Dornröschen – der märchenhafte Ballettklassiker in der Deutschen Oper Berlin

Es war einmal ein König und eine Königin, sie wünschten sich nichts mehr als ein Kind. Nach langem Warten bekam die Königin endlich ein Mädchen. Es war ein wunderschönes Mädchen. Der König und die Königin veranstalteten daraufhin ein großes Fest und luden das ganze Volk und alle guten Feen ein.

Ich bin mir sicher, dass wenn ich den Anfang dieses Märchens jedem großen und kleinen Kind vorlesen würde, dann würde jeder sofort wissen, um welches Märchen es sich hierbei handelt: um „Dornröschen“.

Am Freitag, den 30. Juni 2017, kamen wir in den Genuss, dieses Märchen als Ballettaufführung in drei Akten mit Prolog mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky, nach der Choreografie und Inszenierung von Nacho Duato und der musikalischen Leitung von Robert Reimer zu erleben.
Schon bei der „Der Nussknacker“-Inszenierung war ich davon begeistert, wie Duato die Geschichte tänzerisch und Reimer die Musik von Tschaikowsky umsetzten und war also wieder sehr gespannt.

Das Ballettmärchen beginnt mit einem Prolog: Nach vielen Jahren hat sich endlich der sehnlichste Wunsch des Königspaares erfüllt: die Geburt eines Kindes! Sie nennen die Tochter Aurora, und heute soll eine Taufe stattfinden. Zu der Feier wurden neben der Hofgesellschaft auch die guten Feen eingeladen, die der Prinzessin Geschenke und gute Wünsche überbringen. Allerdings hat das Königspaar die dunkle Fee Carabosse nicht zur Taufe eingeladen. Aus Wut darüber, dass sie keine Einladung erhalten hat, verflucht sie Aurora.
Wenn Aurora ihr 16. Lebensjahr erreichen werde, solle sie sich an einer Spindel stechen und daran sterben. Die Fliederfee, die als Glückbringerin gilt, kann zwar den Fluch nicht rückgängig machen, aber doch etwas abmildern: Aurora werde nicht sterben, sondern lediglich in einen hundertjährigen Schlaf fallen. Wenn sie dann von einem Prinzen geküsst werde, erwacht sie wieder zum Leben.
Nach einer kleinen Pause, bei der die Zuschauer im Saal aber sitzen bleiben, geht es mit dem 1. Akt, der Auroras 16. Geburtstag zeigt, weiter. Die Prinzessin feiert ihren 16. Geburtstag und erfreut sich an den Heiratsanträgen der vier jungen Prinzen. Auf der Feier erhält Aurora einen riesigen Strauß Rosen, in dem Carabosse eine Spindel versteckt hat, an der sich das Mädchen sticht….

Meinen Lieblingsakt stellt der dritte Akt dar, in dem alle Märchenfiguren auf dem rauschenden Fest grazil tanzen: egal, ob Rotkäppchen und der Wolf (Maria Boumpouli und Giacomo Bevilacqua), der Froschkönig und die Prinzessin (Pamela Valim und Wei Wang), Kater und Kätzchen (Ulian Topor und Danielle Muir), der blaue Vogel und Prinzessin Florine (Marina Kanno und Denis Vieira) – alle scheinen eingeladen worden zu sein und lassen das Kostümfest noch farbenfroher erscheinen.
Dass das Fest so pompös und farbenprächtig erscheint, ist dem Bühnenbild und den Kostümen der preisgekrönten Designerin Angelina Atlagic zu verdanken, die in jeder Szene unsere Fantasie anregt.

Tänzerisch hat mich an diesem Abend am meisten Ksenia Ovsyanick überzeugt, die gleich bei ihrem ersten Auftritt einen Applaus von offensichtlich bekennenden Bewunderern ihres tänzerischen Talents bekommt und die mit einer unglaublichen Leichtigkeit die Rolle der Prinzessin Aurora ausfüllt.
Ein weiterer tänzerischer Stern an diesem Abend war für mich Julia Golitsina, die ihrer Rolle der Fée des Lilas etwas Zauberhaftes verleiht.
Marian Walter kannte ich schon von „Der Nussknacker“, auch an diesem Abend hat er uns in seiner Rolle des Prinzen Desiré sehr gefallen.
An diesem Abend bekam aber auch eine andere Figur einen begeisterten Applaus: Die Figur Carabosse wurde von dem männlichen Tänzer Michael Banzhaf auf der Bühne verkörpert, der es schaffte, das Bedrohliche der bösen Fee auf den Zuschauer zu transportieren.

