Musical „West Side Story“ – der Musical-Klassiker in der Staatsoper Unter den Linden

„Only you, you’re the only thing I’ll see forever
In my eyes, in my words and in everything I do
Nothing else but you
Ever
And there’s nothing for me but Maria […]“
(„Tonight“ aus „West Side Story“)

Warum faszinieren uns noch immer tragische Liebesgeschichten? Warum fiebern wir immer wieder mit, wenn sich Romeo und Julia, Tony und Maria, Jack und Rose und aktuell im Kino auch Emil und Milou die ewige Treue schwören? Wir tun das, weil wir daran glauben möchten, dass Liebe alle Grenzen überwindet und Oberflächlichkeiten wie eine unterschiedliche Herkunft, Religion und Hautfarbe keine Rolle spielen – zumindest nicht, wenn es um die wahre Liebe geht.

Das ist auch der Grund dafür, warum das Musical „West Side Story“, eine moderne Romeo und Julia-Geschichte und ein Musical-Klassiker, noch immer auf mich und auf Millionen von anderen Zuschauern eine nie endende Faszination ausübt.

„West Side Story“ wurde im Jahr 1957 uraufgeführt, hinter dem Musical stehen vier geniale Köpfe: der Komponist Leonard Bernstein, der Choreograf Jerome Robbins, der Autor Arthur Laurents und der Songtexter Stephen Sondheim. Auch die Verfilmung im Jahr 1961, die meine Lieblingsverfilmung darstellt, wurde mit zehn Oscars ausgezeichnet. Auf die baldige neue Verfilmung durch das Mastermind Steven Spielberg bin ich auch sehr gespannt.

Doch zunächst wollte ich mir die international preisgekrönte Produktion von Joey McKneely, die weltweit als einzige Jerome Robbins‘ Originalchoreografie von der Broadway-Premiere 1975 zeigt, nicht entgehen lassen. Am Samstag, den 6. Juli 2019, wartete ich mit zahlreichen anderen begeisterten Zuschauern auf die Premiere.

Die Geschichte von „West Side Story“ spielt in New York City der 1950er Jahre. Es herrscht ein Bandenkrieg zwischen rivalisierenden Jugendbanden: zwischen den US-amerikanischen Jets und den puerto-ricanischen Sharks.
Riff, der Wortführer der Jets, schlägt seinen Jets einen alles entscheidenden Kampf zwischen ihnen und den Sharks vor. Dafür möchte er auch seinen Freund Tony zurückholen.
Tony, der Mitbegründer der Jets, ist aus der Gang ausgetreten.
Auf einem Tanzabend der Schule verliebt sich Tony in Maria. Maria, die sich ebenfalls in Tony verliebt, ist aber die Schwester von Bernardo (Anführer der Sharks). Auf Marias Balkon gestehen sich beide ihre Liebe und schwören sich ewige Treue.
Am nächsten Abend treffen sich beide Gangs, um den Kampf um die Straßen von New York City zu entscheiden. Maria hat zuvor jedoch Tony gebeten, den Kampf zu verhindern. Doch Riff wird im Laufe des Kampfes von Bernardo erstochen. Tony rächt daraufhin seinen Freund und ersticht Bernardo.
Tony gelingt es, Maria davon zu überzeugen, dass Bernardos Tod nicht geplant war. Beide entschließen sich, fortzugehen und an einem anderen Ort zusammen zu leben. Hat ihre junge Liebe eine Chance oder scheitert ihre junge Beziehung an dem Bandenkrieg?

An dem Abend, an dem Maria Tony begegnet, trägt sie ein weißes Kleid mit einem roten Band, das ihre Unschuld und Jungfräulichkeit unterstreicht. Zum ersten Mal wiedersetzt sich Maria ihrem Bruder Bernardo und verliebt sich in Tony, der aus einer anderen Kultur stammt und der Widersacher ihres Bruders ist.
In dieser Rolle der unschuldigen jungen Frau, die mit der Entscheidung für die Liebe ihren eigenen Weg geht, glänzt Sophie Salvesani. Sophie Salvesani hat in ihren jungen Jahren schon viele Erfahrungen auf der Bühne sammeln können (Christine in „Das Phantom der Oper“ und Cosette in „Les Misérables“ in der Produktion der Ipswich Musical Theatre Company) und überzeugte auch auf dem Premierenabend nicht nur mit ihrem Schauspiel, sondern auch mit einer unglaublich starken Sopranstimme, bei der ich oft Gänsehaut hatte.

In dem sehr jungen Cast beeindruckt Todd Jacobsson, der bereits in der preisgekrönten australischen Produktion von „The Book Of Mormon“ brillierte, mit der Figur Tony. Genauso wie Maria will er den Bandenkrieg endlich beenden und kämpft für das Recht auf die wahre Liebe. Voller Inbrunst sang an dem gestrigen Abend Jacobsson meine Lieblingslieder aus dem Musical. Eine grandiose Stimme!

Zwar bestechen die beiden Hauptdarsteller durch ihre großartigen Stimmen, doch den Preis für die beste schauspielerische Leistung des Abends würde ich Chloé Zuel verleihen.
In „West Side Story“ verkörpert Zuel sehr authentisch die feurige und temperamentvolle Anita, die ihren Bernado zwar über alles liebt, aber auch ihren eigenen Kopf hat, was sie sehr häufig unter Beweis stellt. Chloé Zuel ist eine Ausnahmeerscheinung, was das Tanzen, Singen und Schauspielern betrifft und bekam zurecht den meisten Applaus an dem Abend.

