Zimt & Zauber – Pinocchio im Wintergarten Berlin​: der Klassiker „Pinocchio“ im neuen Gewand

Weihnachten und die Zeit davor verliert immer mehr ihren Wert. Statt Besinnlichkeit herrscht Hektik. Statt Familie geht es nur noch um Konsum. An Weihnachten sollte man aber die Zeit im Kreise seiner Lieben verbringen und den Kleinen zeigen, dass Weihnachten kein reines Konsumfest ist. Dafür ist der Besuch des Familienmusicals „Pinocchio“ im Wintergarten Berlin bestens geeignet. Hier erinnert man sich mit der ganzen Familie noch einmal daran, was wirklich im Leben zählt.

Unter der Regie von Fabian Gröger bringt der Wintergarten Berlin wie jedes Jahr im Winter in Zusammenarbeit mit dem Cabuwazi​-Springling Kinderzirkus und den 30. Berliner Märchentagen – in der beliebten Veranstaltungsreihe „Zimt & Zauber“ – eine märchenhafte Show auf die Bühne, die die großen und kleinen Kinder erfreut.

Wie meine Blogleser bereits bemerkt haben, bin ich ein sehr großer Fan der „Zimt & Zauber“-Reihe. Im Jahr 2016 besuchte ich die Show „Die Schneekönigin…und die Suche nach dem kleinen Glück“, im Jahr 2017 die Show „Die kleine Meerjungfrau“, im Jahr 2018 die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ und im Jahr 2019, „Pinocchio“.

Das Foyer war wieder sehr weihnachtlich geschmückt und bot alle möglichen Leckereien an: Bagels, Popcorn, Brezel, Muffins und Quarkbällchen, von denen wir vor der Show erst einmal drei Stück aßen. Auch die Speisekarte im Saal war auf die Wünsche der kleinen Gäste abgestimmt: So konnte man das Nudelgericht „Pippi Langstrumpf“ oder die Bouletten „Anna und Elsa“ bestellen. Wir orderten wie letztes Jahr „Biene Maja“ (Eierkuchen mit Waldbeerenfüllung und Vanillesauce).

Doch wovon handelt der neu interpretierte Klassiker „Pinocchio“ im Wintergarten Berlin?
Der Puppenhersteller Guiseppe liebt seinen Beruf, doch er ist einsam. Eine gutherzige Fee kann sich dies nicht länger anschauen und erweckt daher eine von Guiseppes Puppen zum Leben und schenkt Guiseppe damit einen Sohn. Doch wie alle Jugendlichen steht Pinocchio vor folgenden Herausforderungen: dem ungeliebten Gang zur Schule, dem Mobbing durch seine Mitschüler und dem rebellischen Verhalten gegenüber seinem (Zieh-)Vater. Und so flieht Pinocchio und erlebt zahlreiche Abenteuer. Auch sein friedliebender Vater muss viele gefährliche Situationen meistern, um seinen geliebten Sohn zu finden. Schaffen es die beiden trotzdem, zueinander zu finden? Und wird die Fee sie auch diesmal retten?

Genauso wie bei der „Schneekönigin“ und der „Meerjungfrau“ schrieb auch diesmal Bijan Azadian das Buch und die Musik zum Familienmusical im Wintergarten Berlin und berührte mit dieser zeitlosen Geschichte mein Herz.
Ohne den moralischen Zeigefinger zeigt Azadian dem Publikum, dass der Zusammenhalt in der Familie unabdingbar ist, um die Gefahren im Leben zu überstehen. Auch erfahren die kleinen Gäste von dem Helden Pinocchio, dass der Besuch einer Schule in der kognitiven Entwicklung jeder Person vom Nutzen ist.

Der Held Pinocchio wird von Karim Plett überzeugend gespielt und wird bestimmt für viele im Publikum zu einer Identifikationsfigur. Da er anders ist, wird er von vielen in der Schule nicht akzeptiert und geärgert. Doch schließlich macht genau das ihn zu etwas ganz Besonderem.

Claudio Maniscalco verkörpert nicht zum ersten Mal im Wintergarten auf eine authentische Art und Weise den manchmal überforderten Vater eines rebellischen Jugendlichen. Vor zwei Jahren war er noch König Triton, jetzt ist er der Puppenmacher Giuseppe. Doch die Probleme sind dieselben: Auch Pinocchio ist mit seinem Leben nicht zufrieden. An vielen Stellen musste ich schmunzeln, wenn Giuseppe überfordert war und glaubte, mit seinen Problemen alleine zu stehen.