Mein Fazit: Mit seiner Inszenierung des Ballettmärchens „Dornröschen“ gelingt Nacho Duato eine zauberhafte und verspielte Version, in der wir zusammen mit den talentierten Tänzern in eine Märchenwelt voller Magie eintauchen. Ich konnte ca. zwei Stunden lang nicht aufhören, verträumt zu lächeln und war wie der größte Teil des Publikums hin und weg. Am Ende haben die Zuschauer die Tänzer und die Verantwortlichen zurecht begeistert gefeiert.

An folgenden Terminen läuft noch „Dornröschen“ in der Deutschen Oper:
Montag, den 3. Juli 2017
Mittwoch, den 5. Juli 2017
Freitag, den 15. September 2017
und an vier Tagen im Oktober 2017.

Adresse: Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin

Weitere Informationen zu „Dornröschen“ (Ballett):
http://www.staatsballett-berlin.de/de/spielplan/dornroschen/30-06-2017/376
https://www.facebook.com/StaatsballettBerlin/
https://www.deutscheoperberlin.de/
https://www.facebook.com/DeutscheOperBerlin/

#Dornröschen #Ballett #StaatsballettBerlin #Staatsballett #Berlin #DeutscheOper #NachoDuato #PeterITschaikowsky #IwanWWsewoloshski #AngelinaAtlagic #BradFields #GentianDoda #RobertReimer #KseniaOvsyanick #JuliaGolitsina #MarianWalter #MichaelBanzhaf #TommasoRenda #SarahMestrovic #DanielleMuir #UlianTopor #MariaBoumpouli #GiacomoBevilacqua #PamelaValim #WeiWang #MarinaKanno #DenisVieira #MariusPetipa #BrüderGrimm

© E. Günther

 

 

 

Berlin Nights – Finden in Berlin die besten Parties statt?

Berlin ist mehr als eine Stadt, Berlin ist eine Lebenseinstellung: laut, verrückt, dynamisch und bunt wie seine Bewohner. Dies sieht man jedes Wochenende auf den zahlreichen Parties in der Hauptstadt. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Veranstalter dieses Thema, Berlin bei Nacht, in EIN Showkonzept packen würde.
 
Das intensive Partyleben Berlins inspirierte Samuel Entertainment dazu, „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer am Platz auf die Bühne zu stellen und noch einmal zu zeigen, warum wir das moderne Berlin so sehr lieben (sollten).
Am Samstag, den 25. März 2017, waren wir auch Gäste der „Berlin Nights“. Schon im Foyer erkannten wir das Konzept der Show: Berlins Clubnächte. Das Foyer wurde etwas dunkel gehalten, ein DJ spielte House-Musik und man konnte die von der Knalle Popcornditorei hergestellten und unglaublich leckeren Popcorn mit Schokoladen- und mit Barbecuegeschmack käuflich erwerben. Wir waren also mehr als gespannt darauf, zu erfahren, wie die eigentliche Show und Feier werden würde. Um 20 Uhr war es dann soweit…
 
Es findet eine der vielen legendären Clubnächte in Berlin statt.
Zu Beginn sehen die Zuschauer auf der Bühne eine festliche Gala mit der aus diversen Castingshows bekannten Contemporary Dance-Crew Zanshin. Begleitet wird dieser ästhetische und anmutige Tanz von dem Pianospieler Timothy Thorson. Zu der Musik von Franz Liszt zeigen die verschiedenen Tanzpaare eine Symbiose aus Tanz und Leidenschaft, während es bei einem Paar aber zu einem später tragisch endenden Streit kommt.
 
Nach dieser intensiven Performance darf das Publikum ein wenig durchatmen, denn die Fothamockaz, vier tanzwütige Berliner Jungs, sorgen für einen Umbau direkt auf der Bühne. Aus einer vornehmen Party soll eine Clubatmosphäre mitten auf der Bühne entstehen. Doch die Jungs scheinen ihre Arbeit nicht ganz ernst zu nehmen, denn immer wieder lassen sie sich von der Musik ablenken und machen mit den Arbeitsutensilien ihre eigene Party. Aber wen wundert das schon? Denn Fothamockaz ist eine in Berlin bekannte Urban Entertainment Dance-Crew, die einfach nicht still stehen kann.
 