Auch Lyndon Watts, der zuletzt in ganz Australien als Jafar in Disneys „Aladdin“ überzeugte, interpretiert hervorragend die Rolle des Bernardo, die eines leidenschaftlichen und sich um seine Schwester sorgenden Puerto Ricaners.

Noah Mullins hat mir gestern in seiner Rolle des Anführers Riff auch sehr gefallen. In seinem Schauspiel und seiner Art, sich zu bewegen, erinnerte er mich stark an den in Deutschland sehr bekannten Musicaldarsteller Anton Zetterholm.

Donald Chan und das Orchester spielten alle weltberühmten Kompositionen von Leonard Bernstein: „Maria“, „Tonight“, „Somewhere“ und „America“ gingen sofort in mein Herz und begleiteten noch die ganze Nacht meine Gedanken und Träume. Auch die Originalchoreografie von Jerome Robbins, in der die Jets vor allem Ballettelemente tanzten und die Sharks viele Flamenco-Elemente auf der Bühne zeigten, war wunderschön anzusehen und bekam häufig Szenenapplaus.

Mein Fazit: Verletzte Ehre, Bandenkrieg, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile gegenüber den anderen (und zwar von beiden Seiten), aber auch die wahre Liebe – davon handelt das Kultmusical „West Side Story“. Diese gelungene Inszenierung mit einem talentierten jungen Cast, einer wunderschönen Musik und bezaubernden Tänzen läuft noch bis zum 14. Juli 2019 in der Staatsoper Unter den Linden und zieht dann nach Dresden (17.7.- 4.8.19).

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Text © E. Günther

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„Chicago“ – „All That Jazz“ im Admiralspalast Berlin

Es gibt sie: Musicals, bei denen mein Herz immer schneller schlägt und ich vor Aufregung ganz rote Wangen bekomme. Dazu gehört das Musical „Chicago“ von John Kander (Komponist), Fred Ebb (Songautor) und Bob Fosse (Co-Autor, Choreograf und Regisseur). Das Musical habe ich bereits vor ca. drei Jahren besucht, doch wer einmal das Musical gesehen hat, weiß, dass man sich ihm nie wieder entziehen kann und es einen süchtig macht.
 
Im Jahr 2019 geht eines der erfolgreichsten Broadway-Musicals aller Zeiten erstmals und endlich in der englischsprachigen Originalversion auf Deutschland- und Österreich-Tournee.
Das im Jahr 1975 geschaffene „Chicago“ basiert auf einem Theaterstück aus dem Jahre 1926 von Maurine Dallas Watkins. Die Journalistin des „Chicago Tribune“ schrieb damals über zwei junge Frauen, die ihre Liebhaber alkoholisiert und unter dem Einfluss von Jazzmusik getötet haben sollen. Daraus entstand das preisgekrönte Musical „Chicago“, das schon seit über 22 Jahren in New York (am Broadway das hinter „Das Phantom der Oper“ am häufigsten gespielte Musical) und seit 15 Jahren in London läuft.
 
Auch die im Jahr 2002 von mir geliebte Verfilmung mit Richard Gere, Catherine Zeta-Jones und Renée Zellwegger war erfolgreich und wurde 2003 mit sechs Oscars ausgezeichnet, der Soundtrack wurde im Jahr 2004 mit einem Grammy prämiert.
Vielleicht könnt Ihr mich jetzt ein wenig besser verstehen, warum ich auch im Jahr 2019 das Musical unbedingt erleben musste. Am Donnerstag, den 4. Juli 2019, zur Premiere im Admiralspalast, war es wieder soweit.
 
Doch für diejenigen, denen „Chicago“ nichts sagt, fasse ich an dieser Stelle den Inhalt dieses Ausnahmemusicals noch einmal zusammen:
Die Geschichte spielt im Chicago der 1920er Jahre. Die Tänzerin Roxie Hart ermordet ihren Liebhaber Fred Casely, weil er sie verlassen wollte. Roxie kommt daraufhin ins Gefängnis, in dem die korrupte Matron Morton („Mama“) herrscht, und in dem die Tänzerin Velma Kelly, die ihre Schwester und ihren Ehemann ermordet hat, berühmt und berüchtigt ist. Velma wurde mit Mamas Hilfe zu einem Star und plant schon ihre Karriere nach ihrer Freilassung. Dabei wird sie von dem Anwalt Billy Flynn unterstützt.
 
Durch ihren Ehemann erhält Roxie das nötige Geld, um sich diesen Anwalt auch leisten zu können. Der Anwalt hilft mit Unwahrheiten Roxie dabei, der neue Star im Gefängnis und in den Medien zu werden und damit die nun eifersüchtige Velma abzulösen.
Wie vorhergesehen kommt Roxie frei. Doch die Presse interessiert sich nicht mehr für sie, da es jetzt einen neuen und interessanteren Fall gibt. Am Ende werden Velma und Roxie zwei gefeierte Jazz-Sängerinnen und treten zusammen auf.
 
