„Parade“ im Chamäleon Theater – die Entdeckung der neuen Zirkuswelt Berlins

Das Chamäleon ist ein Lebewesen, das sich ständig der umgebenden Natur anpassen und dementsprechend immer wieder verwandeln kann. In einigen Kulturen symbolisiert zudem das Chamäleon die Einheit aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Und diese beiden Definitionen treffen definitiv auch auf das Chamäleon Theater, Berlins Spielstätte Nummer 1, wenn es um den Neuen Zirkus geht, zu. Immer wieder erfindet sich das Chamäleon Theater neu und zeigt in jeder Saison immer wieder verblüffende und besondere Shows, die den Zuschauer verblüfft zurücklassen, so auch mit der neuen Show „Parade“.
 
Am Samstag, den 7. Oktober 2017, besuchte ich im Rahmen eines Bloggerevents die Show des Regisseurs Brendan Shelper, der für seine außergewöhnlichen Inszenierungen, wie der Eröffnungszeremonie für die europäische Kulturhauptstadt Aarhus 2017, bekannt ist und seiner internationalen Berliner Artistentruppe battleROYAL, und erwartete zurecht wieder Großes.
 
Wie die Shows davor hatte auch diese Show der achtköpfigen Künstlertruppe einen roten Faden, der sich durch das ganze Programm zog: die Suche nach der eigenen Identität. Genauso wie die Artisten auf der Bühne so maskieren auch wir uns im alltäglichen Leben, um anderen zu gefallen und verlieren uns dabei oft selbst. Zudem wurde dieses Stilmittel von Shelper auch bewusst eingesetzt, damit sich das Publikum auf den Körper der Akrobaten und deren Fähigkeiten konzentriert.
Und das haben wir alle. Wie kleine Kinder saßen wir gespannt und verzaubert von der Leichtigkeit der schweren Nummern auf unseren Stühlen.
 
Am meisten verzaubert war ich an diesem Abend von den anmutigen Performances der Frauen: Egal ob die schöne Beata Surmiak mit ihren kraftvollen Hand-auf-Hand- und Handstandprogrammpunkten oder die freche Emma Serjeant (Handstand, Kontorsion, Akrobatik) oder die sympathische Laurie Marchand (Akrobatik, Partnerakrobatik, Hoop-Diving, Tanztrapez) – alle drei zeigten Unvorstellbares auf der Bühne und wirkten dennoch dabei so leichtfüßig und gefühlvoll.
 
Der dreifache Weltmeister im Breakdance, Àlvaro Medrano Lopez, hat natürlich sofort mein Herz gewonnen, indem er einen nicht nur mit seinem Aussehen zum Schmachten brachte, sondern auch mit seinen komplexen Breakdance-Moves den Zuschauer in seinen Bann zog.
 
Aber auch die anderen Artisten verdienen es, zu den Besten ihres Faches gezählt zu werden: Jamie Swan (Hand auf Hand, Strapaten), Jon Allingham (Akrobatik, Partnerakrobatik, Hoop Diving) und der „Hipster“ Justin Sherry (Akrobatik, Partnerakrobatik, Hoop Diving) überzeugten mit ihrem Charme, ihrem Witz und ihrer akrobatischen Präzision und Stärke.
 
Der Perkussionist Takumi Motokawa und die mit Popmusik gemischte Elektromusik sorgten dafür, dass der Abend auch visuell ein Erlebnis wurde. Die innovativen Videoinstallationen, die von den Künstlern in Echtzeit live animiert wurden, rundeten schließlich dieses auditiv-visuelle Spektakel ab.
 
Mein Fazit: Ich erlebte gestern einen ganz besonderen Abend, an dem die Leidenschaft für den Tanz, die Musik und die Akrobatik durch körperliche Bewegung auf höchstem Niveau, durch charmanten Humor und durch zauberhafte Bilder auf den Zuschauer transportiert wurde. An diesem Abend ist auch der Letzte von der Liebe zum Neuen Zirkus erfasst worden.
Bis zum 18. Februar 2018 habt Ihr noch die Gelegenheit, diese fesselnde Show im Chamäleon Theater zu besuchen.
 
Weitere Informationen zur Show:
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther

 

 

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Break the Tango – Tango meets Streetdance

Tanzen bedeutet Leidenschaft und völlige Hingabe und wenn zwei auf den ersten Blick nicht zusammen passende Tänze miteinander auf der Bühne verschmelzen sollen, dann versprichst es eine explosive Mischung zu werden.

Das hat sich auch German Cornejo, Tangoweltmeister und Choreograf, vor drei Jahren gedacht, als er auf die Idee kam, Tango und Streetdance in einer Show zu vereinen. Und endlich kam Cornejo mit seiner Tanzshow auch nach Deutschland.
 
Am Freitag, den 22. September 2017, besuchte ich im Admiralspalast, mittlerweile meinem zweiten Zuhause, „Break the Tango“ und spürte von der ersten Minute an die knisternde Erotik auf der Bühne, wenn rassige Männer mit genauso rassigen Frauen mit unglaublich langen Beinen den Argentinischen Tango, der für mich den leidenschaftlichsten Tanz darstellt, dem Zuschauer näher bringen.
 
Am meisten beeindruckt war ich an diesem Abend von der tänzerischen Interpretation der Passion durch die Hauptprotagonisten German und Gisela und von Edgar und Pamela und ihrer temperamentvollen Darstellung des Tangos in der Luft. Die Zuschauer im Saal waren in jeder Minute elektrisiert.
 