Die unvergessliche Clubnacht kann nun beginnen. Nachdem man es geschafft hat, an dem Türsteher Sascha Thies vorbeizukommen, ist man mittendrin in dem Partygeschehen. Schöne Gogo-Girls, die Berlin Showgirls, tanzen lasziv zu alten und neuen Hip Hop-Liedern des nicht nur in Berlin bekannten Djs DJ Tomekk. Auch der Showbarkeeper Florent Rabaté zeigt mit seiner schnellen Flaschenakrobatik, warum er zurecht auf dieser Party sein darf.
 
Und was wäre eine fulminante Party in Berlin ohne die richtigen Tanzcrews?! Die Deutschen Meister und Brüder M.I.K.Family (eigentlich sind es vier Brüder) bringen durch ihre Hip Hop- und Krumping-Moves jeden Zuschauer im Saal zum Schwitzen. Samuels (Crew Urban Club Dance) sorgt mit ihrem Streetdance, kombiniert mit lateinamerikanischen Tanzelementen, dafür, dass ich nicht mehr ruhig sitzen kann, sondern auf meinem Sitz mitgrooven muss.
Beim Breakdance, vorgeführt von Tridiculous, Airdit und Pedram, klatscht jeder im Publikum wild mit. Was soll ich sagen?! Dat is halt Berlin…Und um dies zu untermauern, singt der Künstler Renee das Lied „I am Berlin“.
 
Nach der Pause präsentiert uns Lisa Kühn, ein Mitglied der Zanshin-Truppe, tänzerisch, wie zerbrechlich doch eine starke Frau sein kann. Zuvor noch selbstbewusst und zielstrebig zerbricht die junge Frau an den Erwartungen der Gesellschaft. Eine Tanzperformance, die mich zu Tränen rührte.
 
Wenn man etwas Wertvolles verloren hat, dann weiß man es oft erst im Nachinein zu schätzen. So ergeht es auch ihrem „Partner“ in der Show: Rostyslav Hubaydulin (Tridiculous) verarbeitet diesen schweren Verlust mithilfe seines dramatischen Strapaten-Programms, das ihm eine Menge Körperbeherrschung abverlangt.
 
Danach braucht man etwas Entschleunigung und bekommt diese auch: in Form des Erzählers Engelbert von Nordhausen, der Berliner erzählt seine etwas verrückte Geschichte, wie er zur Synchronstimme von Bill Cosby und Samuel L.Jackson wurde.
Nach der notwendigen Pause darf man wieder ausgelassen feiern. Und zwar gemeinsam mit der Live-Band Nader Rahy&Band, die sich sogar des schwierigen und legendären Liedes „Purple Rain“ von Prince annimmt.
Und auch auf dem Live-Konzert dürfen die vorher erwähnten Ausnahmetänzer nicht fehlen. 
 
Und wer an diesem Abend von der unbändigen Freude der Tänzer und Musiker angesteckt wurde, der durfte anschließend auf der Aftershow-Party im „The Grand Club“ weiterfeiern.
 
Mein Fazit: „Berlin Nights“ stellt alles dar, was Berlin so besonders macht: Lebensfreude, Temperament, Vielseitigkeit, Kreativität und Internationalität, auf die wir alle stolz sein können. Wer diese berauschende Party selbst erleben möchte, dem kann ich die nur aus 12 Shows bestehende Veranstaltung „Berlin Nights“ im Theater am Potsdamer Platz nur empfehlen. Bis zum 9. April, dem Tag meines Geburtstages, habt Ihr dazu noch die Gelegenheit…
 
Weitere Informationen:
 