Velma Kelly ist keine Heldin und keine rechtschaffene Frau und trotzdem liebe ich diese Figur. Ich liebe ihr Temperament, ihre feurigen Tänze und manchmal ihr loses Mundwerk. Ich bewundere sie für ihren Überlebenswillen und bemitleide sie, weil sie keinen auf der Welt hat, auf den sie sich verlassen kann. Die einzigen Menschen, denen sie vertraut hat – ihr Mann und ihre Schwester – haben sie betrogen.
Samantha Peo performt in höchster Perfektion diese ambivalente Rolle, die man gleichzeitig liebt und hasst.
Die Musicaldarstellerin Samantha Peo ist seit über 25 Jahren als Musicaldarstellerin erfolgreich („The Wizard Of Oz“, „West Side Story“ und „The Rocky Horror Picture Show“) und man merkt in jeder Szene, dass sie für die Bühne geschaffen ist. Eine großartige Tänzerin mit einer sehr starken und manchmal rauchigen Stimme, die mit ihrem Schauspiel den Wandel der Figur Velma Kelly offenbart. Zunächst wirkt Velma arrogant und hält sich für etwas Besseres, am Ende fleht sie Roxie an, mit ihr zusammen aufzutreten.
 
Mit der Figur Roxie Hart sieht es dagegen ganz anders aus. Ich empfinde keine Sympathien für sie, da sie einen liebenden Ehemann hat und diesen belügt und betrügt. Doch der Musicaldarstellerin Carmen Pretorius, einer der bekanntesten jungen Künstlerinnen Südafrikas („Cabaret“, „Mamma Mia!“ und „Footloose“), gelingt etwas Unmögliches. Trotz meiner anfänglichen Verachtung für diese Lügnerin entwickle ich mit der Zeit eine gewisse Sympathie für die Figur und nehme ihr das naive Mädchen ab, das den Liebhaber ermorden musste.
 
Die Zuschauer werden von ihr genauso um den Finger gewickelt wie die Presse. Die Presse glaubt ihren Lügen, dass sie schwanger sei, ihren Ehemann liebe und eine Klosterschule besucht habe. Mit Hilfe ihres Anwaltes und der Presse schafft es Roxie in die Zeitung („Roxie rocks’ Chicago“) und wird für kurze Zeit zu einem Star. Am Ende erkennt man aber noch einmal, um was es Roxie die ganze Zeit gegangen ist: Publicity, für die sie alles getan hätte. Eine unglaubliche schauspielerische und tänzerische Leistung von Carmen Pretorius – gepaart mit einer hochkarätigen Stimme!
 
Der korrupte und zwielichtige Anwalt Billy Flynn ist eine weitere „Antipathiefigur“ in diesem Musical. Billy Flynn liefert eine hervorragende Persiflage auf das Rechtssystem ohne Gerechtigkeitssinn. Nur Geld und körperliche Zuneigung der Mandantinnen interessieren den arroganten Anwalt, der „seine“ Frauen wie Marionetten behandelt, um selbst im Rampenlicht zu stehen. Die Rolle des skrupellosen Anwaltes ist dem Musicaldarsteller Craig Urbani auf den Leib geschnitten worden. Er überzeugt nicht nur mit seiner Mimik und Gestik, sondern auch mit seiner kraftvollen Stimme.
 
Ein weiteres Highlight auf der Bühne war für mich die Besetzung der Rolle der Mama Morton durch Ilsa Klink. Klink – mit ihrer sehr voluminösen Stimme – interpretiert sehr authentisch die Rolle der korrupten „Mama“ , die den anderen Gefängnisinsassen die Welt im Gefängnis erklärt („When You’re Good to Mama“). Willst du etwas von den anderen, musst du erst einmal was für sie machen.
 
Mitleid und Kopfschütteln, das alles erzeugte der naive Ehemann von Roxie Hart bei mir, der seiner Ehefrau zu viel verzeiht und ihr alles abnimmt. Selbst die Tatsache, dass er schon lange mit seiner Frau nicht geschlafen hat und sie trotzdem schwanger geworden ist, verwundert ihn nicht. Manchmal denkt man als Zuschauer, dass zurecht seine Dummheit von seiner Frau bestraft wurde. Aber Amos Hart hat nur einen Wunsch: Er möchte endlich von jemanden gesehen werden („Mr Cellophane“). Eine zugleich komische und tragische Figur, die sehr gut von Grant Towers gespielt wird.
 
Eines der Gründe, warum ich dieses Musical so sehr liebe, ist die Jazzmusik in dem Musical. Immer wenn ich die Lieder höre, zieht es mich auf die Bühne und ich möchte auch mitgrooven und meinen Sexappeal unter Beweis stellen. Vor allem beim Lied „Cell Block Tango“, in dem jede Insassin gesanglich erklärt, warum sie im Gefängnis gelandet ist, verspüre ich die Energie in jeder kleinen Pore und den Drang dazu, mitzutanzen.  
Das elfköpfige Orchester spielt während des gesamten Musicals AUF der Bühne und wird in die Show eingebunden. Aber man muss dazu auch sagen, dass dieses Orchester berechtigterweise zum Mittelpunkt der Show gehört, denn die Musik und die Musiker sind einfach fantastisch und erinnern an die Big Band der Goldenen Zwanziger. „Roxie“, „When you’re good to Mama“ und das berühmte „All That Jazz“ finden ihren Platz im Musical und entlockten mir viele Jubelschreie an diesem Premierenabend.
 
Die verführerische Choreografie – in schwarzen Kostümen bzw. in schwarzer Unterwäsche – von der Choreografin Ann Reinking, die für ihre Arbeit den Tony- und den Drama Desk Award erhielt, wurde von den Darstellern sehr verführerisch umgesetzt. Vielen wurde im ausverkauften Zuschauersaal bestimmt mehrmals heiß.
 
