmarinsauce gewählt. Die Nachspeise (ein fruchtiges Zitronen-Baisertörtchen, Brioche mit Vanillefüllung und Cake vom Lebkuchenmousse an Amarettokirschen dazu Krokant und ein Gruß vom Wintergarten) wurde dann später in der Pause serviert.

Um 20.10 Uhr begann die Show, von der wir noch heute begeistert sind.
Die Showprogramme der Artisten, zu denen ich noch später kommen werde, wurden von zwei Sängern begleitet: Tim Wilhelm, ein junger Jürgen Drews, und Kayna, die deutsche Olivia Wilde. Beide Sänger hatten zwei starke Stimmen und wussten es, die Zuschauer durch ihre Mimik und Körpersprache zu unterhalten. Es wurden sowohl Schlager als auch ältere deutsche Lieder (z.B. Falcos „Amadeus“) gesungen und dabei neu interpretiert, so dass auch jüngere Zuschauer angesprochen wurden. Die Crossover oder die schnellen Wechsel zwischen den Songs, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen (z.B. Rammstein und Schlager), hatten einen gewissen Charme. Zudem wurden die Songtexte immer auf die jeweilige Darbietung angepasst: So wurde z.B.während des Bauchtanzes „Schüttel den Speck“ gesungen.

Es gibt allerdings auch einen Kritikpunkt, den mein Mann und ich an der Auswahl eines (!) Liedes äußern müssen. Während des Programms der hübschen und jungen Rimma Griadunova wurde das Lied „Jeanny“ (Falco) gesungen. Die Entscheidung für dieses Lied müssen wir leider kritisieren. Der sehr talentierte Falco singt in dem Lied über einen pädophilen Mann und sein Opfer, ein junges Mädchen. Aus diesem Grund hat so ein Lied nichts in dem Showformat, wo ein junges Mädchen sich verrenkt, verloren. Der zu Recht für die Künstlerin stattfindende Beifall erzeugte aufgrund der Aussage dieses Liedes ein komisches Gefühl.

Das war aber auch die einzige Kritik an der Musik. Vor allem hat uns das Lied „Schrei nach Liebe“ (Ärzte) am Ende der Show begeistert. Die Botschaft des Liedes und des Sängers war klar: Die Show brillierte durch ihre internationalen Künstler. Vielfalt ist nicht nur im Künstlertum wichtig, sondern in der gesamten Gesellschaft.

Auch fanden wir es schön, dass Lea Tatu, die sympathische Background-Sängerin, am Ende alleine singen durfte und so ihr Gesangstalent unter Beweis stellen konnte.

Neben der Musik, die eine wichtige Rolle in der Show spielte, bestach das Programm auch durch zahlreiche Artisten, zu denen ich im Folgenden kommen werde.

Die Show wurde von der russischsprachigen Künstlerin Viktoria Lapidus eröffnet, die mit ihren goldenen Hula Hoop-Reifen ein schnelles Programm zeigte und mit ihrer positiven Art die Zuschauer ansteckte. Ich fand es sehr schön, zu sehen, dass eine korpulente Frau sich sexy präsentiert und sich in ihrem Körper wohlfühlt. Auch am Ende der Show, wenn alle Künstler auf die Bühne kamen, gehörte sie zu den Wenigen, die Gas gaben und voller Freude tanzten.

Der zweite Künstler gehörte zu unseren (und zu den unserer Tischnachbarn) Lieblingen: Enrico Annaev. Der Ausnahmejongleur bewies, dass Jonglieren nicht langweilig sein muss und dass man mit dem Jonglieren noch viele neue Kunststücke zeigen kann. Annaev jonglierte in jeder Position und zu jeder Gelegenheit: beim Tanzen, auf dem Stuhl, unter dem Tisch, mit dem Fuß. Nach seinem Showprogramm habe ich von vielen Zuschauern nur eine Reaktion gehört: „Was für ein tolles Programm, ich will mehr von ihm sehen!“

Nach dem Jongleur kam auch endlich der Kronleuchter zum Einsatz, der eigentlich nur nebensächlich wirkte, wenn man sich die wunderschöne Künstlerin Emily Kinch anschaute, die sexy an dem Kronleuchter hing und eine einmalige Luft-Akrobatik-Performance darbot.

Nach dieser tänzerischen Anmut, gepaart mit kraftvoller Ästhetik, kam eine verschleierte Frau auf die Bühne. Doch wurde der Zuschauer aufgrund seiner entstandenen Erwartungshaltung getäuscht, denn es war keine Frau unter dem Schleier, sondern ein Mann. Diva Tomasz, so der Künstlername, zeigte eine Bachtanznummer, die sich gewaschen hat und die ich so noch bei keiner Frau gesehen habe.

David Confal war der Nächste auf der Bühne. Meine anfängliche Skepsis, mit Diabolos könnte man nichts mehr Neues darstellen, wich schnell der Begeisterung. Mit seinen Diabolos, die er in einer unglaublichen Schnelligkeit und technischer Präzision durch die Luft wirbelte, unterhielt er die Zuschauer auf einem hohen Niveau.

Nach Confal begeisterte uns ein weiterer Künstler: Vitaly Ostoverhov, der irgendwie alles konnte: Pantomime, Einrad fahren auf einem dünnen Seil und dabei noch Jonglieren. Der durch seine Mimik und die entsprechende Schminke traurig wirkende Künstler zauberte aber mit seinem qualitativ hochwertigen Programm dem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht.

Hm…Wir hatten schon lange Diva Tomasz nicht gesehen! Aber noch einmal Bauchtanz? Kein Problem, die Diva konnte auch anders; z.B. mit ihrem Serpentinentanz Bilder zum Träumen erzeugen.

Nach diesem bilderreichen Programm kam die Artistin Rimma Griadunova auf die Bühne. Die so zierlich wirkende Künstlerin präsentierte aber ein kraftvolles Programm. Mit ihren lasziven Bewegungen und körperbetonten Figuren verführte sie den Zuschauer und zog ihn (und sie) in ihren Bann.

Am Ende der Show der Artisten zeigte der Act „At Moonlight“, bestehend aus den Künstlern Anna, Sergey, Alex und Pavel, warum er zu dem Highlight meines Mannes in der Show gehörte: Ohne irgendwelche Sicherungen wirbelten die drei Männer die kleine Anna mit einer überragenden Leichtigkeit durch die Luft und zeigten ein Programm, das einem den Atem raubte.

Was mir an allen Künstlern aber am meisten gefallen hat, war, dass man jedem auf der Bühne die Freude und die Liebe zur Artistik anmerken konnte. Und das hat mich begeistert.

Also falls die Show wieder in den Wintergarten kommen sollte, müsst Ihr sie unbedingt sehen!

 

 

 

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© E. Günther