Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ im Theater des Westens – Disneys erstes erwachsene Musical?

Als ich erfahren habe, dass der Theater des Westens, ein Garant für beeindruckende Musicals, das Musical „Der Glöckner von Notre Dame“ in sein Programm aufnehmen würde, war ich ganz aus dem Häuschen und konnte diesen Tag kaum mehr abwarten, schließlich bin ich ein sehr großer Musical- und Disneyfan und habe den Zeichentrickfilm von 1996 schon unzählige Male geschaut.
Am Freitag, den 21. April 2017, hatte das Warten endlich ein Ende und wir wurden Zeugen dieser einzigartigen Neuinszenierung von Peter Parnell, die sich sehr stark am Roman von Victor Hugo orientierte und unter der Regie von Scott Schwartz endlich wieder nach Berlin gebracht wurde.

 
Gleich beim Betreten des Zuschauersaales wurde uns klar, dass uns hier ein opulentes und gewaltiges Bühnenbild erwarten würde. Alexander Dodge transportiert hervorragend die düstere Atmosphäre von Paris des 15. Jahrhunderts auf die Bühne und schafft ein beeindruckendes Bild der weltbekannten Kathedrale mit ihrem Rosenfenster, einem gewaltigen Gerüst aus Holz und den riesigen sieben Glocken.
 
Eigentlich dürfte Quasimodos tragische Geschichte jedem bekannt sein, doch sei sie hier zur Sicherheit noch einmal wiederholt:
Claude Frollo, der strenge Erzdiakon der Kathedrale von Notre Dame, zieht Quasimodo, den entstellten Sohn seines verstorbenen Bruders und einer Zigeunerin, in der Kathedrale von Notre Dame auf. Da Quasimodo hässlich ist, darf er nur im Glockenturm wohnen und darf sich nicht der Öffentlichkeit zeigen. 20 Jahre später kann es Quasimodo nicht länger im Turm aushalten und widersetzt sich daher den Befehlen seines Onkels, indem er das jährliche Fest der Narren auf dem Marktplatz besucht, wo er aufgrund seiner Hässlichkeit einer unmenschlichen Tortur durch die Marktbesucher ausgesetzt wird. Er wird jedoch von Esmeralda, einer wunderschönen Zigeunerin, gerettet. Zwischen beiden entsteht eine tiefe Freundschaft, die bei Quasimodo zum ersten Mal das Gefühl der Liebe weckt.
Doch Quasimodo ist nicht der einzige, der sich in die schöne Esmeralda verliebt. Auch der Hauptmann Phoebus hat ein Auge auf die Zigeunerin geworfen. Aber viel gefährlicher als die Liebe Quasimodos und Phoebus‘ zu Esmeralda, erscheint Frollos Interesse für die Frau, da er in seinem Hass auf alle Zigeuner besessen ist.
 
Passend zu dieser tragischen Geschichte haben auch die beiden Musikgenies Alan Menken und Stephen Schwartz eine dramatische Musik geschrieben, die unter die Haut geht und oft Tränen in die Augen treibt. Dank der musikalischen Leitung von Bernhard Volk, der klaren Stimmen der im Folgenden genau vorgestellten Musicaldarsteller und dem stimmgewaltigen 24-köpfigen Chor (ORSO – Choral Society Berlin) hatte ich fast das ganze Musical über Gänsehaut.
 
Auch bei der Vorstellung ihrer Figuren geht die Stage Entertainment-Produktion diesmal andere Wege und wählt diesmal einen auktorialen Erzählstil. Die Charaktervorstellung wird durch alle Darsteller zusammen übernommen, was selbst denjenigen, die den Roman nicht gelesen und den Zeichentrickfilm nicht geschaut haben, einen detaillierten Einblick in die Handlung ermöglicht.
 
Neben der imposanten Musik bleibt Stage Entertainment aber wieder einer Sache treu: dem bis in die kleinste Rolle hervorragend besetzten Cast.
Am meisten hat uns an diesem Abend der Musicaldarsteller Felix Martin in seiner Rolle des Claude Frollo, Erzbischof von Notre Dame, Ziehvater und Onkel von Quasimodo, überzeugt. Beeindruckend, wie Martin es schafft, die Rolle des skrupellosen, machtbesessenen und strengen Erzbischofs auszufüllen, der von seinem Hass auf Zigeuner besessen ist. Quasimodo hat er nie wirklich geliebt und sperrt ihn in den Mauern der Kathedrale ein, um sich selbst die öffentliche Demütigung zu ersparen. Seine spätere Zerrissenheit, weil er sich zu der Zigeunerin Esmeralda körperlich hingezogen fühlt, nahm ich dem Darsteller in jeder Sekunde ab.
 
Zurecht bekam David Jakobs als Quasimodo an diesem Abend den größten Applaus und Zuspruch. Jakobs kann nicht nur wundervoll singen, sondern spielt klischeefrei den unglücklichen und einsamen Buckligen, der nur Steinfiguren als Freunde hat. Die Rolle des entstellten und fast tauben Jungen wird von dem Darsteller sowohl körperlich als auch emotional perfekt umgesetzt.
Obwohl Quasimodo so viel Leid in seinem jungen Leben erfahren musste, hat er sich trotzdem seine Güte und Unschuld bewahrt, eine Tatsache, die mich im Musical oft zum Weinen brachte. So ist auch seine Liebe zu Esmeralda frei von Egoismus.
 
