„Chicago“ – „All That Jazz“ im Admiralspalast Berlin

Es gibt sie: Musicals, bei denen mein Herz immer schneller schlägt und ich vor Aufregung ganz rote Wangen bekomme. Dazu gehört das Musical „Chicago“ von John Kander (Komponist), Fred Ebb (Songautor) und Bob Fosse (Co-Autor, Choreograf und Regisseur). Das Musical habe ich bereits vor ca. drei Jahren besucht, doch wer einmal das Musical gesehen hat, weiß, dass man sich ihm nie wieder entziehen kann und es einen süchtig macht.
 
Im Jahr 2019 geht eines der erfolgreichsten Broadway-Musicals aller Zeiten erstmals und endlich in der englischsprachigen Originalversion auf Deutschland- und Österreich-Tournee.
Das im Jahr 1975 geschaffene „Chicago“ basiert auf einem Theaterstück aus dem Jahre 1926 von Maurine Dallas Watkins. Die Journalistin des „Chicago Tribune“ schrieb damals über zwei junge Frauen, die ihre Liebhaber alkoholisiert und unter dem Einfluss von Jazzmusik getötet haben sollen. Daraus entstand das preisgekrönte Musical „Chicago“, das schon seit über 22 Jahren in New York (am Broadway das hinter „Das Phantom der Oper“ am häufigsten gespielte Musical) und seit 15 Jahren in London läuft.
 
Auch die im Jahr 2002 von mir geliebte Verfilmung mit Richard Gere, Catherine Zeta-Jones und Renée Zellwegger war erfolgreich und wurde 2003 mit sechs Oscars ausgezeichnet, der Soundtrack wurde im Jahr 2004 mit einem Grammy prämiert.
Vielleicht könnt Ihr mich jetzt ein wenig besser verstehen, warum ich auch im Jahr 2019 das Musical unbedingt erleben musste. Am Donnerstag, den 4. Juli 2019, zur Premiere im Admiralspalast, war es wieder soweit.
 
Doch für diejenigen, denen „Chicago“ nichts sagt, fasse ich an dieser Stelle den Inhalt dieses Ausnahmemusicals noch einmal zusammen:
Die Geschichte spielt im Chicago der 1920er Jahre. Die Tänzerin Roxie Hart ermordet ihren Liebhaber Fred Casely, weil er sie verlassen wollte. Roxie kommt daraufhin ins Gefängnis, in dem die korrupte Matron Morton („Mama“) herrscht, und in dem die Tänzerin Velma Kelly, die ihre Schwester und ihren Ehemann ermordet hat, berühmt und berüchtigt ist. Velma wurde mit Mamas Hilfe zu einem Star und plant schon ihre Karriere nach ihrer Freilassung. Dabei wird sie von dem Anwalt Billy Flynn unterstützt.
 
Durch ihren Ehemann erhält Roxie das nötige Geld, um sich diesen Anwalt auch leisten zu können. Der Anwalt hilft mit Unwahrheiten Roxie dabei, der neue Star im Gefängnis und in den Medien zu werden und damit die nun eifersüchtige Velma abzulösen.
Wie vorhergesehen kommt Roxie frei. Doch die Presse interessiert sich nicht mehr für sie, da es jetzt einen neuen und interessanteren Fall gibt. Am Ende werden Velma und Roxie zwei gefeierte Jazz-Sängerinnen und treten zusammen auf.
 
Velma Kelly ist keine Heldin und keine rechtschaffene Frau und trotzdem liebe ich diese Figur. Ich liebe ihr Temperament, ihre feurigen Tänze und manchmal ihr loses Mundwerk. Ich bewundere sie für ihren Überlebenswillen und bemitleide sie, weil sie keinen auf der Welt hat, auf den sie sich verlassen kann. Die einzigen Menschen, denen sie vertraut hat – ihr Mann und ihre Schwester – haben sie betrogen.
Samantha Peo performt in höchster Perfektion diese ambivalente Rolle, die man gleichzeitig liebt und hasst.
Die Musicaldarstellerin Samantha Peo ist seit über 25 Jahren als Musicaldarstellerin erfolgreich („The Wizard Of Oz“, „West Side Story“ und „The Rocky Horror Picture Show“) und man merkt in jeder Szene, dass sie für die Bühne geschaffen ist. Eine großartige Tänzerin mit einer sehr starken und manchmal rauchigen Stimme, die mit ihrem Schauspiel den Wandel der Figur Velma Kelly offenbart. Zunächst wirkt Velma arrogant und hält sich für etwas Besseres, am Ende fleht sie Roxie an, mit ihr zusammen aufzutreten.
 
Mit der Figur Roxie Hart sieht es dagegen ganz anders aus. Ich empfinde keine Sympathien für sie, da sie einen liebenden Ehemann hat und diesen belügt und betrügt. Doch der Musicaldarstellerin Carmen Pretorius, einer der bekanntesten jungen Künstlerinnen Südafrikas („Cabaret“, „Mamma Mia!“ und „Footloose“), gelingt etwas Unmögliches. Trotz meiner anfänglichen Verachtung für diese Lügnerin entwickle ich mit der Zeit eine gewisse Sympathie für die Figur und nehme ihr das naive Mädchen ab, das den Liebhaber ermorden musste.
 
Die Zuschauer werden von ihr genauso um den Finger gewickelt wie die Presse. Die Presse glaubt ihren Lügen, dass sie schwanger sei, ihren Ehemann liebe und eine Klosterschule besucht habe. Mit Hilfe ihres Anwaltes und der Presse schafft es Roxie in die Zeitung („Roxie rocks’ Chicago“) und wird für kurze Zeit zu einem Star. Am Ende erkennt man aber noch einmal, um was es Roxie die ganze Zeit gegangen ist: Publicity, für die sie alles getan hätte. Eine unglaubliche schauspielerische und tänzerische Leistung von Carmen Pretorius – gepaart mit einer hochkarätigen Stimme!
 
Der korrupte und zwielichtige Anwalt Billy Flynn ist eine weitere „Antipathiefigur“ in diesem Musical. Billy Flynn liefert eine hervorragende Persiflage auf das Rechtssystem ohne Gerechtigkeitssinn. Nur Geld und körperliche Zuneigung der Mandantinnen interessieren den arroganten Anwalt, der „seine“ Frauen wie Marionetten behandelt, um selbst im Rampenlicht zu stehen. Die Rolle des skrupellosen Anwaltes ist dem Musicaldarsteller Craig Urbani auf den Leib geschnitten worden. Er überzeugt nicht nur mit seiner Mimik und Gestik, sondern auch mit seiner kraftvollen Stimme.
 
Ein weiteres Highlight auf der Bühne war für mich die Besetzung der Rolle der Mama Morton durch Ilsa Klink. Klink – mit ihrer sehr voluminösen Stimme – interpretiert sehr authentisch die Rolle der korrupten „Mama“ , die den anderen Gefängnisinsassen die Welt im Gefängnis erklärt („When You’re Good to Mama“). Willst du etwas von den anderen, musst du erst einmal was für sie machen.
 
Mitleid und Kopfschütteln, das alles erzeugte der naive Ehemann von Roxie Hart bei mir, der seiner Ehefrau zu viel verzeiht und ihr alles abnimmt. Selbst die Tatsache, dass er schon lange mit seiner Frau nicht geschlafen hat und sie trotzdem schwanger geworden ist, verwundert ihn nicht. Manchmal denkt man als Zuschauer, dass zurecht seine Dummheit von seiner Frau bestraft wurde. Aber Amos Hart hat nur einen Wunsch: Er möchte endlich von jemanden gesehen werden („Mr Cellophane“). Eine zugleich komische und tragische Figur, die sehr gut von Grant Towers gespielt wird.
 
Eines der Gründe, warum ich dieses Musical so sehr liebe, ist die Jazzmusik in dem Musical. Immer wenn ich die Lieder höre, zieht es mich auf die Bühne und ich möchte auch mitgrooven und meinen Sexappeal unter Beweis stellen. Vor allem beim Lied „Cell Block Tango“, in dem jede Insassin gesanglich erklärt, warum sie im Gefängnis gelandet ist, verspüre ich die Energie in jeder kleinen Pore und den Drang dazu, mitzutanzen.  
Das elfköpfige Orchester spielt während des gesamten Musicals AUF der Bühne und wird in die Show eingebunden. Aber man muss dazu auch sagen, dass dieses Orchester berechtigterweise zum Mittelpunkt der Show gehört, denn die Musik und die Musiker sind einfach fantastisch und erinnern an die Big Band der Goldenen Zwanziger. „Roxie“, „When you’re good to Mama“ und das berühmte „All That Jazz“ finden ihren Platz im Musical und entlockten mir viele Jubelschreie an diesem Premierenabend.
 
Die verführerische Choreografie – in schwarzen Kostümen bzw. in schwarzer Unterwäsche – von der Choreografin Ann Reinking, die für ihre Arbeit den Tony- und den Drama Desk Award erhielt, wurde von den Darstellern sehr verführerisch umgesetzt. Vielen wurde im ausverkauften Zuschauersaal bestimmt mehrmals heiß.
 
Das Musical „Chicago“ zeigt, dass man Gesellschaftskritik auch in eine unterhaltende Show, die einen nicht erdrückt, integrieren kann. Unserer Gesellschaft wird ein Spiegel vorgehalten. Nächstenliebe und Loyalität sind nichts mehr wert. Geld und das Streben nach Berühmtheit sind von Bedeutung. Die Schwachen, die nicht über das nötige Kapital verfügen, werden gehängt, denn die Wahrheit ist nicht wichtig. Eine wunderbare Kritik an der Justiz, der Presse und den sozialen Netzwerken, in denen auch mehr Schein als Sein herrscht.
 
Mein Fazit: Das Musical „Chicago“ bietet alles, was ich an einem Musical schätze: talentierte Darsteller, grandiose Stimmen, verführerische Tänze, wilde Jazzmusik, viel Satire und eine Geschichte, die immer aktuell sein wird. Das Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger könnt Ihr noch bis zum 13. Juli 2019 im Admiralspalast live erleben. Danach zieht das Musical nach Linz (16.07. – 04.08.2019 Musiktheater) und München (06.08. – 11.08.2019 Deutsches Theater).
 
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Text © E. Günther
 

Die kulturellen Highlights im Sommer 2019: Chicago, West Side Story und STAR DUST – From Bach to Bowie in Berlin

Im kulturellen Vergleich muss sich die Hauptstadt Berlin nicht mehr hinter New York und London verstecken, denn schon längst kommen die internationalen Shows und die erfolgreichsten Interpreten auf ihren Tourneen nach Berlin – und das oft mehrmals. Auch der Sommer 2019 verspricht wieder, zumindest in kultureller Hinsicht, richtig heiß zu werden. Im Folgenden stellen ich Euch daher meine persönlichen kulturellen Highlights im Sommer 2019 genauer vor:
Chicago, West Side Story und STAR DUST – From Bach to Bowie.
 
„Chicago“ im Admiralspalast (3. bis 13. Juli 2019):
Ich gehöre zu den größten Fans des Original Broadway-Musicals „Chicago“ und habe sowohl schon einmal das Musical als auch die berühmte Verfilmung im Jahr 2002 gesehen. „All That Jazz“ im englischsprachigen Original – das werde ich mir im Juli 2019 nicht entgehen lassen!
 
„West Side Story“ in der Staatsoper Unter den Linden (06. bis 14. Juli 2019):
Der Tanzfilm aus dem Jahr 1961, in dem rivalisierende Gangs um ihre Ehre und Liebe tanzen, ist wieder in aller Munde. Steven Spielberg will diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2020 wieder ins Kino bringen und im Juli 2019 kommt die preisgekrönte Inszenierung von Joey McKneely nach fünfzehnmonatiger ausverkaufter Welttournee auch endlich nach Berlin. Darauf freue ich mich jetzt schon!
 
„STAR DUST – From Bach to Bowie“ in der Komischen Oper Berlin (09. bis 14. Juli 2019):
Die angesagte amerikanische Tanzcompany Complexions Contemporary Ballet ist im Juli 2019 auf Tournee in Deutschland und kommt auch nach Berlin. Die Show „STAR DUST – From Bach to Bowie“ ist eine Hommage an die Pop-Ikone David Bowie und begeistert weltweit mit ihrem Mix aus Klassik, Ballett und Pop. Eine sehr vielversprechende Veranstaltung!
 
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© E. Günther
 

ABBA Gold – The Concert Show 2019

Sie sind selten geworden: Bands, die durch ihre unvergessliche Musik Generationen vereinen können. ABBA, der schwedischen Popgruppe, die aus den beiden ehemaligen Paaren Agnetha und Björn sowie Benny und Frida bestand und sich 1972 in Stockholm formierte, gelingt dies noch immer.
 
Mit ihrem Lied „Waterloo“ gelang ihnen im Jahr 1974 beim „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ ein Sieg, der sie unsterblich machte.
ABBA gehört mit über 375 Millionen verkauften Tonträgern weltweit zu den einflussreichsten Popbands aller Zeiten und ist eine Legende. 
 
Die Live-Band ABBA Gold versprach unter dem Motto „Having the time of your life“ und unter der Leitung von Produzent Werner Leonard (Max Raabes Palast Orchester, ABBA MANIA) das Unmögliche: Sie wollte diese legendäre Band wieder auf die Bühne bringen. Davon wollte ich mich selbst unbedingt am 23.März 2019 im Admiralspalast überzeugen.
 
In dem fast ausverkauften Admiralspalast war die Stimmung von Anfang an außergewöhnlich gut. Ältere und sehr junge Menschen schienen die Vorfreude auf Agnetha (Kirsty Cameron), Frida (Claire Trusson), Benny (Adam Fletcher) und Björn (Mirko Hildmann) nicht mehr aushalten zu können. Als ABBA Gold auf die Bühne kam, glaubte ich kurz, auf einem Justin Bieber-Konzert zu sein. Die Vorfreude entlud sich in unbändigem Jubel. Wer dachte, die Stimmung könnte nicht noch bombastischer werden, der wurde mit der Ankündigung des Liedes „Fernando“ eines Besseren belehrt.
 
ABBA Gold sang alle Welthits: „Mamma Mia“, „Souper Trouper“, „Dancing Queen“ usw. Die Band mit dem Bassisten Sebastian Hoffmann und dem Schlagzeuger Marko Klotz transportierte das Publikum in die 70- und 80-er Jahre und überzeugte auf ganzer Linie: Originalkostüme, schwedischer Akzent, dieselbe Performance – wir vergaßen, dass nicht ABBA selbst auf der Bühne stand. Und viele Zuschauer vergaßen sich selbst, alle tanzten, jubelten und sangen begeistert mit. Und als Zugabe gab es am Ende einer fast dreistündigen Konzertshow das Lied „Waterloo“, ein unbeschreibliches Gefühl.
 
Mein Fazit: Bei der Live-Band ABBA Gold stimmt einfach alles! Die weltbekannten Lieder reißen einen mit, die Stimmung ist ekstatisch. Die Bandmitglieder sind talentiert und genauso charismatisch wie die Originalbesetzung. Das Bühnenbild mit den Kostümen wirkt originalgetreu. Das Motto der Konzerttournee war „Having the time of your life“ und das hatten wir auch. Thank you for the music, ABBA! Thank you for the concert, ABBA Gold! Thank you for the show, Admiralspalast!
Heute tritt die Band in Krefeld auf und tourt weiter durch Deutschland und Österreich. Im nächsten Jahr geht die Band übrigens wieder auf Tournee und kommt wieder nach Berlin (Admiralspalast).
 
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Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther

 

 

Gewinnspiel: 1×2 Karten für „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry – ein literarisches Meisterwerk auf der Bühne des Admiralspalastes

Seit 1943 begeistert „Der kleine Prinz“ Kinder und Erwachsene und lehrt sie, was wirklich wichtig im Leben ist: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!“ (Antoine de Saint-Exupéry)
 
Ich habe die Erzählung bereits mehrere Male auf Deutsch und Französisch gelesen und kann mich ihr noch immer nicht entziehen. So habe ich mich sehr gefreut, dass die Drehbühne Berlin dieses literarische Meisterwerk unter der Regie von Lorenz Christian Köhler wieder auf die Bühne des Admiralspalastes (Studio) brachte. Die Tatsache, dass 2€ jeder verkauften Karte seit der Premiere an das Kinderhilfswerk UNICEF geht, bestärkte mich weiterhin in dem Entschluss, den kleinen Prinzen am Freitag, den 22. Dezember 2017, als Bühnenfassung zu erleben.
 
Trotz der Einfachheit der Erzählung auf den ersten Blick erscheint der Inhalt doch sehr komplex, wenn es um das Verständnis der moralischen Aussagen und der Umsetzung auf der Bühne geht. Doch dies wird auf der Bühne perfekt umgesetzt, indem man das Theaterstück mit dem Puppenspiel und dem Medium Film (Leinwand) verbindet. Unterstützt wird das Ganze von einer Live-Band, die arabisch-orientalische Livemusik spielt.
 
Von der Bühne aus, die die Wüste Sahara und damit die Erde darstellen soll, begegnet der kleine Prinz den anderen Planetenbewohnern, die auf einer großen Leinwand erscheinen.
Die auf der großen Leinwand erscheinenden Planetenbewohner werden von sehr namhaften deutschsprachigen Film- und Theaterschauspieler gespielt: Bruno Ganz (Geograf), Horst Krause (Säufer), Florian Lukas (Laternenanzünder), Dieter Mann (Geschäftsmann), Michael Mendl (König) und Armin Rohde (der eitle Mann). Die Rolle des Piloten spielen Lorenz Chr. Köhler, bzw. Matthias Zeeb.
 
Das Theaterstück schafft es sehr gut, die moralischen Aussagen der Erzählung auf die Bühne zu bringen: Die Erwachsenen verlieren im Laufe ihres Lebens die Fantasie und vergessen durch ihre Arbeit und die Hektik des Alltags, was wirklich im Leben zählt: Liebe und Freundschaft. Dies macht sie einsam und verbittert, da sie nur materiellen Dingen nacheifern.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit als 1. Preis 1×2 Karten für „Der Kleine Prinz“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Karten für „Der Kleine Prinz“
Wann? am Freitag, den 11. Januar 2019, um 19.30 Uhr
Wo? Admiralspalast (Studio), Friedrichstraße 101, 10117 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Als 2. Preis verlose ich das Familienpuzzle „Der kleine Prinz – Der Garten der Rosen“, das aus 1000 Teilen besteht.
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 1. Januar 2019, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück und frohe und besinnliche Weihnachten im Kreise Eurer Lieben!
© E. Günther
 

Flashdance – What A Feeling! im Admiralspalast Berlin

„[…] Take your passion
And make it happen […]“
 
Das Lied „What A Feeling!“ von Irene Cara, der Titelsong zum Tanzfilm „Flashdance“, wurde nicht nur mit einem Oscar ausgezeichnet, sondern ist bis heute ein Klassiker.
35 Jahre nach der Kinopremiere im Jahre 1983 kommt mit „Flashdance“ der Disco-Klassiker der 80er-Jahre, der neben „Dirty Dancing“, „Footloose“ und „Fame“ Millionen von Jugendlichen zum Tanzen brachte und auch die späteren Generationen prägte, auf seiner Deutschlandtournee endlich nach Berlin (Admiralspalast).
 
Am Samstag, den 15. Dezember 2018, ging auch ich mit einer Dauerwelle und viel Tanzbegeisterung im Herzen in den Admiralspalast und konnte es kaum erwarten, die Bühnenadaption des Films von Adrian Lyne – unter der Regie von Anders Albien – mit Songs von Produzent Giorgio Moroder und Keith Forsey zu erleben.
Der Sänger und Songschreiber Tom Hadley und der Filmregisseur Robert Cary verfassten das Buch zu dem Musical „Flashdance“, Robbie Roth war für die ergänzend komponierte Musik verantwortlich.
 
Wer jedoch einen der größten Tanzfilme der Filmgeschichte bis heute noch nicht geschaut hat, dem sei an dieser Stelle die Handlung des Kultfilms erzählt:
Alexandra „Alex“ Owens hat große Träume: Während sie tagsüber als Schweißerin arbeitet, tanzt sie nachts in einem Club und träumt von einer großen Karriere als Tänzerin. Dafür muss sie aber eine klassische Tanzausbildung an der Shipley Tanzakademie in Pittsburgh absolvieren, was für sie, eine Arbeiterin aus der Mittelschicht, unmöglich erscheint.
Als ob sie nicht schon genug Probleme hätte, geht sie mit ihrem Chef Nick eine Liebesbeziehung voller Stolpersteine und Missverständnisse ein und muss ihre Freundin Gloria aus einer unglücklichen Lage retten. Schafft es Alex trotzdem, ihren großen Traum zu verwirklichen?
 
Es gibt im Filmgeschäft DIE Filmrollen, die mit einer bestimmten Schauspielerin/ einem bestimmten Schauspieler verbunden sind, die es unmöglich machen, diese Rolle mit einer anderen Darstellerin/einem anderen Darsteller zu besetzen. Diese Sorge hatte ich auch bei der Figur Alex, die im Film großartig von Jennifer Beals gespielt wird. Doch zum Glück wurde ich im Musical „Flashdance“ eines Besseren belehrt.
 
Hannah Leser wird in dem Musical zur Figur Alex und lässt einen vergessen, dass diese Rolle im Film von jemand Anderen verkörpert wurde. Die Musicaldarstellerin Hannah Leser zeigt das ganze Spektrum einer sehr guten Musicaldarstellerin: Sie spielt sehr glaubhaft die auf den ersten Blick selbstbewusste und ihre Freiheit liebende Alex, die ihren Prinzipien treu bleiben und alles alleine schaffen will, doch im Grunde ihres Herzens zerbrechlich ist und von Selbstzweifeln geplagt wird. Hannah Leaser legt ihre ganze Seele in ihre leidenschaftlichen und kraftvollen Tanzszenen und den starken Gesang. Eine großartige Leistung!
 
Zunächst war ich bei der Besetzung der Figur des Nick Hurley durch Sasha Di Capri sehr skeptisch. Schließlich sah der Musicaldarsteller der Filmfigur gar nicht ähnlich, doch meine Skepsis legte sich gleich in der ersten Minute, als ich den Musicaldarsteller in seiner Rolle überzeugend agieren und mit seiner rockigen Stimme habe singen hören.
Sasha Di Capri stellte authentisch Nick Hurley dar, der trotz seines Reichtums auch mit Problemen zu kämpfen hat. So muss er sich immer wieder für sein Familienerbe entschuldigen, seine Menschlichkeit beweisen und fast täglich um seine Liebe zu Alex kämpfen. Doch Sasha Di Capri ist nicht nur eine Augenweide, die die weiblichen Zuschauer in einer bestimmten Szene zum Kreischen brachte, sondern auch ein sehr überzeugender Darsteller und Sänger.
 
Zu den hellsten Sternen an dem gestrigen Abend gehörte für mich Ann Sophie Dürmeyer, die im Jahr 2015 am Eurovision Song Contest teilgenommen hatte. Ann Sophie Dürmeyer übernimmt die Rolle der Gloria, Alex‘ bester Freundin, und zeigt, dass Frauen zu jeder Zeit sexuell ausgebeutet wurden. Genauso wie Alex träumt auch sie von einer Karriere als Tänzerin, doch vertraut sie dem falschen Mann und landet schließlich in einem Stripclub, wo sie mit Kokain gefügig gemacht wird.
Sophie Dürmeyer beweist eine enorme Bühnenpräsenz und bringt den Zuschauer mit ihrer herzzerreißenden Interpretation des Liedes „Gloria“ von Laura Branigan zum Weinen. Am Ende sang sie zudem voller Inbrunst den Klassiker „What A Feeling“ – ein Gänsehautmoment.
 
Weiterhin hat mich an dem gestrigen Abend der Musicaldarsteller Konstantin Busack in seiner Rolle des Jimmy begeistert. Jimmy träumt davon, ein berühmter Komiker zu werden, doch leider fehlt ihm das nötige Talent dazu. In seinem beruflichen Eifer stößt er seine Liebe Gloria von sich und treibt sie in die Hände des skrupellosen C.C. Zuerst dachte ich, dass die Rolle Jimmy nur dafür da ist, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen, doch dann sang der Musicaldarsteller und stellte auch gesanglich sein Talent unter Beweis.
 
Auch weitere Darsteller waren in ihren Rollen ein echter Gewinn für die Musicaladaption: Gitte Haenning wickelt mit ihrer herzhaften Darstellung von Hannahs Mentorin die Zuschauer um den Finger. Michael Sattler bringt mit seiner Rolle des Antagonisten C.C., der die naive Gloria ausnutzt, das Publikum gegen sich auf.
 
Die Musik im Musical war genauso mitreißend wie im Film. Die sechsköpfige Live-Band mit ihrem Dirigenten Damian Omansen interpretierte live die bekannten Hits des Films, darunter „What A Feeling“, „Maniac“ und „Gloria“. Die Choreographien (Jennie Widegren) – Modern Dance, Arebok, Ballett etc.- rissen jeden Filmfan von seinem Stuhl. Auch das Bühnenbild (Andreas Bini) mit blitzschnellem Bühnenwechsel und der LED-Technik war hervorragend konzipiert
 
An dem Film bemängelten einige Filmkritiker, dass er zu wenig Handlung biete, doch dem muss ich nach dem Besuch des Musicals erneut widersprechen, denn es werden sehr viele wichtige Themen im Leben angesprochen: Liebe, Freundschaft, Loyalität, Hingabe, ein falsches Frauenbild, die Überwindung der gesellschaftlichen Hindernisse und die Tatsache, dass man immer an seine Träume glauben muss.
 
Mein Fazit: What A Feeling! Egal, ob Ihr den Film gesehen habt oder nicht, das Musical wird euch von den Socken hauen, denn hier stimmt einfach alles: der Cast, die Lieder und die Choreografie. Am Ende sprang ich auf und tanzte begeistert. Bis zum 23 Dezember 2018 läuft das Musical „Flashdance“ noch im Admiralspalast Berlin.
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
Text © E. Günther

Carmen La Cubana – die Tournee von George Bizets „Carmen“ als kubanisches Musical

„Die Liebe ist wie ein Stich ins Herz […]“ und manchmal ist sie dein Verderben.

Schon in einem anderen Blogbeitrag habe ich Euch davon berichtet, dass George Bizets Oper „Carmen“ zu meinen Lieblingsopern gehört. Als ich davon gehört habe, dass eine meiner Lieblingsopern zu einem kubanischen Musical umgearbeitet wurde, war ich nervös und gespannt zugleich. Aber wer konnte diese leidenschaftliche Oper auch besser interpretieren als ein kubanisches Ensemble?

Das von George Bizets „Carmen“, nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée, inspirierte und auf einer Idee und den Songtexten von Oscar Hammersteins II in „Carmen Jones“ (1943) basierende Musical feierte im Jahr 2016 eine furiose Weltpremiere am Pariser Théâtre du Châtelet und ließ damit meine Erwartungen ins Unermessliche steigen.

Und am Donnerstag, den 4. Oktober 2018, sah ich wie so viele im Saal mein erstes kubanisches Musical.
Die Handlung von der freiheitsliebenden Carmen wurde von dem international anerkannten Opern- und Musical-Regisseur Christopher Renshaw, dem Grammy- und Tony Award-Preisträger Alex Lacamoire („Hamilton“, „The Greatest Showman“) und dem Songtexter Norge Espinosa Mendoza in das nach Freiheit strebende Kuba verlegt, an den Vorabend der Revolution, in der Fidel Castro den kubanischen Diktator Batista gestürzt hatte.

Zwar kennen sehr viele Carmens feurige Lebensgeschichte, doch sei sie an dieser Stelle noch einmal erzählt, zumal in dem Musical ein paar Kleinigkeiten im Vergleich zur Oper geändert wurden, um sie an das Leben in Kuba anzupassen.
Die Zigarrendreherin Carmen wird von dem Feldwebel Moreno verhaftet und soll von dem Soldaten José, der mit Marilù verlobt ist, ins Gefängnis gebracht werden. Doch Carmen schafft es, José zu verführen und dieser lässt sie daraufhin frei. Carmen verspricht José, auf ihn in ihrer Lieblingsbar zu warten. Dort begegnen sich die beiden Frischverliebten wieder und müssen, nachdem José seinem Vorgesetzten gegenüber handgreiflich geworden war, nach Havanna fliehen. Doch in Havanna wartet Josés Nebenbuhler Boxer El Niño, der es auf Carmen abgesehen hat. Eine tragische Lebens- und Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf.

„Die Liebe ist ein wilder Vogel, den kein Mensch jemals zähmen kann.“ Und keinem gelingt es, Carmen zu zähmen. Genauso wie ihre Mutter verführt sie reihenweise Männer und bricht deren Herzen. So leidenschaftlich und sinnlich – diese Rolle verlangt einer Musicaldarstellerin so vieles ab. Und mit Luna Manzanares Nardo gelingt den Produzenten ein echter Coup. Luna Manzanares Nardo überträgt zwei Stunden lang das unbändige Feuer der Verführerin Carmen, die keine Prinzipien kennt, auf die Zuschauer.
Kein Mann kann die temperamentvolle und schnell von den Männern gelangweilte Carmen einsperren, für keinen wird sie sich jemals ändern.
Luna Manzanares Nardo lässt ihre Hüften erotisch kreisen und spielt dabei auf einem höchsten Niveau. Und wie wunderschön sie doch dabei singt! Ihre gewaltige Stimme klingt tief und rebellisch zugleich, passend zu ihrer Rolle. Dieses Funkeln in den Augen, diese beim Sprechen bebenden Lippen – dies alles kann man nicht spielen, dies muss man fühlen.
Luna Manzanares Nardo stirbt förmlich für ihre Rolle – und das tut es ihre Figur am Ende auch, ironischerweise in einem unschuldigen Weiß und nicht in ihrer Lieblingsfarbe Rot, die sich bis dato in jede Kleidung eingeschlichen hatte.

Der Musicaldarsteller Saeed Mohamed Valdés schafft es, sowohl schauspielerisch als auch gesanglich perfekt den Soldaten José zu verkörpern. Ich als Carmen-Liebhaberin habe schon viele Josés auf der Bühne erleben dürfen, doch das ist für mich bis jetzt die beste Umsetzung der Figur José, die von Carmen ins Verderben geführt wird.
Bis zu seiner Begegnung mit Carmen war José ein anständiger Soldat, der seine Mutter vergötterte und seiner Verlobten Marilù gegenüber eine unschuldige Liebe empfunden hat. Doch wie so viele Männer vor ihm erlag auch er Carmens Reizen. Und wie so viele andere Männer zuvor wollte auch er Carmen zähmen und zerbrach daran. Nach Carmens Liebe verzehrend und vor Eifersucht tobend, das alles erkannte man in dem Schauspiel und dem Gesang von Saeed Mohamed Valdés.

Cristina Rodriguez Pino war für mich und, wie ich an dem Applaus des Publikums erkennen konnte, für einige andere im Zuschauersaal der heimliche Star an diesem Abend. Dank ihr kam jeder Opernfan an diesem Abend auf seine Kosten, denn die ausgebildete Opernsängerin ließ mit ihrer glockenhaften Stimme bestimmt viele mitfühlenden Zuschauerherzen zerbrechen. Wer fühlte denn nicht mit Marilù? Ein unschuldiges Mädchen, das Josés Mutter treu ergeben und bereit war, ihrem José alles zu verzeihen und ihn weiterhin innig zu lieben.

Für viele weitere Gänsehautmomente im Zuschauersaal sorgte Albita Rodriguez als La Señora.
Die Erzählerin La Señora führte den Zuschauer in das mystische Leben Kubas ein, indem sie den dort praktizierten Katholizismus mit dem dort vorherrschenden Aberglauben auf der Bühne verband. Zurecht stand mit einer ebenfalls schauspielerisch und gesanglich starken Albita Rodriguez eine zweifache Emmy- und Grammygewinnerin auf der Bühne.

War Josés Widersacher in der klassischen Opernfassung noch ein Torero, wird er in dem Musical zum Boxer El Niño, was auch viel besser zu Kuba passt.
Bei dem professionellen Schauspiel und Gesang Joaquín García Mejías‘ merkte man genau, dass er Leadsänger in vielen kubanischen Salsa-Bands ist und sich auch privat mit kreischenden Fans auskennt.

Bizets Opernmelodien findet der Opernliebhaber in dem Musical wieder, auch wenn diese als kubanische Rhythmen in einem zeitgemäßen Salsa- und Mambogewand von der 14-köpfigen Latin-Big-Band unter der Leitung des Dirigenten Hector Martignon großartig gespielt werden.

Ich hörte einen im Publikum sagen: „Genauso ist es wirklich in Kuba, sie tanzen dort den ganzen Tag.“
Und wie sie tanzen. Die Tänzer der staatlichen Ballettschule in Havanna (Escuela Nacional de Ballet) bewegten sich nicht bloß zur Musik, sie wurden mit dieser eins. Die Musik wurde zu ihrer Sprache und sie setzten die Choreografie Roclan González Chávez leidenschaftlich und euphorisch um.

Und auch das Bühnenbild und die Kostüme von Tom Piper waren sehr wahrheitsgetreu und untermalten Kubas Lebensgefühl. Trotz der schwierigen Wirtschaft im Land, die sich in den Häuserfassaden auf der Bühne widerspiegelte, lassen sich die Kubaner genauso wenig wie Carmen von irgendjemandem zähmen.

Mein Fazit: Das Musical „Carmen la Cubana“ bietet dem Zuschauer ein audio-visuelles Feuerwerk. Ich kann mir jetzt keine andere Carmen mehr vorstellen. Diese gewaltigen Stimmen der Darsteller, diese authentische Darstellung der Figuren, diese herrliche Musik, diese Lebensfreude der Tänzer und dieses wahrheitsgetreues Bühnenbild machen das Musical zu einem Gesamtkunstwerk.
Ich hoffe inständig, dass ich alle Beteiligten noch einmal in Deutschland live erleben darf. Und wer weiß, vielleicht werden sie demnächst auch meine beiden anderen Lieblingsopern – Verdis „Aida“ und Puccinis „Madame Butterfly“ – neu interpretieren?!
Das Musical läuft noch bis zum 14. Oktober 2018 im Admiralspalast und zieht danach nach München weiter.

Weitere Informationen:
http://www.bb-promotion.com/veranstaltungen/carmen-la-cubana/
https://www.facebook.com/CarmenlaCubanaMusical/

© E. Günther

 

 

 

Musical Tenors – Older but not wiser-Tour 2018

Meine fleißigen Blogleser haben im Laufe der Jahre bereits drei wichtige Informationen über mich erfahren: Ich liebe Musicals. Mein Lieblingsmusical ist „Tanz der Vampire“. Jan Ammann und Mark Seibert sind für mich die besten Interpreten der Rolle des Grafen von Krolock im Musical „Tanz der Vampire“.
Da kann man sich natürlich vorstellen, mit welcher Freude ich die Information vernommen habe, dass die Musical Tenors nach ihrer Auflösung im Jahr 2012 wieder auf Tournee gehen.

Doch wer sind die Musical Tenors und warum haben unzählige Fans sechs Jahre lang sehnsüchtigst auf ihre gemeinsame Tournee gewartet?!
Da ist zum einen Jan Ammann, der mehrmals als Graf Krolock in „Tanz der Vampire“ und in zahlreichen anderen Musicals („Ludwig²“, „Die Schöne und das Biest“, „Rebecca“ und zuletzt als „Dr. Schiwago“) Millionen von Fans in seinen Bann gezogen hat. Dafür spricht auch seine zweimalige Wahl zum besten Musicaldarsteller.

Zum anderen singt auch Mark Seibert, der aus erwachsenen Frauen kichernde Mädchen macht, bei den Musical Tenors. Das erste Mal ist mir Mark Seibert positiv in dem Musical „We Will Rock You“ aufgefallen. Aber spätestens im Jahr 2016, als er die Rolle des Graf Krolock in „Tanz der Vampire“ übernommen hat, hat sich Mark Seibert in sehr viele weitere Herzen der nicht nur weiblichen Fans gesungen und ist bis heute dort geblieben, was auch an weiteren Musicalerfolgen wie „Die Päpstin“ liegt.

Der dritte im Bunde ist Patrick Stanke, der vielen in seiner Rolle des D‘Artagnan in „Drei Musketiere“ und des Wolfgang Amadeus Mozart in „Mozart“ bekannt ist. Es folgten weitere beeindruckende Auftritte unter anderem in „Jekyll und Hyde“ und „Jesus Christ Superstar“.

Mit Christian Alexander Müller wird das gesanglich starke Quartett komplett. Christian Alexander Müller wurde als jüngstes Phantom aller Zeiten in dem weltberühmten Musical „Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber weltbekannt. Weitere Erfolge in Musicals wie „West Side Story“ und „Evita“ rühmen seine Vita als Musicaldarsteller.

Und am Samstag, den 29. September 2018, war es endlich soweit und die vier Ausnahmemusicaldarsteller kamen um 19.30 Uhr elegant gekleidet auf die Bühne des Admiralspalastes (Studio) und präsentierten zwei Stunden lang die größten Hits vieler weltberühmter Musicals.

Der Initiator und Veranstalter Andreas Luketa und der Komponist und Arrangeur Mario Stork sorgten wieder dafür, dass jeder Einzelne der vier Sterne unter den deutschsprachigen Musicaldarstellern seinen Glanz während des insgesamt 24 Lieder umfassenden Konzertes auf der Bühne entfalten konnte. Mal sangen die vier zusammen auf der Bühne und agierten dabei als ein perfektes Gesamtkunstwerk, ohne dem jeweils anderen den notwendigen (gesanglichen) Platz zu nehmen. Mal sangen sie in unbeschreiblich schönen Duetten und dann stahlen sie wieder in vielen Soli mit den Liedern aus den Musicals, mit denen sie persönlich berühmt wurden, unseren Herzen.

Das Konzert begann mit dem Lied „Limelight“ und läutete damit eine herzergreifende Rückschau auf die Musicalerfolge der einzelnen Sänger ein.
Zu meinen absoluten Höhepunkten an dem gestrigen Abend zählten: Jan Ammanns großartige Darbietung des Liedes „Kalte Sterne“ aus dem Musical „Ludwig²“ – was für eine kraftvolle und leidenschaftliche Stimme, die beim Zuschauer ein Gefühl der völligen Hingabe erzeugt hat.

Das gefühlvoll von Patrick Stanke vorgetragene und von ihm selbst am Klavier begleitete Lied „Du warst mein Licht“ trieb bestimmt vielen weiblichen Fans Tränen in die Augen, denn welche Frau wünscht sich nicht so eine wunderschöne Liebeserklärung?!

Eines meiner Lieblingslieder in einem Musical – „Memory“ in „Cats“ – wurde von den vier Musical Tenors in gleich vier Sprachen gesungen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) – ein Gänsehautmoment!
Mark Seiberts „Der letzte Vorhang“ („Schikaneder“) und Christian Alexander Müllers „Never enough“ (Film „The greatest Showman“) sorgten dafür, dass viele im Publikum nach dem Lied begeistert aufgesprungen sind.

Der weibliche Special Guest an diesem Abend war die klassisch ausgebildete Opernsängerin Stephanie Tschöppe, die vielen als „Rebecca“ in „Tanz der Vampire“ oder „Donna“ und „Rosie“ in „Mamma Mia“ bekannt ist. Stephanie Tschöppe überzeugte mich gestern wieder mit ihrer fabelhaften Stimme bei ihrem Solo „Ich gehör‘ nur mir“. Ein Lied, mit dem sich bestimmt viele Frauen im Saal identifizieren konnten.

Aber meine absolute Krönung an dem gestrigen Abend waren natürlich die beiden Lieder aus meinem Lieblingsmusical „Tanz der Vampire“: „Totale Finsternis“ von allen fünf Musicaldarstellern und „Die Unstillbare Gier“ von Mark Seibert und Jan Ammann als Duett gesungen. Besonders beim zweiten Lied brach im Publikum ein frenetischer Applaus aus und es stand wirklich der letzte im Saal auf. Ein unbeschreiblicher Moment für jeden an diesem Abend!

Mit einem hervorragend zusammengestellten ABBA-Medley und dem Lied „Look With your Heart“ verabschiedeten sich die Ausnahmeerscheinungen am Musicalhimmel von ihren begeisterten Fans.
Dass dieser Abend so unvergesslich wurde, haben wir natürlich auch der grandiosen Live-Band zu verdanken: Sebastian Hartung an den Keyboards, Marina Komissartchik am Flügel, Hannes Kühn an der Gitarre, Rolf Dieter Mayer am Bass, Matthias Plewka am Schlagzeug und natürlich Mario Stork.

Mein Fazit: Diesen fulminanten Abend werde ich nicht so schnell vergessen! Die fünf Musicaldarsteller begeisterten alle im Publikum mit ihrer besonderen Stimme. Die Liederauswahl und deren Arrangement war großartig und die Stimmung im ausverkauften Zuschauersaal frenetisch, von der ersten Minute an!
Es wurde schließlich auch Zeit, dass die Musical Tenors wieder zusammen auftreten! Am 26.10. werden die vier Musicaldarsteller – diesmal mit der Sängerin Eve Rades – wieder die Zuschauer im Admiralspalast verzaubern. Zuvor kann man sie am 15.10. in Oberhausen und am 22.10. in München bewundern.

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/soundofmusicconcerts/

© E. Günther

 

 

Souldance – eine sensationelle Tanzshow im Admiralspalast

Seit 2016 bin ich eine sehr große Liebhaberin der Tanzshow „Let’s Dance“ auf RTL und saß bisher bei jeder der elf Staffeln gespannt vor dem Fernseher und erlebte, wie professionelle Tänzer mit deutschsprachigen Prominenten über das Tanzparkett schwebten.

Das Jahr 2016 war ein ganz besonderes Jahr für mich, denn in der Staffel sah ich zum ersten Mal Robert Beitsch, der bis jetzt mein absoluter Lieblingstänzer in der Show ist. Kein anderer Tänzer kann so eine Spannung in seinem Körper aufbauen und so einzigartige Choreografien zaubern.
Und so freute ich mich schon seit Monaten auf die Tanzshow „Souldance“ im Admiralspalast – eine Tanzshow, die Robert Beitsch drei Jahre lang entwickelt hat, die er produzierte und das Beste: eine Show, in der er selbst tanzt!
Zur Weltpremiere am Freitag, den 21. September 2018, stand ich mit vielen anderen Tanzbegeisterten unterschiedlichen Alters im Foyer des Admiralspalastes, dem Austragungsort des ersten deutschen Tanzturniers vor über 100 Jahren. Ich hörte die Herzen der Zuschauer schneller schlagen, etwas Großartiges sollte gleich stattfinden.
Um ca. 20 Uhr strömten die Zuschauer dann in den Zuschauersaal, der fast auf den letzten Platz gefüllt war. Keiner wollte nur eine Minute von der Show mit den 20 Profitänzern mit 124 Meistertiteln – davon 3 Weltmeister – verpassen.
Der Moderator an diesem Abend war Thomas Herrmanns, der für viele Lacher an dem Abend sorgte und der bereits dieses Jahr in der 11.Staffel von „Let’s Dance“ sein tänzerisches Können unter Beweis stellte. So war es kaum verwunderlich, dass er sich nicht nur mit der Geschichte des Tanzens auskannte, sondern auch an diesem Abend getanzt hat – aber lasst Euch überraschen, an welcher Stelle in der Tanzshow und mit wem.
In der ersten Hälfte der Show ging es um die Entwicklung der Turniertänze und deren Darstellung auf der Bühne. Mein erster Höhepunkt in der ersten Hälfte war die sinnliche Rumba von Heinrich Popow. Heinrich Popow ist nicht nur Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in London und Rio de Janeiro gewesen, sondern berührte uns alle bei Let’s Dance 2017 mit seiner Lebensgeschichte und zeigte uns, dass Tanzen nicht Perfektion, sondern Leidenschaft bedeutet. Aus diesem Grund und weil Rumba zu meinen Lieblingstänzen gehört, hatte ich bei seinem Tanz Gänsehaut.
Wer mich privat kennt, weiß, dass neben der Rumba ich noch zwei weitere Lieblingstänze habe, zu denen Paso Doble gehört. Dieses Temperament, diese Hingabe – kein anderer Tanz kann es so gut verkörpern. Und wer sollte diesen Tanz besser tanzen als Robert Beitsch?! Dabei tanzte er nicht nur mit einer Frau und einem Mann, sondern auch mit alltäglichen Gegenständen.
Die zweite Hälfte spiegelte den Tanz der Gegenwart wider. Und es begann genauso heiß, wie die erste Hälfte endete: mit einer modernen Version des Flamenco, getanzt von den zwei heißblütigen Tänzerinnen Anastasia Bodnar und Raha Nejad.
Und ich glaube, ich spreche jedem an diesem Abend aus dem Herzen, wenn ich schreibe, dass Raha Nejad („Persian Hair“), Background-Tänzerin bei Katy Perry, ein weiterer Höhepunkt auf der Bühne war. Diese Tänzerin ist eine Granate auf der Bühne, mit einer ungeheuren Bühnenpräsenz. Was für eine tänzerische Ausnahmeerscheinung!
Der Contemporary Tanz von Robert Beitsch zur Musik aus dem Film „Fifty Shades of Grey“ war mein krönender Abschluss. Den Tanz hat Robert Beitsch bereits in der neunten Staffel von „Let’s Dance“ mit Sarah Lombardi getanzt und dabei die volle Punktzahl erhalten. Bei der leidenschaftlichen Performance kein Wunder. Schade, dass Robert diesen Tanz nicht wieder mit Sarah tanzte. Aber alle Sarah Lombardi-Fans dürfen sich trotzdem entspannt zurücklehnen, denn am Ende wartet auf alle eine wunderschöne Überraschung von der Sängerin.
Tänzerisch wurde an dem Freitag Abend das Beste vom Besten geboten: Sergey und Viktoria Tatarenko – Weltmeister in Showdance und Vizeweltmeister der Lateinamerikanischen Tänze, Gergely Darabos – Weltmeister im Equality Dance, Anastasia Bodnar – Choreographin und Tänzerin in TV-Produktionen wie Kudamm 56 und GottoDance, Oliver Tienken – Weltmeister im Formationstanz Latein und und.
Aber auch aus gesanglicher Sicht war dies ein fantastischer Abend, denn das SoulDance Orchester unter der Leitung von Genya Ginzburg mit 12 Musikern und begnadeten Sängern wie Keith Tynes, der Stimme der Platters, Daniel Keeling (Harlem Gospel Chor) und der phänomenalen Tutu Tutani sorgten für viele großartige Momente im Publikum.
Überhaupt war die Stimmung im Publikum genauso explosiv und besonders wie die Show selbst. Die Zuschauer applaudierten begeistert bei den Tänzern, dem Moderator, den Tänzen und verlangten nach einer Zugabe. Am Ende standen alle oder tanzten begeistert wie ich mit den Tänzern um die Wette.
Mein Fazit: Die Show „Souldance“ bewies wieder, dass Tanzen keine Frage des Alters ist und alle Generationen vereint, denn mit Tanzen drückt man seine Emotionen und seine Leidenschaft aus. Tanzen begeistert jedes Alter und jedes Geschlecht. Robert Beitsch ist mit „Souldance“ eine sensationelle Show gelungen, die jeden im Saal begeistert hat. Und bestimmt haben viele danach einen Tanzkurs belegt. Diese Show darf man auf keinen Fall verpassen. Heute, am Sonntag, den 23. September 2018, um 18 Uhr läuft sie noch einmal im Admiralspalast.
Weitere Informationen zur Show:
© E. Günther

China goes Pop – eine chinesische Zirkuswundertüte

Chinesischer Zirkus steht für mich für Perfektion und künstlerische Eleganz. Kein Wunder also, dass mich die Tournee von „China goes Pop“ gleich angesprochen hat. Die chinesische Zirkustruppe war schon in über 30 Ländern erfolgreich unterwegs und mit dem Cirque du Soleil und dem Big Apple Circus auf Tour.

Am Freitag, den 14. September 2018, besuchte ich schließlich diese Show im Admiralspalast Berlin.
Fast zwei Stunden lang hatte ich das Gefühl, in einem bunten und schrillen Videoclip von Katy Perry mitzuspielen.
In dieser Show bestehend aus Pop-Musik, einem mehrfach ausgezeichneten Zirkusteam und preisgekrönten Kostümen von Paloma Young gab es einen roten Faden: die unschuldige Liebe zwischen einem Mann und einer Frau, die von Distanz und Nähe lebt  und von Missverständnissen geprägt ist. Diese Geschichte wurde von den Akrobaten der Show getragen, die ein vielfältiges Programm zeigten: Jonglage, Luftakrobatik, Ballettelemente, Breakdance, Akrobatik auf (fahrenden) Fahrrädern und mit bunten Sonnenschirmen und Hand-auf-Hand-Performance.
Mein Fazit: Die Show „China goes Pop“ bietet eine wundervolle Familienunterhaltung, bei der vor allem die kleinen Kinder voll auf ihre Kosten kommen. Die Kostüme sind bunt, die Choreografie dynamisch, die Akrobaten leidenschaftlich beim Zeigen ihrer Zauberstücke und die Poplieder bekannt. Am Samstag, den 15. September 2018 läuft die Show noch einmal im Admiralspalast.
© E. Günther