Einen weiteren wichtigen tänzerischen Bestandteil der Show stellt das internationale Hip-Hop-Quintett um „Dance Captain“ Henry Monsanto dar, das mit seinen dynamischen Breakdance-Moves des Choreografen Björn «Buz» Meier das Publikum mitriß. Zunächst tanzten die Jungs gegen, danach neben den Tango-Tänzern, um schlussendlich mit ihnen zu einer perfekten Symbiose zu verschmelzen. Es erschien schließlich so, als ob die beiden zunächst kontrastreichen Tänze zu einem Tanzgenre wurden.
 
Dass es gestern ein perfekter Abend wurde, lag aber nicht nur an den Tänzern, sondern auch an der grandiosen Livemusik der vierköpfigen Elektrotango-Band Otros Aires mit dem gesanglichen Ausnahmetalent Gisela Lepio, das uns mit seiner voluminösen Stimme Gänsehautmomente bereitete. Auch der Gitarrist brillierte mit seiner Stimme. Genauso wie zwei verschiedene Tanzstile miteinander gemischt wurden, so hörten wir auch eine musikalische Verschmelzung von klassischen Tangoliedern mit modernen Songs und Hip-Hop-Beats.
 
Mein Fazit: German Cornejo hat eine erstklassige Tanzshow kreiert, in der die beiden Tanzstile Tango und Streetdance zu einer leidenschaftlichen Symbiose verschmelzen, die sich in der mitreißenden Musik der Live-Band widerspiegelt. Die Show läuft noch bis einschließlich Sonntag, den 24. September 2017, im Admiralspalast (Berlin) und zieht dann nach Wien, Zürich und Paris.
 
Weitere Informationen zur Show:
 
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Text © E. Günther
Fotos © René Tanner

 

Dornröschen – der märchenhafte Ballettklassiker in der Deutschen Oper Berlin

Es war einmal ein König und eine Königin, sie wünschten sich nichts mehr als ein Kind. Nach langem Warten bekam die Königin endlich ein Mädchen. Es war ein wunderschönes Mädchen. Der König und die Königin veranstalteten daraufhin ein großes Fest und luden das ganze Volk und alle guten Feen ein.

Ich bin mir sicher, dass wenn ich den Anfang dieses Märchens jedem großen und kleinen Kind vorlesen würde, dann würde jeder sofort wissen, um welches Märchen es sich hierbei handelt: um „Dornröschen“.

Am Freitag, den 30. Juni 2017, kamen wir in den Genuss, dieses Märchen als Ballettaufführung in drei Akten mit Prolog mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky, nach der Choreografie und Inszenierung von Nacho Duato und der musikalischen Leitung von Robert Reimer zu erleben.
Schon bei der „Der Nussknacker“-Inszenierung war ich davon begeistert, wie Duato die Geschichte tänzerisch und Reimer die Musik von Tschaikowsky umsetzten und war also wieder sehr gespannt.

Das Ballettmärchen beginnt mit einem Prolog: Nach vielen Jahren hat sich endlich der sehnlichste Wunsch des Königspaares erfüllt: die Geburt eines Kindes! Sie nennen die Tochter Aurora, und heute soll eine Taufe stattfinden. Zu der Feier wurden neben der Hofgesellschaft auch die guten Feen eingeladen, die der Prinzessin Geschenke und gute Wünsche überbringen. Allerdings hat das Königspaar die dunkle Fee Carabosse nicht zur Taufe eingeladen. Aus Wut darüber, dass sie keine Einladung erhalten hat, verflucht sie Aurora.
Wenn Aurora ihr 16. Lebensjahr erreichen werde, solle sie sich an einer Spindel stechen und daran sterben. Die Fliederfee, die als Glückbringerin gilt, kann zwar den Fluch nicht rückgängig machen, aber doch etwas abmildern: Aurora werde nicht sterben, sondern lediglich in einen hundertjährigen Schlaf fallen. Wenn sie dann von einem Prinzen geküsst werde, erwacht sie wieder zum Leben.
Nach einer kleinen Pause, bei der die Zuschauer im Saal aber sitzen bleiben, geht es mit dem 1. Akt, der Auroras 16. Geburtstag zeigt, weiter. Die Prinzessin feiert ihren 16. Geburtstag und erfreut sich an den Heiratsanträgen der vier jungen Prinzen. Auf der Feier erhält Aurora einen riesigen Strauß Rosen, in dem Carabosse eine Spindel versteckt hat, an der sich das Mädchen sticht….

Meinen Lieblingsakt stellt der dritte Akt dar, in dem alle Märchenfiguren auf dem rauschenden Fest grazil tanzen: egal, ob Rotkäppchen und der Wolf (Maria Boumpouli und Giacomo Bevilacqua), der Froschkönig und die Prinzessin (Pamela Valim und Wei Wang), Kater und Kätzchen (Ulian Topor und Danielle Muir), der blaue Vogel und Prinzessin Florine (Marina Kanno und Denis Vieira) – alle scheinen eingeladen worden zu sein und lassen das Kostümfest noch farbenfroher erscheinen.
Dass das Fest so pompös und farbenprächtig erscheint, ist dem Bühnenbild und den Kostümen der preisgekrönten Designerin Angelina Atlagic zu verdanken, die in jeder Szene unsere Fantasie anregt.