Auf Sarah Bowden habe ich mich vor dem Musical besonders gefreut, schließlich kannte ich sie bereits aus vielen anderen Musicalproduktionen. Und ich wurde von Sarah Bowden wieder nicht enttäuscht. Die schöne Zigeunerin Esmeralda spielt sie mit viel Leidenschaft und zeigt sie als eine auf der einen Seite starke und mutige, auf der anderen Seite einfühlsame und loyale Frau. Auch mit ihrer bewundernswerten Tanzleistung und ihrer kräftigen Stimme brilliert sie wieder auf der Bühne.
 
Ein weiterer schauspielerischer Coup gelingt der Musicalproduktion mit Maximilian Mann, der den Hauptmann Phoebus überzeugend spielt. Zunächst ein Mann, der nach dem Krieg endlich dem Vergnügen nachgehen möchte, entwickelt er sich im Laufe der Handlung zu einem ehrenhaften Mann, der für seine Prinzipien und seine Liebe kämpft.
 
Mein Fazit: Bei „Der Glöckner von Notre Dame“ handelt es sich um ein Musical, das auf allen Ebenen gelungen ist! Das Musical lebt von der darstellerischen, musikalischen und tänzerischen Glanzleistung seiner Darsteller, von dem opulenten Bühnenbild, von der emotionalen Musik und von einer dramatischen Geschichte, die keinen unberührt zurücklässt. Es geht um die Macht der Liebe, die alle Grenzen zu überwinden scheint, um die Akzeptanz von Andersdenkenden und Andersaussehenden, um Loyalität und Menschlichkeit, die Folgen des Krieges für den Einzelnen und ist somit so aktuell wie nie zuvor.
Allerdings sollte man bei einem Besuch mit kleinen Kindern vorher bedenken, dass die Atmosphäre im Musical oft düster ist und die Unmenschlichkeit der Gesellschaft in manchen Szenen auf eine extreme Art und Weise offenbart wird. Allen anderen kann ich dieses Musical uneingeschränkt empfehlen, denn „Der Glöckner von Notre Dame“ berührt das Herz jedes Musicalliebhabers.
Das Musical läuft noch bis zum 4. November 2017 im Theater des Westens in Berlin und zieht anschließend nach München weiter.
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
 
Adresse: Stage Theater des Westens
Kantstraße 12
10623 Berlin
 
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© E. Günther

 

Scotch&Soda im Chamäleon Theater – eine Reise in die neue Zirkuswelt Australiens

Das Chamäleon Theater schafft es immer wieder, internationale und innovative Zirkusproduktionen nach Berlin zu holen und den Zuschauer in jeder Spielsaison in die neue Zirkuswelt eines anderen Landes zu entführen.

 Nachdem ich bereits die australische Show „Wunderkammer“, die tschechische Produktion „Roots“ und das schwedische Zirkusprogramm „Underart“ im Chamäleon Theater besucht habe, ging es am Sonntag, den 9. April 2017, mal wieder ins Chamäleon.
Im Rahmen des Kulturjahres „Australia now Germany 2017“ gastiert in diesem Jahr wieder eine australische Zirkustruppe in Berlin: Company 2, ein Ensemble bestehend aus Brisbanes Zirkus-Artisten unter der Regie von Chelsea McGuffin und David Carberry. Damit gehört die Show „Scotch&Soda“ der Company 2 zu den zahlreichen Veranstaltungen im Jahr 2017, darunter Konzerte und Ausstellungen, des Festivals „Australia Now“, einer kulturellen Initiative der Australischen Botschaft, die sich zum Ziel setzt, dem deutschen Publikum die australische Kunst und Kultur näher zu bringen.
 
Am 9. April 2017 nahm ich in der ersten Reihe Platz und hatte einen sehr guten Blick auf die Bühnendekoration, die das Flair eines Wanderzirkus der 20er Jahre vermittelte. Als um 18 Uhr die Show begann, befanden wir uns mitten auf einer exzessiven Party in der Prohibitionszeit – zur legendären Jazz-Musik.
 
Fünf Akrobaten (David Carberry, Alice Muntz, James Kingsford Smith, Kate Muntz und Skip Walker-Milne) sorgten für eine wilde und ausgelassene Feier, bei der auf Flaschen und auf einer aus Kisten und Koffern bestehenden Pyramide balanciert und der Zuschauer mit unterschiedlichen Facetten der Partnerakrobatik unterhalten wurde.
Mal wieder traten an diesem Abend sehr talentierte Akrobaten im Chamäleon auf, die dem Zuschauer durch ihre unterschiedlichen Kunststücke an den Strapaten, an dem Chinesischen Mast und auf einem fahrenden Kunstfahrrad den Atem raubten. Die vielen Programmpunkte wurden dabei so schnell und fließend präsentiert, dass ich Angst hatte, zu blinzeln und so etwas zu verpassen.
Allerdings wirkten die vielen Kunststücke in keiner Sekunde angestrengt, denn die australischen Artisten bewiesen viel Humor, indem sie sich nicht zu schade waren, auch über sich selbst zu lachen.
 