Das Musical „Chicago“ zeigt, dass man Gesellschaftskritik auch in eine unterhaltende Show, die einen nicht erdrückt, integrieren kann. Unserer Gesellschaft wird ein Spiegel vorgehalten. Nächstenliebe und Loyalität sind nichts mehr wert. Geld und das Streben nach Berühmtheit sind von Bedeutung. Die Schwachen, die nicht über das nötige Kapital verfügen, werden gehängt, denn die Wahrheit ist nicht wichtig. Eine wunderbare Kritik an der Justiz, der Presse und den sozialen Netzwerken, in denen auch mehr Schein als Sein herrscht.
 
Mein Fazit: Das Musical „Chicago“ bietet alles, was ich an einem Musical schätze: talentierte Darsteller, grandiose Stimmen, verführerische Tänze, wilde Jazzmusik, viel Satire und eine Geschichte, die immer aktuell sein wird. Das Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger könnt Ihr noch bis zum 13. Juli 2019 im Admiralspalast live erleben. Danach zieht das Musical nach Linz (16.07. – 04.08.2019 Musiktheater) und München (06.08. – 11.08.2019 Deutsches Theater).
 
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Text © E. Günther
 

Disneys „Der König der Löwen“ als Musical – der Welterfolg in Hamburg

Dieses Jahr bedeutet etwas Großartiges für jeden Disney- und „Der König der Löwen“-Fan, denn im Jahr 1994 kam Disneys Meisterwerk in die Kinos und eroberte vor 25 Jahren die Herzen der kleinen und großen Disneyliebhaber. Wenn man von den Kinoeinnahmen ausgeht, ist es bisher weltweit der kommerziell erfolgreichste klassische Zeichentrickfilm.
 
Aber auch dieses Jahr können wir uns auf etwas ganz Besonderes freuen: „Der König der Löwen“ kommt als Realverfilmung am 17.Juli 2019 in die deutschen Kinos. Der Regisseur hat schon 2016 den Disneyklassiker „Das Dschungelbuch“ als eine düstere Version ins Kino gebracht. Ich werde mir auf jeden Fall auch diese Realverfilmung auf großer Kinoleinwand anschauen.
 
Doch zum 25. Jubiläum von „Der König der Löwen“ wollte ich dieses Jahr auch das weltbekannte Musical von der Theater- und Filmregisseurin Julie Taymo, die 1998 für „Der König der Löwen“ mit dem Tony-Award für die beste Regie und die besten Kostüme ausgezeichnet wurde, in Hamburg besuchen. Und da ich eine Frau der Taten bin, erfüllte ich mir diesen großen Wunsch am Samstag, den 22. Juni 2019.
 
Um 20 Uhr war es endlich soweit und wir tauchten für zwei Stunden lang in die mystische Welt Afrikas, in die Hitze der Savanne, in der Simba, der Sohn des königlichen Löwenpaares Mufasa und Sarabi, geboren und allen Tieren des geweihten Landes von Rafiki präsentiert wird. Doch nicht alle sind bei der Zeremonie anwesend. Mufasas Bruder Scar fehlt, da er auf den Thron und auf Simbas Erbe neidisch ist.
Zeit vergeht und der großzügige und ehrenhafte Mufasa versucht, seinem rebellischen Sohn die Güte und Weisheit eines Königs spielerisch zu vermitteln.
Doch der neugierige Simba hört nicht auf seinen Vater und vertraut dem Falschen, seinem Onkel Scar. Scar und die hinterlistigen Hyänen locken Simba in einen Hinterhalt, was sein Vater Mufasa mit dem Leben bezahlen muss. Da Scar Simba einredet, dass er für den Tod seines Vaters verantwortlich ist, flieht Simba und findet weit weg von seiner Heimat in dem Erdmännchen Timon und dem Warzenschwein Pumbaa neue Freunde und eine neue Heimat.
Doch seinen Wurzeln kann man nie entfliehen und so erkennt Simba nach Jahren mit der Hilfe von Rafiki und seiner Jugendliebe Nala und dem Geist seines Vaters, was seine Bestimmung ist. In dem geweihten Land angekommen muss Simba mit Schrecken feststellen, dass das einst blühende Land durch Scars Herrschaft und der Anwesenheit der Hyänen zu einem trostlosen Ödland geworden ist. Entschlossen fordert Simba seinen Onkel zu einem Kampf um den Thron heraus.
 
Das Broadway-Musical von Elton John und Tim Rice läuft schon seit dem 2. Dezember 2001 in Hamburg und ist noch immer ein Dauerbrenner unter den Musicals in Deutschlands – auch an diesem Abend im ausverkauften Zuschauersaal. Und am 22. Juni 2019 wurde mir klar, warum dieses Musical noch immer ein Zuschauermagnet ist. Über 300 atemberaubende Masken und Requisiten, mehr als 400 farbenfrohe Kostüme erschaffen die Welt des beliebten Disneyfilms auf der Musicalbühne, in der Mensch und Tier durch die besondere Präsentation der Tierfiguren miteinander verschmelzen.
 
Die Änderungen im Vergleich zum Disneyfilm erschienen mir an dem besagten Abend vollkommen zielführend. Die Figur Rafiki ist hier im Gegensatz zum Film weiblich, da die Regisseurin Taymor der Meinung war, dass es im Film keine weibliche Führungsrolle gibt. Bongiwe Malunga, die Rafiki-Darstellerin, dankte es ihr an dem Abend mit ihrer Stimmgewalt und hat dem Zuschauer das geheimnisvolle Afrika und dessen Gebräuche näher gebracht.
 