Tänzerisch hat mich an diesem Abend am meisten Ksenia Ovsyanick überzeugt, die gleich bei ihrem ersten Auftritt einen Applaus von offensichtlich bekennenden Bewunderern ihres tänzerischen Talents bekommt und die mit einer unglaublichen Leichtigkeit die Rolle der Prinzessin Aurora ausfüllt.
Ein weiterer tänzerischer Stern an diesem Abend war für mich Julia Golitsina, die ihrer Rolle der Fée des Lilas etwas Zauberhaftes verleiht.
Marian Walter kannte ich schon von „Der Nussknacker“, auch an diesem Abend hat er uns in seiner Rolle des Prinzen Desiré sehr gefallen.
An diesem Abend bekam aber auch eine andere Figur einen begeisterten Applaus: Die Figur Carabosse wurde von dem männlichen Tänzer Michael Banzhaf auf der Bühne verkörpert, der es schaffte, das Bedrohliche der bösen Fee auf den Zuschauer zu transportieren.

Mein Fazit: Mit seiner Inszenierung des Ballettmärchens „Dornröschen“ gelingt Nacho Duato eine zauberhafte und verspielte Version, in der wir zusammen mit den talentierten Tänzern in eine Märchenwelt voller Magie eintauchen. Ich konnte ca. zwei Stunden lang nicht aufhören, verträumt zu lächeln und war wie der größte Teil des Publikums hin und weg. Am Ende haben die Zuschauer die Tänzer und die Verantwortlichen zurecht begeistert gefeiert.

An folgenden Terminen läuft noch „Dornröschen“ in der Deutschen Oper:
Montag, den 3. Juli 2017
Mittwoch, den 5. Juli 2017
Freitag, den 15. September 2017
und an vier Tagen im Oktober 2017.

Adresse: Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin

Weitere Informationen zu „Dornröschen“ (Ballett):
http://www.staatsballett-berlin.de/de/spielplan/dornroschen/30-06-2017/376
https://www.facebook.com/StaatsballettBerlin/
https://www.deutscheoperberlin.de/
https://www.facebook.com/DeutscheOperBerlin/

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© E. Günther

 

 

 

Festivalzeit in Berlin – Performing Arts Festival, SOFA im Admiralspalast und Circus Festival

Es ist endlich Sommer! Die Temperaturen steigen, die Musik wird immer lauter und die Laune immer besser. Zum Glück leben wir in Berlin, der Stadt der kulturellen Vielfalt, in der vor allem im Sommer verschiedene Festivals stattfinden. An dieser Stelle werde ich Euch drei dieser Festivals genauer vorstellen: Performing Arts Festival, SOFA im Admiralspalast und Circus Festival.
 
Performing Arts Festival Berlin (13.-18. Juni 2017):
Künstler der freien Szene zeigen in über 120 Inszenierungen, was Berlin kulturell zu bieten hat. 60 Berliner Spielstätten, darunter Ballhaus Ost, HAU Hebbel am Ufer, Sophiensæle, Theaterdiscounter, ATZE Musiktheater und das ACUD-Theater, zeigen Theaterstücke, Performances, Tanzaufführungen und vieles mehr.
Den Auftakt des Festivals bildet die große Eröffnungsveranstaltung Open up, PAF! am 13. Juni um 20 Uhr im diesjährigen Festivalzentrum in der Alte Münze in Berlin-Mitte. 
 
Kontakt: Performing Arts Festival
Pappelallee 15
10437 Berlin
030 30346628
 
Weitere Informationen:
 
 
 
SOFA – Sommerfestival im Admiralspalast (15. Juli bis 20. August 2017)
Eine meiner Lieblingsspielstätten in Berlin lässt es im Hochsommer auf allen Etagen so richtig krachen und lädt alle Berliner, egal ob Klein oder Groß, ein, um gemeinsam kulturell was zu erleben.
Mit „Der Hauptmann von Köpenick“ (19.07. – 06.08.2017), einem echten Berliner Volkstheater-Musical, und „Cats“
(09.08. – 19.08.2017), einem rekordverdächtigem Klassiker von Andrew Lloyd Webber, werden gleich zwei Musicals gespielt. Als bekannter Musicalfan habe ich natürlich schon für beide Veranstaltungen die Karten geholt.
Märchen sind nicht nur was für kleine Kinder, sondern verzaubern genauso auch große Kinder. Aus diesem Grund erfahren wir bei „Grimm“ (15.07. – 26.07.2017) alles über die wahre Geschichte von Rotkäppchen. Aber SOFA wird natürlich mit Sandtheater, Poetry Slam, Konzerten und Cabaret viel mehr zu bieten haben. Überzeugt Euch selbst davon:
 
Kontakt: Admiralspalast
Friedrichstraße 101
10117 Berlin
030 22507000
 
 
 
Berlin Circus Festival (25.08.-03.09.2017)
Zum 3. Mal findet auf dem Tempelhofer Feld das Berlin Circus Festival statt, zum dritten Mal wird der zeitgenössische Zirkus zelebriert und das zehn Tage lang. Bei großen Produktionen werdet Ihr Zeuge künstlerischer Symbiosen aus Tanz, Artistik und Performance. Das Festival konnte dieses Jahr das finnische Institut als Partner gewinnen. Finnische Produktionen und finnische Spezialitäten warten auf Euch.
 