Wie schon beim schwedischen Programm „Underart“ standen auch in der australischen Show „Scotch&Soda“ die Musiker in der Mitte der Bühne und waren ein fester Bestandteil der Show. Diese grandiose Partystimmung wäre ohne die Uncanny Carnival Band, bestehend aus fünf Musikern (Lucian McGuiness, Ben Hendry, Chris Odea, Eden Ottington und Matthew Ottingnon), nicht denkbar. Die Band unterhielt das Publikum auf einem sehr hohen Niveau mit einer fröhlichen Jazz-Musik, an manchen Stellen mit den Klängen der neu interpretierten Musik der Aborigines. Jeder einzelne Musiker bewies zudem sein Können in seinem humorvoll inszenierten Solo.
So erlebte der Zuschauer eine Produktion, bei der die beiden Sinne Sehen und Hören gleichermaßen angesprochen wurden und bei der die Artisten zwischendurch auch die Rolle des Musikers und umgekehrt übernommen haben.
 
Mein Fazit: Ich kann Euch die freche und temperamentvolle Show „Scotch&Soda“ wärmstens empfehlen. Company 2 verzaubert mit einer perfekten Symbiose aus Akrobatik, Jazz-Musik und australischem Humor! Bis zum 20. August 2017 könnt Ihr Euch davon noch überzeugen.
 
Weitere Informationen zur Show „Scotch&Soda“ im Chamäleon Theater:
 
Weiteres zur Zirkustruppe Company 2:
 
Weitere Informationen zur The Uncanny Carnival Band inkl. Hörproben:
 
Mehr Informationen zur Australischen Botschaft in Deutschland:
 
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther

 

 

Naturally 7 – die beste Band der Welt – endlich wieder auf Deutschlandtournee

Das erste Mal bin ich im Jahr 2010 auf die Band Naturally 7 aufmerksam geworden, als die Jungs als die Vorband von Michael Bublé in der Mercedes Benz-Arena aufgetreten sind. Nach dem Konzert ging es mir genauso wie vielen anderen Zuschauern: Wir konnten es kaum erwarten, bis die Band für ihr eigenes Konzert nach Deutschland kommt. Die folgenden Jahre bin ich ein sehr großer Fan geworden und war auf jedem Konzert der Ausnahmesänger dabei.
Und im Mai 2017 ist es endlich wieder soweit und die Band kommt im Rahmen ihrer Both Sides Now-Tour nach Deutschland.
 
Falls einige von Euch diese Ausnahmeerscheinung am Musikhimmel noch immer nicht kennen sollten, hier einige Informationen zu der Band: Naturally 7 ist eine A cappella-Gruppe aus New York, die bei ihren Konzerten nicht nur singt, sondern auch alle Instrumente und Töne mit ihrer Stimme nachahmt. Aus diesem Grund nennt man die sieben Jungs auch die „Band ohne Band“. Nicht einmal die größten Musikkenner sind in der Lage, dabei einen Unterschied zu echten Instrumenten zu erkennen. Zu ihrem Repertoire gehören: Beatbox, Trompete, der höchste Tenor, der tiefste Bass, Schlagzeug, E-Gitarre.
Die Band besteht aus sieben talentierten und überaus charmanten Männern:
Rod Eldridge (Tenor, Trompete), Roger Thomas (Bariton, Rap, Arrangements), Dwight Stewart (Bariton), Garfield Buckley (Tenor, Harmonika), Jamal Reed (Tenor, Bariton, Keyboards, Geigen), Roger Thomas (Bariton, Rap, Arrangements), Marcus Davis (Bass) und Warren Thomas (Percussion, Gitarre, Tenor).
Für ihre Tour hat die Band ein achtes Mitglied dazugeholt: Andrew Lefkowits, ein berühmter Sound-A-Capella-Engineer.
 
Die Gruppe trat schon mit Michael Bublé, Coldplay, Xavier Naidoo und Sarah Connor auf. Doch richtige Gänsehaut bekomme ich immer wieder auf den Konzerten der Band, die sich durch eine bombastische Stimmung auszeichnen. Naturally 7 schafft es, dass wirklich jeder – egal ob Jung oder Alt – im Publikum ausflippt.
 
Weitere Informationen zur Band:
 
Tourdaten:
 
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© E. Günther

 

 