Cleveland Cathnott verkörperte sehr authentisch den zugleich starken und gütigen König des Geweihten Landes und den sich sorgenden Vater Mufasa. Das ständige Knurren der Figur wirkte an keiner Stelle aufgesetzt und die voluminöse Stimme des Darstellers war schön anzuhören.
 
Zudem hat mich die Besetzung der Simba-Rollen überzeugt. Während Enes den verspielten und naiven jungen Simba glaubhaft verkörperte, spielte Riccardo Haerri sehr authentisch den erwachsenen Simba, der zunächst den leichten Weg geht und seine Identität verleugnet. Da Simba sich seinen Ängsten nicht stellt, kommt es auch zu der folgenden Szene, die im Musical dazu geschrieben wurde: In der Szene „Der Löwe schläft heut Nacht“ fällt Timon in einen Fluss. Simba wird an den Tod seines Vaters erinnert und ist in dieser Szene wie gelähmt. Riccardo Haerri hat mich an dem Abend auch gesanglich sehr stark überzeugt.
 
Sicherlich ist die Figur Scar ein bösartiger und intriganter Antagonist, der nicht einmal vor dem Mord an seinem eigenen Bruder zurückschreckt. Doch Stefan Voigt gelang es, mit der Darstellung der Figur, den Zuschauer bis zur letzten Minute zu fesseln und in den Bann zu ziehen.
 
An dieser Stelle muss ich positiv betonen, dass im Gegensatz zum Disneyfilm die Figur Nala im Musical viel stärker und selbstbewusster präsentiert wird, was sicherlich der stolzen Verkörperung der Figur durch die Darstellerin Gugu Zulu zu verdanken ist. Die Figur wäscht nicht nur ihrer Jugendliebe Simba bei einem Aufeinandertreffen den Kopf, sondern bleibt auch in einer intensiven Szene mit Scar stark.
 
Für die vielen Lacher an diesem Abend sorgten die Figuren, die schon im Disneyfilm unsere Herzen erwärmen: Der Nashornvogel Zazu ist der Haus- und Hofmeister des aktuellen Königs und Simbas glückloser Aufpasser. Zwar ist er seinem König und dessen Familie gegenüber sehr loyal, doch seine tollpatschige Art bringt ihn in viele schwierige und für den Zuschauer lustige Situationen. Großartig von Joachim Benoit gespielt.
 
In seiner schwierigsten Zeit wird Simba von zwei treuen Weggefährten aufgenommen, die ihm zeigen, dass die wichtigste Lebensweisheit im Leben ist: HAKUNA MATATA. Beide Figuren brachten mit ihrer sorgenfreien Art zu leben und ihrem manchmal tollpatschigen Verhalten den Zuschauer nicht nur im Film sehr oft zum Lachen. Tobias Korinth (Timon) und S’Thembiso Keith Mashiane (Pumbaa) machten aus den Figuren auch auf der Musicalbühne zwei Sympathieträger.
 
Neben Scar gibt es drei weitere Antagonisten im „Der König der Löwen“: Die drei hinterhältigen Hyänen Shenzi (Thenjiwe Nofemele), Banzai (Simon Gwala) und Ed (Sean Gerard) helfen Scar dabei, Mufasa zu ermorden und Simba zu vertreiben. An den Reaktionen der Zuschauer in der Pause konnte ich entnehmen, dass die Umsetzung der Szene mit den drei Hyänen in der ersten Hälfte das Publikum mehr als begeistert hat.
 
Die Musik. Was soll ich nur zu dieser wunderschönen und weltbekannten Filmmusik schreiben?! Vielleicht beginne ich von vorn. Für die Lieder engagierte man Elton John, der die Melodien zu den von Tim Rice geschriebenen Texten komponierte. Für die Musik erhielt der Film zwei Oscars: Hans Zimmer für die Beste Filmmusik und das Duo Elton John/Tim Rice für den besten Filmsong für „Can You Feel the Love Tonight.“
 
Der Dirigent Bradley Nyström und die Musiker triumphieren mit ihrer musikalischen Umsetzung im Musical. Die Mischung aus Popmusik von Sir Elton John und authentischen afrikanischen Rhythmen ergreift das Herz jedes Disneyfans. Alle bekannten Lieder („Der ewige Kreis“, „Kann es wirklich Liebe sein?“, „Hakuna Matata“) finden im Musical einen würdigen Platz.
 
Auch die Choreografie von Garth Fagan ist in dem „Der König der Löwen“ einzigartig und wurde zurecht mit dem Tony-Award für die beste Choreografie ausgezeichnet.
 
Mein Fazit: Das Musical „Der König der Löwen“ ist ein audiovisuelles Meisterwerk, das mit seiner grandiosen Musik, seinem Farbenreichtum und seinen wundervollen Darstellern überzeugt! Zurecht begeistert dieses Musical schon seit Jahren Groß und Klein in Hamburg. Auch die dargestellten Themen im Musical werden zu jeder Zeit aktuell sein: Loyalität, Freundschaft, Missgunst, Neid und der ewige Kreis aus Geburt, Tod und Wiedergeburt. Unbedingt besuchen und niemals vergessen: HAKUNA MATATA.
 