Adresse: Theater am Potsdamer Platz
Marlene-Dietrich-Platz 1
10785 Berlin
 
#Berlinnights #Berlin #SamuelEntertainment #TheateramPotsdamerPlatz #PotsdamerPlatz #HipHop #Crumping #Breakdance #Airdit #Pedram #Strapaten #DJTomekk #Popcorn #Blackmusic #Akrobatik #UrbanEntertainmentDance #Fothamockaz #ContemporaryDance #UrbanClubDance #SamuelsCrew #Streetdance #TimothyThorson #FranzLiszt #Zanshin #ChristophViol #RostyslavHubaydulin #FilimatouLim #LisaKühn #FrankaMarleneFoth #ManuelNeubauer #Renee #NaderRahy #LisaKühn #LiveBand #FlorentRabaté #Showbarkeeper #Flaschenakrobatik #EngelbertvonNordhausen #SaschaThies #BerlinShowgirls #Tridiculous #Percussion #EliasCampos #PoppinJunior #RobotDance #Knalle #KnallePopcornditorei #Club #TheGrandClub #Aftershow #Party #Kurfürstendamm
 
Text © E. Günther
Fotos © Henny Steffens und Nicholas Ritter

The Great Gatsby – die internationale Ballett-Sensation endlich in Deutschland (Berlin, Hamburg, Frankfurt/Main)

„The Great Gatsby“, die Geschichte ist so zeitlos wie ein Diamant. Schon zweimal habe ich F. Scott Fitzgeralds Liebesgeschichte der amerikanischen Lost Generation gelesen und gefühlt 100-mal die Verfilmung mit Leonardo DiCaprio gesehen. Ich habe mir immer gewünscht, dass daraus ein Musical entsteht. Als ich erfahren habe, dass „The Great Gatsby“ in Form eines Balletts auf die Bühne kommt, war ich zuerst sehr überrascht. Aber die Tatsache, dass in diesem internationalen Projekt die besten russischen, ukrainischen und amerikanischen Balletttänzer tanzen, hat mich sofort begeistert und so war ich mit meinem Mann am Donnerstag, den 3. November 2016, in einer unserer Lieblingslocations, dem Admiralspalast, um an diesem besonderen Event teilzunehmen.
 
Bereits um 18.45 Uhr sind wir im Admiralspalast angekommen und waren über die lange Schlange erstaunt. Obwohl die Aufführung erst um 20 Uhr beginnen sollte, wollten die Leute schon so früh ihre Karten abholen. Viele Pressevertreter befanden sich auch bereits am Ort und probierten ihre Kameras aus. Einige deutsche Schauspieler, darunter Barbara Herzsprung, fanden ihren Weg in den Admiralspalast und wurden von den vielen Fotografen fotografiert.
 
Wem noch immer „The Great Gatsby“ nichts sagt, der sollte unbedingt meine folgende Inhaltsangabe lesen:
Der wenig erfolgreiche Autor Nick Carraway kommt im Frühjahr 1922 nach New York City. Es ist eine Zeit von lockerer Moral, rhythmischem Jazz und dem Schwarzhandel. Auf der Jagd nach seinem eigenen Glück begegnet er dem geheimnisvollen Millionär und Party-Veranstalter Jay Gatsby. Außerdem trifft Carraway seine Cousine Daisy, in die Gatsby verliebt ist und mit der er früher zusammen war, und ihren vermögenden und untreuen Ehemann Tom Buchanan. Langsam wird der junge Autor in die moralisch verrohte Welt der Reichen hineingezogen. Nur die Freundschaft zu Gatsby gibt ihm Hoffnung, dass es auch Menschen mit Prinzipien gibt.
 
Gatsby wird in der Ballettaufführung von Denis Matvienko, einer Weltballett-Legende und dem einzigen Tänzer mit vier großen internationalen Ballett-Preisen, verkörpert. Matvienko überzeugt nicht nur jeden Zuschauer im Saal davon, dass er ein international angesehener und talentierter Tänzer ist, er zeigt uns auch die zerbrechliche Seite des Gatsby, die die Figur so beliebt macht.
Zudem zeichnet sich Matvienko auch als der künstlerische Leiter dieser Ballettshow aus.
 
Dwight Rhoden tanzt die Rolle des Nick Carraway und bekommt neben Matvienko zurecht den größten Applaus vom Publikum. Rhoden kann seinen durchtrainierten Körper nicht nur gekonnt verbiegen, sondern ist für die Inszenierung dieser Ballettaufführung verantwortlich und ist der Choreograph vieler namhafter Stars (u.a. Madonna).
 
