Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Don Giovanni“ – internationales Opernfest der Berlin Opera Academy im Theater im Delphi

Ich liebe Opern. Ich liebe diese tragischen Liebesgeschichten, bei denen die Operndarsteller bei jedem einzelnen Ton ihre Seele offenbaren. Und so war es für mich eine sehr erfreuliche Nachricht, dass das internationale Opernfest der Berlin Opera Academy dieses Jahr wieder in Berlin stattfindet – diesmal in dem berühmten Theater im Delphi.
 
Das Opernfest der Berlin Opera Academy ist ein internationales Festival junger Opernsänger, das sich zum dritten Mal in Berlin ereignet. Junge Talente aus 27 verschiedenen Ländern, von denen viele von einigen der besten Ausbildungsstätten im Bereich der klassischen Musik (u.a. Juilliard School New York, Royal College of Music London oder Indiana University) kommen, präsentieren an außergewöhnlichen Orten beliebte Opern. Einige von diesen jungen Talenten sind entweder gerade mit ihrem Studium fertig geworden oder noch in der Ausbildung.
 
Doch vor dem Opernfestival müssen die jungen Operndarsteller ein vierwöchiges Intensivprogramm an der Berlin Opera Academy absolvieren. Hier werden sie umfassend in Gesang, Theater und Musik unterrichtet und studieren eine vollszenische Opernproduktion ein. Auf dem Opernfest präsentieren sie anschließend ihre Ergebnisse.
 
Davon konnte ich mich am Samstag, den 10. August 2019, selbst in dem ausverkauften Theater im Delphi überzeugen. An diesem Abend wurde die im Italienischen vorgetragene Oper „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Die Oper „Don Giovanni“ ist eine Oper in zwei Akten nach einem Libretto von Lorenzo Da Ponte und gehört zu den Meisterwerken der Oper.
 
Die Oper „Don Giovanni“ handelt von dem Frauenhelden Don Giovanni, einem Meister der Verführung, der Frauenherzen reihenweise bricht und dabei auch nicht vor einem Mord zurückschreckt – so auch nicht vor dem Mord am Komtur und dem Vater von Donna Anna. Donna Anna und ihr Verlobter Don Ottavio schwören daraufhin Rache. Aber auch weitere Frauen wünschen sich eine Bestrafung für den seelenlosen Verführer. Kommt Don Giovanni erneut davon oder wird er diesmal für seine Vergehen bezahlen müssen?
 
Die Inszenierung von Marcin Lakomicki hält viele Überraschungen für den erfahrenen Opernliebhaber bereit. Die Handlung spielt nicht die ganze Zeit auf der Bühne, sondern die meiste Zeit im Zuschauersaal. Da die Darsteller ständig ihre Position im Zuschauersaal wechseln, befindet sich der Zuschauer mitten im Geschehen und die Geschichte wirkt dadurch noch dynamischer.
 
Unter der musikalischen Leitung von Kevin Class und einer wunderschönen Klavierbegleitung (Bradley Kunda, Carolina Rodriguez de Guzman und Cristina Battistella) entfalten die neuen Sterne am Opernhimmel ihr ganzes Talent sowohl im gesanglichen als auch im schauspielerischen Bereich. Bei allen Stimmen hatte ich oft Gänsehaut und es gab zurecht auch zwischendurch begeisterten Applaus.
 
Die Figurenzeichnung war sehr gelungen in dieser Umsetzung der weltbekannten Oper. Die Rolle des charmanten, aber seelenlosen Frauenverführers Don Giovanni, für den Frauen nur Trophäen sind, wurde hervorragend von Marko Erzar (Bariton) interpretiert. Sehr gut gesungen und geschauspielert!
 
Doch es gibt eine Konstante in Don Giovannis Leben: sein treuer, aber ängstlicher Diener Leporello. Theo Magongoma spielte sich sofort mit seinem Charisma und sang sich mit seiner Bass-Stimme in die Herzen der Zuschauer.
 