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
 
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Text © E. Günther
Fotos © Stage Entertainment

The Band – Back for Good im Stage Theater des Westens

1990 war ein Jahr, das in zahlreichen Frauenherzen für immer etwas verändert hat. 1990 war ein Jahr, das ein Feuer entfachte, das noch heute in den Herzen der weiblichen Fans brennt. 1990 war das Jahr, in dem eine der erfolgreichste Boybands geboren wurde: Take That. Robbie Williams, Mark Owen, Gary Barlow, Howard Donald und Jason Orange – fünf Gründe für viele schlaflose Nächte bei vielen Mädchen, deren Herz von der Band gleich zweimal gebrochen wurde. Im Jahr 1995 stieg Robbie Williams aus und ein Jahr später kam es sogar zur Trennung.
2005 gab es aber eine Reunion und Mark Owen, Gary Barlow und Howard Donald begeistern seitdem Mädchen und Frauen zugleich.
 
Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis die Musik von Take That in einem Musical verewigt wird. Im September 2017 wurde das Musical „The Band“ des britischen Dramaturgen Tim Firth uraufgeführt. Das zur Musik der Band Take That geschriebene Musical begeisterte unzählige Fans auf der Insel und kam im Jahr 2019 endlich auch nach Berlin, in das Stage Theater des Westens.
Am Samstag, den 18. Mai 2019, nahm ich meine Kollegin, den größten Take That-Fan aller Zeiten, ins Musical mit und wir versprachen uns zwei unvergessliche Stunden.
 
Und gleich im Zuschauersaal wurden wir in das Jahr 1993 gebeamt. Ein Videotext (Gibt es so etwas überhaupt noch?) erinnerte daran, was im Jahr 1993 alles passierte: Der Film „Jurassic Park“ lief im Kino, Bill Clinton wurde als US-Präsident vereidigt und in der TOP 40 der Charts war „Pray“ von Take That die neue Nummer 1.
 
Doch in dem Musical „The Band“ geht es nicht um die musikalische und persönliche Entwicklung der Boyband Take That. In dem Musical wird zur Musik der britischen Boyband eine andere Geschichte erzählt:
eine Geschichte von fünf Freundinnen in den 90-iger Jahren, die durch ihre Freundschaft und ihre Liebe zu ihrer Boyband miteinander verbunden sind. Ihre Liebe zur Musik scheint zunächst auch das Einzige zu sein, das diese auf den ersten Blick so unterschiedlichen Charaktere miteinander gemeinsam haben.
 
Debbie ist die optimistische Wortführerin und Organisatorin der fünf Mädchen. Claire ist eine zielstrebige Sportlerin, die mit Turmspringen die Olympischen Spiele gewinnen möchte. Zoe ist die fleißige Streberin, die sich von ihren Büchern mehr verstanden fühlt als von Gleichaltrigen. Heather hat bis jetzt keine Feier und keinen Jungen ausgelassen, eine berühmte Modedesignerin möchte sie werden. Und Rachel möchte einfach nur den richtigen Mann heiraten und eine Familie gründen, dabei soll ihre beste Freundin Debbie ihre Trauzeugin werden.
 
Doch ein schrecklicher Unfall zerstört die Träume der Mädchen und reißt sie auseinander. Nach 25 Jahren treffen die Mädchen, die jetzt erwachsene Frauen mit anderen Problemen geworden sind, wieder aufeinander. Rachel hat nämlich wie früher Debbie an einem Gewinnspiel teilgenommen und Karten für ein Konzert der Boyband ihrer Jugend gewonnen
Gelingt es den fünf, den schrecklichen Unfall vor 25 Jahren aufzuarbeiten und wieder zueinander und zu sich selbst zu finden?
 
Das Musical berührt nicht nur das Herz jedes Take That-Fans, sondern auch das jeder Frau. Wir sehen, wie das Leben, von dem man als Teenager geträumt hat, zerbricht und man als erwachsene Frau viele seiner Träume begraben muss.
Aus den fünf jungen Freundinnen (Maria Arnold als junge Rachel, Ruth Lauer als Debbie, Jara Maria Buczynski als junge Heather, Kristin Heil als junge Claire und Laura Saleh als junge Zoe) sind nun erwachsene Frauen geworden, deren Realität nichts mehr mit ihren Wünschen von einst zu tun hat.
 
Rachel (Silke Geertz) lebt zwar in einer langen Beziehung, doch scheint sie nicht glücklich zu sein. Den Unfall vor 25 Jahren hat sie bis heute nicht verarbeitet und kann deswegen nicht heiraten. Der Unfall hat ein Loch in ihr Herz gebrannt und sie erhofft sich, durch das Treffen mit ihren Schulfreundinnen dieses Loch wieder füllen zu können. Ihr verändertes Verhalten – die Teilnahme an einem Gewinnspiel, die spontane Reise zu einem Konzert in Prag – macht jedoch ihrem langjährigen Partner eine große Angst.
Als Zuschauer nimmt man der Darstellerin ihre inneren Qualen und ihre Zerrissenheit zwischen dem aktuellen und dem früheren Leben ab und kann sich mit ihr sehr gut identifizieren.
 
Auch die Streberin Zoe hat sich verändert. Sie ist nicht nur eine Wissenschaftlerin, sondern auch verheiratet und hat vier Söhne. Doch da ihre Söhne längst studieren, fühlt sie eine innere Leere und weiß nichts mit sich anzufangen. Zoe wird glaubhaft von der Schauspielerin Heike Kloss verkörpert.
Heike Kloss wurde in der RTL-Comedy-Serie „Alles Atze“ als Biene an der Seite von Atze Schröder bekannt. Zudem stand sie in verschiedenen Musicals wie „Cats“ in Hamburg, „Grease“ in Berlin und „Chicago“ in München auf der Bühne.
 