Gewinnspiel zur Oper „Tod in Venedig“ in der Deutschen Oper Berlin

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Hiermit möchte ich mich wieder ganz herzlich bei Euch beDANKEn: DANKE, dass Ihr meine Beiträge lest! DANKE, dass Ihr meine Berichte liket und diese auch teilt! Vielen Dank für Euer positives Feedback!
Aber weil Taten viel mehr bedeuten als bloße Worte, verlose ich heute in Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper zwei Karten für:
Tod in Venedig von Benjamin Britten (1913-1976).
Am Freitag, den 28.04.2017, könnt Ihr um 19:30 Uhr mit Eurer Begleitung zum letzten Mal in dieser Spielzeit die Oper „Tod in Venedig“, einer Oper in zwei Akten, nach Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ in der Deutschen Oper Berlin besuchen!
Die Oper findet in englischer Sprache, mit deutschen und englischen Übertiteln, statt und dauert 3 Stunden (inklusive einer Pause). 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts bietet die Deutsche Oper eine Einführung in das Werk an.
Was Ihr dafür tun müsst? Liket bis Donnerstag, den 13. April 2017, um 17 Uhr dieses Gewinnspiel und schreibt im Kommentarfeld, mit wem Ihr diese Oper besuchen möchtet. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Zur Handlung der Oper:
Der alternde Schriftsteller Gustav von Aschenbach leidet an einer Schaffenskrise und entscheidet sich, nach Venedig zu reisen. Im Hotel begegnet der Schriftsteller zum ersten Mal dem polnischen Knaben Tadzio, dessen Schönheit ihn sofort fasziniert. Aschenbach beginnt, Gefühle für den jungen Mann zu entwickeln.
Bei einem Besuch des Hotelbarbiers erfährt er unbestimmte Informationen über eine Seuche in Venedig. In einer deutschen Zeitung liest er anschließend, dass es sich dabei um Cholera handelt.
Aschenbach entwickelt eine wahnhafte Liebe zu Tadzio und sucht dessen Familie in Venedig. So gibt er sich vollkommen seinem Liebesrausch hin und ignoriert die Warnungen, Venedig schnell verlassen zu müssen…
Adresse: Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
Für das Gewinnspiel wünsche ich Euch viel Erfolg und drücke Euch die Daumen!
© E. Günther

Henning Schmidtke mit seinem Programm „Egoland“ in der ufaFabrik – Sind wir alle egoistische Schweine?

 

 

 

 

 

Das Besondere an Berlin ist, dass die Stadt trotz ihres urbanen und manchmal etwas chaotischen Charakters viele Rückzugsorte bietet, in denen man zur Ruhe kommen kann. Einer dieser Rückzugsorte ist die ufaFabrik, die wir, zwei Berliner, endlich am Freitag, den 31. März 2017, besucht haben.

Die ökologische Kulturoase in Berlin-Tempelhof steht seit 1972 nicht nur für Kultur und Unterhaltung, sondern ist auch für ihr soziales Engagement und ihr Ökologie-Konzept bekannt.
Schon beim Betreten des Geländes ist uns aufgefallen, wie viel dieses große Gelände zu bieten hat: Neben dem Café Olé, das hausgemachte Speisen anbietet und in dem wir dann auch lecker zu Abend gegessen haben, gibt es einen Bioladen, in dem ich meine geliebte Birkenlimonade gekauft habe, eine Bio-Konditorei, eine Freilichtbühne, eine Kinderzirkusschule, einen Kinderbauernhof mit verschiedenen Tieren und viele andere Säle, in denen Konzerte und Shows stattfinden und Comedians auftreten.

Einer dieser Comedians war an diesem Abend Henning Schmidtke, der im Wolfgang Neuss-Saal sein neues Programm, „Egoland“, vorstellte.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den Comedian vorher nicht kannte, jedoch hat mich sein gesellschaftskritisches Programm im Vorfeld überzeugt.
Und wir wurden nicht enttäuscht, sondern sind ganz im Gegenteil an diesem Abend Fans des Satirikers geworden. Fast zwei Stunden lang, an seinem Piano – wie es sich für einen echten Kabarettisten gehört – und mit seiner Mundharmonika, bot Schmidtke ein vielfältiges Programm, in dem wir über verschiedene aktuelle und gesellschaftskritische Themen lachten: die egositische und geizige Gesellschaft, die Afd, Esoteriker, das Schulleben, die Deutschen mit ihren Handtüchern im Urlaub und die Ausbeutung der Armen durch große Bekleidungskonzerne und Discounter. Das Programm regt einen auf jeden Fall auch zum Nachdenken an: Im Grunde besteht die Gesellschaft vorwiegend aus Egoisten, die in erster Linie nur an sich denken.
Henning Schmidtke tritt noch heute, den 1. April 2017, mit der Vorpremiere seines Programms im Wolfgang Neuss-Saal der ufaFabrik um 20 Uhr auf. Eine Karte kostet 15 Euro (ermäßigt: 12 Euro).

Weitere Informationen zum Comedian Henning Schmidtke:
http://henning-schmidtke.de/
https://www.facebook.com/henningschmidtke.de/?fre

Ein kleiner Hinweis für das Café Olé: Dort kann man nur bar zahlen, da das Café damit ein Statement setzt und gegen die Totalüberwachung des Staates, die durch die Zahlung mit Karte gefördert wird, ankämpft.

Das war auf jeden Fall nicht das letzte Mal, dass wir die ufaFabrik besucht haben. Vor allem den Kinderbauernhof möchte ich nächstes Mal unbedingt sehen und mich mit den zahlreichen sozialen Projekten genauer auseinadersetzen. Zudem interessiert mich das seit 1997 regelmäßig veranstaltete Festival in der ufaFabrik, das Jazz Meeting Berlin, bei dem alternative Künstler und Musiker über mehrere Tage Shows und Konzerte geben.

Weitere Informationen zur ufaFabrik:
http://www.ufafabrik.de/de
https://www.facebook.com/ufafabrik/?fref=ts

Kontakt: ufaFabrik
Viktoriastraße 10-18
12105 Berlin
030 755030

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© E. Günther

 

 

Berlin Nights – Finden in Berlin die besten Parties statt?