…, denn Giuseppe und Pinocchio waren niemals alleine. Die ganze Zeit wurden sie von der lieben, aber frechen Fee unterstützt – sehr cool von Nadine Aßmann gespielt. Ich bin mir sicher, dass einige im Zuschauersaal sich sofort diese Fee auf ihren Wunschzettel notiert haben.

Aber jeder Protagonist braucht einen Antagonisten und diesen fanden unsere Helden in der bösen und manipulativen Zirkusdirektorin, die unbedingt Pinocchio haben wollte, um ihn in ihrem Zirkus zur Schau zu stellen. Ich fand diese Figur aber großartig, was sicherlich an der hervorragenden Darstellung durch Sarah Laminger lag.

Doch die Show lebt vor allem von ihren bezaubernden Artisten/Artistinnen: Die sehr jungen Artisten und Artistinnen vom Kinderzirkus CABUWAZI-Springling verdrehten auch dieses Jahr mit ihrem Programm (bestehend aus Seilspringen, Luftakrobatik und Hand-in-Hand-Performance) dem Zuschauer den Kopf, und das in diesem Alter. Vor allem die lebendigen Lebkuchen haben es mir angetan. Zuckersüß!

Wie die letzten Jahre lautet mein Fazit daher auch dieses Jahr: Die märchenhafte Wintershow im Wintergarten Berlin zaubert einem wie immer mit der interessanten Geschichte, der schönen Musik und den begabten Darstellern/Darstellerinnen und Artisten/Artistinnen ein Lächeln ins Gesicht. Am besten die Show mit der gesamten Familie besuchen! Die märchenhafte Musicalshow läuft noch bis zum 19. Januar 2020 im Wintergarten Berlin.

Preise:
Kinder: ab 16,00 Euro
Erwachsene: ab 20,00 Euro
Familienticket: 4 Personen ab 16,00 Euro p.P.

Weitere Informationen:

Zimt & Zauber

Kontakt: Wintergarten Berlin
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340

Text und Fotos © E. Günther
1. Bild/ Titelbild © Wintergarten Berlin

 

Die grimmigen Märchen „Ali Baba“ und „Aschenbrödel“ im Glaspalast Berlin – Märchen für kleine und große Kinder auf dem Pfefferberg

Winterzeit ist Märchenzeit. Winterzeit ist kostbare Zeit mit Familie und mit Freunden, am liebsten bei einem Glas Glühwein und am Lagerfeuer. Und wenn dazu noch Grimms Märchen gezeigt werden, dann kann einem die Kälte draußen nichts mehr anhaben. Dieses Konzept verfolgt auch der Glaspalast auf dem Pfefferberg, in dem man Grimms Märchen für Kinder und für Erwachsene neu interpretiert erleben kann.
 
Ich habe Grimms Märchen bereits drei Mal live erlebt: im Jahr 2016 die Märchen „Der gestiefelte Kater“ und „Rotkäppchen“, im Jahr 2017„Hans im Glück“ und „Schneewittchen“ und im Jahr 2018 „Frau Holle“ und „Hase und Igel“. Alle diese Märchen waren ganz anders als erwartet und das Hexenberg Ensemble brachte das erwachsene Publikum in den Abendvorstellungen jedes Mal zum explodierenden Gelächter. Warum sollte ich dann in diesem Jahr etwas anders machen und nicht wieder in den Genuss der letzten drei Jahre kommen?! Am Samstag, den 16. November 2019, entschied ich mich für die beiden Märchen „Ali Baba“ und „Aschenbrödel“.
 
Diesem Wunsch folgten offenbar auch viele andere Leute, denn der Glaspalast war an diesem Abend wie schon die Jahre zuvor bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach dem Glühwein in einer durch die Laternen gemütlich geschaffenen Atmosphäre machte uns eine Glocke darauf aufmerksam, dass es bald losgehen sollte.
 