Die drei weiblichen Hauptfiguren der Oper glänzten dank der stimmlich sehr starken Opernsängerinnen an diesem Abend. Dilara Kaymak verkörperte die tragische Figur Donna Anna. Ob Don Giovanni es geschafft hat, die Verlobte von Don Ottavio zu verführen, sieht der Zuschauer nicht, allerdings ahnt er dies. Doch Donna Anna verliert so viel mehr, da Don Giovanni ihren Vater ermordet. Der Zuschauer litt mit der Figur und nahm ihr den ganzen Schmerz ab, der sich auch in der herzergreifenden Sopran-Stimme von Dilara Kaymak widerspiegelte.
 
Eine weitere Frauenfigur ist Donna Elvira, die von Don Giovanni verführt und verletzt wurde, ihn aber trotzdem noch liebt. Aber als sie von Leporello die Zahl der Eroberungen des Frauenheldes erfährt und von der Tatsache Kenntnis nimmt, dass Don Giovanni plant, die junge Braut Zerlina am Tag ihrer Hochzeit mit Masetto zu verführen, will sie ihm das Handwerk legen. Diese gleichzeitig liebende und nach Rache sinnende Frauenfigur wurde hervorragend von Ilijana Korác Teklic interpretiert, deren Sopranstimme zurecht auch mitten in der Oper gewürdigt wurde.
 
Die dritte Frau ist Zerlina, das neue Opfer von Don Giovanni. Zerlina steht vor der Hochzeit mit Masetto und erkennt durch ihre Leichtgläubigkeit nicht die Gefahr, die ihr durch Don Giovanni blüht. Courtney McPhail überzeugte mit ihrer Rolle der naiven Zerlina und ihrer grandiosen Sopran-Stimme.
 
Aber auch die anderen Operndarsteller wurden mit einem langanhaltenden Applaus am Ende der Oper verabschiedet, weil sie sowohl sehr authentisch gespielt als auch fabelhaft gesungen haben: James Hutchings in seiner Rolle des Don Ottavio (Tenor), dem nach Rache an Don Giovanni sinnenden Verlobten von Donna Anna; Will Esch (Bass) mit seiner kurzen und dennoch sehr starken Umsetzung der Rolle des Vaters von Donna Anna und William Weidner (ebenfalls Bass) in seiner Rolle als Masetto, dem eifersüchtigen Verlobten von Zerlina.
Selbst die kleinen Rollen im Chor waren außerordentlich gut besetzt.
 
Mein Fazit: Das Opernfest der Berlin Opera Academy ist ein herausragendes Ereignis für jeden Opernliebhaber, das den Zuschauern zeigt, dass neue begnadete Talente nur darauf warten, die Opernwelt zu erobern.
Die Oper „Don Giovanni“ wird noch einmal heute (Sonntag, den 11. August 2019) um 13:00 Uhr und um 18:30 Uhr aufgeführt. Am Donnerstag, den 15. August 2019, kann man zudem Robert Wards Oper „The Crucible“ um 19:30 Uhr und am Freitag, den 16. August 2019, um 13:00 Uhr und um 19:30 Uhr im Theater im Delphi besuchen.
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther
 
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Gewinnspiel: 1×2 Karten (Dinner UND Konzert!) für die „Meisterwerke des Barocks – Vivaldi, Pergolesi, Bach“ im Schloss Charlottenburg – Berliner Residenz Konzerte

Schon immer hat mich die prachtvolle Epoche Barock (1575-1770) mit ihren ausufernden Kleidern und wunderschönen Gebäuden fasziniert. Und da ich zudem eine große Liebhaberin von Opern und klassischer Musik bin, stand es für mich außer Frage, dass ich irgendwann die Berliner Residenz Konzerte im Schloss Charlottenburg besuchen werde.
 
Unsere Wahl fiel am Samstag, den 21. Juli 2018, auf die „Barocke Operngala – Zauber der Klassik“. Zwischen drei Arrangements konnten wir entscheiden: nur Konzert oder Dinner und Konzert oder Schlossbesichtigung, Dinner und Konzert. Wir wählten das Arrangement Dinner und Konzert.
 
Um 19.30 Uhr machten wir uns nach dem wundervoll schmeckenden Drei-Gänge-Menü und einer während des Essens live vorgetragenen Komposition des Barock mit dem Zeremonienmeister und den übrigen Gästen auf den Weg zum Austragungsort des Barocken Konzerts.
 