Aber das ganze Ballett-Ensemble von „The Great Gatsby Ballet“, in dem ausschließlich Tänzer bedeutendster Theater und Ballettgruppen aus Russland (Mariinski-Theater in Sankt Petersburg), der Ukraine und den USA (Complexions Contemporary Ballet) tanzen, hat an diesem Abend brilliert und hat uns tänzerisch in die Welt der Goldenen Zwanziger mitgenommen.
Es handelt sich bei „The Great Gatsby Ballet“ um kein klassisches Ballett, sondern um eine moderne Interpretation, die aus Ballett, Contemporary und zeitgenössischem Tanz (darunter auch Breakdance-Moves) besteht. So wird nicht nur auf dem Boden, sondern auch an den Kronleuchtern getanzt. Ein Konfetti-Regen kommt auch auf die Zuschauer im Saal herunter. Auch mit der Tradition, dass der Mann nur mit einer Frau tanzen kann, wird gebrochen.
Dmitrij Paradisow setzt dabei mit den authentischen Kostümen und Kleidern die Tänzer gelungen in Szene.
 
Konstantin Meladze hat in Zusammenarbeit mit Juri Shepeto eine emotionale und manchmal dramatische Musik für „The Great Gatsby“ geschrieben und war einer der Gründe, warum ich mich auf dieses Ballettstück gefreut habe, denn Meladze kannte ich, eine gebürtige Ukrainerin, natürlich schon vorher, da Meladze einer der einflussreichsten Komponisten Osteuropas ist.
Genau wie der Tanz ist auch die Musik eine Mischung aus unterschiedlichen Richtungen: Symphonische Musik trifft auf moderne Klänge und den unvergesslichen Jazz. An einigen Stellen wird die Musik ganz weggelassen, um den fabelhaften Tanzpassagen einen breiteren Raum zu lassen.
 
Mein Fazit: 50.000 Besucher weltweit (für ein Ballett sehr außergewöhnlich) können nicht irren. Wir waren gestern ein Teil einer Geschichte, die in jedem Zeitalter aktuell sein wird, denn „The Great Gatsby“ demonstriert uns den moralischen Verfall einer oberflächlichen Spaß- und Konsumgesellschaft, in der es keine Werte mehr gibt. Schwäche wird sofort bestraft und so strebt man danach, immer besser zu sein als die anderen und verliert sich in einer Scheinwelt, die einen am Ende einsam zurücklässt. Dieses Gefühl wird auf eine sehr unterhaltende und ästhetische Weise in der Welttournee „The Great Gatsby Ballet“ aufgegriffen.
Sei auch du ein Teil dieses Gesamtkunstwerks, bestehend aus der einzigartigen Atmosphäre der Roaring Twenties, einer abwechslungsreichen Musik und großartigen Ballettänzern.
 
Wer diese großartige Inszenierung noch in Deutschland sehen möchte, der hat in Hamburg und Frankfurt/Main dazu die Gelegenheit, sollte sich aber beeilen:
04.11.2016 – 20:00 Hamburg Mehr! Theater am Großmarkt
06.11.2016 – 18:00 Frankfurt Jahrhunderthalle
 
Weitere Informationen:
 
 
#TheGreatGatsbyBallet #TheGreatGatsby #Gatsby #Ballett #Admiralspalast #Berlin #Hamburg #FrankfurtMain #FScottFitzgerald #Fitzgerald #DwightRhoden #DenisMatvienko #MariinskiTheater #ComplexionsContemporaryBallet #KonstantinMeladze #JuriShepeto #klassischesBallett #modernerTanz #Ukraine #Russland #USA #RussischesBallett #zeitgenössischerTanz #Contemporray #RoaringTwenties #DmitrijParadisow #CliffordWilliams #Breakdance
 
© E. Günther

Premiere „Der Nussknacker“ in der Deutschen Oper

 

Als jemand, der in der Ukraine geboren wurde, bin ich mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky und dem Nussknacker aufgewachsen. So war es für mich eine Frage der Ehre, am Freitag, den 7. Oktober 2016, in der neunten Reihe der Deutschen Oper Platz zu nehmen und aufgeregt und gespannt auf Nacho Duatos Interpretation von „Der Nussknacker“ zu warten.