Berlin ist mehr als eine Stadt, Berlin ist eine Lebenseinstellung: laut, verrückt, dynamisch und bunt wie seine Bewohner. Dies sieht man jedes Wochenende auf den zahlreichen Parties in der Hauptstadt. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Veranstalter dieses Thema, Berlin bei Nacht, in EIN Showkonzept packen würde.
 
Das intensive Partyleben Berlins inspirierte Samuel Entertainment dazu, „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer am Platz auf die Bühne zu stellen und noch einmal zu zeigen, warum wir das moderne Berlin so sehr lieben (sollten).
Am Samstag, den 25. März 2017, waren wir auch Gäste der „Berlin Nights“. Schon im Foyer erkannten wir das Konzept der Show: Berlins Clubnächte. Das Foyer wurde etwas dunkel gehalten, ein DJ spielte House-Musik und man konnte die von der Knalle Popcornditorei hergestellten und unglaublich leckeren Popcorn mit Schokoladen- und mit Barbecuegeschmack käuflich erwerben. Wir waren also mehr als gespannt darauf, zu erfahren, wie die eigentliche Show und Feier werden würde. Um 20 Uhr war es dann soweit…
 
Es findet eine der vielen legendären Clubnächte in Berlin statt.
Zu Beginn sehen die Zuschauer auf der Bühne eine festliche Gala mit der aus diversen Castingshows bekannten Contemporary Dance-Crew Zanshin. Begleitet wird dieser ästhetische und anmutige Tanz von dem Pianospieler Timothy Thorson. Zu der Musik von Franz Liszt zeigen die verschiedenen Tanzpaare eine Symbiose aus Tanz und Leidenschaft, während es bei einem Paar aber zu einem später tragisch endenden Streit kommt.
 
Nach dieser intensiven Performance darf das Publikum ein wenig durchatmen, denn die Fothamockaz, vier tanzwütige Berliner Jungs, sorgen für einen Umbau direkt auf der Bühne. Aus einer vornehmen Party soll eine Clubatmosphäre mitten auf der Bühne entstehen. Doch die Jungs scheinen ihre Arbeit nicht ganz ernst zu nehmen, denn immer wieder lassen sie sich von der Musik ablenken und machen mit den Arbeitsutensilien ihre eigene Party. Aber wen wundert das schon? Denn Fothamockaz ist eine in Berlin bekannte Urban Entertainment Dance-Crew, die einfach nicht still stehen kann.
 
Die unvergessliche Clubnacht kann nun beginnen. Nachdem man es geschafft hat, an dem Türsteher Sascha Thies vorbeizukommen, ist man mittendrin in dem Partygeschehen. Schöne Gogo-Girls, die Berlin Showgirls, tanzen lasziv zu alten und neuen Hip Hop-Liedern des nicht nur in Berlin bekannten Djs DJ Tomekk. Auch der Showbarkeeper Florent Rabaté zeigt mit seiner schnellen Flaschenakrobatik, warum er zurecht auf dieser Party sein darf.
 
Und was wäre eine fulminante Party in Berlin ohne die richtigen Tanzcrews?! Die Deutschen Meister und Brüder M.I.K.Family (eigentlich sind es vier Brüder) bringen durch ihre Hip Hop- und Krumping-Moves jeden Zuschauer im Saal zum Schwitzen. Samuels (Crew Urban Club Dance) sorgt mit ihrem Streetdance, kombiniert mit lateinamerikanischen Tanzelementen, dafür, dass ich nicht mehr ruhig sitzen kann, sondern auf meinem Sitz mitgrooven muss.
Beim Breakdance, vorgeführt von Tridiculous, Airdit und Pedram, klatscht jeder im Publikum wild mit. Was soll ich sagen?! Dat is halt Berlin…Und um dies zu untermauern, singt der Künstler Renee das Lied „I am Berlin“.
 
Nach der Pause präsentiert uns Lisa Kühn, ein Mitglied der Zanshin-Truppe, tänzerisch, wie zerbrechlich doch eine starke Frau sein kann. Zuvor noch selbstbewusst und zielstrebig zerbricht die junge Frau an den Erwartungen der Gesellschaft. Eine Tanzperformance, die mich zu Tränen rührte.
 
Wenn man etwas Wertvolles verloren hat, dann weiß man es oft erst im Nachinein zu schätzen. So ergeht es auch ihrem „Partner“ in der Show: Rostyslav Hubaydulin (Tridiculous) verarbeitet diesen schweren Verlust mithilfe seines dramatischen Strapaten-Programms, das ihm eine Menge Körperbeherrschung abverlangt.
 
Danach braucht man etwas Entschleunigung und bekommt diese auch: in Form des Erzählers Engelbert von Nordhausen, der Berliner erzählt seine etwas verrückte Geschichte, wie er zur Synchronstimme von Bill Cosby und Samuel L.Jackson wurde.
Nach der notwendigen Pause darf man wieder ausgelassen feiern. Und zwar gemeinsam mit der Live-Band Nader Rahy&Band, die sich sogar des schwierigen und legendären Liedes „Purple Rain“ von Prince annimmt.
Und auch auf dem Live-Konzert dürfen die vorher erwähnten Ausnahmetänzer nicht fehlen. 
 