Kontakt: Berlin Circus Festival
Tempelhofer Damm 104
12101 Berlin-Mitte
 
Weitere Informationen:
 
 
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© E. Günther

 

 

Madi – ein Erlebnis aus 1001 Nacht im Zelt der Sinne

„Wer die Perlen seiner Gegenwart auf Schnüre ziehen will, erhält als Lohn nicht Ketten der Vergangenheit, sondern ein Lichtgeschmeide der Erinnerung, das auch vom Anblick aus der Zukunft her sich immer ändern lässt.“ (Christa Schyboll)

Die Zeit vergeht so schnell, dass wir endlich lernen sollten, diese mit schönen Erinnerungen zu füllen. Dafür eignet sich der Besuch der Orientalischen Dinnershow „Karawans“, die wir am Samstag, den 6. Mai 2017, erlebt haben, hervorragend.

Unsere Reise ins Morgenland begann damit, dass uns im Eingangsbereich von traditionell gekleideten Mitarbeitern des Zeltes kleine Brotstückchen angeboten wurden, die wir ins Öl und anschließend in den Sesam tunken sollten. Anschließend wurden unsere Hände mit Rosenwasser gereinigt. Zudem hat man die Möglichkeit, sich im Foyer die Hände mit Henna bemalen zu lassen, eine Gelegenheit, die ich mir sicherlich beim nächsten Besuch nicht entgehen lassen werde.
Natürlich darf auch ein Fotograf nicht fehlen, der von dir und deiner Begleitung Fotos macht, die man am Ende der Show käuflich erwerben kann.

Nach der langen Reise im Foyer wurden wir natürlich noch neugieriger auf unser Reiseziel und bekamen langsam Hunger. So betraten wir ein wie von Beduinen eingerichtetes Zelt und nahmen mit vier anderen Gästen Platz an dem wunderschön dekorierten Tisch, auf dem schon die Vorspeisen auf unsere Verköstigung warteten: arabisches Brot, Falafel, Hummus, Teigtaschen gefüllt mit Spinat und Käse und Labane (Frischkäse aus Joghurt und Ruccola). Um mein Interesse für die kulinarischen Traditionen der arabischen Halbinsel noch mehr zu unterstreichen, habe ich die Vorspeisen mit den Händen gegessen.

Im Laufe der fast dreistündigen Show wurden noch drei weitere Gänge serviert:
° Harira-Suppe mit Feigen, nach marokkanischer Art zubereitet
° als Hauptgang Whaleema Arabique, eine arabische Festspeisenplatte mit Couscous, Fleisch und gedünstetem Gemüse.
Hier fand ich es besonders toll, dass es eine große Platte war, aus der wir mit den anderen Gästen uns Essen auf unseren Teller gelegt haben, was zur Kommunikation am Tisch sehr viel beigetragen hat.
° am Ende des Abends Mocca mit einem orientalischen Gebäck.

Doch das sehr gut zubereitete Essen wurde in die Show, durch die uns der sehr freundliche Gastgeber Joey Bozat geführt hat, eingebettet. Überhaupt waren das ganze Personal und die Artisten sehr freundlich und zuvorkommend.
Die Artisten wurden an dem Abend von einer Live-Band begleitet, die orientalische Musik gespielt, aber nie statisch an nur einem Platz gesessen hat, was die gute Stimmung auch noch zusätzlich gesteigert hat.

Was ich sehr interessant fand, war, das obwohl es ein arabischer-nordafrikanischer-orientalischer Abend war, die Akrobaten aus verschiedenen Ländern kamen, darunter Italien, Brasilien und den USA. Uns wurde eine artistisch gesehen eine sehr abwechslungsreiche Show dargeboten: Wunderschöne Frauen (und Männer) tanzten Bauchtanz, wir sahen Luftakrobatik, heiße Feuerdarbietungen und grazile Kunststücke mit einem Stock.
Auch habe ich mich sehr darüber gefreut, etwas von dem Unterschied zwischen den Beduinen (Nomaden der arabischen Länder) und Tuareg (Nomaden der nordafrikanischen Länder) erfahren zu haben.

Am Ende des Abends waren wir alle traurig, dass die Reise zu Ende war! Einige Gäste sind dann noch in die hauseigene Shisha-Lounge gezogen.
Mein Fazit: Im Zelt der Sinne vergisst man die Zeit und fühlt sich an einen geheimnisvollen Ort gebracht! Diese Reise kann ich jedem empfehlen. Die Reisetickets kosten:

Show-Tickets für freitags und samstags für 64 Euro (Kinder bis 12 Jahre zahlen den halben Preis).
Das 4-Gänge-Menü kostet 15 Euro, was ich sogar als sehr günstig empfinde.
Auch kann man Getränke-Arrangement für ca. 3,5 Stunden buchen (26 Euro). Wir haben jedoch Getränke von der Karte bestellt.
Als Nächstes möchte ich unbedingt den Orientalischen Märchenbrunch im Zelt der Sinne besuchen, der jeden 1. und 3. Sonntag im Monat stattfindet.

Weitere Informationen zu Madi:
http://www.madi-zelt.de/
https://www.facebook.com/madizelt/

Madi – Zelt der Sinne
Bernhard-Lichtenberg-Platz 1
13507 Berlin-Tegel

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© E. Güntherlogo_comp_rgb

 

 

 

Scotch&Soda im Chamäleon Theater – eine Reise in die neue Zirkuswelt Australiens

Das Chamäleon Theater schafft es immer wieder, internationale und innovative Zirkusproduktionen nach Berlin zu holen und den Zuschauer in jeder Spielsaison in die neue Zirkuswelt eines anderen Landes zu entführen.