Und schon der Vorhang versprach, dass die nächsten zwei Stunden traumhaft schön werden sollten, denn wir saßen vor einem Sternenhimmel, der sich wie ein roter Faden durch die folgende Ballettaufführung hinzog.

Nacho Duato verlegt die Handlung des Nussknackers in die Belle Epoque, um den Tänzern mit der zu der damaligen Zeit getragenen Kleidung mehr Tanzfreiheit einzuräumen. Und Jérôme Kaplan, der für die Kostüme verantwortlich ist, macht mit seiner Arbeit seinem Namen alle Ehre. Die Frauen tragen wunderschöne Kleider. Vor allem in der Traumwelt, auf die ich noch später ausführlich kommen werde, lässt er seiner Fantasie freien Lauf und bringt damit unsere Augen zum Glänzen.

Um 19.30 Uhr begann die Geschichte meiner Kindheit und wir sahen, wie die Familie Stahlbaum vor einem riesigen Weihnachtsbaum Weihnachten feiert. Die Frauen tragen elegante Seidenkleider und die Männer feine Fracks. Kinder lachen und spielen ausgelassen miteinander. Alle sind fröhlich und genießen das Familienfest. Als Geschenke für die Kinder gibt es vier Puppen: die Prinzessin, den Prinzen und den Mäusekönig. Das schönste Geschenk, den Nussknacker, schenkt aber Drosselmeyer (Rishat Yulbarisov) seinem Patenkind Clara, das sich sofort in die Figur verliebt und sich von nun an rührend um diese kümmert.

Um Mitternacht erwachen die Spielfiguren zum Leben und der böse Mäusekönig bedroht mit seiner Mäusearmee die anderen Spielfiguren, die schließlich von dem Nussknacker gerettet werden. Der Nussknacker entführt daraufhin Clara in eine Traumwelt, in der er sich in einen schönen Prinzen verwandelt…

Die ganze Zeit fühlte ich mich wie in einem Märchen, was zum großen Teil der elfengleichen Clara (Iana Salenko) und ihrem bezaubernden Nussknacker-Prinzen (Marian Walter) zu verdanken ist. Beide harmonieren auf der Bühne und nehmen den Zuschauer zu der Musik von Peter I. Tschaikowsky unter der musikalischen Leitung von Robert Reime in eine mystische Welt voller bezaubernder Bilder. Auch die übrigen Balletttänzerinnen tanzen wie funkelnde Sterne auf der Bühne, passend zum Hintergrund.

Der zweite Akt ist tänzerisch sogar anspruchsvoller, da die beiden Hauptprotagonisten in einer Solovorstellung dem Publikum ihr Talent demonstrieren, was zu begeisterten „Bravo“-Rufen seitens der Zuschauer führt. Und da in einer Traumwelt alles möglich zu sein scheint, entstehen im Folgenden zauberhafte und geheimnisvolle Bilder vor unseren Augen:

Zuerst bekommen wir einen spanischen Tanz vor einem großen Fächer zu sehen. Sarah Mestrovic und Cameron Hunter tanzen miteinander hingebungsvoll und leidenschaftlich. Es folgt ein orientalischer Tanz einer Odaliske (Julia Golitsina) mit ihren zwei treuen Dienern (Alexander Abdukarimov und Dominic Whitbrook). Dabei bewegt sich die Odaliske verführerisch wie eine Schlange, die gleich ihre Beute erlegen wird. In dem chinesischen Tanz, vor einem Regenschirm-Gerüst, tanzen die Balletttänzer (Marina Kanno, Patricia Zhou, Vladislav Marinov und Wei Wang) voller Anmut und evozieren beim Zuschauer Bilder von Fernost.

Als Nächstes bestaunen wir russische Matrosen (Alexander Akulov, Arshak Ghalumyan, Konstantin Lorenz und Alexej Orlencovor) vor zwei Steuer-Rädern, die tänzerisch ihren gut gebauten Körper zur Geltung bringen. In dem letzten Bild der Traumwelt nehmen wir an einem Blumenwalzer im Königreich der Süßigkeiten teil, in dem die Tänzerinnen wie rosa Cupcakes (vor dem Hintergrund eines riesigen Cupcakes) grazil tanzen.

