Festivalzeit in Berlin – Performing Arts Festival, SOFA im Admiralspalast und Circus Festival

Es ist endlich Sommer! Die Temperaturen steigen, die Musik wird immer lauter und die Laune immer besser. Zum Glück leben wir in Berlin, der Stadt der kulturellen Vielfalt, in der vor allem im Sommer verschiedene Festivals stattfinden. An dieser Stelle werde ich Euch drei dieser Festivals genauer vorstellen: Performing Arts Festival, SOFA im Admiralspalast und Circus Festival.
 
Performing Arts Festival Berlin (13.-18. Juni 2017):
Künstler der freien Szene zeigen in über 120 Inszenierungen, was Berlin kulturell zu bieten hat. 60 Berliner Spielstätten, darunter Ballhaus Ost, HAU Hebbel am Ufer, Sophiensæle, Theaterdiscounter, ATZE Musiktheater und das ACUD-Theater, zeigen Theaterstücke, Performances, Tanzaufführungen und vieles mehr.
Den Auftakt des Festivals bildet die große Eröffnungsveranstaltung Open up, PAF! am 13. Juni um 20 Uhr im diesjährigen Festivalzentrum in der Alte Münze in Berlin-Mitte. 
 
Kontakt: Performing Arts Festival
Pappelallee 15
10437 Berlin
030 30346628
 
Weitere Informationen:
 
 
 
SOFA – Sommerfestival im Admiralspalast (15. Juli bis 20. August 2017)
Eine meiner Lieblingsspielstätten in Berlin lässt es im Hochsommer auf allen Etagen so richtig krachen und lädt alle Berliner, egal ob Klein oder Groß, ein, um gemeinsam kulturell was zu erleben.
Mit „Der Hauptmann von Köpenick“ (19.07. – 06.08.2017), einem echten Berliner Volkstheater-Musical, und „Cats“
(09.08. – 19.08.2017), einem rekordverdächtigem Klassiker von Andrew Lloyd Webber, werden gleich zwei Musicals gespielt. Als bekannter Musicalfan habe ich natürlich schon für beide Veranstaltungen die Karten geholt.
Märchen sind nicht nur was für kleine Kinder, sondern verzaubern genauso auch große Kinder. Aus diesem Grund erfahren wir bei „Grimm“ (15.07. – 26.07.2017) alles über die wahre Geschichte von Rotkäppchen. Aber SOFA wird natürlich mit Sandtheater, Poetry Slam, Konzerten und Cabaret viel mehr zu bieten haben. Überzeugt Euch selbst davon:
 
Kontakt: Admiralspalast
Friedrichstraße 101
10117 Berlin
030 22507000
 
 
 
Berlin Circus Festival (25.08.-03.09.2017)
Zum 3. Mal findet auf dem Tempelhofer Feld das Berlin Circus Festival statt, zum dritten Mal wird der zeitgenössische Zirkus zelebriert und das zehn Tage lang. Bei großen Produktionen werdet Ihr Zeuge künstlerischer Symbiosen aus Tanz, Artistik und Performance. Das Festival konnte dieses Jahr das finnische Institut als Partner gewinnen. Finnische Produktionen und finnische Spezialitäten warten auf Euch.
 
Kontakt: Berlin Circus Festival
Tempelhofer Damm 104
12101 Berlin-Mitte
 
Weitere Informationen:
 
 
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© E. Günther

 

 

Madi – ein Erlebnis aus 1001 Nacht im Zelt der Sinne

„Wer die Perlen seiner Gegenwart auf Schnüre ziehen will, erhält als Lohn nicht Ketten der Vergangenheit, sondern ein Lichtgeschmeide der Erinnerung, das auch vom Anblick aus der Zukunft her sich immer ändern lässt.“ (Christa Schyboll)

Die Zeit vergeht so schnell, dass wir endlich lernen sollten, diese mit schönen Erinnerungen zu füllen. Dafür eignet sich der Besuch der Orientalischen Dinnershow „Karawans“, die wir am Samstag, den 6. Mai 2017, erlebt haben, hervorragend.

Unsere Reise ins Morgenland begann damit, dass uns im Eingangsbereich von traditionell gekleideten Mitarbeitern des Zeltes kleine Brotstückchen angeboten wurden, die wir ins Öl und anschließend in den Sesam tunken sollten. Anschließend wurden unsere Hände mit Rosenwasser gereinigt. Zudem hat man die Möglichkeit, sich im Foyer die Hände mit Henna bemalen zu lassen, eine Gelegenheit, die ich mir sicherlich beim nächsten Besuch nicht entgehen lassen werde.
Natürlich darf auch ein Fotograf nicht fehlen, der von dir und deiner Begleitung Fotos macht, die man am Ende der Show käuflich erwerben kann.

Nach der langen Reise im Foyer wurden wir natürlich noch neugieriger auf unser Reiseziel und bekamen langsam Hunger. So betraten wir ein wie von Beduinen eingerichtetes Zelt und nahmen mit vier anderen Gästen Platz an dem wunderschön dekorierten Tisch, auf dem schon die Vorspeisen auf unsere Verköstigung warteten: arabisches Brot, Falafel, Hummus, Teigtaschen gefüllt mit Spinat und Käse und Labane (Frischkäse aus Joghurt und Ruccola). Um mein Interesse für die kulinarischen Traditionen der arabischen Halbinsel noch mehr zu unterstreichen, habe ich die Vorspeisen mit den Händen gegessen.

Im Laufe der fast dreistündigen Show wurden noch drei weitere Gänge serviert:
° Harira-Suppe mit Feigen, nach marokkanischer Art zubereitet
° als Hauptgang Whaleema Arabique, eine arabische Festspeisenplatte mit Couscous, Fleisch und gedünstetem Gemüse.
Hier fand ich es besonders toll, dass es eine große Platte war, aus der wir mit den anderen Gästen uns Essen auf unseren Teller gelegt haben, was zur Kommunikation am Tisch sehr viel beigetragen hat.
° am Ende des Abends Mocca mit einem orientalischen Gebäck.