Um 20 Uhr begann das Konzert und ein neunköpfiges Orchester spielte bekannte Kompositionen des Barock. Begleitet wurde das Konzert von zwei sehr talentierten Solistinnen.
 
Wir fühlten uns an dem Abend in die Zeit des Barock versetzt. Das sehr gut zubereitete Essen, der wunderschöne Ort, die originalgetreuen Kostüme – alles schuf eine unvergessliche Atmosphäre.
Seit dem 22. September 2018 gibt es ein neues Projekt der Berliner Residenz Konzerte: die „Meisterwerke des Barocks – Vivaldi, Pergolesi, Bach“, die bis zum 29.12.2018 ins Programm übernommen wurden und wieder Großartiges versprechen.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann fasse ich noch einmal alles Wichtige zusammen:
 
Was? 1×2 Karten für die „Meisterwerke des Barocks – Vivaldi, Pergolesi, Bach“ im Schloss Charlottenburg – Berliner Residenz Konzerte – DINNER UND KONZERT!!!
 
Wann? Am Samstag, den 1. Dezember 2018
Wo? Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 22, 14059 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 27. November 2018, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Glück!
© E. Günther
 

Die Oper „Madama Butterfly“ – Puccinis tragische Liebesgeschichte

Mit 16 Jahren habe ich Giacomo Puccinis (1858-1924) Oper „Madama Butterfly“ mit meinen Eltern in Verona erleben dürfen. Schon damals hat mich die Tragödie in drei Akten nach „Madam Butterfly“ von David Belasco fasziniert und aufgrund der tragischen Liebe eines jungen Mädchens erschüttert.

Jetzt als Frau musste ich diese Oper noch einmal sehen und überprüfen, ob ich diesen Schmerz genauso nachempfinden kann wie damals mit 16 Jahren. Am Samstag, den 10. März 2018, hatte ich dazu in der Deutschen Oper Berlin die Gelegenheit.
 
Die weltbekannte Oper wurde in einem ausverkauften Saal in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln gesungen. Carlo Rizzi, der zu den führenden Dirigenten weltweit zählt, übernahm die musikalische Leitung.
 
Doch zuerst zu der Handlung, die mich auch noch fast zehn Jahre danach in ihren Bann zieht: Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton heiratet in Japan die junge Geisha Cio-Cio-San, die er liebevoll Butterfly nennt. Butterfly empfindet eine echte und tiefe Liebe für den Amerikaner und nimmt deswegen seinen Glauben an, woraufhin sie von ihrer Familie verstoßen wird.
Doch Pinkerton freut sich schon auf den Tag, wenn er eine Amerikanerin in den USA heiraten wird. Nach den Flitterwochen geht Pinkerton in die USA. Butterfly wartet drei Jahre auf ihn, ohne eine Nachricht von ihm zu erhalten. Die Heiratsanträge der anderen Männer lehnt sie ab. Schließlich kommt Pinkerton eines Tages zurück. Doch kommt er nicht allein, sondern mit seiner amerikanischen Ehefrau, mit der er Butterfly den gemeinsamen Sohn wegnehmen will, um ihn mit seiner neuen Ehefrau gemeinsam in den USA groß zu ziehen. Die verzweifelte Butterfly sieht nur einen Ausweg: Sie bringt sich mit einem Dolch ihres Vaters selbst um.
 
Maria José Siri spielt die wunderschöne und gleichzeitig zerbrechliche Butterfly. Für ihre Liebe zum Amerikaner Pinkerton ist sie bereit, alles zu opfern. Sie nimmt seinen Glauben an, weswegen sich ihre Familie von ihr lossagt. Drei Jahre lang bleibt sie ihrem Pinkerton treu ergeben. Obwohl sie nahe der Armut lebt, keinen außer ihrem Sohn und ihrer loyalen Dienerin Suzuki hat, lehnt sie den Heiratsantrag des Fürstes Yamadori ab. Als verlassene Ehefrau kann sich nicht mehr den Beruf der Geisha ausüben. Bis zuletzt glaubt sie an die Rückkehr ihres geliebten Mannes. Am Ende sieht die enttäuschte und verzweifelte Cio-Cio-San keinen anderen Ausweg als den Freitod. Auf dem Dolch, mit dem sie sich selbst das Leben nimmt, steht: „In Ehren sterbe, wer nicht in Ehren leben kann.“
 