Ich entschied mich für das Märchen „Ali Baba“, weil dort mit
Vlad Chiriac (Schauspieler) einer meiner Lieblingsschauspieler des Pfefferberg Theaters und des Glaspalastes mitspielte. Chiriac hat mich mit seiner ausdrucksstarken Mimik schon in Grimms Märchen „Rotkäppchen“ und in dem Theaterstück „Der Geizige“ begeistert. Ich freute mich also auf die Neuinterpretation von „Ali Baba“. Damit der/die Schauspieler/in an Chiriacs Seite nicht untergeht, braucht es eine genauso starke Persönlichkeit mit einem genauso überzeugenden Talent. Und mit Samia Chancrin, die ich an dem gestrigen Abend zum ersten Mal live erlebte, hat der Glaspalast eine ebenfalls sehr talentierte Schauspielerin dem Publikum präsentiert.
Das Märchen „Ali Baba“ hatte aber nicht nur einen starken Cast, sondern erschien in einem ganz neuen Gewand. Wir befanden uns an einem Tatort und aus Ali Baba wurde Ali B. Aus der klugen Sklavin Morgiana wurde eine loyale Dienstmagd. Die vierzig Räuber blieben aber auch in dieser Interpretation nicht ungestraft. Viel mehr möchte ich aber an dieser Stelle nicht verraten. Überzeugt Euch selbst davon, wie das orientalische Märchen umgesetzt wurde.
 
Wie immer dauerte das Märchen eine halbe Stunde und nach einer zehnminütigen Pause kam mit „Aschenbrödel“ der absolute Kracher auf die Bühne des Glaspalastes. Die Tatsache, dass diese Interpretation der absolute Kracher war, lag an folgenden Gründen: Friederike Nötting, die ich schon aus dem Märchen „Frau Holle“ kannte, spielte fantastisch das naive und gutmütige Aschenbrödel, das einem mit der Babysprache oft um den Verstand brachte. Für die Rolle des selbstverliebten Prinzen kann ich mir keinen Besseren vorstellen als Roger Jahnke, den ich an diesem Abend zum ersten Mal auf einer Bühne sah und es nicht mehr erwarten kann, ihn in weiteren Stücken zu erleben. Roger Jahnke ging in dieser Rolle vollkommen auf und zeigte vollen Körpereinsatz. Der zweite Grund war, dass trotz einiger Veränderungen der Zuschauer den Kern des Märchens „Aschenbrödel“ wieder erkannte. Und dann das Bühnenbild: Discokugel, Seifenblasen – auch hier möchte ich nicht mehr verraten.
Neben „Rotkäppchen“, „Hase und Igel“ und „Hans im Glück“ gehört die Neuinterpretation von „Aschenbrödel“ nun zu meinen Lieblingsmärchen im Glaspalast.
 
Mein Fazit: Das ganze Publikum hatte einen sehr lustigen Abend und die Zeit verging leider wie im Flug. Die sehr zufriedenen Zuschauer werden sicherlich wiederkommen, mich eingeschlossen. Wer mit seinen Kindern kommen möchte, der sollte das Theater nachmittags besuchen, Erwachsene dagegen abends. Wer die Märchen unter Glas erleben möchte, der kann dies noch bis zum 31. Januar 2019 tun. Es werden immer zwei Märchen hintereinander aufgeführt (jeweils 30 min.). Erwachsene zahlen 15 Euro, Kinder bis zu 12 Jahren 7 Euro. Auch für eine private Märchenvorführung kann man das Ensemble buchen.
 
Adresse: Glaspalast auf dem Pfefferberg
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
 
Weitere Informationen:
Text und Fotos © E. Günther
1. Foto /Titelbild © KIKE Photography

Ausflugstipp: Russische Kolonie in Potsdam und Restauranttipp: „Alexandrowka“ in der Russischen Kolonie

Um andere Kulturen kennen zu lernen und um auf eine kulinarische Reise zu gehen, muss man nicht weit fahren. Im Norden Potsdams findet man einen Ort, in dem die Zeit stehen zu sein scheint und wo man glaubt, sich in einem russischen Märchen zu befinden. Im folgenden Beitrag werde ich Euch diesen Ort und sein bei den Touristen beliebtes Restaurant, das „Alexandowka“, genauer vorstellen.
 
Dreizehn unter Denkmal stehende Holzhäuschen verleihen der Kolonie, die man sofort mit Mütterchen Russland assoziiert, einen urigen und einen märchenhaften Charme. Die Holzhäuser mit gepflegten Gärten wurden im Jahr 1826 auf Wunsch Friedrich Wilhelms III, dem preußischen König, im russischen Stil erbaut und wurden früher von den russischen Sängern des ersten preußischen Garderegiments bewohnt – wenn sie verheiratet waren. 1999 hat die UNESCO die Kolonie als ein Teil des Weltkulturerbes erklärt.
 