 Nachdem ich bereits die australische Show „Wunderkammer“, die tschechische Produktion „Roots“ und das schwedische Zirkusprogramm „Underart“ im Chamäleon Theater besucht habe, ging es am Sonntag, den 9. April 2017, mal wieder ins Chamäleon.
Im Rahmen des Kulturjahres „Australia now Germany 2017“ gastiert in diesem Jahr wieder eine australische Zirkustruppe in Berlin: Company 2, ein Ensemble bestehend aus Brisbanes Zirkus-Artisten unter der Regie von Chelsea McGuffin und David Carberry. Damit gehört die Show „Scotch&Soda“ der Company 2 zu den zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2017, darunter Konzerte und Ausstellungen, des Festivals „Australia Now“, einer kulturellen Initiative der Australischen Botschaft, die sich zum Ziel setzt, dem deutschen Publikum die australische Kunst und Kultur näher zu bringen.
 
Am 9. April 2017 nahm ich in der ersten Reihe Platz und hatte einen sehr guten Blick auf die Bühnendekoration, die das Flair eines Wanderzirkus der 20er Jahre vermittelte. Als um 18 Uhr die Show begann, befanden wir uns mitten auf einer exzessiven Party in der Prohibitionszeit – zur legendären Jazz-Musik.
 
Fünf Akrobaten (David Carberry, Alice Muntz, James Kingsford Smith, Kate Muntz und Skip Walker-Milne) sorgten für eine wilde und ausgelassene Feier, bei der auf Flaschen und auf einer aus Kisten und Koffern bestehenden Pyramide balanciert und der Zuschauer mit unterschiedlichen Facetten der Partnerakrobatik unterhalten wurde.
Mal wieder traten an diesem Abend sehr talentierte Akrobaten im Chamäleon auf, die dem Zuschauer durch ihre unterschiedlichen Kunststücke an den Strapaten, an dem Chinesischen Mast und auf einem fahrenden Kunstfahrrad den Atem raubten. Die vielen Programmpunkte wurden dabei so schnell und fließend präsentiert, dass ich Angst hatte, zu blinzeln und so etwas zu verpassen.
Allerdings wirkten die vielen Kunststücke in keiner Sekunde angestrengt, denn die australischen Artisten bewiesen viel Humor, indem sie sich nicht zu schade waren, auch über sich selbst zu lachen.
 
Wie schon beim schwedischen Programm „Underart“ standen auch in der australischen Show „Scotch&Soda“ die Musiker in der Mitte der Bühne und waren ein fester Bestandteil der Show. Diese grandiose Partystimmung wäre ohne die Uncanny Carnival Band, bestehend aus fünf Musikern (Lucian McGuiness, Ben Hendry, Chris Odea, Eden Ottington und Matthew Ottingnon), nicht denkbar. Die Band unterhielt das Publikum auf einem sehr hohen Niveau mit einer fröhlichen Jazz-Musik, an manchen Stellen mit den Klängen der neu interpretierten Musik der Aborigines. Jeder einzelne Musiker bewies zudem sein Können in seinem humorvoll inszenierten Solo.
So erlebte der Zuschauer eine Produktion, bei der die beiden Sinne Sehen und Hören gleichermaßen angesprochen wurden und bei der die Artisten zwischendurch auch die Rolle des Musikers und umgekehrt übernommen haben.
 
Mein Fazit: Ich kann Euch die freche und temperamentvolle Show „Scotch&Soda“ wärmstens empfehlen. Company 2 verzaubert mit einer perfekten Symbiose aus Akrobatik, Jazz-Musik und australischem Humor! Bis zum 20. August 2017 könnt Ihr Euch davon noch überzeugen.
 
Weitere Informationen zur Show „Scotch&Soda“ im Chamäleon Theater:
 
Weiteres zur Zirkustruppe Company 2:
 
Weitere Informationen zur The Uncanny Carnival Band inkl. Hörproben:
 
Mehr Informationen zur Australischen Botschaft in Deutschland:
 
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther

 

 

Berlin Nights – Finden in Berlin die besten Parties statt?

Berlin ist mehr als eine Stadt, Berlin ist eine Lebenseinstellung: laut, verrückt, dynamisch und bunt wie seine Bewohner. Dies sieht man jedes Wochenende auf den zahlreichen Parties in der Hauptstadt. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Veranstalter dieses Thema, Berlin bei Nacht, in EIN Showkonzept packen würde.
 
Das intensive Partyleben Berlins inspirierte Samuel Entertainment dazu, „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer am Platz auf die Bühne zu stellen und noch einmal zu zeigen, warum wir das moderne Berlin so sehr lieben (sollten).
Am Samstag, den 25. März 2017, waren wir auch Gäste der „Berlin Nights“. Schon im Foyer erkannten wir das Konzept der Show: Berlins Clubnächte. Das Foyer wurde etwas dunkel gehalten, ein DJ spielte House-Musik und man konnte die von der Knalle Popcornditorei hergestellten und unglaublich leckeren Popcorn mit Schokoladen- und mit Barbecuegeschmack käuflich erwerben. Wir waren also mehr als gespannt darauf, zu erfahren, wie die eigentliche Show und Feier werden würde. Um 20 Uhr war es dann soweit…
 
Es findet eine der vielen legendären Clubnächte in Berlin statt.
Zu Beginn sehen die Zuschauer auf der Bühne eine festliche Gala mit der aus diversen Castingshows bekannten Contemporary Dance-Crew Zanshin. Begleitet wird dieser ästhetische und anmutige Tanz von dem Pianospieler Timothy Thorson. Zu der Musik von Franz Liszt zeigen die verschiedenen Tanzpaare eine Symbiose aus Tanz und Leidenschaft, während es bei einem Paar aber zu einem später tragisch endenden Streit kommt.
 