Doch das sehr gut zubereitete Essen wurde in die Show, durch die uns der sehr freundliche Gastgeber Joey Bozat geführt hat, eingebettet. Überhaupt waren das ganze Personal und die Artisten sehr freundlich und zuvorkommend.
Die Artisten wurden an dem Abend von einer Live-Band begleitet, die orientalische Musik gespielt, aber nie statisch an nur einem Platz gesessen hat, was die gute Stimmung auch noch zusätzlich gesteigert hat.

Was ich sehr interessant fand, war, das obwohl es ein arabischer-nordafrikanischer-orientalischer Abend war, die Akrobaten aus verschiedenen Ländern kamen, darunter Italien, Brasilien und den USA. Uns wurde eine artistisch gesehen eine sehr abwechslungsreiche Show dargeboten: Wunderschöne Frauen (und Männer) tanzten Bauchtanz, wir sahen Luftakrobatik, heiße Feuerdarbietungen und grazile Kunststücke mit einem Stock.
Auch habe ich mich sehr darüber gefreut, etwas von dem Unterschied zwischen den Beduinen (Nomaden der arabischen Länder) und Tuareg (Nomaden der nordafrikanischen Länder) erfahren zu haben.

Am Ende des Abends waren wir alle traurig, dass die Reise zu Ende war! Einige Gäste sind dann noch in die hauseigene Shisha-Lounge gezogen.
Mein Fazit: Im Zelt der Sinne vergisst man die Zeit und fühlt sich an einen geheimnisvollen Ort gebracht! Diese Reise kann ich jedem empfehlen. Die Reisetickets kosten:

Show-Tickets für freitags und samstags für 64 Euro (Kinder bis 12 Jahre zahlen den halben Preis).
Das 4-Gänge-Menü kostet 15 Euro, was ich sogar als sehr günstig empfinde.
Auch kann man Getränke-Arrangement für ca. 3,5 Stunden buchen (26 Euro). Wir haben jedoch Getränke von der Karte bestellt.
Als Nächstes möchte ich unbedingt den Orientalischen Märchenbrunch im Zelt der Sinne besuchen, der jeden 1. und 3. Sonntag im Monat stattfindet.

Weitere Informationen zu Madi:
http://www.madi-zelt.de/
https://www.facebook.com/madizelt/

Madi – Zelt der Sinne
Bernhard-Lichtenberg-Platz 1
13507 Berlin-Tegel

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© E. Güntherlogo_comp_rgb

 

 

 

Scotch&Soda im Chamäleon Theater – eine Reise in die neue Zirkuswelt Australiens

Das Chamäleon Theater schafft es immer wieder, internationale und innovative Zirkusproduktionen nach Berlin zu holen und den Zuschauer in jeder Spielsaison in die neue Zirkuswelt eines anderen Landes zu entführen.

 Nachdem ich bereits die australische Show „Wunderkammer“, die tschechische Produktion „Roots“ und das schwedische Zirkusprogramm „Underart“ im Chamäleon Theater besucht habe, ging es am Sonntag, den 9. April 2017, mal wieder ins Chamäleon.
Im Rahmen des Kulturjahres „Australia now Germany 2017“ gastiert in diesem Jahr wieder eine australische Zirkustruppe in Berlin: Company 2, ein Ensemble bestehend aus Brisbanes Zirkus-Artisten unter der Regie von Chelsea McGuffin und David Carberry. Damit gehört die Show „Scotch&Soda“ der Company 2 zu den zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2017, darunter Konzerte und Ausstellungen, des Festivals „Australia Now“, einer kulturellen Initiative der Australischen Botschaft, die sich zum Ziel setzt, dem deutschen Publikum die australische Kunst und Kultur näher zu bringen.
 
Am 9. April 2017 nahm ich in der ersten Reihe Platz und hatte einen sehr guten Blick auf die Bühnendekoration, die das Flair eines Wanderzirkus der 20er Jahre vermittelte. Als um 18 Uhr die Show begann, befanden wir uns mitten auf einer exzessiven Party in der Prohibitionszeit – zur legendären Jazz-Musik.
 
Fünf Akrobaten (David Carberry, Alice Muntz, James Kingsford Smith, Kate Muntz und Skip Walker-Milne) sorgten für eine wilde und ausgelassene Feier, bei der auf Flaschen und auf einer aus Kisten und Koffern bestehenden Pyramide balanciert und der Zuschauer mit unterschiedlichen Facetten der Partnerakrobatik unterhalten wurde.
Mal wieder traten an diesem Abend sehr talentierte Akrobaten im Chamäleon auf, die dem Zuschauer durch ihre unterschiedlichen Kunststücke an den Strapaten, an dem Chinesischen Mast und auf einem fahrenden Kunstfahrrad den Atem raubten. Die vielen Programmpunkte wurden dabei so schnell und fließend präsentiert, dass ich Angst hatte, zu blinzeln und so etwas zu verpassen.
Allerdings wirkten die vielen Kunststücke in keiner Sekunde angestrengt, denn die australischen Artisten bewiesen viel Humor, indem sie sich nicht zu schade waren, auch über sich selbst zu lachen.
 
Wie schon beim schwedischen Programm „Underart“ standen auch in der australischen Show „Scotch&Soda“ die Musiker in der Mitte der Bühne und waren ein fester Bestandteil der Show. Diese grandiose Partystimmung wäre ohne die Uncanny Carnival Band, bestehend aus fünf Musikern (Lucian McGuiness, Ben Hendry, Chris Odea, Eden Ottington und Matthew Ottingnon), nicht denkbar. Die Band unterhielt das Publikum auf einem sehr hohen Niveau mit einer fröhlichen Jazz-Musik, an manchen Stellen mit den Klängen der neu interpretierten Musik der Aborigines. Jeder einzelne Musiker bewies zudem sein Können in seinem humorvoll inszenierten Solo.
So erlebte der Zuschauer eine Produktion, bei der die beiden Sinne Sehen und Hören gleichermaßen angesprochen wurden und bei der die Artisten zwischendurch auch die Rolle des Musikers und umgekehrt übernommen haben.
 