Dass die ganzen Bilder auf diese Art und Weise hervorragend funktionieren können, liegt auch an der perfekten Arbeit von Brad Fields (Licht) und Gentian Doda und Thomas Klein (beide für die Einstudierung verantwortlich).

Mein Fazit: Mit seiner Inszenierung gelingt Nacho Duato eine zauberhafte Version des Nussknackers, in der wir zusammen mit den talentierten Tänzern in eine Märchenwelt voller Magie eintauchen. Ich konnte ca. zwei Stunden lang nicht aufhören zu lächeln und war wie der größte Teil des Publikums  begeistert. Am Ende haben die Zuschauer die Tänzer und die Verantwortlichen begeistert gefeiert. Wenn auch du dich von der geheimnisvollen Welt des Nussknackers verführen lassen möchtest, dann hast du noch bis zum 2. Januar 2017 die Gelegenheit dafür.

Weitere Vorstellungen:

19. und 28. Oktober 2016

11. November 2016

01., 07.-09., 28. und 30. Dezember 2016

02. Januar 2017

Preise: 39 Euro –128 Euro, ermäßigt 19,50 Euro –64 Euro

Kontakt: Deutsche Oper Berlin

Bismarckstraße 35

10627 Berlin

030 34384343

Weitere Informationen:

http://www.staatsballett-berlin.de/de/spielplan/der-nussknacker-2/07-10-2016/414

https://www.facebook.com/StaatsballettBerlin/?fref=ts

https://www.facebook.com/DeutscheOperBerlin/?fref=ts 

#DerNussknacker #NachoDuato #DeutscheOper #Staatsballett #Berlin #BelleEpoque #JérômeKaplan #IanaSalenko #MarianWalter #KseniaOvsyanick #DenisVieira #PeterITschaikowsky #RobertReime #BradFields #Orient #arabischerTanz #Bauchtanz #JuliaGolitsina #AlexanderAbdukarimov #DominicWhitbrook #GentianDoda #ThomasKlein #NikolayKorypaev #spanischerTanz #SarahMestrovic #CameronHunter #chinesischerTanz #MarinaKanno #PatriciaZhou #VladislavMarinov #WeiWang #russischeMatrosen #AlexanderAkulov #ArshakGhalumyan #KonstantinLorenz #AlexejOrlenco

© E. Günther (Text/Bericht)

© Fernando Marcos (Fotos)

 

Jewels, die Balletttrilogie – Drei Edelsteine lassen die Deutsche Oper glänzen.

Am Samstag, den 21. Mai 2016, hatte ich die große Ehre, die Premiere von Jewels, die Ballettaufführung des Ausnahmechoreografen George Balanchine, den „Begründer des Neoklassizismus im Ballett“, in der Deutschen Oper zu besuchen.

Die Balletttrilogie besteht, wie der Name schon sagt, aus drei abgeschlossenen Teilen zu der Musik von drei unterschiedlichen Komponisten. In jedem Teil geht es um einen Edelstein, den verschiedene Künstler auf der Bühne tänzerisch darstellen. Drei verschiedene Choreografen waren für die Einstudierung des jeweiligen Edelstein-Tanzes zuständig, die sich dann gemeinsam mit den Balletttänzern nach ihrem Teil auf der Bühne zeigen. Nach jedem Abschluss gibt es eine kurze Pause, in der die Zuschauer sich begeistert über das gerade Gesehene austauschen können.

Der erste Teil befasst sich mit dem Edelstein Smaragd, deswegen tragen auch die Künstler grüne Kostüme, die funkeln. Auch der Vorhang ist grün. Für Balanchine verkörpert dieser Teil nicht nur den Smaragd, sondern auch Frankreich, das Land der Eleganz. Zwei Solopaare, drei Solisten und ein Corps de ballet stellen Smaragde tänzerisch dar. Obwohl jeder im Publikum weiß, dass die Einstudierung dieser Choreografie einer harte Arbeit gewesen sein muss, tanzen die Künstler zur Musik von Gabriel Fauré leichtfüßig und lassen ihre Choreografie leicht erscheinen. Ben Huys hat bei der Einstudierung der Choreografie des ersten Teils alles richtig gemacht.

Der zweite Teil hat als Thema den Rubin. Das Solopaar, die Solisten und der Corps de ballet von Damen und Herren tragen eine rot funkelnde Kleidung, an der Wand sieht man rote Laserstrahlen. Steht der Smaragd-Teil noch für das klassische Ballett, stellt die Rubin-Choreografie eine moderne und schnellere Interpretation des Balletts dar. Der Zuschauer sieht auf der Bühne für das Ballett neuartige Figuren, z.B. das Drehen des Körpers nach vorn. Man glaubt auch Elemente des Tangos in dieser Choreografie zu erkennen. Nach dieser frischen Choreografie zur Igor Strawinskys Musik werden die Tänzer, gemeinsam mit Patricia Neary (für die Einstudierung verantwortlich), am Ende von dem Publikum großartig verabschiedet und für ihre spritzige Interpretation des Balletts belohnt. Der zweite Teil wird von vielen als eine Hommage an Amerika und seine Jazz-Ära interpretiert, obwohl Belanchine das nie bestätigt hat.

In dem dritten Teil dieser Ballettaufführung geht es schließlich um den Diamanten, den die Tänzer zur Peter Tchaikowskys Musik (Sinfonie Nr. 3 D-Dur) federleicht interpretieren. Der dritte Teil zeigt für mich die anspruchsvollste Choreografie, zu der die am Ende dramatisch werdende Musik hervorragend passt. Im Mittelpunkt steht ein Solopaar, das die Zuschauer zu Begeisterungsbekundungen brachte. Begleitet werden sie von einer Gruppe von Solisten und einem Corps de ballet. Die Künstler tanzen wie Schwäne in ihren weißen Kostümen. Die Wand ist diesmal blau und an der Decke hängt eine silberne Deckendekoration. Das Publikum hat die Tänzer des dritten Teils frenetisch gefeiert und wollte die Künstler und die Verantwortlichen (u.a. Sandra Jennings) gar nicht mehr gehen lassen.

Diese Ballettaufführung kann ich jedem empfehlen, sowohl einem Ballettliebhaber als auch einem Ballettneuling. Seit der New Yorker-Premiere im Jahr 1967 wurde Jewels auf allen internationalen Bühnen und in 193 Produktionen getanzt.
Da Jewels, „das erste abendfüllende abstrakte Ballett“, keine Geschichte im herkömmlichen Sinne erzählt, muss man keiner Handlung angestrengt folgen, sondern kann sich ganz auf die künstlerische Umsetzung einlassen. Mal wieder stehen im Mittelpunkt von George Balanchines Choreografie der pure Tanz und die Musik. Die Wahl der Musik ist perfekt ausgesucht und von dem großartigen Orchester unter der Leitung von Robert Reimer hervorragend interpretiert. Auch die vom spanischen Designer Lorenzo Caprile für das Staatsballett Berlin entworfenen Kostüme sind eine Augenweide und symbolisieren in wundervoller Weise die drei Edelsteine.

Mein Fazit lautet: Der erste Teil hat mich entzückt, der zweite Teil überrascht und der dritte Teil begeistert.

An folgenden Tagen habt Ihr die Gelegenheit, Jewels zu sehen:
Mittwoch, den 14. Dezember 2016
Freitag, den 10. März 2017
Freitag, den 24. März 2017
Samstag, den 1. April 2017
Sonntag, den 2. April 2017
Donnerstag, den 6. April 2017

Hier könnt Ihr die Karten reservieren und weitere Informationen erhalten:
http://www.deutscheoperberlin.de/d…/calendar/jewels.13211886

Kontakt: Deutsche Oper
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
030 34384343

‪#‎Jewels‬ ‪#‎GeorgeBalanchine‬ ‪#‎Ballett‬ ‪#‎DeutscheOper‬ ‪#‎StaatsballettBerlin‬‪#‎Staatsballett‬ ‪#‎Berlin‬ ‪#‎Smaragd‬ ‪#‎Rubin‬ ‪#‎Diamant‬ ‪#‎GabrielFauré‬‪#‎IgorStrawinsky‬ ‪#‎PeterTchaikowsky‬ ‪#‎RobertReimer‬ ‪#‎BenHuys‬‪#‎PatriciaNeary‬ ‪#‎SandraJennings‬ ‪#‎LorenzoCaprile‬

© E. Günther

 

Fotos © Carlos Quezada