Gleich neben dem Restaurant „Alexandrowka“, zu dem ich noch später kommen werde, befindet sich das im Jahr 2005 eröffnete Museum Alexandrowka mit einem Café mit 40 Sitzplätzen. In einer Dauerausstellung wird auf die kulturellen Besonderheiten und auf die Geschichte der Russischen Kolonie eingegangen. Das Museum verfügt auch über einen Shop, in dem man Souvenirs und Literatur käuflich erwerben kann.
 
Auf einem kleinen Hügel, dem nördlich angrenzenden Kapellenberg (früher Minenberg genannt) , kann man mit der Alexander-Newski-Gedächtniskirche eine schöne und kleine Russisch-Orthodoxe Kirche besuchen, in der man zur Ruhe kommen und den hektischen Alltag vergessen kann. Mit einer kleinen Spende kann man für den weiteren Erhalt dieses Rückzugsortes sorgen.
 
Viele Touristen erkunden die Russische Kolonie mit dem Fahrrad oder zu Fuß und machen anschließend Pause in dem beliebten russischen Restaurant „Alexandrowka“. Matröschkas und Bilder von Russland im Winter gehören zum Inventar des Restaurants. Das Servicepersonal, das auch sehr gut Deutsch spricht, serviert in traditioneller Kleidung. Draußen kann man auf Holzbänken bei schönem Wetter in einem Garten dinieren, von einem anderen Holzhäuschen mit einer Hexenpuppe umgeben.
 
Schon mehrere Male habe ich in dem Restaurant gespeist und dabei mehrere Gerichte probiert. Alle Gerichte entstammen der typisch russischen-ukrainischen Küche. Meine Eltern und ich bestellen in dem Restaurant sehr gerne die sehr erfrischende Birkenlimonade, die uns an früher erinnert.
 
Als Vorspeisen habe ich bis jetzt Folgendes bestellt und kann es deswegen Euch empfehlen:
° Rote-Beete-Salat für 6,00€: Dabei handelt es sich um einen Salat aus roter Beete, Frühlingszwiebeln, Backpflaumen und Walnüssen.
 
° ukrainischer Bortsch für 6,50€: gehaltvoller Rote Beete-Kohleintopf mit Rind- und Schweinefleisch (auch eine vegetarische Variante möglich)
 
° Salat nach Schuba-Art für 8,50€: ein Salat mit roter Beete, Kartoffeln, Möhren, Ei, Salzgurken, Hering und Mayonnaise.
 
Folgende Hauptgerichte kann ich Euch zudem ans Herz legen:
° Béouf Stroganoff für 13,70 €: Streifen vom Entrécôte zusammen mit Pilzen, Zwiebeln, Salzgurken und roter Beete kräftig gebraten, mit Rotwein abgelöscht und frischer Sahne verfeinert. Als Beilage werden gekochte Kartoffeln empfohlen.
 
° Lachsfilet nach „Zarenart“ für 14,20 €: im Kräutersud gedünstetes Lachsfilet an feiner Kaviar-Hollandaise und Salatbeilage, dazu Basmati-Reis
 
Desserts:
° Die Eierkuchen sind ein geschmacklicher Traum und können entweder mit Heidelbeerkonfitüre, Schokostreuseln und Schlagsahne oder mit Rosinenquark, Waldhonig und Schlagsahne bestellt werden. Beide Varianten kosten jeweils 6 Euro. Zudem kann man auch einen glutenfeien Eierkuchen für 7,30 Euro ordern.
 
° Hat man jedoch nicht mehr so einen großen Hunger, bestellt man die Moskauer Nüsse für 2,80 Euro. Es handelt sich hierbei um ein handgemachtes Mürbeteiggebäck, gefüllt mit karamellisierter Milchcreme.
 
Fazit: Obwohl wir schon mehrmals im „Alexandrowka“ gespeist haben, werden wir dem Restaurant weiterhin als Stammgäste erhalten bleiben. Das Restaurant wird zurecht aufgrund seiner authentischen Küche und seinem herzlichen Charme sehr gut besucht. Eine Tischreservierung ist daher unabdingbar.
 
Kontaktdaten: Restauarant Alexandrowka
Russische Kolonie 2
14469 Potsdam
0331 8170203
 
Weitere Informationen zum Restaurant findet Ihr auch auf:
 
Text und Fotos © E. Günther

 

 

Zimt & Zauber im Wintergarten Berlin: Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist

Jetzt seid bitte ehrlich: Wie oft habt Ihr in den letzten Tagen auf die Uhr geschaut? Bestimmt unzählige Male! Die Plätzchen mussten schließlich rechtzeitig aus dem Ofen geholt werden, die Geschenke mussten besorgt werden und dann habt Ihr bestimmt wieder ungeduldig darauf gewartet, dass Eure Gäste kommen – und wieder gehen.
 