Nach dieser intensiven Performance darf das Publikum ein wenig durchatmen, denn die Fothamockaz, vier tanzwütige Berliner Jungs, sorgen für einen Umbau direkt auf der Bühne. Aus einer vornehmen Party soll eine Clubatmosphäre mitten auf der Bühne entstehen. Doch die Jungs scheinen ihre Arbeit nicht ganz ernst zu nehmen, denn immer wieder lassen sie sich von der Musik ablenken und machen mit den Arbeitsutensilien ihre eigene Party. Aber wen wundert das schon? Denn Fothamockaz ist eine in Berlin bekannte Urban Entertainment Dance-Crew, die einfach nicht still stehen kann.
 
Die unvergessliche Clubnacht kann nun beginnen. Nachdem man es geschafft hat, an dem Türsteher Sascha Thies vorbeizukommen, ist man mittendrin in dem Partygeschehen. Schöne Gogo-Girls, die Berlin Showgirls, tanzen lasziv zu alten und neuen Hip Hop-Liedern des nicht nur in Berlin bekannten Djs DJ Tomekk. Auch der Showbarkeeper Florent Rabaté zeigt mit seiner schnellen Flaschenakrobatik, warum er zurecht auf dieser Party sein darf.
 
Und was wäre eine fulminante Party in Berlin ohne die richtigen Tanzcrews?! Die Deutschen Meister und Brüder M.I.K.Family (eigentlich sind es vier Brüder) bringen durch ihre Hip Hop- und Krumping-Moves jeden Zuschauer im Saal zum Schwitzen. Samuels (Crew Urban Club Dance) sorgt mit ihrem Streetdance, kombiniert mit lateinamerikanischen Tanzelementen, dafür, dass ich nicht mehr ruhig sitzen kann, sondern auf meinem Sitz mitgrooven muss.
Beim Breakdance, vorgeführt von Tridiculous, Airdit und Pedram, klatscht jeder im Publikum wild mit. Was soll ich sagen?! Dat is halt Berlin…Und um dies zu untermauern, singt der Künstler Renee das Lied „I am Berlin“.
 
Nach der Pause präsentiert uns Lisa Kühn, ein Mitglied der Zanshin-Truppe, tänzerisch, wie zerbrechlich doch eine starke Frau sein kann. Zuvor noch selbstbewusst und zielstrebig zerbricht die junge Frau an den Erwartungen der Gesellschaft. Eine Tanzperformance, die mich zu Tränen rührte.
 
Wenn man etwas Wertvolles verloren hat, dann weiß man es oft erst im Nachinein zu schätzen. So ergeht es auch ihrem „Partner“ in der Show: Rostyslav Hubaydulin (Tridiculous) verarbeitet diesen schweren Verlust mithilfe seines dramatischen Strapaten-Programms, das ihm eine Menge Körperbeherrschung abverlangt.
 
Danach braucht man etwas Entschleunigung und bekommt diese auch: in Form des Erzählers Engelbert von Nordhausen, der Berliner erzählt seine etwas verrückte Geschichte, wie er zur Synchronstimme von Bill Cosby und Samuel L.Jackson wurde.
Nach der notwendigen Pause darf man wieder ausgelassen feiern. Und zwar gemeinsam mit der Live-Band Nader Rahy&Band, die sich sogar des schwierigen und legendären Liedes „Purple Rain“ von Prince annimmt.
Und auch auf dem Live-Konzert dürfen die vorher erwähnten Ausnahmetänzer nicht fehlen. 
 
Und wer an diesem Abend von der unbändigen Freude der Tänzer und Musiker angesteckt wurde, der durfte anschließend auf der Aftershow-Party im „The Grand Club“ weiterfeiern.
 
Mein Fazit: „Berlin Nights“ stellt alles dar, was Berlin so besonders macht: Lebensfreude, Temperament, Vielseitigkeit, Kreativität und Internationalität, auf die wir alle stolz sein können. Wer diese berauschende Party selbst erleben möchte, dem kann ich die nur aus 12 Shows bestehende Veranstaltung „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer Platz nur empfehlen. Bis zum 9. April, dem Tag meines Geburtstages, habt Ihr dazu noch die Gelegenheit…
 
Weitere Informationen:
 
Adresse: Theater am Potsdamer Platz
Marlene-Dietrich-Platz 1
10785 Berlin
 
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Text © E. Günther
Fotos © Henny Steffens und Nicholas Ritter

„Like Berlin“ im Wintergarten Varieté – Was macht Berlin aus?

„Du bist verrückt, mein Kind, du musst nach Berlin.“ (Franz von Suppé)
Genau aus diesem Grund bin ich mit meiner Familie vor ca. 19 Jahren nach Berlin, Europas Hauptstadt, gekommen.
Keine andere Stadt in Europa versprüht so viel Charme und Lebensgefühl und hat so eine emotionale Geschichte zu erzählen.
Gemeinsam mit der Kreativschmiede BASE Berlin zollt der Wintergarten mit seiner neuen Show von Markus Pabst und Pierre Caesar , „Like Berlin“, dieser facettenreichen Stadt den längst überfälligen Respekt.
 