Für eine der größten Überraschungen unter den Freundinnen sorgt Heather. Aus dem Vamp Heather, der jeden Jungen verführte, wurde die Karrierefrau Heather, die mit einer Frau verheiratet ist. Laura Leyh, auch bekannt als Eliza in „My Fair Lady“, macht aus der Figur eine richtige Sympathieträgerin im Erwachsenenalter.
 
Die zweite große Überraschung hält Claire bereit. Aus der zierlichen und nach einer Goldmedaille strebenden Claire wird eine füllige Claire, die nicht nur ihren Traum von der Olympiade, sondern auch sich selbst aufgegeben hat. Grandios von Yvonne Köstler gespielt, die vielen aus den Musicals „Fame“, „Sister Act“ und „Tanz der Vampire“ bekannt ist.
 
Eine wunderschöne und an vielen Stellen herzzerreißende Geschichte über Freundschaft, die nach Jahren wieder aufblüht, und über Träume, die mit der Zeit zerplatzen und neu erfunden werden müssen. Die Frauen im Zuschauersaal, darunter auch meine Begleitung und ich, haben an vielen Stellen schluchzen müssen, denn man findet in dem Musical mindestens eine Figur, mit der man sich identifizieren kann und man muss automatisch die Träume seiner Jugend mit seinem aktuellen Leben vergleichen.
 
Neben der emotionalen Geschichte spielt selbstverständlich auch die Musik von Take That eine wichtige Rolle in dem Musical. Zum Glück werden die beliebten Take That-Lieder im englischen Original gesungen. Von „Never Forget“ bis „Back for Good“ kommen alle bekannten Lieder vor.
Obwohl das Logo der Musical-Band mit den beiden umgekehrten, aufeinander gestapelten Ts auf der Bühne auf die Band Take That verweist, hat die Band in dem Musical keinen Namen. Dadurch wird der Geschichte der fünf Freundinnen mehr Platz eingeräumt.
 
Auch die Band in dem Musical besteht aus fünf talentierten und charismatischen jungen Männern: Der Bekannteste unter ihnen ist sicherlich Prince Damien, der im Jahr 2016 die Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ gewonnen hat und aktuell als Vocalcoach bei DSDS arbeitet.
Auch Sario Solomon kennt man aus einer Castingshow. Sario Solomon gewann 2017 die TV-Talent-Show „Let It Shine“ von Gary Barlow.
Den dritten Sänger, Helge Mark Lodder, habe ich bereits im Kinder-Musical „Die Schneekönigin“ im Wintergarten Berlin live erleben dürfen. Taddeo Pellegrini kennen viele aus den Musicals „Aladdin“ und „West Side Story“. Der fünfte in der Band ist Alex Charles, von dem ich hoffe, noch mehr zu sehen.
 
Zusammen mit der sechsköpfigen Live-Band unter der Leitung von Shay Cohen lassen die fünf oben genannten Sänger die Zuschauerinnen im Saal wieder zu rot werdenden Teenagern werden, die bei jedem Lied begeistert mitsingen und ihre Textsicherheit demonstrieren. Die Songs werden von den fünf sehr gut live dargeboten, obwohl es die Geschichte verlangt, dass sie eher im Hintergrund agieren. Sie kommen aus dem Mobiliar im Jungmädchenschlafzimmer oder dem Schulspind. Auch als Brunnenfiguren oder als Flughafenpersonal treten sie auf und zeigen, dass sie noch immer ein fester Bestandteil im Leben der vier Frauen geblieben sind. Doch im Gegensatz zu den Frauen sind die Mitglieder der Boyband nicht älter geworden.
 
Mein Fazit: Das Musical „The Band“ hat mein Herz berührt. Die Geschichte und deren Figuren, die wunderbar besetzt wurden, lässt mich daran erinnern, wie vergänglich das Leben ist und wie wichtig loyale und gute Freundinnen sind. Wir müssen an ihnen festhalten und dürfen es nicht zulassen, dass der Alltag sie aus unserem Leben reißt. „The Band“ hat aber an dem Abend auch sehr viele Take That-Fans glücklich gemacht, denn alle Evergreens kommen vor – ohne dass die Musicaldarsteller die Band Take That kopieren möchten. Ein sehr schönes Musical, das noch bis zum 15. September 2019 im Stage Theater des Westens spielt und im Oktober 2019 ans Deutsche Theater in München wechselt.
 
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Text © E. Günther
Fotos © Stage Entertainment

Die kulturellen Highlights im Sommer 2019: Chicago, West Side Story und STAR DUST – From Bach to Bowie in Berlin

Im kulturellen Vergleich muss sich die Hauptstadt Berlin nicht mehr hinter New York und London verstecken, denn schon längst kommen die internationalen Shows und die erfolgreichsten Interpreten auf ihren Tourneen nach Berlin – und das oft mehrmals. Auch der Sommer 2019 verspricht wieder, zumindest in kultureller Hinsicht, richtig heiß zu werden. Im Folgenden stellen ich Euch daher meine persönlichen kulturellen Highlights im Sommer 2019 genauer vor:
Chicago, West Side Story und STAR DUST – From Bach to Bowie.
 
„Chicago“ im Admiralspalast (3. bis 13. Juli 2019):
Ich gehöre zu den größten Fans des Original Broadway-Musicals „Chicago“ und habe sowohl schon einmal das Musical als auch die berühmte Verfilmung im Jahr 2002 gesehen. „All That Jazz“ im englischsprachigen Original – das werde ich mir im Juli 2019 nicht entgehen lassen!
 