In unserer schnelllebigen Gesellschaft schauen wir ständig auf die Uhr, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein. Der Wintergarten Berlin geht aber wieder mit der ZEIT und würdigt mit einem Berliner Weihnachtsmärchen dem wichtigsten Gegenstand unserer Gesellschaft: die Uhr (egal in welcher Form).
 
Unter der Regie von Sammy Tavalis und Fabian Gröger bringt der Wintergarten Berlin wie jedes Jahr im Winter in Zusammenarbeit mit dem CABUWAZI-Springling Kinderzirkus und den 29. Berliner Märchentagen – im der beliebten Veranstaltungsreihe „Zimt & Zauber“ – eine märchenhafte Show auf die Bühne, die die großen und kleinen Kinder erfreuen wird.
 
Im Jahr 2016 besuchte ich die Show „Die Schneekönigin…und die Suche nach dem kleinen Glück“, im Jahr 2017 die Show „Die kleine Meerjungfrau“ und am Sonntag, den 23. Dezember 2018 die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“.
 
Das Foyer war wieder sehr weihnachtlich geschmückt und bot alle möglichen Leckereien an: Bagels, Popcorn, Brezel, Muffins und Quarkbällchen, von denen wir vor der Show erst einmal drei Stück für 2 € aßen. Auch die Speisekarte im Saal war auf die Wünsche der kleinen Gäste abgestimmt: So konnte man das Nudelgericht „Pippi Langstrumpf“ oder die Bouletten „ Anna und Elsa“ bestellen. Wir orderten als Hauptgang das Krümmelmonster (kleines Kalbsschnitzel mit Pommes) für 7,50 € und als Dessert „Biene Maja“ (Eierkuchen mit Waldbeerenfüllung und Vanillesauce) für 4 €. Beide Gerichte waren hervorragend zubereitet und so konnten wir, zwei niemals erwachsen werdenden Naschkatzen, der Show um 14 Uhr noch begeisterter folgen.
 
Die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ handelt davon, dass sich weltweit die Uhren nicht von den Menschen geschätzt fühlen und in Streik treten. Jede Uhr verstellt ihre Uhrzeit und keiner weiß am Ende, wie spät es ist. Katastrophen sind hier natürlich vorprogrammiert: In Restaurants wird das Essen angebrannt, die Sonne und der Mond erscheinen zusammen am Himmel und zu allem Überfluss steht der Silvester-Countdown vor der Tür. Als die Uhren ihren begangenen Fehler bemerken, ist es schon zu spät, denn keine Uhr kennt die richtige Uhrzeit. Ein Wettlauf um die Zeit beginnt…
 
Die Hauptdarsteller – Leon Düvel als der gewissenhafte Uhren-Anführer Wasserdicht, Ulli Lohr als der etwas verpeilte, aber sehr loyale Alte Wecker, die coole und die breakdancende Digitaluhr (Mitlied der Battle Beasts) und die herzlichen Uhren, die Frau Stunde und die Frau Minute (von Camilla Elisabeth Bergmann und von Natascha Fiedler verkörpert), verzauberten uns sowohl als Darsteller/innen als auch Sänger/innen.
 
Doch die Show lebt vor allem von ihren bezaubernden Artisten/Artistinnen: Die sehr jungen Artisten//Artistinnen vom Kinderzirkus CABUWAZI-Springling verdrehten auch dieses Jahr mit ihrem Programm (bestehend aus Seilspringen, Luftakrobatik und Hand-in-Hand-Performance) dem Zuschauer den Kopf, und das in diesem Alter.
Meine Lieblingsszene war der akrobatische „Wettstreit“ zwischen der Sonne und dem Mond, begleitet von den Sternen. Eine wahrlich zauberhafte Szene!
 
Wie letztes Jahr lautet mein Fazit daher auch dieses Jahr: Die märchenhafte Wintershow zaubert einem wie immer mit der interessanten Geschichte, der schönen Musik und den begabten Darstellern/Darstellerinnen und Artisten//Artistinnen ein Lächeln ins Gesicht. Am besten die Show mit der gesamten Familie besuchen! „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ läuft noch bis zum 20. Januar 2019 im Wintergarten Berlin.
 