Ich konnte über zwei Stunden lang mit Siri mitfühlen und alle Gefühle nachempfinden: Zuerst ein naives Mädchen, das noch an die große und wahre Gefühle glaubt wird sie zu einer starken Frau, die auf die Rückkehr ihrer großen Liebe hofft, allen Widerständen trotzt und deswegen drei Jahre lang treu bleibt. Am Ende konnte ich und zahlreiche Frauen im Publikum Maria José Siri ihre ausweglose Verzweiflung und die Enttäuschung darüber, dass sich nicht genauso geliebt wurde, abnehmen und vergossen deswegen viele Tränen.
Eine sehr überzeugende Darstellung der Maria José Siri, die zudem über eine sehr kraftvolle Stimme verfügt! Zurecht wurde diese Leistung am Ende mit einem tosenden Applaus gewürdigt.
 
Piero Pretti stellt die Rolle des arroganten Pinkerton überzeugend dar. Obwohl er am Anfang gewarnt wird, dass die Liebe seiner Geisha ernst sei und er ihr das Herz brechen werde, geht er trotzdem die Beziehung, die zum Verderben des Schmetterlings führt und seine Flügel bricht, ein. Pretti macht gesanglich und darstellerisch alles richtig und das Publikum honoriert dies am Ende begeistert.
 
Auch Jana Kurucová in ihrer Rolle der treuen Dienerin und Dong-Hwan Lee in seiner Rolle des mitfühlenden Sharpless glänzen auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin.
Die Kostüme von Pier Luigi Samaritani und das schlichte Bühnenbild ( hintereinander gestaffelten Reihen zarter Gazevorhänge) versetzen den Zuschauer ins traditionelle Japan, in dem die Ehre eine wichtige Rolle spielt.
 
Mein Fazit: Noch heute gehört Puccinis Oper „Madama Butterfly“ zu meinen Lieblingsopern. Egal, ob damals als Mädchen oder jetzt als Frau, beide Mal war ich zutiefst von der echten und treuen Liebe des wunderschönen Schmetterlings ergriffen. Die Operndarsteller singen und agieren fantastisch, die Musik ist traumhaft schön.
 
Weitere Informationen zur Oper:
 
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© E. Günther

 

Gewinnspiel zur Oper DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew – Das 400. Mitglied muss gefeiert werden! –

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Liebe Blogleser,

letzte Woche hat sich mein Blog dank Eurer Unterstützung vergrößert und ich durfte das 400. Mitglied in der „Mein Event-Tipp-Familie“ auf meiner Facebook-Seite begrüßen! Um mich ganz herzlich dafür zu bedanken, starte ich in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper Berlin ein Gewinnspiel auf dieser Seite und verlose heute

2 x 2 Karten für die Oper DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN von Sergej Prokofjew (1891 – 1953): Die Oper in einem Prolog und vier Akten ist in französischer Sprache, aber mit deutschen und englischen Übertiteln.

Wann? am Freitag, den 20. Oktober 2017, um 19.30 Uhr

Wo? In der Deutschen Oper Berlin

Zur Handlung: Am Hofe des Königs Treff macht man sich Sorgen um den Erbprinzen, da dieser depressiv geworden ist. Nur das „Lachen“ kann ihn wieder gesund machen. Truffaldino erhält den Auftrag, den Prinzen zum Lachen zu bringen. Premierminister Leandre und Prinzessin Clarice, die Nichte des Königs, schmieden einen intriganten Plan, um den Prinzen beiseite zu schaffen und selbst an die Macht zu gelangen. Die Hexe Fata Morgana unterstützt die beiden. Als aber die Hexe Fata Morgana zu Boden geht und man auch noch einen Blick auf ihren Unterrock bekommt, beginnt der Prinz laut zu lachen. Die Hexe verflucht ihn dafür. Von nun an soll er von „der Liebe zu den drei Orangen“ besessen sein. Augenblicklich machen der Prinz und Truffaldino sich auf, diese zu finden.