Am Samstag, den 4. März 2017, kamen wir in den Genuss dieser wilden, nostalgischen und enthusiastischen Show, die Berlins Geschichte bis zur Gegenwart – ohne einen moralischen Zeigefinger, dafür aber mit bunten Bildern auf der Bühne – erzählt. Natürlich dürfen auch aktuelle Themen, die die Berliner beschäftigen, nicht fehlen: Burka, Hipster, der Straßenfeger, BSR und der Berliner Flughafen – alles wird auf der Bühne kunterbunt präsentiert. Die Bühnendekoration ist diesmal einfacher als sonst im Wintergarten üblich gehalten. Es steht der übergroße Buchstabe „B“, stellvertretend für die Hauptstadt, im Vordergrund. Auf dem Buchstaben erscheinen viele Zitate bekannter Persönlichkeiten (darunter David Bowie), die man mit Berlin in Verbindung bringt.
 
Untermalt wird das Ganze von großartiger Musik, die sowohl Berlins bewegende Geschichte („Wind of Change“ von den Scorpions) als auch die morbide Schönheit der Stadt („Schwarz zu Blau“ von Peter Fox) widerspiegelt. In dieser Show des Wintergarten sahen wir ausnahmsweise nur zwei Musiker auf der Bühne: die Sängerin Ena Wild und den Schlagzeuger Lukas Thielecke, die beide in jeder Minute ihr musikalisches Talent unter Beweis stellten.
 
Die bewegenden und visionären Bilder wurden von sehr talentierten Artisten hervorgerufen, die den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zauberten und deren unterschiedliche Herkunft für Berlins internationales Gesicht steht.
 
Am meisten beeindruckt hat mich der Akrobat Bence, der mit dem Hula Hoop und dem Luftring federleicht schwierige Kunststücke zeigte und sich dabei grazil bewegte.
Der Äthiopier Girma Tsehai begeisterte alle mit seinem Charme und seinen tänzerischen Einlagen beim Jonglieren und an der Pole. Tsehai war eindeutig der Liebling des Abends, ist aber leider nur noch bis zum 30.4.17 im Wintergarten zu bestaunen.
Taris Usman, der an der Pole gemeinsam mit Tsehai künstlerische Höhepunkte zelebrierte, stellte zudem am Cyrwheel sein Können dar.
Marie Oldenbourg hat mich an diesem Abend auch begeistert, indem sie an ihrem Schwungseil dynamisch und voller Lebensfreude turnte.
Der Tänzer Vinzenz Wagner erwies sich mit seinem durchtrainierten Körper als ein echter Augenschmaus.
Aber auch weitere Akrobaten überzeugten das Publikum mit ihrem Programm:
Jakob Vonau und Nathalie Wecker mit ihrer Hand-auf-Hand-Performance, Anissa Elakel und Florian Zumkehr mit ihren Handstand-Showeinlagen und Guillaume Karpowicz, der Diabolo mit einem Roboter-Tanz verband.
 
Mein Fazit: Mal wieder zaubert der Wintergarten eine perfekte Symbiose aus Artistik, Show und Musik auf die Bühne. Die neue Show „Like Berlin“ gehört bis zum 11.06.2017 zu den neuen Sehenswürdigkeiten Berlins und ist für jeden Berlin-Liebhaber ein Pflichtprogramm.
 
Für weitere Informationen:
 
 
Kontakt: Wintergarten Varieté
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
 
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© E. Günther

 

 

 

„The One Grand Show“ im Friedrichstadt-Palast – die momentan glamouröseste Show in Berlin?

Die Sehnsucht nach dem/der Richtigen macht im Grunde die menschliche Existenz aus. Einige von uns haben „The One“ schon gefunden, einige sind der Person schon längst begegnet und haben es nicht erkannt und einige von uns sind noch immer auf der Suche. Genau dieses Thema, die Sehnsucht und Suche nach „The One“ bildet den roten Faden der neusten Megashow im Friedrichstadt-Palast.

Noch nie habe ich eine Show im Friedrichstadt-Palast verpasst und freute mich jedes mal darauf, zu erfahren, wie der Friedrichstadt-Palast es diesmal wieder geschafft hat, die vorherige Show zu übertreffen. Auch in dieser Show hat der Friedrichstadt-Palast seine Budgetkosten erhöht und die teuerste Ensuite-Showproduktion in Europa geschaffen. Und so waren wir auch bei dieser Show dabei und nahmen am Samstag, den 14. Januar 2017, in der 15. Reihe Platz.

Der Zuschauer erlebt ein verlassenes Revuetheater, wo eine wilde Undergroundparty stattfindet. „The One Grand Show“ des Showmachers Roland Welke schafft diesmal viele Traumwelten in der Show. Mal wird es verrückt und lasziv, wenn das Kabinett der vielen Kuriositäten auf der Bühne tanzt: Wir sehen unter anderem eine Frau mit drei Köpfen und eine Frau mit sechs Beinen.
Mal wird es nachdenklich, wenn der Sänger Roman Lob, der Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest vertreten hat, auf der Bühne „rennt“ und das Lied „Glaubst du an die Liebe?“ singt, bei dem mir sogar die Tränen gekommen sind. Mal wird es mystisch, wenn Blüten in einer Tropfsteinhöhle Fabelwesen offenbaren. Auch diesmal bricht die Show mit Tabus und den Grenzen zwischen den Geschlechtern und thematisiert daher auch Homosexualität und Transsexualität.
Wie immer kommen am Ende Frauen mit unmenschlich langen Beinen auf die Bühne und wollen ihren berühmten Revuetanz, das wiederkehrende Element des Friedrichstadt-Palastes, aufführen. Aber in dieser Show machen sie es anders: geheimnisvoller und im Wechsel zwischen langsamen und schnellen Bewegungen.