Preise:
Kinder: ab 14,00 Euro
Erwachsene: ab 19,00 Euro
Familienticket: 4 Personen ab 14,00 Euro p.P.
 
Weitere Informationen:
 
Kontakt: Wintergarten Berlin
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
Text und Fotos © E. Günther

Glaspalast auf dem Pfefferberg 2018 mit „Frau Holle“ und „Hase und Igel“– Märchen für kleine und große Kinder

Ich bin ein sehr traditionsbewusster Mensch, der die Traditionen mit viel Liebe pflegt. In den letzten Jahren ist in der Winterzeit eine neue Tradition in meinem Leben entstanden. Immer, wenn es dunkler und kälter draußen wird, besuche ich den Glaspalast auf dem Pfefferberg, in dem ab November Grimms Märchen für kleine und große Kinder gespielt werden, so auch am Freitag, den 16.11.18.
Während wir im Jahr 2016 die Märchen „Der gestiefelte Kater“ und „Rotkäppchen“ und im Jahr 2017 „Hans im Glück“ und „Schneewittchen“ besucht hatten, standen im Jahr 2018 auf unserer persönlichen Wunschliste die beiden Märchen „Frau Holle“ und „Hase und Igel“. Diesem Wunsch folgten offenbar auch viele andere Leute, denn der Glaspalast war an diesem Tag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Stimmung in der kleinen Glashütte war schon vor dem ersten Märchen bombastisch und wurde nach dem Beginn des ersten Märchens, „Frau Holle“, das mit einer Glocke angekündigt wurde und wie jedes Märchen ca. 30 min. dauerte, ekstatisch.
In „Frau Holle“ spielte Ina Gercke, die ich aus dem Märchen „Rotkäppchen“ und dem Theaterstück „Der Geizige“ bereits kannte, die hässliche und faule Schwester. Mal wieder ging Ina Gercke in ihrer Rolle vollkommen auf und setzte ihre ganze Mimik und Gestik auf der Bühne ein, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Die schöne und fleißige Schwester wurde von Friederike Nölting verkörpert. Zwar habe ich an diesem Abend die Schauspielerin zum ersten Mal erleben dürfen, doch hat sie mich mit ihrer Schauspielkunst so überzeugt, dass ich mich schon auf viele weitere Theaterstücke und Märchen mit ihr freue.
„Frau Holle“ wurde zwar sehr verrückt auf der Bühne interpretiert, doch eignete sich die Märchenversion auch für kleine Kinder, da das Märchen auch eine wundervolle Moral enthält: Der Fleiß eines Menschen wird belohnt.
Auf das zweite Märchen, „Hase und Igel“, habe ich bereits den ganzen Tag gewartet, denn in diesem Märchen spielten meine beiden Lieblingsschauspieler des Pfefferberg Theaters: Vlad Chiriac kannte ich u.a. aus den Märchen „Rotkäppchen“ und „Hans im Glück“ und dem Theaterstück „Der Geizige“, in dem ich auch den Darsteller Michael Schwager kennen lernen durfte.
Beide Schauspieler sind überdurchschnittlich talentiert, da sie nicht nur großartig schauspielern, sondern auch spontan und witzig auf die Zwischenrufe aus dem wie immer bei ihren Theaterstücken begeisterten Publikum reagieren können. So war es auch dieses Jahr so, dass sich die Zuschauer oft vor Lachen nicht einkriegen konnten oder wie kleine Kinder kicherten.
Eine sehr gelungene und unglaublich witzige Interpretation des Märchens, die mehr für die großen Kinder gedacht ist.
Mein Fazit: Ich werde auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, denn die Interpretationen von Grimms Märchen durch das Hexenberg Ensemble sind jedes Jahr ein Erlebnis, für Groß und Klein. Dieses Jahr sind auch zwei neue Märchen dabei: „Ali Baba“ und „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“.
Wer mit seinen Kindern kommen möchte, der sollte das Theater nachmittags besuchen, Erwachsene dagegen abends. Wer die Märchen unter Glas erleben möchte, der kann dies noch bis Ende Februar 2019 tun. Es werden immer zwei Märchen hintereinander aufgeführt. Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder bis zu 13 Jahren 7 Euro. Also ich wünsche Euch eine märchenhafte Zeit im Glaspalast…
Adresse: Glaspalast auf dem Pfefferberg
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
Weitere Informationen zum Glaspalast:
© E. Günther