Adresse: Deutsche Oper Berlin

Bismarckstraße 35

10627 Berlin

Das Gewinnspiel dauert bis Mittwoch, den 11. Oktober 2017, um 17 Uhr. Um daran teilzunehmen, müsst Ihr nur diesen Beitrag liken. Selbstverständlich solltet Ihr ein Follower meines Blogs „Mein Event-Tipp“ sein. Also falls Ihr das noch nicht seid, könnt Ihr es ja jetzt nachholen:)

Für das Gewinnspiel wünsche ich Euch viel Erfolg und drücke Euch die Daumen! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen!

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© E. Günther

Gewinnspiel zur Oper „Tod in Venedig“ in der Deutschen Oper Berlin

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Hiermit möchte ich mich wieder ganz herzlich bei Euch beDANKEn: DANKE, dass Ihr meine Beiträge lest! DANKE, dass Ihr meine Berichte liket und diese auch teilt! Vielen Dank für Euer positives Feedback!
Aber weil Taten viel mehr bedeuten als bloße Worte, verlose ich heute in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper zwei Karten für:
Tod in Venedig von Benjamin Britten (1913-1976).
Am Freitag, den 28.04.2017, könnt Ihr um 19:30 Uhr mit Eurer Begleitung zum letzten Mal in dieser Spielzeit die Oper „Tod in Venedig“, einer Oper in zwei Akten, nach Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ in der Deutschen Oper Berlin besuchen!
Die Oper findet in englischer Sprache, mit deutschen und englischen Übertiteln, statt und dauert 3 Stunden (inklusive einer Pause). 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts bietet die Deutsche Oper eine Einführung in das Werk an.
Was Ihr dafür tun müsst? Liket bis Donnerstag, den 13. April 2017, um 17 Uhr dieses Gewinnspiel und schreibt im Kommentarfeld, mit wem Ihr diese Oper besuchen möchtet. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Zur Handlung der Oper:
Der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach leidet an einer Schaffenskrise und entscheidet sich, nach Venedig zu reisen. Im Hotel begegnet der Schriftsteller zum ersten Mal dem polnischen Knaben Tadzio, dessen Schönheit ihn sofort fasziniert. Aschenbach beginnt, Gefühle für den jungen Mann zu entwickeln.
Bei einem Besuch des Hotelbarbiers erfährt er unbestimmte Informationen über eine Seuche in Venedig. In einer deutschen Zeitung liest er anschließend, dass es sich dabei um Cholera handelt.
Aschenbach entwickelt eine wahnhafte Liebe zu Tadzio und sucht dessen Familie in Venedig. So gibt er sich vollkommen seinem Liebesrausch hin und ignoriert die Warnungen, Venedig schnell verlassen zu müssen…
Adresse: Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
Für das Gewinnspiel wünsche ich Euch viel Erfolg und drücke Euch die Daumen!
© E. Günther

Meine Lieblingsoper „Carmen“ in der Deutschen Oper Berlin

Obwohl ich „Carmen“ bis jetzt nie im Ganzen gesehen habe, war ich schon immer von der Oper und der Geschichte ergriffen. Als junges Mädchen träumte ich davon, die Figur Carmen einmal selbst in einer Verfilmung spielen zu dürfen. Diesen Traum konnte ich mir – bis jetzt – nicht erfüllen, doch ging ein anderer Traum von mir in Erfüllung.

Am Samstag, den 2. Juli 2016, besuchte ich mit einer Freundin Georges Bizets (1838-1875) Oper „Carmen“ nach der Novelle Prosper Mérimées in der Deutschen Oper. Und obwohl an diesem Tag Deutschland gegen Italien im Halbfinale spielte, war die Oper bis auf den letzten Platz ausverkauft. Wir saßen in der 17. Reihe, von der wir eine sehr gute Sicht auf die Bühne hatten. Um 19.30 Uhr hörten wir zum ersten Mal das Orchester unter der Leitung Nicholas Carters. Und gleich hatte ich Gänsehaut, da die Musik jedem Carmen-Liebhaber ein Begriff war. Die fast vier Stunden dauernde Oper (mit einer dreißigminütigen Pause nach dem zweiten Akt) findet in französischer Sprache, jedoch mit deutschen und englischen Übertiteln, statt.

Bizets Opéra comique besteht aus vier Akten. In dem ersten Akt wird man in die Handlung eingeführt: Soldaten vertreiben sich auf einem Platz in Sevilla die Zeit. Eine Frau namens Micaëla erscheint auf der Bühne und erkundigt sich bei den Soldaten nach einem gewissen José, der mit der Wachablösung später erscheint. Man erfährt, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen: Micaëla, eine Waise, lebt bei Josés Mutter, um die sie sich auch kümmert und ist offenbar José versprochen.
Doch zunächst sehen wir viele Arbeiterinnen die Tabakfabrik, das höchste Gebäude auf dem Platz, verlassen. Obwohl sich die Männer sofort auf die erschienenen Frauen stürzen, gilt ihr ganzes Interesse vor allem einer Frau: Carmen, einer rassigen Zigeunerin. Doch Carmen wirft ihre Blume nur einem Soldaten zu, den sie zuvor ignoriert hat: Don José.
Nach einem handfesten Streit zwischen Carmen und einer anderen Frau wird Carmen verhaftet und soll von José in ein Gefängnis überstellt werden. Doch der verliebte José lässt sie laufen und wird dafür selbst ins Gefängnis gesteckt.

Der zweite Akt spielt in einer Taverne und ist mein Lieblingsakt, da man hier sehr viele Flamencoelemente der tanzenden Zigeunerinnen sieht und die Carmen-Figur ihr ganzes Temperament entfaltet. Zudem kommt José in diesem Akt aus dem Gefängnis frei und die tragische Geschichte setzt sich fort. Im dritten Akt lernen wir das harte Zigeunerleben in den Bergen kennen, das von Diebstahl gekennzeichnet ist. Waren die Farben in den vorherigen Akten noch lebensfroh, so herrscht hier Dunkelheit und Kälte.
Der vierte und letzte Akt spielt auf einem Platz in Sevilla vor der Stierkampf-Arena und stellt den tragischen Abschluss einer Liebesgeschichte, die von vornherein zum Scheitern veurteilt war, dar.

Carmen wird in der Oper von Agunda Kulaeva gespielt. Kulaeva verkörpert glaubhaft die rassige und temperamentvolle Zigeunerin, die nur sechs Monate lang jemanden lieben kann. Carmen verführt durch ihr laszives Auftreten jeden Mann und erscheint in manchen Szenen wie ein gerade gefangener Panther, der aus seinem Käfig ausbrechen möchte und nicht satt werden kann. Sie will sich von keinem Mann ihre Unabhängigkeit nehmen lassen. Im Gegensatz zu dieser Verführerin, die von José oft als der Dämon bezeichnet wird, steht Micaëla, die häufig den Charakter einer Heiligen erhält.

Micaëla (Norah Amsellem) wird als eine gottesfürchtige Frau gezeichnet. Sie liebt ihren José über alles und ist bereit, um ihn zu kämpfen. Seiner Mutter gegenüber zeigt sie ihre ganze Loyalität, da sie sich aufopferungsvoll auch in Krankheit um sie kümmert.

Zwischen diesen zwei unterschiedlichen Frauen steht der Soldat Don José, von Gaston Rivero verkörpert. Zunächst als ein ehrenhafter Soldat und liebender Sohn dargestellt, raubt ihm seine besessene Liebe den Verstand und die Urteilskraft, was den tragischen Ausgang von Anfang an andeutet.

Die Stimmen der drei oben erwähnten Operndarsteller haben meine Freundin und mich nicht nur bezaubert, sondern haben uns sofort durch ihre Kraft in ihren Bann gezogen. Diese Stimmgewalten führten dazu, dass ich an sehr vielen Stellen Gänsehaut hatte. Aber auch die anderen Darsteller, wie z.B. der Darsteller des Stierkämpfers Escamillo (Derek Welton) oder der Kinderchor überzeugten uns und die anderen im Publikum. Nach fast jeder Szene hörte man Bravo-Rufe von den Zuschauern.