Diese verschiedenen Traumwelten werden dank der 500 extravaganten Kostüme des Ausnahmedesigners Jean Paul Gaultier hervorgehoben. Überall ist seine Handschrift zu erkennen: Die Männer tragen die berühmten roten Karoröcke, die Frauen die spitzen Büstenhalter, die wir schon bei Madonna gesehen haben. Natürlich dürfen auch keine Matrosenanzüge fehlen.
Weiterhin bekommen die Traumwelten ihre magische Note durch den Einsatz des spektakulären Lichtdesigns des Emmy-Preisträgers Peter Morse.

Mein Fazit: Diese Saison präsentiert sich der Friedrichstadt-Palast wieder mit der glamourösesten Show Berlins. Ein kleines Las Vegas, mitten in Berlin. Die Collagen atemberaubender Showbilder, welche die Traumvisionen des jungen Mannes auf der Suche nach der Richtigen zeigen, haben jeden im Publikum begeistert. Für jeden Berliner und Berlin-Besucher ist diese Show ein Muss. Die Show läuft noch bis Sommer 2018.

Weitere Informationen:
https://www.palast.berlin/de/index/shows/the-one-grand-show/
https://www.facebook.com/friedrichstadt.palast/?fref=ts

Kontakt: Fiedrichstadtpalast
Friedrichstraße 107
10117 Berlin
030 23262326

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Text © E. Günther
Fotos © Tobias Schwarz / AFP und Sven Darmer

 

 

 

Underart im Chamäleon – Circus Cirkör

„Es kommt nicht darauf an, wie oft du hinfällst, sondern dass du immer wieder aufstehst und es vom Neuen versuchst.“
Dieses Motto hat bis jetzt mein ganzes Leben bestimmt und mich geleitet.
Aus diesem Grund wollte ich auch unbedingt die neue Show im Chamäleon Theater besuchen: „Underart“ des im Jahre 1995 gegründeten schwedischen Circus Cirkör.
 
In dieser emotionalen Show verarbeitet der Regisseur Olle Strandberg seinen schweren Unfall, bei dem er 2005 während der Ausführung eines dreifachen Salto nur 2,5 Umdrehungen schaffte. Doch er überwand diese schwierige Zeit, in der er gelähmt war, und kam gestärkt zurück.
 
Am Freitag, den 16. Dezember 2016, besuchten wir die Show Underart, die eine Liebeserklärung an das Leben und die Bühne darstellt. Wer wie wir schon mehrere Shows im Chamäleon gesehen hat, weiß, dass hier Artistentruppen aus verschiedenen Ländern einem die Kunst des Neuen Zirkus näher bringen. Jede Show ist anders und versprüht ihren eigenen Charme, doch haben alle Shows eine Gemeinsamkeit: das Gesamtkonzept aus Akrobatik, Tanz und Musik.
 
Aber das schwedische Ensemble räumt der Musik ihres Programms eine zentrale Aufgabe ein. Die Musiker, das Duo Ripple & Murmur (Anna Ahnlund und Andreas Tengblad) begleitet die fünf Artisten nicht unscheinbar im Hintergrund, sondern steht mit ihnen gemeinsam auf der Bühne. Alle ziehen am selben Strang. Die Musiker nehmen an akrobatischen Nummern teil, die Akrobaten singen und musizieren mit. Zudem spiegelt sich in der Musik die Idee dieser Show wider, denn während vieler Showpunkte hört man sehr häufig den Herzschlag, was einen daran erinnert, wie wertvoll das Leben ist.
 
Die Artisten, die sich das ganze Programm über auf der Bühne befinden, versetzen mit ihren Stücken den Zuschauer in Ekstase. Beginnt die Show sehr ruhig und bietet Raum für Entschleunigung, so geht sie umso rasanter weiter und man weiß oft nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Dieser Wechsel zwischen ruhigen und schnellen Programmpunkten wiederholt sich mehrere Male und symbolisiert für mich das Leben.
 
Am meisten beeindruckt hat mich die quirlige Artististin Methinee Wongtrakoon, die wie ein Wirbelwind auf der Bühne tanzte und ihren Körper so verbiegen konnte, dass einige neben mir „Aua“ flüsterten. Mit ihrer fröhlichen Art und ihrem leidenschaftlichen Tanz zog sie nicht nur mich in ihren Bann.
Aber alle Akrobaten gaben mehr als ihr Bestes auf der Bühne und lebten förmlich für die Show. Egal ob Partnerakrobatik (Christopher Schlunk und Iris Pelz), Jonglage (Matias Salmenaho) oder Streetdance (Alexander Dam), alles war hervorragend ausgearbeitet und mit viel Liebe aufgeführt.
 
Mein Fazit: Der Name „Cirkör“ ist eine Kombination der französischen Wörter „cirque“ (Zirkus) und „coeur“ (Herz) und genau diese Liebe zum Zirkus kann man in jeder Minute spüren. Es war eine berauschende Show, die ich jedem ans Herz legen kann. Zudem ist „Underart“ auch witzig und ironisch und ein Gesamtkunstwerk, in dem die Musik und die Artistik zwei gleichwertige Elemente darstellen. Bis zum 19. Februar 2017 habt ihr noch Zeit für einen Besuch dieser Show, die einem sowohl Momente der Stille als auch Momente des Exzessiven bietet.
 
Weitere Informationen:
 
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther