„Dirty Dancing“ – der Filmklassiker als Musical auf Tournee

 

„Ich habe eine Wassermelone getragen!“; „Mein Baby gehört zu mir, ist das klar?“ – es gibt Sätze, die sich für immer in unser Gedächtnis eingebrannt haben. „Dirty Dancing“ – es gibt Filmklassiker, die für immer jede nachfolgende Generation begeistern werden. Baby und Johnny, es gibt Film-Traumpaare, die auch dreißig Jahre danach uns an die wahre und selbstlose Liebe glauben lassen.
Und jetzt ist dieser Filmklassiker, der das Herz jeder Frau dahinschmelzen lässt, auf Tournee und ich ließ es mir deswegen nicht nehmen, am Samstag, den 9. Dezember 2017, dieses Gefühl der Faszination noch einmal im Admiralspalast zu erleben.

Gleich zu Beginn konnten mir der Regisseur Alex Balga und die Autorin Eleanor Bergstein beweisen, dass meine Erwartungen in den nächsten zwei Stunden nicht enttäuscht werden. „Es war im Sommer ’63. Alle nannten mich Baby und irgendwie hat mir das gefallen.“ Ich verspürte in diesem Moment eine Art Gänsehaut, die nur eine Verliebte beim Anblick ihres Liebsten verspüren kann.

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass irgendjemand die Geschichte dieses großartigen Films nicht kennt, aber um sicher zu gehen, fasse ich diese hiermit kurz zusammen:
Die siebzehnjährige Frances Houseman, genannt „Baby“, verbringt im Sommer 1963 die Ferien mit ihren Eltern und ihrer Schwester Lisa im Ferienresort „Kellerman’s“. Dort lernt sie den aus armen Verhältnissen stammenden Tanzlehrer Johnny Castle kennen.
Johnnys Tanzpartnerin, Penny Johnson, wird nach einer Affäre mit dem Medizinstudenten Robbie, der im Resort als Kellner arbeitet, ungewollt schwanger. Nachdem dieser von Penny nichts mehr wissen will und bereits Interesse an Lisa zeigt, beschließt sie, aus Angst, durch eine Schwangerschaft ihren Job zu verlieren, das Baby abtreiben zu lassen. Da der Arzt, der die Abtreibung vornehmen soll, nur an einem bestimmten Abend Zeit hat, fällt Penny für einen wichtigen Tanzauftritt aus, und Baby springt für sie als Johnnys Tanzpartnerin ein.
In den Tagen vor dem Auftritt trainieren Baby und Johnny hart und kommen sich nach vielen Tanzstunden schließlich näher…

Wie nervös war ich doch vor dem Besuch des Musicals, dass die Darsteller mich enttäuschen könnten und wie erleichtert ich endlich war, als ich gemerkt habe, dass man für die Umsetzung eines meiner Lieblingsfilme keinen besseren Cast hätte finden können.
Baby wird einfach nur großartig von Anna-Louise Weihrauch verkörpert. Sie bewegt sich, sie spielt wie Jennifer Grey… und sie spricht genauso wie die deutsche Synchronstimme des Filmklassikers. Auf der Bühne erleben wir, wie aus der weltoffenen, aber sehr schüchternen und unsicheren Tochter des guten Hauses eine selbstbewusste Frau wird, die zu ihrer Liebe steht.

Luciano Mercoli hatte einen sehr schwierigen Part an diesem Abend: Denn wie soll man Johnny überzeugend darstellen, der für die Träume unzähliger Frauen steht? Sowohl vom Aussehen als auch vom Charakter her repräsentiert schließlich Johnny und der legendäre Patrick Swayze alles, was sich eine Frau wünscht. Und Luciano Mercoli gelingt perfekt die Umsetzung dieser Rolle. Zuerst ein arroganter Macho, der kein Interesse an Baby zu haben scheint, wird er immer mehr zum Wachs in ihren Händen, zu ihrem Liebhaber, zu ihrem Beschützer, zu ihrem Freund.

Die Figur Penny habe ich zunächst im Film nicht gemocht und konnte sie erst im Laufe des Films in mein Herz schließen, genauso wie im Musical. Marie-Luisa Kaster hat nicht nur dieselben langen Beine und tanzt atemberaubend schön wie im Film, sie überzeugt auch darstellerisch auf ganzer Linie.

Einer der lustigsten und unsympathischsten Figuren der Geschichte ist der Neffe des Besitzers der Pension „Kellerman’s“, Max Kellerman. Aufgrund seiner Herkunft und seiner Bildung hält er sich für etwas Besseres und glaubt, mit Floskeln bei Baby punkten zu können. Fritz Hille stellt diese Figur sehr authentisch dar und hat uns mit seinen vielen komischen Tanzeinlagen zum Lachen gebracht.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, der Cast des Musicals hat mich unfassbar begeistert. Von Lisa bis zu den Eltern waren alle Rollen hervorragend besetzt, sowohl was das Aussehen als auch die Darstellung der Rolle anging. Die einzelnen Szenen haben also zurecht einen tosenden Applaus bekommen.

Und auch meine geliebte Musik kam keineswegs zu kurz. „I’ve had the Time of my Life“, „Hungry Eyes“, „She is like the wind“ – alle Ohrwürmer fanden ihren Platz in der Geschichte. Konstantin Zander (spielt Johnnys liebevollen Cousin) und die Lead-Sängerin Tertia Bortha haben mit ihren kraftvollen Stimmen dieses Musical auch zu einem auditiven Erlebnis gemacht.

An die wilden und erotischen Tänze muss ich auch noch heute begeistert zurückdenken. Der Choreograph Gilian Bruce hat hier eine fabelhafte Arbeit geleistet – genauso wie Roberto Comottimit mit seinen sich ständig wechselnden und drehenden Bühnenbildern (Ferienanlage der Kellermans, die Angestelltenunterkunft etc.). Selbst meine geliebte Wasserszene, in der Johnny Baby die Leichtigkeit des Tanzens verdeutlichen möchte, wurde eingenaut, wenn auch anders als erwartet.
Auch die Kostüme (Jennifer Irwin) entsprechen den Kostümen im Film. Chapeau!

Mein Fazit: Es war ein wunderschöner Abend voller Magie, der Magie der wahren Liebe, die alle Grenzen überwinden kann, der loyalen Freundschaft und der Familie, die auch in schwierigen Zeiten zusammenhält. Die perfekt ausgesuchten Darsteller, die wunderschöne Filmmusik, die detailgenauen Kostüme, die sinnlichen Tänze – all das wird Euch begeistern, egal ob Ihr Fan des Filmklassikers seid. Bis zum 17. Dezember 2017 könnt Ihr das Musical noch im Admiralspalast erleben. Danach zieht das Musical nach Frankfurt/Main weiter.

Weitere Informationen zum Musical:
http://www.mehr.de/en/musicals/dirty-dancing-das-original-live-on-tour/dirty-dancing-das-original-live-on-tour
https://www.facebook.com/Admiralspalast/

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© E. Günther

 

 

 

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Glaspalast auf dem Pfefferberg 2017 mit „Hans im Glück“ und „Schneewittchen“– Märchen für kleine und große Kinder

Vor allem in der kuscheligen Winterzeit lesen und hören wir gerne Märchen und besinnen uns auf das Wichtigste im Leben: die Familie und enge Freunde und verbringen verstärkt Zeit mit diesen großartigen Menschen. Und genauso wie letztes Jahr finde ich, dass der Glaspalast auf dem Pfefferberg, in dem Grimms Märchen für Kinder und für Erwachsene neu interpretiert werden, dazu prädestiniert ist.

 
Am Samstag, den 25. November 2017, betrat ich den durch die Laternen gemütlich geschaffenen Hof des Glaspalastes. Da es die 17 Uhr-Vorstellung war, nahmen sehr viele kleine Kinder im Glaspalast Platz – für mich, ein großes Kind, genau das Richtige, denn nun durfte ich ungeniert kichern und lachen. Begonnen wurde das märchenhafte Spektakel mit „Hans im Glück“. Dabei wurde Hans von meinem absoluten Lieblingsdarsteller des Pfefferberg Theaters gespielt: Vlad Chiriac. Wie immer zeigte der Schauspieler mit seiner Mimik und Gestik sein absolutes Können und brachte uns alle in dem Häuschen zum Lachen. Zu meiner großen Freude war auch Carsta Zimmermann, die ich letztes Jahr in „Der gestiefelte Kater“ in mein Herz geschlossen hatte, wieder dabei. Mit ihrer Rolle der Erzählerin und der zahlreichen Figuren, mit denen der naive Hans einen erst auf den zweiten Blick unglücklichen Tausch einging, bewies die Schauspielerin wieder ihr besonderes komödiantisches Talent.
 
Nach einer 10-minütigen Pause kam mit „Schneewittchen“ das zweite Märchen, in dem ich zwei wunderschöne und überaus talentierte Darstellerinnen auf der Bühne erleben durfte: die großartige Katrin Schwingel als die böse Königin in dem sündigen Rot und als einer der sieben Zwerge und die elfenhafte Anne Welenc als Schneewittchen in dem unschuldigen Weiß.
Auch das zweite Märchen dauerte wieder eine halbe Stunde, war aber meines Erachtens nach mehr was für die erwachsenen Kinder an diesem Abend, da die dargestellte Handlung für ein Kleinkind einfach zu komplex ist. Aber uns, großen Kindern, hat auch das zweite Märchen sehr viel Spaß gemacht.
 
Mein Fazit: Kleine und große Kinder hatten einen sehr lustigen Abend und die Zeit verging leider wie im Flug. Die sehr zufriedenen Zuschauer werden sicherlich wiederkommen. Ich werde auf jeden Fall auch im nächsten Jahr wieder dabei sein.
Wer mit seinen Kindern kommen möchte, der sollte das Theater nachmittags besuchen, Erwachsene dagegen abends. Wer die Märchen unter Glas erleben möchte, der kann dies noch bis zum 31. Januar 2018 tun. Es werden immer zwei Märchen hintereinander aufgeführt. Erwachsene zahlen 13 Euro, Kinder bis zu 13 Jahren 6,50 Euro. Also ich wünsche Euch eine märchenhafte Zeit im Glaspalast…
 
Adresse: Glaspalast auf dem Pfefferberg
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
 
Weitere Informationen zum Glaspalast:
 
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© E. Günther

 

GEWINNSPIEL zum ZWEIJÄHRIGEN JUBILÄUM

Liebe Blogleser,
 
meine Blogseite „Mein Event-Tipp“ feiert heute bereits ihren 2. Geburtstag und Ihr seid herzlich eingeladen! Als gute Gastgeberin gibt es von meiner Seite gleich zwei fabelhafte Preise für Euch:
 
1. Preis: ZWEI KARTEN für das Theaterstück „Ein Mord wird angekündigt“, ein Stück meiner Lieblingskriminalautorin Agatha Christie im BERLINER KRIMINAL THEATER
 
Zur Handlung: Eine seltsame Anzeige erscheint in der Zeitung des englischen Dorfes Chipping Cleghorn: „Ein Mord wird hiermit angekündigt. Er wird Freitag, den 29. Oktober, um 6.30 Uhr abends in Little Paddocks verübt. Freunde und Bekannte sind herzlichst eingeladen, daran teilzunehmen. Eine zweite Aufforderung erfolgt nicht.“ Auch für Letitia Blacklock, die Besitzerin des Hauses, ist es eine große Überraschung. Sie plant aber trotzdem damit, am Abend Gäste zu empfangen.
Die Gäste erscheinen alle pünktlich um halb sieben in Little Paddocks. Plötzlich geht das Licht aus, die Tür wird aufgerissen und jemand fuchtelt mit einer Taschenlampe herum. Dann fallen Schüsse. Im Flur liegt die Leiche eines schwarz gekleideten Mannes…Miss Marple übernimmt den Fall…
 
Wie Ihr bereits wisst, bin ich ein großer Fan des Berliner Kriminal Theaters und habe bereits zwei Theaterstücke besucht: „Cocktail für eine Leiche“ (Alfred Hitchcock) https://meineventtipp.wordpress.com/2016/08/07/cocktail-fuer-eine-leiche-das-theaterstueck-im-berliner-kriminal-theater/ und „Tod auf dem Nil“ (Agatha Christie) https://meineventtipp.wordpress.com/2016/08/28/tod-auf-dem-nil-der-agatha-christie-klassiker-im-berliner-kriminaltheater/.
 
Am Samstag, den 9. Dezember 2017, habt Ihr mit einer Begleitung Eurer Wahl die Möglichkeit, um 20 Uhr das oben beschriebene Theaterstück im Berliner Kriminal Theater zu besuchen! Alles, was Ihr als Follower dieser Blogseite dafür tun müsst, ist, diesen Beitrag zu liken und darunter zu schreiben: „Bin dabei!“
 
2. Preis: einen Foto-Monatskalender des Berliner Kriminal Theaters
 
Weitere Informationen zum Theaterstück: http://www.kriminaltheater.de/index.php?article_id=458
 
Adresse: Berliner Kriminal Theater
Palisadenstraße 48
10243 Berlin
 
Das Gewinnspiel dauert bis Freitag, den 1. Dezember 2017, um 18 Uhr! Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Glück!
 
Und das Wichtigste: Herzlichen Dank für Eure Treue in den letzten zwei Jahren!
 
© E. Günther
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„Lieber schön“ – die bissig-komische Beziehungskomödie in der Komödie am Kurfürstendamm

Liebesbeziehungen und Freundschaften haben eins gemeinsam: Im Laufe der Zeit verändern sie sich, weil wir uns selbst auch weiterentwickeln. Und da ich mich sowohl in einer langen Beziehung befinde als auch Freundinnen habe, mit denen ich länger als zehn Jahre befreundet bin, interessierte mich die Wiederaufnahme der Beziehungskomödie „Lieber schön“ in der Komödie am Kurfürstendamm sehr.

Am Freitag, den 10. November 2017, besuchte ich „Lieber schön“ von Neil LaBute, der zu den meistgespielten Autoren der Gegenwart gehört und dessen Beziehungskomödie das erste Stück ist, das den Sprung vom Off-Broadway an den Broadway schaffte und 2009 sogar für drei Tony Awards nominiert war. Regie führt Folke Braband. Es versprach also ein großartiger Abend zu werden und das wurde es auch.
 
In „Lieber schön“ sehen wir vier verschiedene Beziehungen auf der Bühne. Greg, der manchmal durcheinander wirkende Bücherwurm, und Kent, der egomanische Macho, arbeiten nicht nur gemeinsam als Produktionshelfer in einer Chipfabrik, sondern sind auch beide miteinander privat befreundet. Trotz der Gegensätze funktionierte ihre Freundschaft offenbar früher ganz gut, doch bekommt ihre Freundschaft Risse, als Greg Kents Affäre mit der neuen Kollegin verheimlichen soll.
Greg hat schließlich genug eigene Probleme: Seine langjährige Beziehung zu Steph liegt in Scherben, weil er in einem Männergespräch mit dem Chauvi Kent gesagt hat, dass Steph ein normales Gesicht habe, das die verletzte Steph mit hässlich gleichsetzt.
Von Gregs Meinung über ihr Aussehen erfährt Steph von Carly, ihrer besten Freundin, die sich in einer auf den ersten Blick glücklichen Beziehung mit Kent befindet. Ein Chaos jagt also das nächste.
 
Ich habe an diesem Abend oft Tränen gelacht und bei Szenen, die meinem Leben ähnelten, lautstark applaudiert. Den Cast hätte man für diese Beziehungskomödie nicht besser aussuchen können.
Oliver Mommsen spielt perfekt den überforderten Greg, dessen geordnetes Leben vollständig aus den Fugen gerät. Was mir besonders an diesem Darsteller gefallen hat, dass er öfters auf die Reaktion im Publikum reagiert hat. Wenn Ihr das Theaterstück seht, wisst Ihr, was ich meine. Viele Lacher waren hier garantiert.
Tanja Wedhorn brilliert in ihrer Rolle als verletzte Friseurin Steph, die trotz ihrer Enttäuschung über ihren Partner, nicht über ihn hinwegkommen kann. Besonders den an diesem Abend anwesenden Schulklassen dürfte ihre Rolle, die sehr viel auf der Bühne flucht, gefallen haben.
 
Roman Knižka geht in seiner Rolle des arroganten und des selbstverliebten Kent auf, deswegen kann man nicht anders, als die Figur zu hassen – oder zu bewundern, es kommt darauf an, wie man selbst gestrickt ist.
Und auch Nicola Ransom als die dominante Carly, die ihr Leben doch nicht im Griff hat, überzeugt auf ganzer Linie.
 
Mein Fazit: „Lieber schön“ ist eine wundervolle Beziehungskomödie, die die Phasen einer Liebesbeziehung und Freundschaft beleuchtet und den Zuschauer – egal welchen Alters – zum Lachen bringt. Das überzogene Schönheitsideal und das Streben nach Perfektion sind zwei weitere Themen des Theaterstücks, die in unserer Mediengesellschaft so aktuell wie nie zuvorsind.
Ich habe an dem Abend herzlich gelacht, aber auch geweint und kann das Stück, das noch bis zum
26. November 2017 in der Komödie am Kurfürstendamm läuft, wärmstens empfehlen.
 
Weitere Informationen zum Theaterstück „Lieber schön“:
 
 
Adresse: Theater am Kurfürstendamm
Kurfürstendamm 206/209
10719 Berlin
 
 
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Text © E. Günther und Fotos © Barbara Braun

 

„Klassenkampf“ im Heimathafen Neukölln – das pädagogisch revolutionäre Musical in Berlin-Neukölln

Als Lehrerin weiß ich, dass das Wichtigste für die Schüler nicht Lernmethoden und Lernmaterialien sind, sondern die Persönlichkeit des Lehrers/der Lehrerin. Schon längst reicht es nicht mehr aus, nur 45 bzw. 90 Minuten für die Schüler da zu sein, eine gute Lehrkraft sollte ihre Zeit auch nach dem Unterricht in die Lerngruppe investieren.
Mit diesem Thema befasst sich unter anderem die Musical-Produktion „Klassenkampf“ von Constanze Behrends, die wieder ins Programm des Heimathafens Neukölln aufgenommen wurde.
Am 21. Oktober 2017 besuchte auch ich „Klassenkampf“, den Gewinner des Musical Theater Preises 2017 für das beste Buch und berichte Euch im Folgenden von meinen Eindrücken.
 
Zunächst zur Handlung des Musicals:
Seit sieben Jahren ist die Karl-Marx-Oberschule eine Baustelle mit vielen weiteren Problemen, darunter Kleinkriminalität, Drogen und Mobbing. 87 Prozent der Schüler sind nichtdeutscher Herkunft, was ein Problem für die mediengeile Direktorin darstellt, da sie bei 90% mit mehr Fördergeld und mehr Medienpräsenz rechnen könnte.
Die Interessen und die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Schüler werden in der Oberschule schon lange nicht mehr berücksichtigt. Das stinkt der Schülergruppe um den Rebellen Samir, die in einer „Arbeit-statt-Strafe-Initiative“ (ASSI) die Graffitis der Schule wegmachen soll, gewaltig. Sie fühlt sich von dem (Schul)System alleine gelassen. Durch den Kontakt mit der Hausmeisterin Frau Karl, einer in der DDR sozialisieren Rentnerin, erfahren die Jugendlichen mehr über die Ideen Karl Marx‘ und beschließen, diese in ihrer Schule umzusetzen. So übernehmen sie schlussendlich die Kontrolle über die Schule.
 
Die Direktorin Frau Eisner ist nicht nur pressegeil, ihr sind die Schule und die Schüler so ziemlich egal. Schon lange ist sie eifersüchtig auf die Medienpräsenz der Rütli-Schule (jetzt Rütli-Campus). Constanze Behrends spielt perfekt die kühle und selbstverliebte Blonde, der man jedes Wort abnimmt.
 
Selbstverständlich konnte ich mich als Lehrerin am meisten mit dem Sozialpädagogen Lars identifizieren, der sich für seine Schüler auch außerhalb des Unterrichts einsetzt und versucht, sie auf den rechten Weg zu bringen – weg von Kleinkriminalität und Perspektivlosigkeit. Der Schauspieler Tom-Veit Weber verleiht mit seiner schauspielerischen Art der Figur eine große Sympathie.
 
Der mit Drogen dealende Anführer Samir, der sehr authentisch von Walid Al-Atiyat aus dem Heimathafen-Jugendclub Active Players NK verkörpert wird, ist im Grunde seines Herzens doch nicht der gnadenlose Rebell, sondern kümmert sich zu Hause um seine kleinere Schwester und möchte einfach nur gehört werden.
 
Lodi Doumit gehörte zu meinen Lieblingsdarstellern an diesem Abend und stellt auf eine sehr überzeugende Art und Weise den Charakter Gülcan dar, die auf den ersten Blick grob und rebellisch wirkt, aber das Herz am rechten Fleck hat, was man an ihrer Freundschaft zu Rosa und ihrer Schwärmerei für den Sozialpädagogen erkennt.
 
Die Schülerin Rosa ist die Zerbrechlichste in der Gruppe, was sich auch in ihrer zarten Stimme widerspiegelt. Rosa leidet sehr unter der Scheidung ihrer Eltern. Doch Romina Küper zeigt uns nicht nur die zerbrechliche Seite der Figur, sondern auch die kämpferische und die lustige, z.B. als Rosa eine Rede der Schuldirektorin mit ausufernden Gebärden begleitet.
 
Zu den weiteren Schülern gehört der selbstbewusste Ali (Ugur Kaya), der die Coolness des selbstverliebten Machos über Bord wirft, wenn er vor Gülcan, seinem Schwarm, steht, und der schlaue Lex (Florian Bamborschke), den man aufgrund seiner Allwissenheit „Lexikon“ nennt und der aus Bosnien stammt. Im Gegensatz zu Lex haben sich aber seine Eltern in Deutschland nie integrieren können und ertränken ihren Frust in Alkohol. Seine Stärke findet er in seiner Beziehung zur Polin Rosa.
Beide Figuren sind Sympathieträger, was natürlich auch an der überzeugenden Darstellung der beiden Musicaldarsteller liegt.
 
Auch die Hausmeisterin Karl (Christiane Ziehl), die eigentlich ihre Zeit als Rentnerin genießen müsste, schließt das Publikum sofort in sein Herz. Sie kämpft für jeden einzelnen Schüler, vor allem für Samir, dessen Familie sie auch schon einmal privat geholfen hat. Ihr ist es zu verdanken, dass die Schüler zum ersten Mal von Kommunismus, von Marx‘ Ideen und von der DDR erfahren.  
 
Ein weiterer schauspielerischer Coup gelingt dem Heimathafen Neukölln mit der prinzipienlosen und sensationsgeilen Reporterin Hanna Köster (Britta Steffenhagen), die aus Ali in ihrem TV-Bericht einen islamischen Terroristen macht.
 
„Wir sind euch scheißegal / unser Elend nur ne Zahl / im Sekretariat / jetzt kommt das Proletariat!“ 
Die Schüler fühlten sich schon viel zu lange von ihrer Schule und allgemein von der Gesellschaft unterdrückt, jetzt schlagen sie zurück und fordern mehr Rechte für sich, das Proletariat, die ausgebeutete und unterdrückte Klasse. 
 
Die Musik von Tillmann von Kaler zu Lanzenheim passt wie die Faust aufs Auge zu den Schülern und ihren Geschichten. Zwar sind die Hip Hop-Lieder oft anklagend und erzählen von dem Schmerz der Schüler, doch immer auf eine ironische und lustige Weise. So wird z.B. ein Lied der DDR-Jugendorganisation FDJ umgedichtet. Die Schüler singen nicht mehr „Bau auf, Bau auf!“, sondern „Wach auf, Wach auf! Neue deutsche Jugend, wach auf!“ – eine Tatsache, die viele im Publikum zum Lachen brachte.
 
Mein Fazit: Das Musical sollte für jeden Berliner oder Berlin-Besucher ein Muss sein, nicht nur für Lehrer und Schüler. Zwar werden auf der Bühne viele ernste Themen angesprochen und besungen (Migration, AFD, DDR, Toleranz, Drogen, Mobbing, das Bildungssystem Deutschlands), doch immer ohne den moralischen Zeigefinger und mit sehr viel Witz und Sarkasmus. Das Musical könnt Ihr noch am Samstag, den 4. November 2017, und Sonntag, den 5. November 2017, besuchen. Die Karten kosten im Vorverkauf: 16 € (ermäßigt: 10 €) und an der Abendkasse: 18 € (ermäßigt:12 €)
 
Weiteres zum Musical:
 
Adresse: Heimathafen Neukölln
Karl-Marx-Straße 141
12043 Berlin
 
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© E. Günther (Text und Fotos)

 

 

Ein gewisser Charles Spencer Chaplin – die außergewöhnliche Geschichte des privaten Charles Spencer Chaplin im Schlosspark Theater

Der Name „Charles Spencer Chaplin“ (1889-1977) ist jedem ein Begriff. Die einen denken bei dem Namen an die großartige Darstellung im „Der große Diktator“, die anderen an die zahlreichen komödienhaften Darstellungen des Stummfilmartisten mit einem schwingenden Stöckchen, einem abgewetzten Anzug und einer Melone auf dem Kopf. Doch nur die Wenigsten kennen die private Seite des berühmtesten Menschen des 20. Jahrhunderts.
Dem privaten Leben des Ausnahmekünstlers widmete sich der französische Dramaturg und Regisseur Daniel Colas, indem er Chaplins privates Leben von 1914 bis 1975 beleuchtete.
Dieter Hallervorden brachte nun diese Geschichte auf die deutsche Bühne ins Schlosspark Theater.
Am Samstag, den 14. Oktober 2017, war die Premiere, von der ich Euch nun ausführlich berichten werde.

Der Regisseur Rüdiger Wandel und die Regieassistentin Viktoria Feldhaus konzentrieren sich bei dem Theaterstück auf den Aufstieg des in sehr armen Verhältnissen in England aufgewachsenen Charlie Chaplin, der es in den USA mit seiner komödienhaften Darstellung in diversen Stummfilmen zu einem umjubelten Star brachte, der schließlich seine eigenen Filmstudios gründete.
Auf der Bühne blicken wir aber auch hinter die Fassade der Kultfigur und erleben dabei einen zerbrechlichen und liebenden Mann, der auf eine großartige und authentische Art und Weise von Wolfgang Bahro verkörpert wird.

Wolfgang Bahro spielt nicht nur seit seit 25 Jahren Dr. Jo Gerner in der Serie „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“, sondern ist auch eine Größe auf den Kabarett-Bühnen Berlins. Die Figur des privaten Charlie Chaplins ist ihm in der Inszenierung wie auf den Leib geschnitten. Bahro spielt nicht nur einen gefeierten Star, sondern auch einen liebenden Sohn, der seine kranke Mutter, die er vergöttert, in die USA bringt, um sie hier besser versorgen zu können.
Neben zahlreichen Frauengeschichten muss sich jedoch Chaplin ständig mit den Veränderungen in der Weltgeschichte auseinandersetzen. Nach dem Ersten Weltkrieg werden seine Filme von den Nationalsozialisten verboten, da man ihn für einen Juden hält und er in seinen Filmen die Nationalsozialisten karikiert. Doch kaum ist diese schwarze Zeit überstanden, steht Chaplin vor einem erneuten politischen und geschichtlichen Problem: Hoover und das FBI halten ihn für einen Kommunisten und wollen ihm mit einer Zensur zum Umdenken zwingen. Sogar vor einem Einreiseverbot in die USA schrecken die selbst ernannten Bolschewisten-Jäger nicht zurück.

Neben der gelungenen Darstellung des Charlie Chaplin durch Bahro überzeugen auch die anderen Darsteller auf der Bühne: Die mehrfach ausgezeichnete TV-Schauspielerin und Theaterdarstellerin Brigitte Grothum agiert sehr vielseitig in ihrer Rolle der Hannah Hill (genannt Lily Harley), der Mutter von Charlie. Mal ist sie die fröhliche und sich sorgende Mutter, mal wird die Figur von einer tiefen Traurigkeit erfasst.
Judith Wegner spielt hervorragend die dritte – kokette- Frau und Elinor Eidt die vierte – ihrem Mann ergebende – Frau des Charlie Chaplin. Karsten Kramer und Jörg Westphal gelingt es, den loyalen Bruder und den ehrlichen Leiter der Chaplin Studios zu verkörpern. Oliver Nitsche jagt dem Zuschauer in seiner Rolle des besessenen FBI-Gründers Hoover Angst ein.

Auch die authentischen Kostüme von Viola Matthies und Jasper Krafft und die emotionale Musik von Philippe Roth sorgen dafür, dass wir uns sehr gut in die Zeit 1914 bis 1975 versetzt fühlen können.

Mein Fazit: „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“ ist eine sehr gelungene Inszenierung mit großartigen Darstellern, die einen zum Nachdenken anregt und so aktuell wie nie zuvor ist. Wir erleben nicht nur das konfliktreiche Privatleben des Charlie Chaplin, sondern erkennen auch, was Zensur, Jagd auf Andersdenkende und eine strenge Einwanderungspolitik bewirken können. Intoleranz und Freiheitsberaubung waren auch schon früher ein Teil der Weltgeschichte und wiederholen sich erneut.

Weitere Informationen zum Theaterstück:
http://schlosspark-theater.de/produktionen/ein-gewisser-charles-spencer-chaplin.html
https://www.facebook.com/Schlosspark-Theater-Berlin-Offizielle-Seite-332467151990/

Kontakt: Schlosspark Theater
Schloßstraße 48
12165 Berlin
030 78956670

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© E. Günther

 

 

 

Premiere des Theaterstücks „Convivium Fabulosum. Eine Tischgesellschaft“ im Theaterschiff Potsdam – eine kulturelle Idylle in Potsdam

Das Theaterschiff Potsdam verbindet zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen: Auf der einen Seite sitze ich, wenn ich die Zeit dazu habe, gerne am Wasser, lasse meine Seele baumeln und versuche den Stress der Arbeitswoche zu vergessen. Auf der anderen Seite gehe ich sehr gerne ins Theater und besuche klassische und moderne Theaterstücke. Aus diesem Grund kam es mir wie gerufen, dass das Theaterschiff Potsdam mich zu der Premiere seines neues Theaterstückes, „Convivium Fabulosum. Eine Tischgesellschaft“, am Freitag, den 2. Juni 2017, eingeladen hat.
 
Das Theaterschiff Potsdam ist die einzige schwimmende Kleinkunstbühne Deutschlands und zeigt verschiedene Theaterstücke auf seinem Schiff, in einer traumhaften Atmosphäre am Wasser, die dem stressgeplagten Stadtmenschen eine Gelegenheit zum Ausruhen gibt. Im Schiffsbauch findet man 89 Sitzplätze und 120 Stehplätze im Theatersaal. Zudem gibt es donnerstags von 19 bis 23 Uhr Live-Musik.
 
Im Theaterschiff Potsdam kann man also kulturell viel erleben, denn viele Nachwuchskünstler stellen auf dem Schiff ihre Kunstwerke aus. Junge Nachwuchsmusiker können während der Veranstaltungsreihe „Live in der Bar“ ihre Musik präsentieren.
 
Am Freitag, den 2. Juni 2017, besuchten wir also um 19.30 Uhr eine Theaterpremiere, ein Theaterprojekt in zwei Teilen nach einer Idee von Martina König, in dem es um die Reden und Gedanken Martin Luthers geht. Zu Beginn des Theaterstückes wurden Brezeln und Wein kostenlos verteilt bzw. eingeschenkt.
 
Im ersten Teil hat Christian Klischat in traditioneller Kleidung und unter der Regie von Götz Brandt Martin Luthers Tischreden leidenschaftlich vorgetragen. In der Pause wurde eine geschnittene Wassermelone serviert, eine wundervolle Geste bei den warmen Temperaturen.
Im zweiten Teil unter der Regie von Valentin Werner gingen die Schauspieler Patricia Coridun und Ibrahim El-Akramy den noch immer aktuellen Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Glauben in der Gesellschaft nach.
Sicherlich spricht vielleicht das Theaterstück, das am 6. Juli 2017, wieder aufgeführt wird, in erster Linie Fans von Martin Luther und dessen Reden an, aber das Theaterschiff Potsdam bietet einfach so viel mehr. Doch überzeugt Euch selbst davon:
 
Kontakt: Theaterschiff Potsdam
Schiffbauergasse 9b
14467 Potsdam
0331 2800100
 
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© E. Günther

 

 

Festivalzeit in Berlin – Performing Arts Festival, SOFA im Admiralspalast und Circus Festival

Es ist endlich Sommer! Die Temperaturen steigen, die Musik wird immer lauter und die Laune immer besser. Zum Glück leben wir in Berlin, der Stadt der kulturellen Vielfalt, in der vor allem im Sommer verschiedene Festivals stattfinden. An dieser Stelle werde ich Euch drei dieser Festivals genauer vorstellen: Performing Arts Festival, SOFA im Admiralspalast und Circus Festival.
 
Performing Arts Festival Berlin (13.-18. Juni 2017):
Künstler der freien Szene zeigen in über 120 Inszenierungen, was Berlin kulturell zu bieten hat. 60 Berliner Spielstätten, darunter Ballhaus Ost, HAU Hebbel am Ufer, Sophiensæle, Theaterdiscounter, ATZE Musiktheater und das ACUD-Theater, zeigen Theaterstücke, Performances, Tanzaufführungen und vieles mehr.
Den Auftakt des Festivals bildet die große Eröffnungsveranstaltung Open up, PAF! am 13. Juni um 20 Uhr im diesjährigen Festivalzentrum in der Alte Münze in Berlin-Mitte. 
 
Kontakt: Performing Arts Festival
Pappelallee 15
10437 Berlin
030 30346628
 
Weitere Informationen:
 
 
 
SOFA – Sommerfestival im Admiralspalast (15. Juli bis 20. August 2017)
Eine meiner Lieblingsspielstätten in Berlin lässt es im Hochsommer auf allen Etagen so richtig krachen und lädt alle Berliner, egal ob Klein oder Groß, ein, um gemeinsam kulturell was zu erleben.
Mit „Der Hauptmann von Köpenick“ (19.07. – 06.08.2017), einem echten Berliner Volkstheater-Musical, und „Cats“
(09.08. – 19.08.2017), einem rekordverdächtigem Klassiker von Andrew Lloyd Webber, werden gleich zwei Musicals gespielt. Als bekannter Musicalfan habe ich natürlich schon für beide Veranstaltungen die Karten geholt.
Märchen sind nicht nur was für kleine Kinder, sondern verzaubern genauso auch große Kinder. Aus diesem Grund erfahren wir bei „Grimm“ (15.07. – 26.07.2017) alles über die wahre Geschichte von Rotkäppchen. Aber SOFA wird natürlich mit Sandtheater, Poetry Slam, Konzerten und Cabaret viel mehr zu bieten haben. Überzeugt Euch selbst davon:
 
Kontakt: Admiralspalast
Friedrichstraße 101
10117 Berlin
030 22507000
 
 
 
Berlin Circus Festival (25.08.-03.09.2017)
Zum 3. Mal findet auf dem Tempelhofer Feld das Berlin Circus Festival statt, zum dritten Mal wird der zeitgenössische Zirkus zelebriert und das zehn Tage lang. Bei großen Produktionen werdet Ihr Zeuge künstlerischer Symbiosen aus Tanz, Artistik und Performance. Das Festival konnte dieses Jahr das finnische Institut als Partner gewinnen. Finnische Produktionen und finnische Spezialitäten warten auf Euch.
 
Kontakt: Berlin Circus Festival
Tempelhofer Damm 104
12101 Berlin-Mitte
 
Weitere Informationen:
 
 
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© E. Günther

 

 

Sweet Home Europa in der Vaganten Bühne – Wo liegen deine Wurzeln?

Was bedeutet Heimat für dich? Wo liegen deine Wurzeln? Was verstehst du unter einer gelungenen Integration? Vermisst du dein Zuhause? Fragen, mit denen ich mich in letzter Zeit verstärkt wegen meiner Arbeit als Lehrerin mit jungen Männern mit einem Migrationshintergrund beschäftigt habe.

Es war also nahe liegend, dass das in der Vaganten Bühne aufgeführte Theaterstück „Sweet Home Europa“ von Davide Carnevali, dem mehrfach ausgezeichneten Autor aus Italien, mein Interesse weckte.
Beim Besuch des Theaters des Westens haben wir uns schon oft vorgenommen, dass wir einmal die Vaganten Bühne, das Privattheater in der Kantstraße im Ortsteil Charlottenburg, aufsuchen wollen. Am Freitag, den 10. März 2017, war es dann soweit.
Das Foyer, das gleichzeitig ein Café ist, war an diesem Abend sehr gut gefüllt und zeigte die unterschiedliche Vielfalt der Zuschauer, die alle Altersstufen und verschiedene Nationalitäten vertraten.
Zur Handlung des von Sabine Heymann ins Deutsche übersetzte und von dem Regisseur Stefan Lochau inszenierte Theaterstück:
Zwei Männer, die offensichtlich aus unterschiedlichen Ländern kommen und einer unterschiedlichen Kultur entstammen, treffen sich zu einem Geschäftsessen. Eine Frau führt ein Telefongespräch mit ihrem Sohn, der seine Heimat für eine bessere Zukunft verlassen hat. Ein Mann bittet einen anderen Mann auf der Straße um etwas Kleingeld.
Diese alltäglichen Situationen sind jedoch eng miteinander verbunden und erzählen die Geschichte eines jungen Mannes, der in ein anderes Land gekommen ist, um dort glücklich zu werden.
Das ganze Theaterstück über wird kein Land und keine Zeit benannt, in der die Geschichte spielt. Jedoch kann man aufgrund der Geschichte eine geografische und zeitliche Eingrenzung vornehmen. Da der Geschäftspartner aus dem anderen Land Ramadan feiert, kommt er offensichtlich aus einem muslimischen Land. Zudem ist seine Heimat von einer Wüste umgeben. Der andere Geschäftspartner, der den „Fremden“ zum Geschäftsessen einlädt, repräsentiert dabei die Nation, die das Land des anderen vorher kolonisiert und offenbar ausgebeutet hat.
In „Sweet Home Europa“ werden viele Themen behandelt, die die menschliche Existenz bestimmen: Traditionen, Kultur, Familie, Liebe, Sehnsucht, Sprache, das unterschiedliche Verständnis einer gelungenen Integration, Religion und verschiedene Erziehungsmethoden und Frauenbilder. Der Zuschauer stellt dabei die in der Gesellschaft tief verankerten Machtstrukturen fest: zwischen den Geschlechtern, zwischen den Generationen und den unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen.
Allerdings sorgen die drei Darsteller Alessandro Calabrese, Richard Manualpillai und Astrid Rashed dafür, dass das Theaterstück nie zu moralisierend, sondern immer witzig und manchmal etwas zu absurd wirkt.
Aus diesem Grund können wir auch das 90 Minuten dauernde Theaterstück (ohne Pause) empfehlen, denn hier wird man gleichzeitig zum Denken und Lachen angeregt.
Kontakt: Vaganten Bühne
Kantstraße 12A
10623 Berlin
030 3124529
Weitere Informationen:
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Text © E. Günther
Fotos © Gernot Wöltjen

WUNSCHKINDER im Renaissance-Theater – Ist es heutzutage verboten, jung und unbeschwert zu sein?

Warum dürfen heutzutage Kinder nicht einfach Kinder sein? Kann denn ein Kind nicht einfach verspielt und albern sein? Nein, stattdessen bekommen die Kinder von heute Tabletten, um sie ruhig zu stellen und das nur weil sie sich ihrem Alter entsprechend verhalten. Muss ein 19-Jähriger nach dem Abitur sofort wissen, was er später machen möchte? Ja, in der heutigen Gesellschaft, die nur auf sichtbaren Erfolg ausgerichtet ist, wird es erwartet.

Das alles sind Fragen, die ich mir als Pädagogin sehr oft stellen muss. Aus diesem Grund habe ich mich sehr gefreut, dass das Renaissance-Theater „Wunschkinder“, eines der bekanntesten Texte von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, deren Werke mehrfach ausgezeichnet wurden und zu den meistgespielten Texten der Gegenwart auf deutschen Bühnen gehören, ins Programm aufgenommen hat.
 
Am Samstag, den 4. Februar 2017, haben wir schließlich das an diesem Abend fast bis auf den letzten Platz ausverkaufte Theaterstück unter der Regie von Torsten Fischer und des Regieassistenten Joachim Flicker besucht und waren ganz gespannt, zu erfahren, ob die vielen positiven Kritiken im Vorfeld berechtigt waren.
 
Die „Wunschkinder“ handeln von Marc, der nach seinem Abitur vor vier Monaten sich hat hängen lassen. Er ist nur am Kiffen, Schlafen und am Feiern, sonst hat sein Leben keinen weiteren Sinn mehr. Seine Eltern Gerd und Bettine sind natürlich deswegen verzweifelt. Eines Tages ändert sich jedoch alles zum Guten, da Marc eine neue Freundin hat: Selma. Doch dann kommt Marc eines Abends völlig verstört nach Hause zu seinen Eltern …
 
Simone Thomalla war für mich die positive Überraschung an diesem Abend. Ich wusste nicht, welches schauspielerische Talent sich in ihr verbirgt. In ihrer Rolle der liebenden und fürsorglichen Mutter Bettine, die für ihren Sohn alles aufgegeben hat und immer für ihn da ist, geht sie förmlich auf. Egal, ob beim schnellen Tanzen, dem guten Zureden oder beim Ausrasten, in allen Szenen machte sie im doppelten Sinne eine gute Figur.
 
Bettines Ehemann, Gerd, ist leitender und gut verdienender Ingenieur, der von dem Schauspieler Christian Schreiber gespielt wird. Im Gegensatz zur Mutter Bettine ist er ungeduldiger und erwartet mehr von seinem Sohn, seiner „Investition“. Schließlich hat er für die Erziehung und Schulbildung seines Sohnes viel bezahlt. Die Rolle des strengen, aber doch liebenden Vater nahm der Zuschauer Christian Schreiber ab und honorierte diese Leistung mit einem entsprechenden Applaus am Ende.
 
Am meisten als Schauspielerin hat uns an diesem Abend Judith Rosmair überzeugt, die Selmas Mutter, Heidrun, verkörpert. Sie ist eine besorgte und gutmütige Mutter, die ihre Tochter über alles liebt und mit dieser eine unzertrennliche Einheit bildet. Doch das harte Leben als allein erziehende Mutter hat sie krank und zerbrechlich gemacht. Auf den Zuschauer wirkt sie leicht verrückt, was durch ihre zerzausten Haare unterstrichen wird.
 
Arne Gottschling ist Marc, Gerds und Bettines Sohn. Er versteht den ganzen Druck seitens der Eltern nicht, schließlich hat er doch vor Kurzem Abitur gemacht. Jetzt will er einfach nur das Leben genießen, ohne einen genauen Lebensplan zu haben. Er spielt den typischen jungen Mann, der gerne Sport macht und nicht von den neuen Medien loszureißen ist. Am meisten vertraut er seiner Tante, die ihn am besten verstehen kann. In der Rolle des orientierungslosen jungen Mannes hat mich Gottschling überzeugt.
 
Die von vielen anderen Theaterstücken bekannte Angelika Milster (darunter von dem Theaterstück „Doris Day“) übernimmt die Rolle der coolen Tante Katrin, die das totale Gegenstück zu ihrer spießigen Schwester Bettine ist. Sie ist aufgeschlossen und so kommen Marc und seine Freundin zu ihr, wenn sie etwas bedrückt. Eine Rolle, die der Darstellerin auf den Leib geschneidert ist!
 
Lotta Wegner ist die starke Figur Selma, die ihre Mutter abgöttisch liebt und schon früh lernen musste, stark zu sein und alles Schlechte von ihrer Mutter abzuwenden. Neben ihrer kranken Mutter und ihrem Abschluss hat sie zudem noch zwei Jobs.
Ich konnte mich mit dieser Figur sehr gut identifizieren, da ich auch eine starke Bindung zu meiner Mutter habe und viele Menschen oft nicht sehen, dass hinter dieser Stärke aber eine große Zerbrechlichkeit versteckt ist.
 
Das Theaterstück spricht sehr viele gesellschaftskritische Themen an:
° den hohen Leistungsdruck der Eltern, die ihre Wünsche und Erwartungen auf ihre Kinder projizieren.
° die Rebellion der wohlbehüteten Kinder, die am liebsten aus diesem Kokon ausbrechen möchten.
° den Zusammenprall zweier Generationen, die ein unterschiedliches Verständnis von Erfolg haben und die Tatsache, dass die ältere Generation vergessen hat, dass auch sie mal jung war.
° die Probleme zwischen Eheleuten, die sich im Laufe der Zeit entwickeln können.
° das noch immer unterschiedliche Männer- und Frauenbild: Der Mann ist der Großverdiener, der die Familie ernährt, die Mutter kümmert sich um die Erziehung der Kinder und ist für die Harmonie im Haus verantwortlich.
° die starke Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Kind.
° Schwestern, die sich ständig vergleichen, aber dennoch zusammenhalten, wenn es darauf ankommt.
Allerdings werden diese Themen auf eine unglaubliche humorvolle Art und Weise dargestellt. Zwei Stunden lag konnten die Zuschauer ihr lautes Gelächter nicht unterdrücken.
 
Mein Fazit: Das ganze Theaterstück über habe ich viel gelacht und war froh darüber, dass die Themen, die mich oft beschäftigen, nicht zu moralisierend behandelt wurden. Am Ende kamen mir jedoch Tränen, da „Wunschkinder“ einen trotzdem zum Nachdenken über das eigene Leben anregt. Ich kann jedem das Theaterstück nur empfehlen: eine großartige Geschichte und ein wundervoller Cast, was will man mehr?!
 
Kontakt: Renaissance-Theater
Knesebeckstraße 100
10623 Berlin
030 3159730
 
Vorstellungen: 6. Februar 2017 (16 Uhr) / 14. – 17. Februar 2017 (20 Uhr) /18. Februar 2017 (18 Uhr) / 19. Februar 2017 (18 Uhr) mit anschließendem Publikumsgespräch / 28. Februar – 4. März 2017 (20 Uhr) / 5. März 2017 (18 Uhr) / 6. – 9. März 2017 (20 Uhr)
 
Kartenpreise: 10,- bis 42,- € (So. – Do.) und 12,- bis 48,- € (Fr., Sa.+ Feiertage)
 
Achtung: Azubis zwischen dem 16. und dem 24. Lebensjahr können das Azubi-Ticket erwerben, das ihnen ermöglicht, in dem Theater Stücke für 3 Euro zu besuchen. Auch Studenten kommen nach dem Erwerb der „Studi-Flät“ für 10 Euro in den Genuss von Vergünstigungen. In den darauffolgenden sechs Monaten erhält der/die Student/in an der Abendkasse für alle Vorstellungen im Renaissance-Theater Berlin – nach Maßgabe der vorhandenen Plätze – ein Ticket für nur 1 Euro.
 
Weitere Informationen:
 
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© E. Günther