Und wer an diesem Abend von der unbändigen Freude der Tänzer und Musiker angesteckt wurde, der durfte anschließend auf der Aftershow-Party im „The Grand Club“ weiterfeiern.
 
Mein Fazit: „Berlin Nights“ stellt alles dar, was Berlin so besonders macht: Lebensfreude, Temperament, Vielseitigkeit, Kreativität und Internationalität, auf die wir alle stolz sein können. Wer diese berauschende Party selbst erleben möchte, dem kann ich die nur aus 12 Shows bestehende Veranstaltung „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer Platz nur empfehlen. Bis zum 9. April, dem Tag meines Geburtstages, habt Ihr dazu noch die Gelegenheit…
 
Weitere Informationen:
 
Adresse: Theater am Potsdamer Platz
Marlene-Dietrich-Platz 1
10785 Berlin
 
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Text © E. Günther
Fotos © Henny Steffens und Nicholas Ritter

Salon der Wunder – eine exklusive und persönliche Zauberkunst im Kempinski-Hotel

Salon der Wunder – eine exklusive und persönliche Zauberkunst im Kempinski-Hotel

Manchmal bewundere ich kleine Kinder. Neben ihrer unschuldigen und vorurteilsfreien Seele verfügen sie noch über die Fähigkeit, zu staunen und sich für Kleinigkeiten begeistern zu können. Dies geht uns Erwachsenen leider später in der Hektik des Alltags verloren. Umso wichtiger ist es, dass wir gegen den Verlust unserer Vorstellungskraft ankämpfen und regelmäßig Zaubershows besuchen.

Wie ich bereits am 27. Dezember 2016 an dieser Stelle berichtete, besuchten wir den close-up-club mit den Magiern André Kursch und Axel Hecklau, die nun schon seit 12 Jahren zusammen auf der Bühne stehen. Sofort schlossen wir die beiden in unser Herz und wurden große Fans ihrer hautnahen Zauberkunst. So war es uns sofort klar, dass wir auch ihre andere Show, die exklusive Show im Kempinski-Hotel, besuchen möchten.

Am 27. Januar 2017, nur einen Monat nach der letzten Show, war es dann soweit und wir wurden am Eingang zum Showsaal von einer wunderschönen Harfenspielerin begrüßt. An diesem Abend wurden wir dazu aufgefordert, unsere Alltagsprobleme zu vergessen und in die Welt der Illusionen einzutauchen.

60 Gäste dürfen sich an ausgesuchten Wochenenden von September bis Mai jeweils um 18.30 Uhr und 20.30 Uhr im Salon der Wunder im Kempinski-Hotel am Kurfürstendamm wieder wie ein Kind fühlen. Genauso wie im close-up-club stehen die in der Show schick gekleideten Zauberer mal zu zweit auf der Bühne, mal alleine und mal holen sie einen oder zwei Zuschauer aus dem Publikum dazu. Auch an diesem Austragungsort werden die Zuschauer von den Zauberern mit ihrem Namen angesprochen, was dem Ganzen einen persönlichen Charakter verleiht.

Neben meinen Lieblingstricks mit der Bowling-Kugel und der zerrisenen Zeitung und den obligatorischen Kartentricks gab es diesmal folgende Tricks zu bewundern: das Greifen durch eine massive Glasplatte und das besondere Gedächtnis-Spiel auf einem Schachbrett. Aber jede Show ist anders und überzeugt durch ein neues Programm. Und natürlich dürfen in der 70 Minuten dauernden Show Humor und Charme nie fehlen, zwei weitere Kennzeichen meiner beiden Lieblingsmagier.

Mein Fazit: André Kursch und Axel Hecklau haben es auch diesmal geschafft, mich ins Staunen zu versetzen – und das obwohl ich in der zweiten Reihe eigentlich jedes Geheimnis hinter dem Trick hätte erkennen müssen- und haben mich begeistert zurückgelassen. Wer also einen Abend voller Magie in der besonderen Atmosphäre des Kempinski-Hotels erleben möchte, dem sei ein Besuch des Salons der Wunder sehr zu empfehlen.

Adresse: Salon der Wunder
Kempinski Hotel Bristol
Kurfürstendamm 27
10719 Berlin

Weitere Informationen:
http://www.close-up-club.de/salon-der-wunder

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© E. Günther

Sweet Home Europa in der Vaganten Bühne – Wo liegen deine Wurzeln?

Was bedeutet Heimat für dich? Wo liegen deine Wurzeln? Was verstehst du unter einer gelungenen Integration? Vermisst du dein Zuhause? Fragen, mit denen ich mich in letzter Zeit verstärkt wegen meiner Arbeit als Lehrerin mit jungen Männern mit einem Migrationshintergrund beschäftigt habe.

Es war also nahe liegend, dass das in der Vaganten Bühne aufgeführte Theaterstück „Sweet Home Europa“ von Davide Carnevali, dem mehrfach ausgezeichneten Autor aus Italien, mein Interesse weckte.
Beim Besuch des Theaters des Westens haben wir uns schon oft vorgenommen, dass wir einmal die Vaganten Bühne, das Privattheater in der Kantstraße im Ortsteil Charlottenburg, aufsuchen wollen. Am Freitag, den 10. März 2017, war es dann soweit.
Das Foyer, das gleichzeitig ein Café ist, war an diesem Abend sehr gut gefüllt und zeigte die unterschiedliche Vielfalt der Zuschauer, die alle Altersstufen und verschiedene Nationalitäten vertraten.
Zur Handlung des von Sabine Heymann ins Deutsche übersetzte und von dem Regisseur Stefan Lochau inszenierte Theaterstück:
Zwei Männer, die offensichtlich aus unterschiedlichen Ländern kommen und einer unterschiedlichen Kultur entstammen, treffen sich zu einem Geschäftsessen. Eine Frau führt ein Telefongespräch mit ihrem Sohn, der seine Heimat für eine bessere Zukunft verlassen hat. Ein Mann bittet einen anderen Mann auf der Straße um etwas Kleingeld.
Diese alltäglichen Situationen sind jedoch eng miteinander verbunden und erzählen die Geschichte eines jungen Mannes, der in ein anderes Land gekommen ist, um dort glücklich zu werden.
Das ganze Theaterstück über wird kein Land und keine Zeit benannt, in der die Geschichte spielt. Jedoch kann man aufgrund der Geschichte eine geografische und zeitliche Eingrenzung vornehmen. Da der Geschäftspartner aus dem anderen Land Ramadan feiert, kommt er offensichtlich aus einem muslimischen Land. Zudem ist seine Heimat von einer Wüste umgeben. Der andere Geschäftspartner, der den „Fremden“ zum Geschäftsessen einlädt, repräsentiert dabei die Nation, die das Land des anderen vorher kolonisiert und offenbar ausgebeutet hat.
In „Sweet Home Europa“ werden viele Themen behandelt, die die menschliche Existenz bestimmen: Traditionen, Kultur, Familie, Liebe, Sehnsucht, Sprache, das unterschiedliche Verständnis einer gelungenen Integration, Religion und verschiedene Erziehungsmethoden und Frauenbilder. Der Zuschauer stellt dabei die in der Gesellschaft tief verankerten Machtstrukturen fest: zwischen den Geschlechtern, zwischen den Generationen und den unterschiedlichen Kulturen und Lebensweisen.
Allerdings sorgen die drei Darsteller Alessandro Calabrese, Richard Manualpillai und Astrid Rashed dafür, dass das Theaterstück nie zu moralisierend, sondern immer witzig und manchmal etwas zu absurd wirkt.
Aus diesem Grund können wir auch das 90 Minuten dauernde Theaterstück (ohne Pause) empfehlen, denn hier wird man gleichzeitig zum Denken und Lachen angeregt.
Kontakt: Vaganten Bühne
Kantstraße 12A
10623 Berlin
030 3124529
Weitere Informationen:
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Text © E. Günther
Fotos © Gernot Wöltjen

„Like Berlin“ im Wintergarten Varieté – Was macht Berlin aus?

„Du bist verrückt, mein Kind, du musst nach Berlin.“ (Franz von Suppé)
Genau aus diesem Grund bin ich mit meiner Familie vor ca. 19 Jahren nach Berlin, Europas Hauptstadt, gekommen.
Keine andere Stadt in Europa versprüht so viel Charme und Lebensgefühl und hat so eine emotionale Geschichte zu erzählen.
Gemeinsam mit der Kreativschmiede BASE Berlin zollt der Wintergarten mit seiner neuen Show von Markus Pabst und Pierre Caesar , „Like Berlin“, dieser facettenreichen Stadt den längst überfälligen Respekt.
 
Am Samstag, den 4. März 2017, kamen wir in den Genuss dieser wilden, nostalgischen und enthusiastischen Show, die Berlins Geschichte bis zur Gegenwart – ohne einen moralischen Zeigefinger, dafür aber mit bunten Bildern auf der Bühne – erzählt. Natürlich dürfen auch aktuelle Themen, die die Berliner beschäftigen, nicht fehlen: Burka, Hipster, der Straßenfeger, BSR und der Berliner Flughafen – alles wird auf der Bühne kunterbunt präsentiert. Die Bühnendekoration ist diesmal einfacher als sonst im Wintergarten üblich gehalten. Es steht der übergroße Buchstabe „B“, stellvertretend für die Hauptstadt, im Vordergrund. Auf dem Buchstaben erscheinen viele Zitate bekannter Persönlichkeiten (darunter David Bowie), die man mit Berlin in Verbindung bringt.
 
Untermalt wird das Ganze von großartiger Musik, die sowohl Berlins bewegende Geschichte („Wind of Change“ von den Scorpions) als auch die morbide Schönheit der Stadt („Schwarz zu Blau“ von Peter Fox) widerspiegelt. In dieser Show des Wintergarten sahen wir ausnahmsweise nur zwei Musiker auf der Bühne: die Sängerin Ena Wild und den Schlagzeuger Lukas Thielecke, die beide in jeder Minute ihr musikalisches Talent unter Beweis stellten.
 
Die bewegenden und visionären Bilder wurden von sehr talentierten Artisten hervorgerufen, die den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zauberten und deren unterschiedliche Herkunft für Berlins internationales Gesicht steht.
 
Am meisten beeindruckt hat mich der Akrobat Bence, der mit dem Hula Hoop und dem Luftring federleicht schwierige Kunststücke zeigte und sich dabei grazil bewegte.
Der Äthiopier Girma Tsehai begeisterte alle mit seinem Charme und seinen tänzerischen Einlagen beim Jonglieren und an der Pole. Tsehai war eindeutig der Liebling des Abends, ist aber leider nur noch bis zum 30.4.17 im Wintergarten zu bestaunen.
Taris Usman, der an der Pole gemeinsam mit Tsehai künstlerische Höhepunkte zelebrierte, stellte zudem am Cyrwheel sein Können dar.
Marie Oldenbourg hat mich an diesem Abend auch begeistert, indem sie an ihrem Schwungseil dynamisch und voller Lebensfreude turnte.
Der Tänzer Vinzenz Wagner erwies sich mit seinem durchtrainierten Körper als ein echter Augenschmaus.
Aber auch weitere Akrobaten überzeugten das Publikum mit ihrem Programm:
Jakob Vonau und Nathalie Wecker mit ihrer Hand-auf-Hand-Performance, Anissa Elakel und Florian Zumkehr mit ihren Handstand-Showeinlagen und Guillaume Karpowicz, der Diabolo mit einem Roboter-Tanz verband.
 
Mein Fazit: Mal wieder zaubert der Wintergarten eine perfekte Symbiose aus Artistik, Show und Musik auf die Bühne. Die neue Show „Like Berlin“ gehört bis zum 11.06.2017 zu den neuen Sehenswürdigkeiten Berlins und ist für jeden Berlin-Liebhaber ein Pflichtprogramm.
 
Für weitere Informationen:
 
 
Kontakt: Wintergarten Varieté
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
 
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© E. Günther

 

 

 

Daddy Cool – eine verbotene Liebe zur legendären Musik von Boney M. – das Boney M. Musical auf Deutschlandtournee

Meine Eltern haben in meiner Jugend die Musik der Band Boney M., die von 1975 bis 1988 38 Top-Ten-Hits hatte und über 55 Millionen Alben weltweit verkaufte, rauf und runter gehört, daher bin ich mit dieser Musik aufgewachsen. Aus diesem Grund habe ich natürlich voller Freude vernommen, dass 40 Jahre nach der Veröffentlichung des Ohrwurms „Daddy Cool“ das gleichnamige Musical, das vor elf Jahren in London Weltpremiere gefeiert hat, nun auch auf Deutschlandtournee kommt.

Am Freitag, den 10. Februar 2017, besuchte ich am ersten Tag des Berlin-Zwischenstopps die moderne Inszenierung von Frank Serr. Um 20 Uhr begann das Musical und es kam ein Mann im „Mambo No.5“-Stil auf die Bühne, der uns in die Welt des Musicals mitnahm und noch später eine entscheidende Rolle in der Geschichte spielen sollte. Zur Geschichte des Musicals gibt es Folgendes zu schreiben:

Sunny, der seinen Vater nie getroffen hat, kommt mit seiner Mutter nach London und lernt dort das Mädchen Rose kennen. Zehn Jahre später treffen sich die beiden wieder und verlieben sich ineinander. Doch ihre junge Liebe steht unter keinem guten Stern, denn beide tanzen in zwei rivalisierenden Tanztruppen, Rose ist vergeben und auch die Mütter der beiden Jugendlichen scheint eine tragische Geschichte zu verbinden.

Zwei Stunden lang feierte das Publikum eine Party und sang oft bei den weltbekannten Hits der Band mit. Vor allem die Lieder „Sunny”, „Rivers of Babylon”oder „Rasputin“ kamen bei den Zuschauern gut an. Aber trotz der Partystimmung und den vielen Tanzszenen in glitzernden Kostümen kamen wichtige Themen nicht zu kurz: der Sinn des Lebens, die Suche nach der eigenen Identität, die große Liebe, die echte und falsche Freundschaft, falscher Stolz und die unterschiedlichen Muttertypen. Während Sunny eine liebe und umsorgende Mutter hat, ist Roses Mutter eine egoistische und rachsüchtige Intrigantin, die sich nicht für ihre Tochter interessiert.

Auch hat es mir sehr gut gefallen, dass auf der Bühne die Londoner Vielfalt gezeigt wurde. Wir sahen sowohl eine Frau im Hidjab als auch eine afrikanische Frau – die Widerspiegelung der Londoner Gesellschaft.

Und am Ende endete das Musical so, wie es begonnen hat: mit einer großen Party. Die Zuschauer standen von ihren Sitzen auf und tanzten alle ausgelassen zu einem Boney M.-Madley. Aus diesem Grund kann ich Euch das Musical, das am 11. und am 12. Februar noch im Admiralspalast läuft, empfehlen, denn auch 40 Jahre nach dem Evergreen „Daddy Cool“ ist die Musik noch präsent und von keiner Party wegzudenken. Zusätzlich zu Berlin spielt „Daddy Cool“ auch in anderen Städten in Deutschland:

http://www.daddycool-show.com/de/tourdaten/tourtermine/

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© E. Günther