Mein Fazit: Ich kann Euch die freche und temperamentvolle Show „Scotch&Soda“ wärmstens empfehlen. Company 2 verzaubert mit einer perfekten Symbiose aus Akrobatik, Jazz-Musik und australischem Humor! Bis zum 20. August 2017 könnt Ihr Euch davon noch überzeugen.
 
Weitere Informationen zur Show „Scotch&Soda“ im Chamäleon Theater:
 
Weiteres zur Zirkustruppe Company 2:
 
Weitere Informationen zur The Uncanny Carnival Band inkl. Hörproben:
 
Mehr Informationen zur Australischen Botschaft in Deutschland:
 
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther

 

 

Berlin Nights – Finden in Berlin die besten Parties statt?

Berlin ist mehr als eine Stadt, Berlin ist eine Lebenseinstellung: laut, verrückt, dynamisch und bunt wie seine Bewohner. Dies sieht man jedes Wochenende auf den zahlreichen Parties in der Hauptstadt. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Veranstalter dieses Thema, Berlin bei Nacht, in EIN Showkonzept packen würde.
 
Das intensive Partyleben Berlins inspirierte Samuel Entertainment dazu, „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer am Platz auf die Bühne zu stellen und noch einmal zu zeigen, warum wir das moderne Berlin so sehr lieben (sollten).
Am Samstag, den 25. März 2017, waren wir auch Gäste der „Berlin Nights“. Schon im Foyer erkannten wir das Konzept der Show: Berlins Clubnächte. Das Foyer wurde etwas dunkel gehalten, ein DJ spielte House-Musik und man konnte die von der Knalle Popcornditorei hergestellten und unglaublich leckeren Popcorn mit Schokoladen- und mit Barbecuegeschmack käuflich erwerben. Wir waren also mehr als gespannt darauf, zu erfahren, wie die eigentliche Show und Feier werden würde. Um 20 Uhr war es dann soweit…
 
Es findet eine der vielen legendären Clubnächte in Berlin statt.
Zu Beginn sehen die Zuschauer auf der Bühne eine festliche Gala mit der aus diversen Castingshows bekannten Contemporary Dance-Crew Zanshin. Begleitet wird dieser ästhetische und anmutige Tanz von dem Pianospieler Timothy Thorson. Zu der Musik von Franz Liszt zeigen die verschiedenen Tanzpaare eine Symbiose aus Tanz und Leidenschaft, während es bei einem Paar aber zu einem später tragisch endenden Streit kommt.
 
Nach dieser intensiven Performance darf das Publikum ein wenig durchatmen, denn die Fothamockaz, vier tanzwütige Berliner Jungs, sorgen für einen Umbau direkt auf der Bühne. Aus einer vornehmen Party soll eine Clubatmosphäre mitten auf der Bühne entstehen. Doch die Jungs scheinen ihre Arbeit nicht ganz ernst zu nehmen, denn immer wieder lassen sie sich von der Musik ablenken und machen mit den Arbeitsutensilien ihre eigene Party. Aber wen wundert das schon? Denn Fothamockaz ist eine in Berlin bekannte Urban Entertainment Dance-Crew, die einfach nicht still stehen kann.
 
Die unvergessliche Clubnacht kann nun beginnen. Nachdem man es geschafft hat, an dem Türsteher Sascha Thies vorbeizukommen, ist man mittendrin in dem Partygeschehen. Schöne Gogo-Girls, die Berlin Showgirls, tanzen lasziv zu alten und neuen Hip Hop-Liedern des nicht nur in Berlin bekannten Djs DJ Tomekk. Auch der Showbarkeeper Florent Rabaté zeigt mit seiner schnellen Flaschenakrobatik, warum er zurecht auf dieser Party sein darf.
 
Und was wäre eine fulminante Party in Berlin ohne die richtigen Tanzcrews?! Die Deutschen Meister und Brüder M.I.K.Family (eigentlich sind es vier Brüder) bringen durch ihre Hip Hop- und Krumping-Moves jeden Zuschauer im Saal zum Schwitzen. Samuels (Crew Urban Club Dance) sorgt mit ihrem Streetdance, kombiniert mit lateinamerikanischen Tanzelementen, dafür, dass ich nicht mehr ruhig sitzen kann, sondern auf meinem Sitz mitgrooven muss.
Beim Breakdance, vorgeführt von Tridiculous, Airdit und Pedram, klatscht jeder im Publikum wild mit. Was soll ich sagen?! Dat is halt Berlin…Und um dies zu untermauern, singt der Künstler Renee das Lied „I am Berlin“.
 
Nach der Pause präsentiert uns Lisa Kühn, ein Mitglied der Zanshin-Truppe, tänzerisch, wie zerbrechlich doch eine starke Frau sein kann. Zuvor noch selbstbewusst und zielstrebig zerbricht die junge Frau an den Erwartungen der Gesellschaft. Eine Tanzperformance, die mich zu Tränen rührte.
 
Wenn man etwas Wertvolles verloren hat, dann weiß man es oft erst im Nachinein zu schätzen. So ergeht es auch ihrem „Partner“ in der Show: Rostyslav Hubaydulin (Tridiculous) verarbeitet diesen schweren Verlust mithilfe seines dramatischen Strapaten-Programms, das ihm eine Menge Körperbeherrschung abverlangt.
 
Danach braucht man etwas Entschleunigung und bekommt diese auch: in Form des Erzählers Engelbert von Nordhausen, der Berliner erzählt seine etwas verrückte Geschichte, wie er zur Synchronstimme von Bill Cosby und Samuel L.Jackson wurde.
Nach der notwendigen Pause darf man wieder ausgelassen feiern. Und zwar gemeinsam mit der Live-Band Nader Rahy&Band, die sich sogar des schwierigen und legendären Liedes „Purple Rain“ von Prince annimmt.
Und auch auf dem Live-Konzert dürfen die vorher erwähnten Ausnahmetänzer nicht fehlen. 
 