Die realistische Milieuschilderung (Soldaten- und Zigeunerleben) und die authentischen Kostüme von Pierluigi Samaritani trugen zu meiner Ergriffenheit bei. Es war eine Freude, Bizets Oper in ihrer Ursprünglichkeit zu sehen. Die Themen wie Eifersucht, manische Liebe, Sehnsucht nach Freiheit, Untreue, Ehre, Rivalität faszinieren eben auch heute noch. Auch die gewählten Symbole bzw. Bilder sind beeindruckend: Die in Schwarz gekleideten Todesengel am Ende kündigen das Ende an. Der kleine Junge und das kleine Mädchen des Kinderchors zeigen, dass diese typische Mann-Frau-Beziehung auch in den nächsten Generationen fortgesetzt wird. Der Junge (Mann) ist der Torerro, das Mädchen (Frau) der Stier, der von dem Stierkämpfer bezwungen werden soll.

Wer diese bemerkenswerte Oper sehen möchte, der muss sich beeilen: Am Donnerstag, den 7. Juli, (19.30 Uhr) hat man in dieser Spielzeit zum letzten Mal dazu die Gelegenheit.
Weitere Informationen dazu findet Ihr hier:
http://www.deutscheoperberlin.de/d…/calendar/carmen.12680153

Ein nützlicher Hinweis: Die Pause findet erst nach dem zweiten Akt, um ca. 21.10 Uhr, statt! Bitte nach dem ersten Akt, wenn der Vorhang geschlossen wird, damit die Bühnendekoration gewechselt werden kann und sich die Darsteller umziehen können, nicht aufstehen!

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Kontakt: Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
030 34384343

© E. Günther

Oper ohne Grenzen – Konzert für eine offene Kultur

(Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt)

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, wurde ich im Rahmen meiner Bloggertätigkeit zusammen mit meinem Mann zu der Operngala „Oper ohne Grenzen – Konzert für eine offene Kultur“ in der Deutschen Oper eingeladen. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Konzertreihe der deutschsprachigen Opernkonferenz, die in Berlin, Dresden, Düsseldorf und Frankfurt ein Zeichen für eine weltoffene Kultur setzt. Nach Dresden (12. Februar), Frankfurt (3. April) und Düsseldorf (18. April) war es also auch in Berlin soweit. Die normalen Besuchertickets kosten dabei 10 Euro – ein kleiner Preis mit großer Wirkung, denn die Veranstalter unterstützen mit dieser Konzertreihe die Organisation „Start with a friend“.

Die Organisation „Start with a friend“ hilft geflohenen Menschen dabei, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen und sich bestmöglich in die neue Gesellschaft zu integrieren. Dafür bringt „Start with a friend“ die Flüchtlinge mit Einwohnern Deutschlands zusammen, indem sie sich auf deren gemeinsame Interessen konzentriert. Auf der Internetseite der Organisation findet man gleich deren Motto: „geflohene Menschen unterstützen – auf Augenhöhe“. http://www.start-with-a-friend.de/

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, waren auch wir ein Teil des großen Ganzen und nahmen in der 10. Reihe Platz, von wo wir eine sehr gute Sicht auf die Bühne und das folgende Programm hatten. Um 11 Uhr begann die Operngala mit der Ouverture „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), unter der Leitung des Dirigenten Donald Runnicles. Nach dieser wundervollen Musik kam mit Michael Müller der Regierende Bürgermeister Berlins auf die Bühne. Michael Müller erinnerte noch einmal daran, warum diese Veranstaltung stattfinden muss: In schwierigen Zeiten dürfen wir nicht wegschauen, sondern müssen den Menschen in Not helfen. In seiner Rede appellierte Müller zwar an unser Mitgefühl, verzichtete aber dabei auf den moralischen Zeigefinger.

Anschließend kam mit Rolando Villazón einer der berühmtesten und besten Opernsänger unserer Zeit. Der mexikanische Opernsänger mit französischer Staatsbürgerschaft erzählte eine Anekdote aus seinem Leben: Eine Frau sprach ihn einmal auf seine Herkunft an und als sie erfuhr, dass er Mexikaner ist, entgegnete sie: „Und dann sind Sie kein Gärtner?“. Eine Frage, die uns zum Lachen und im gleichen Zug aufgrund des klischeehaltigen Inhalts zum Nachdenken brachte.