Und wer an diesem Abend von der unbändigen Freude der Tänzer und Musiker angesteckt wurde, der durfte anschließend auf der Aftershow-Party im „The Grand Club“ weiterfeiern.
 
Mein Fazit: „Berlin Nights“ stellt alles dar, was Berlin so besonders macht: Lebensfreude, Temperament, Vielseitigkeit, Kreativität und Internationalität, auf die wir alle stolz sein können. Wer diese berauschende Party selbst erleben möchte, dem kann ich die nur aus 12 Shows bestehende Veranstaltung „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer Platz nur empfehlen. Bis zum 9. April, dem Tag meines Geburtstages, habt Ihr dazu noch die Gelegenheit…
 
Weitere Informationen:
 
Adresse: Theater am Potsdamer Platz
Marlene-Dietrich-Platz 1
10785 Berlin
 
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Text © E. Günther
Fotos © Henny Steffens und Nicholas Ritter

„Like Berlin“ im Wintergarten Varieté – Was macht Berlin aus?

„Du bist verrückt, mein Kind, du musst nach Berlin.“ (Franz von Suppé)
Genau aus diesem Grund bin ich mit meiner Familie vor ca. 19 Jahren nach Berlin, Europas Hauptstadt, gekommen.
Keine andere Stadt in Europa versprüht so viel Charme und Lebensgefühl und hat so eine emotionale Geschichte zu erzählen.
Gemeinsam mit der Kreativschmiede BASE Berlin zollt der Wintergarten mit seiner neuen Show von Markus Pabst und Pierre Caesar , „Like Berlin“, dieser facettenreichen Stadt den längst überfälligen Respekt.
 
Am Samstag, den 4. März 2017, kamen wir in den Genuss dieser wilden, nostalgischen und enthusiastischen Show, die Berlins Geschichte bis zur Gegenwart – ohne einen moralischen Zeigefinger, dafür aber mit bunten Bildern auf der Bühne – erzählt. Natürlich dürfen auch aktuelle Themen, die die Berliner beschäftigen, nicht fehlen: Burka, Hipster, der Straßenfeger, BSR und der Berliner Flughafen – alles wird auf der Bühne kunterbunt präsentiert. Die Bühnendekoration ist diesmal einfacher als sonst im Wintergarten üblich gehalten. Es steht der übergroße Buchstabe „B“, stellvertretend für die Hauptstadt, im Vordergrund. Auf dem Buchstaben erscheinen viele Zitate bekannter Persönlichkeiten (darunter David Bowie), die man mit Berlin in Verbindung bringt.
 
Untermalt wird das Ganze von großartiger Musik, die sowohl Berlins bewegende Geschichte („Wind of Change“ von den Scorpions) als auch die morbide Schönheit der Stadt („Schwarz zu Blau“ von Peter Fox) widerspiegelt. In dieser Show des Wintergarten sahen wir ausnahmsweise nur zwei Musiker auf der Bühne: die Sängerin Ena Wild und den Schlagzeuger Lukas Thielecke, die beide in jeder Minute ihr musikalisches Talent unter Beweis stellten.
 
Die bewegenden und visionären Bilder wurden von sehr talentierten Artisten hervorgerufen, die den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zauberten und deren unterschiedliche Herkunft für Berlins internationales Gesicht steht.
 
Am meisten beeindruckt hat mich der Akrobat Bence, der mit dem Hula Hoop und dem Luftring federleicht schwierige Kunststücke zeigte und sich dabei grazil bewegte.
Der Äthiopier Girma Tsehai begeisterte alle mit seinem Charme und seinen tänzerischen Einlagen beim Jonglieren und an der Pole. Tsehai war eindeutig der Liebling des Abends, ist aber leider nur noch bis zum 30.4.17 im Wintergarten zu bestaunen.
Taris Usman, der an der Pole gemeinsam mit Tsehai künstlerische Höhepunkte zelebrierte, stellte zudem am Cyrwheel sein Können dar.
Marie Oldenbourg hat mich an diesem Abend auch begeistert, indem sie an ihrem Schwungseil dynamisch und voller Lebensfreude turnte.
Der Tänzer Vinzenz Wagner erwies sich mit seinem durchtrainierten Körper als ein echter Augenschmaus.
Aber auch weitere Akrobaten überzeugten das Publikum mit ihrem Programm:
Jakob Vonau und Nathalie Wecker mit ihrer Hand-auf-Hand-Performance, Anissa Elakel und Florian Zumkehr mit ihren Handstand-Showeinlagen und Guillaume Karpowicz, der Diabolo mit einem Roboter-Tanz verband.
 
Mein Fazit: Mal wieder zaubert der Wintergarten eine perfekte Symbiose aus Artistik, Show und Musik auf die Bühne. Die neue Show „Like Berlin“ gehört bis zum 11.06.2017 zu den neuen Sehenswürdigkeiten Berlins und ist für jeden Berlin-Liebhaber ein Pflichtprogramm.
 
Für weitere Informationen:
 
 
Kontakt: Wintergarten Varieté
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
 
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© E. Günther

 

 

 

„The One Grand Show“ im Friedrichstadt-Palast – die momentan glamouröseste Show in Berlin?

Die Sehnsucht nach dem/der Richtigen macht im Grunde die menschliche Existenz aus. Einige von uns haben „The One“ schon gefunden, einige sind der Person schon längst begegnet und haben es nicht erkannt und einige von uns sind noch immer auf der Suche. Genau dieses Thema, die Sehnsucht und Suche nach „The One“ bildet den roten Faden der neusten Megashow im Friedrichstadt-Palast.

Noch nie habe ich eine Show im Friedrichstadt-Palast verpasst und freute mich jedes mal darauf, zu erfahren, wie der Friedrichstadt-Palast es diesmal wieder geschafft hat, die vorherige Show zu übertreffen. Auch in dieser Show hat der Friedrichstadt-Palast seine Budgetkosten erhöht und die teuerste Ensuite-Showproduktion in Europa geschaffen. Und so waren wir auch bei dieser Show dabei und nahmen am Samstag, den 14. Januar 2017, in der 15. Reihe Platz.

Der Zuschauer erlebt ein verlassenes Revuetheater, wo eine wilde Undergroundparty stattfindet. „The One Grand Show“ des Showmachers Roland Welke schafft diesmal viele Traumwelten in der Show. Mal wird es verrückt und lasziv, wenn das Kabinett der vielen Kuriositäten auf der Bühne tanzt: Wir sehen unter anderem eine Frau mit drei Köpfen und eine Frau mit sechs Beinen.
Mal wird es nachdenklich, wenn der Sänger Roman Lob, der Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest vertreten hat, auf der Bühne „rennt“ und das Lied „Glaubst du an die Liebe?“ singt, bei dem mir sogar die Tränen gekommen sind. Mal wird es mystisch, wenn Blüten in einer Tropfsteinhöhle Fabelwesen offenbaren. Auch diesmal bricht die Show mit Tabus und den Grenzen zwischen den Geschlechtern und thematisiert daher auch Homosexualität und Transsexualität.
Wie immer kommen am Ende Frauen mit unmenschlich langen Beinen auf die Bühne und wollen ihren berühmten Revuetanz, das wiederkehrende Element des Friedrichstadt-Palastes, aufführen. Aber in dieser Show machen sie es anders: geheimnisvoller und im Wechsel zwischen langsamen und schnellen Bewegungen.

Diese verschiedenen Traumwelten werden dank der 500 extravaganten Kostüme des Ausnahmedesigners Jean Paul Gaultier hervorgehoben. Überall ist seine Handschrift zu erkennen: Die Männer tragen die berühmten roten Karoröcke, die Frauen die spitzen Büstenhalter, die wir schon bei Madonna gesehen haben. Natürlich dürfen auch keine Matrosenanzüge fehlen.
Weiterhin bekommen die Traumwelten ihre magische Note durch den Einsatz des spektakulären Lichtdesigns des Emmy-Preisträgers Peter Morse.

Mein Fazit: Diese Saison präsentiert sich der Friedrichstadt-Palast wieder mit der glamourösesten Show Berlins. Ein kleines Las Vegas, mitten in Berlin. Die Collagen atemberaubender Showbilder, welche die Traumvisionen des jungen Mannes auf der Suche nach der Richtigen zeigen, haben jeden im Publikum begeistert. Für jeden Berliner und Berlin-Besucher ist diese Show ein Muss. Die Show läuft noch bis Sommer 2018.

Weitere Informationen:
https://www.palast.berlin/de/index/shows/the-one-grand-show/
https://www.facebook.com/friedrichstadt.palast/?fref=ts

Kontakt: Fiedrichstadtpalast
Friedrichstraße 107
10117 Berlin
030 23262326

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Text © E. Günther
Fotos © Tobias Schwarz / AFP und Sven Darmer

 

 

 

Underart im Chamäleon – Circus Cirkör

„Es kommt nicht darauf an, wie oft du hinfällst, sondern dass du immer wieder aufstehst und es vom Neuen versuchst.“
Dieses Motto hat bis jetzt mein ganzes Leben bestimmt und mich geleitet.
Aus diesem Grund wollte ich auch unbedingt die neue Show im Chamäleon Theater besuchen: „Underart“ des im Jahre 1995 gegründeten schwedischen Circus Cirkör.
 
In dieser emotionalen Show verarbeitet der Regisseur Olle Strandberg seinen schweren Unfall, bei dem er 2005 während der Ausführung eines dreifachen Salto nur 2,5 Umdrehungen schaffte. Doch er überwand diese schwierige Zeit, in der er gelähmt war, und kam gestärkt zurück.
 
Am Freitag, den 16. Dezember 2016, besuchten wir die Show Underart, die eine Liebeserklärung an das Leben und die Bühne darstellt. Wer wie wir schon mehrere Shows im Chamäleon gesehen hat, weiß, dass hier Artistentruppen aus verschiedenen Ländern einem die Kunst des Neuen Zirkus näher bringen. Jede Show ist anders und versprüht ihren eigenen Charme, doch haben alle Shows eine Gemeinsamkeit: das Gesamtkonzept aus Akrobatik, Tanz und Musik.
 
Aber das schwedische Ensemble räumt der Musik ihres Programms eine zentrale Aufgabe ein. Die Musiker, das Duo Ripple & Murmur (Anna Ahnlund und Andreas Tengblad) begleitet die fünf Artisten nicht unscheinbar im Hintergrund, sondern steht mit ihnen gemeinsam auf der Bühne. Alle ziehen am selben Strang. Die Musiker nehmen an akrobatischen Nummern teil, die Akrobaten singen und musizieren mit. Zudem spiegelt sich in der Musik die Idee dieser Show wider, denn während vieler Showpunkte hört man sehr häufig den Herzschlag, was einen daran erinnert, wie wertvoll das Leben ist.
 
Die Artisten, die sich das ganze Programm über auf der Bühne befinden, versetzen mit ihren Stücken den Zuschauer in Ekstase. Beginnt die Show sehr ruhig und bietet Raum für Entschleunigung, so geht sie umso rasanter weiter und man weiß oft nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Dieser Wechsel zwischen ruhigen und schnellen Programmpunkten wiederholt sich mehrere Male und symbolisiert für mich das Leben.
 
Am meisten beeindruckt hat mich die quirlige Artististin Methinee Wongtrakoon, die wie ein Wirbelwind auf der Bühne tanzte und ihren Körper so verbiegen konnte, dass einige neben mir „Aua“ flüsterten. Mit ihrer fröhlichen Art und ihrem leidenschaftlichen Tanz zog sie nicht nur mich in ihren Bann.
Aber alle Akrobaten gaben mehr als ihr Bestes auf der Bühne und lebten förmlich für die Show. Egal ob Partnerakrobatik (Christopher Schlunk und Iris Pelz), Jonglage (Matias Salmenaho) oder Streetdance (Alexander Dam), alles war hervorragend ausgearbeitet und mit viel Liebe aufgeführt.
 
Mein Fazit: Der Name „Cirkör“ ist eine Kombination der französischen Wörter „cirque“ (Zirkus) und „coeur“ (Herz) und genau diese Liebe zum Zirkus kann man in jeder Minute spüren. Es war eine berauschende Show, die ich jedem ans Herz legen kann. Zudem ist „Underart“ auch witzig und ironisch und ein Gesamtkunstwerk, in dem die Musik und die Artistik zwei gleichwertige Elemente darstellen. Bis zum 19. Februar 2017 habt ihr noch Zeit für einen Besuch dieser Show, die einem sowohl Momente der Stille als auch Momente des Exzessiven bietet.
 
Weitere Informationen:
 
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther

 

 

 

 

Premiere „Der Nussknacker“ in der Deutschen Oper

 

Als jemand, der in der Ukraine geboren wurde, bin ich mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky und dem Nussknacker aufgewachsen. So war es für mich eine Frage der Ehre, am Freitag, den 7. Oktober 2016, in der neunten Reihe der Deutschen Oper Platz zu nehmen und aufgeregt und gespannt auf Nacho Duatos Interpretation von „Der Nussknacker“ zu warten.

Und schon der Vorhang versprach, dass die nächsten zwei Stunden traumhaft schön werden sollten, denn wir saßen vor einem Sternenhimmel, der sich wie ein roter Faden durch die folgende Ballettaufführung hinzog.

Nacho Duato verlegt die Handlung des Nussknackers in die Belle Epoque, um den Tänzern mit der zu der damaligen Zeit getragenen Kleidung mehr Tanzfreiheit einzuräumen. Und Jérôme Kaplan, der für die Kostüme verantwortlich ist, macht mit seiner Arbeit seinem Namen alle Ehre. Die Frauen tragen wunderschöne Kleider. Vor allem in der Traumwelt, auf die ich noch später ausführlich kommen werde, lässt er seiner Fantasie freien Lauf und bringt damit unsere Augen zum Glänzen.

Um 19.30 Uhr begann die Geschichte meiner Kindheit und wir sahen, wie die Familie Stahlbaum vor einem riesigen Weihnachtsbaum Weihnachten feiert. Die Frauen tragen elegante Seidenkleider und die Männer feine Fracks. Kinder lachen und spielen ausgelassen miteinander. Alle sind fröhlich und genießen das Familienfest. Als Geschenke für die Kinder gibt es vier Puppen: die Prinzessin, den Prinzen und den Mäusekönig. Das schönste Geschenk, den Nussknacker, schenkt aber Drosselmeyer (Rishat Yulbarisov) seinem Patenkind Clara, das sich sofort in die Figur verliebt und sich von nun an rührend um diese kümmert.

Um Mitternacht erwachen die Spielfiguren zum Leben und der böse Mäusekönig bedroht mit seiner Mäusearmee die anderen Spielfiguren, die schließlich von dem Nussknacker gerettet werden. Der Nussknacker entführt daraufhin Clara in eine Traumwelt, in der er sich in einen schönen Prinzen verwandelt…

Die ganze Zeit fühlte ich mich wie in einem Märchen, was zum großen Teil der elfengleichen Clara (Iana Salenko) und ihrem bezaubernden Nussknacker-Prinzen (Marian Walter) zu verdanken ist. Beide harmonieren auf der Bühne und nehmen den Zuschauer zu der Musik von Peter I. Tschaikowsky unter der musikalischen Leitung von Robert Reime in eine mystische Welt voller bezaubernder Bilder. Auch die übrigen Balletttänzerinnen tanzen wie funkelnde Sterne auf der Bühne, passend zum Hintergrund.

Der zweite Akt ist tänzerisch sogar anspruchsvoller, da die beiden Hauptprotagonisten in einer Solovorstellung dem Publikum ihr Talent demonstrieren, was zu begeisterten „Bravo“-Rufen seitens der Zuschauer führt. Und da in einer Traumwelt alles möglich zu sein scheint, entstehen im Folgenden zauberhafte und geheimnisvolle Bilder vor unseren Augen:

Zuerst bekommen wir einen spanischen Tanz vor einem großen Fächer zu sehen. Sarah Mestrovic und Cameron Hunter tanzen miteinander hingebungsvoll und leidenschaftlich. Es folgt ein orientalischer Tanz einer Odaliske (Julia Golitsina) mit ihren zwei treuen Dienern (Alexander Abdukarimov und Dominic Whitbrook). Dabei bewegt sich die Odaliske verführerisch wie eine Schlange, die gleich ihre Beute erlegen wird. In dem chinesischen Tanz, vor einem Regenschirm-Gerüst, tanzen die Balletttänzer (Marina Kanno, Patricia Zhou, Vladislav Marinov und Wei Wang) voller Anmut und evozieren beim Zuschauer Bilder von Fernost.

Als Nächstes bestaunen wir russische Matrosen (Alexander Akulov, Arshak Ghalumyan, Konstantin Lorenz und Alexej Orlencovor) vor zwei Steuer-Rädern, die tänzerisch ihren gut gebauten Körper zur Geltung bringen. In dem letzten Bild der Traumwelt nehmen wir an einem Blumenwalzer im Königreich der Süßigkeiten teil, in dem die Tänzerinnen wie rosa Cupcakes (vor dem Hintergrund eines riesigen Cupcakes) grazil tanzen.

Dass die ganzen Bilder auf diese Art und Weise hervorragend funktionieren können, liegt auch an der perfekten Arbeit von Brad Fields (Licht) und Gentian Doda und Thomas Klein (beide für die Einstudierung verantwortlich).

Mein Fazit: Mit seiner Inszenierung gelingt Nacho Duato eine zauberhafte Version des Nussknackers, in der wir zusammen mit den talentierten Tänzern in eine Märchenwelt voller Magie eintauchen. Ich konnte ca. zwei Stunden lang nicht aufhören zu lächeln und war wie der größte Teil des Publikums  begeistert. Am Ende haben die Zuschauer die Tänzer und die Verantwortlichen begeistert gefeiert. Wenn auch du dich von der geheimnisvollen Welt des Nussknackers verführen lassen möchtest, dann hast du noch bis zum 2. Januar 2017 die Gelegenheit dafür.

Weitere Vorstellungen:

19. und 28. Oktober 2016

11. November 2016

01., 07.-09., 28. und 30. Dezember 2016

02. Januar 2017

Preise: 39 Euro –128 Euro, ermäßigt 19,50 Euro –64 Euro

Kontakt: Deutsche Oper Berlin

Bismarckstraße 35

10627 Berlin

030 34384343

Weitere Informationen:

http://www.staatsballett-berlin.de/de/spielplan/der-nussknacker-2/07-10-2016/414

https://www.facebook.com/StaatsballettBerlin/?fref=ts

https://www.facebook.com/DeutscheOperBerlin/?fref=ts 

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© E. Günther (Text/Bericht)

© Fernando Marcos (Fotos)

 

Jewels, die Balletttrilogie – Drei Edelsteine lassen die Deutsche Oper glänzen.

Am Samstag, den 21. Mai 2016, hatte ich die große Ehre, die Premiere von Jewels, die Ballettaufführung des Ausnahmechoreografen George Balanchine, den „Begründer des Neoklassizismus im Ballett“, in der Deutschen Oper zu besuchen.

Die Balletttrilogie besteht, wie der Name schon sagt, aus drei abgeschlossenen Teilen zu der Musik von drei unterschiedlichen Komponisten. In jedem Teil geht es um einen Edelstein, den verschiedene Künstler auf der Bühne tänzerisch darstellen. Drei verschiedene Choreografen waren für die Einstudierung des jeweiligen Edelstein-Tanzes zuständig, die sich dann gemeinsam mit den Balletttänzern nach ihrem Teil auf der Bühne zeigen. Nach jedem Abschluss gibt es eine kurze Pause, in der die Zuschauer sich begeistert über das gerade Gesehene austauschen können.

Der erste Teil befasst sich mit dem Edelstein Smaragd, deswegen tragen auch die Künstler grüne Kostüme, die funkeln. Auch der Vorhang ist grün. Für Balanchine verkörpert dieser Teil nicht nur den Smaragd, sondern auch Frankreich, das Land der Eleganz. Zwei Solopaare, drei Solisten und ein Corps de ballet stellen Smaragde tänzerisch dar. Obwohl jeder im Publikum weiß, dass die Einstudierung dieser Choreografie einer harte Arbeit gewesen sein muss, tanzen die Künstler zur Musik von Gabriel Fauré leichtfüßig und lassen ihre Choreografie leicht erscheinen. Ben Huys hat bei der Einstudierung der Choreografie des ersten Teils alles richtig gemacht.

Der zweite Teil hat als Thema den Rubin. Das Solopaar, die Solisten und der Corps de ballet von Damen und Herren tragen eine rot funkelnde Kleidung, an der Wand sieht man rote Laserstrahlen. Steht der Smaragd-Teil noch für das klassische Ballett, stellt die Rubin-Choreografie eine moderne und schnellere Interpretation des Balletts dar. Der Zuschauer sieht auf der Bühne für das Ballett neuartige Figuren, z.B. das Drehen des Körpers nach vorn. Man glaubt auch Elemente des Tangos in dieser Choreografie zu erkennen. Nach dieser frischen Choreografie zur Igor Strawinskys Musik werden die Tänzer, gemeinsam mit Patricia Neary (für die Einstudierung verantwortlich), am Ende von dem Publikum großartig verabschiedet und für ihre spritzige Interpretation des Balletts belohnt. Der zweite Teil wird von vielen als eine Hommage an Amerika und seine Jazz-Ära interpretiert, obwohl Belanchine das nie bestätigt hat.

In dem dritten Teil dieser Ballettaufführung geht es schließlich um den Diamanten, den die Tänzer zur Peter Tchaikowskys Musik (Sinfonie Nr. 3 D-Dur) federleicht interpretieren. Der dritte Teil zeigt für mich die anspruchsvollste Choreografie, zu der die am Ende dramatisch werdende Musik hervorragend passt. Im Mittelpunkt steht ein Solopaar, das die Zuschauer zu Begeisterungsbekundungen brachte. Begleitet werden sie von einer Gruppe von Solisten und einem Corps de ballet. Die Künstler tanzen wie Schwäne in ihren weißen Kostümen. Die Wand ist diesmal blau und an der Decke hängt eine silberne Deckendekoration. Das Publikum hat die Tänzer des dritten Teils frenetisch gefeiert und wollte die Künstler und die Verantwortlichen (u.a. Sandra Jennings) gar nicht mehr gehen lassen.

Diese Ballettaufführung kann ich jedem empfehlen, sowohl einem Ballettliebhaber als auch einem Ballettneuling. Seit der New Yorker-Premiere im Jahr 1967 wurde Jewels auf allen internationalen Bühnen und in 193 Produktionen getanzt.
Da Jewels, „das erste abendfüllende abstrakte Ballett“, keine Geschichte im herkömmlichen Sinne erzählt, muss man keiner Handlung angestrengt folgen, sondern kann sich ganz auf die künstlerische Umsetzung einlassen. Mal wieder stehen im Mittelpunkt von George Balanchines Choreografie der pure Tanz und die Musik. Die Wahl der Musik ist perfekt ausgesucht und von dem großartigen Orchester unter der Leitung von Robert Reimer hervorragend interpretiert. Auch die vom spanischen Designer Lorenzo Caprile für das Staatsballett Berlin entworfenen Kostüme sind eine Augenweide und symbolisieren in wundervoller Weise die drei Edelsteine.

Mein Fazit lautet: Der erste Teil hat mich entzückt, der zweite Teil überrascht und der dritte Teil begeistert.

An folgenden Tagen habt Ihr die Gelegenheit, Jewels zu sehen:
Mittwoch, den 14. Dezember 2016
Freitag, den 10. März 2017
Freitag, den 24. März 2017
Samstag, den 1. April 2017
Sonntag, den 2. April 2017
Donnerstag, den 6. April 2017

Hier könnt Ihr die Karten reservieren und weitere Informationen erhalten:
http://www.deutscheoperberlin.de/d…/calendar/jewels.13211886

Kontakt: Deutsche Oper
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
030 34384343

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© E. Günther

 

Fotos © Carlos Quezada

Ballet Revolución – das Fest für die Augen UND Ohren (Deutschlandtournee 2016)

Mit dem Versprechen, dass es sich um keine typische Ballet-Veranstaltung handelt, konnte ich meinen Mann dazu überreden, mit mir am Samstag, den 19. März 2016, die berühmte Tanzshow „Ballet Revolución“ im Admiralspalast zu besuchen. Später musste mein Mann aber auch anerkennend zugeben, dass die Show ein Fest für die Augen und Ohren und etwas ganz Besonderes war.

Nach einem vorher stattfinden Geschmackserlebnis in der Feinschmeckerabteilung des Galerie Lafayette, bei dem wir uns mehr als gut gehen lassen haben, nahmen wir um 19.30 Uhr in der dritten Reihe Platz. Um 20 Uhr begann die Tanzshow „Ballet Revolución“ in einem ausverkauften Saal und sollte zu unseren bisher schönsten Shows werden.

Bisher gab ich immer ein Highlight in den von uns besuchten Shows an, doch hier kann ich nicht einmal EINEN Programmpunkt hervorheben, denn die GANZE Show war ein Highlight für sich. Alle Tänzer, von denen jeder höchst talentiert und ein Augenschmaus war, funktionierten nur als eine Einheit und ergaben das Bild einer tänzerischen Perfektion, die Ihresgleichen sucht.

Bei „Ballet Revolución“ handelt es sich um KEINE Balletshow. Sicherlich gibt es viele Balletelemente, die die Tänzer anmutig zeigen, doch besteht die Tanzshow aus vielen anderen Tänzen: Salsa, Tango, Streetdance, Hip Hop, Contemporary, afrikanische Tanzelemente, Breakdance. Mal waren alle Tänzer auf der Bühne und bildeten ein synchrones Bild. Mal waren es nur zwei Tanzpaare, die auf den Stühlen eine höchst erotische Stimmung entstehen ließen. Mal tanzten halbnackte und durchtrainierte Männer zu Hozier und ließen dabei die Herzen der Frauen höher schlagen. Mal befand sich der Zuschauer in Kuba und schaute einer wunderschönen Salsa zu. Jeder Tanz wurde von einer unbeschreiblichen Lebensfreude der Tänzer begleitet, die den ganzen Saal ansteckte und das Publikum zum Toben, ach an machen Stellen sogar zum Ausrasten brachte.

In meiner Einleitung schreibe ich, dass die Tanzshow ein Fest für Augen UND Ohren ist. Und das stimmt, denn die Live-Band und die Auswahl der Lieder spielten einen wichtigen Teil bei „Ballet Revolución“ und können nicht genug gelobt werden. Als Fans des Buena Vista Social Clubs haben wir uns gefreut, dass so viel kubanische Musik gespielt wurde. Die mehr als begnadeten Musiker werden in die Show integriert. Sowohl ein Gitarrist als auch ein Trompeter kamen an vereinzelten Stellen in die Mitte der Bühne und spielten ein Solo, während die Tänzer um sie herum tanzten. Auf den Bongos zeigte ein Musiker sein ganzes Können, das von den Zuschauern mit einem frenetischen Applaus gewürdigt wurde.

Doch es wurde nicht nur kubanische Musik gespielt, auch musikalisch stellte die Show eine Revolution dar, denn die Tänzer tanzten auch zu Liedern von Rihanna, Beyoncé, Pitbull, Hozier etc. Die beiden Sänger auf der Bühne brillierten dabei mit ihren souligen Stimmen und standen oft den berühmten Interpreten in nichts nach.

„Ballet Revolución“ steht für perfekte Tanzeinlagen, für die explosive Vereinigung von vielen Tanzstilen, für eine anspruchsvolle Choreografie, für Rhythmus, für Sinnlichkeit, für eine gute Live-Musik und für Lebensfreude. Mein Mann dachte in der ganzen Show, dass ich jeden Moment auf die Bühne renne, um dort mitzutanzen, so sehr sehr hat mich die Show mitgerissen und zum Tanzen auf meinem Sessel verleitet.

Am Ende gab es Standing Ovations und einen tosenden Applaus für die Tänzer, Sänger und Musiker, was mit einer Zugabe beantwortet wurde.
Es war ein perfekter Abend und ich kann jedem das durch das Deutschland tourende „Ballet Revolución“ empfehlen. Das Ensemble gehört berechtigterweise zu den besten Tanzensembles der Welt und begeistert zurecht seit fünf Jahren auf der ganzen Welt. Dem Zitat von Aaron Cash, einem der Choreografen, kann ich nur zustimmen: „Die meisten Tänzer tanzen mit der Musik, aber die Kubaner tanzen in ihr.“

In folgenden Städten könnt Ihr die Show noch bewundern:

Hannover: Dienstag, den 28. Juni, bis Sonntag, den 10. Juli (Opernhaus)

Köln: Dienstag, den 12. Juli, bis Samstag, den 6. August (Kölner Philharmonie)

 

Weitere Informationen zur Show findet Ihr unter: http://www.ballet-revolucion.de/#show

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© E. Günther