Nach den beiden Reden ging es mit „Die Zauberflöte“, einer Oper in zwei Aufzügen, weiter. Wir kamen in den Genuss, uns drei Auftritte aus der Oper anhören zu dürfen. Tobias Kehrer sang dabei „O Isis und Osiris“ und Emily Hindrichs „O zittre nicht…Zum Leiden bin ich auserkoren“. Bei „Hm! Hm! Hm!… Der Arme kann von Strafe sagen“ waren gleich mehrere wundervolle Opernsänger auf der Bühne: Siobhan Stagg, Attilo Glaser, Thomas Lehman, Karolina Gumos, Maria Kataeva. Sebastian Weigle übernahm hier die Aufgabe des Dirigenten.

Nach den zauberhaft vorgetragenen Opernnummern gab es mein persönliches Highlight: zwei Auftritte aus meiner absoluten Lieblingsoper „Carmen“, einer Opéra comique in vier Akten, von Georges Bizet (1838-1875). Und ich bekam eine vortreffliche Carmen zu sehen (tanzend in einem eng anliegenden roten Kleid) und zu hören. Begleitet wurde sie von zwei weiteren talentierten Opernsängerinnen. „Les tringles des sistres tintaient“ und „Nous avons en tête une affaire“ wurden von folgenden Opernsängern gesanglich zum Besten geboten: Maria Kataeva, Magdalena Hinterdobler, Rebecca Jo Loeb, James Kryshak und Thomas Lehman. Die Reaktion des Publikums war eindeutig: Bravo-Rufe ertönten im Saal.

Nach diesem gesanglich und darstellerisch exzellenten Teil wurde der Zuschauer wieder daran erinnert, warum er da war. Auf die Bühne kam ein blondes Mädchen, ein dunkelhäutiger und ein asiatisch aussehender Junge. Alle drei unterhielten sich in einer uns allen unbekannten Sprache. Der Regisseur Martin G. Berger löste später das Ganze auf: Mit seiner Jugendproduktion „Neuland“ schuf er ein Theaterstück, in welchem Jugendliche unterschiedlicher Herkunft ihre eigene Sprache (Neuländisch) erfanden, ihren eigenen Staat (Neuland), in dem jeder gleich war, gründeten. Nach der Vorstellung der drei Jugendlichen (einer kam aus Somalia, einer aus den USA und eine aus Deutschland) sang das Publikum mit den Jugendlichen und dem Regisseur feierlich die Hymne Neulands, mit der Hand auf dem Kopf.

Danach folgte auch schon das nächste musikalische Highlight: Giuseppes Verdis (1813-1901) „Rigoletto“, ein Melodrama in drei Akten. Auf der Bühne sahen und hörten wir Katerina Tretyakova, Markus Brück, James Kryshak, Thomas Lehman, Andrew Harris, Margerita Gritskova und Attilo Glaser. Die Interpretation von „Caro nome“, „Zitti, zitti“ und „Bella figlia dell’amore“ entfachte im Publikum auch ein Feuer der Begeisterung und des tosenden Applauses. Dies wurde bei Gioacchino Rossinis (1792-1868) „La Cenerentola“, von Margerita Gritskova gesungen und von Roberto Rizzi Brignoli dirigiert, fortgeführt.

„Es sucht der Bruder seine Brüder, und kann er helfen, hilft er gern.“
Für diese Veranstaltung gab es keinen besseren Abschluss als die Oper „Fidellio“, die einzige Oper von Ludwig van Beethoven (1770-1827) in zwei Akten, in der es auch um Menschlichkeit geht. „Heil sei dem Tag“, das Finale des zwei Aktes, wurde dabei inbrünstig von folgenden Opernsängern vorgetragen: Anna Samuil, Corby Welch, Markus Brück, Tobias Kehrer, Dong Hwang Lee, Siobhan Stagg und Ivan Tursic.

Uns hat die Veranstaltung sehr berührt, sowohl durch deren Konzept als auch durch die einzigartigen Opernsänger und Musiker. Nächstes Jahr werden wir unbedingt wieder hingehen. Aber diesmal werde ich Euch vorher darüber informieren.

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© E. Günther