„West Side Story“ in der Staatsoper Unter den Linden (06. bis 14. Juli 2019):
Der Tanzfilm aus dem Jahr 1961, in dem rivalisierende Gangs um ihre Ehre und Liebe tanzen, ist wieder in aller Munde. Steven Spielberg will diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2020 wieder ins Kino bringen und im Juli 2019 kommt die preisgekrönte Inszenierung von Joey McKneely nach fünfzehnmonatiger ausverkaufter Welttournee auch endlich nach Berlin. Darauf freue ich mich jetzt schon!
 
„STAR DUST – From Bach to Bowie“ in der Komischen Oper Berlin (09. bis 14. Juli 2019):
Die angesagte amerikanische Tanzcompany Complexions Contemporary Ballet ist im Juli 2019 auf Tournee in Deutschland und kommt auch nach Berlin. Die Show „STAR DUST – From Bach to Bowie“ ist eine Hommage an die Pop-Ikone David Bowie und begeistert weltweit mit ihrem Mix aus Klassik, Ballett und Pop. Eine sehr vielversprechende Veranstaltung!
 
Weitere Informationen:
© E. Günther
 

Das Broadway-Musical „Mary Poppins“ im Stage Theater an der Elbe – Supercalifragilisticexpialigetisches Erlebnis in Hamburg

„Alles was wir wollen, kann passieren.“ Und ich kann noch immer nicht glauben, was am Samstag, den 9. März 2019, passiert ist.
An dem Tag zuvor bin ich extra aus Berlin nach Hamburg gekommen, um das Musical „Mary Poppins“, das Musical über das berühmteste Kindermädchen der Welt, im Stage Theater an der Elbe zu besuchen. Und eins darf ich Euch schon vorweg verraten: Ich hatte ein magisches Erlebnis!
 
Das Musical basiert auf den Geschichten von P. L. Travers und dem gleichnamigen Disney-Film von 1964, der mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde und in dem uns Julie Andrews von einer besseren und bunteren Welt träumen lässt.
 
Wer diese wundervolle Geschichte noch immer nicht kennt, der muss diese Lücke so schnell wie möglich schließen. In „Mary Poppins“ lernen wir das Londoner Ehepaar Banks kennen, das zwei Kinder hat: Michael und Jane. Für die beiden suchen die Eltern das perfekte Kindermädchen, da das letzte Kindermädchen vor den Kindern geflohen ist. Aber bekanntlich kommt alles Gute von oben und so schwebt eines Tages das Kindermädchen Mary Poppins in das Leben der Familie Banks und bringt mit ihren unkonventionellen Erziehungsmethoden das durchstrukturierte Leben der Familie durcheinander.
 
Am 9. März 2019 haben sich bestimmt sehr viele Menschen im Zuschauersaal des Stage Theaters an der Elbe verliebt und zwar in die Hauptdarstellerin Elisabeth Hübert. Zum ersten Mal sah ich Hübert in der Sat.1-Castingshow „Ich Tarzan, Du Jane“, in der sie natürlich die Hauptrolle in dem Musical „Tarzan“ gewonnen hatte. Seit diesem Tag träumte ich davon diese charismatische Musicaldarstellerin einmal live erleben zu dürfen. Und meine Erwartungen wurden in dem Musical „Mary Poppins“ sogar übertroffen.
 
Die zauberhafte Nanny Poppins bringt Farbe und Magie in den grauen und durchgeplanten Alltag der Familie Banks und zeigt, dass man bei Kindern mit Liebe und Charme viel mehr als mit Strenge erreichen kann. Nichts kann das Kindermädchen aus der Ruhe bringen und sie tanzt und singt sich mit ihrer geduldigen Art zuerst in das Herz der Kinder, dann der Mutter und anschließend in das Herz des Familienoberhauptes.
Diese Rolle beherrschte Elisabeth Hübert mit ihrem charmanten Lächeln meisterhaft und fesselte von der ersten Minute an mit ihrem schauspielerischen und gesanglichen Talent das Publikum. Nicht nur Mary Poppins, sondern auch die Hauptdarstellerin war für mich „völlig ohne Fehler“.
 
Doch wenn Mary Poppins mit Tieren spricht und Statuen tanzen lässt, bekommt sie meistens Unterstützung von ihrem guten Bekannten Bert, der genauso wie sie an Magie glaubt und der die personifizierte Lebensfreude ist. Diese Rolle wurde grandios von Tobias Joch verkörpert, der mich mit seinem Gesang und Tanz den legendären Dick Van Dyke vergessen ließ.
 
Genauso wie die beiden Hauptdarsteller war auch die Besetzung der Rollen der Eltern ein Volltreffer.
Der Vater George Banks hat für seine Ehefrau Winifred und vor allem für die beiden Kinder keine Zeit. Erfolg und Disziplin stehen für ihn an erster Stelle. Wer brauchst da schon Liebe und Zärtlichkeit? Dies alles hat ihm sein Kindermädchen Miss Andrew beigebracht und blinden Gehorsam erwartet er auch von seinen beiden Kindern. Doch, dass alles nur eine Maske ist, hinter der sich der strenge Vater versteckt, erkennt der Zuschauer schon bald. Livio Cecini spielt sehr authentisch diese Rolle und macht sehr schnell aus dieser auf den ersten Blick abstoßenden Figur einen Symphatieträger.
 
Auch Julia Lißel hat mich in ihrer Rolle der Winifred Banks unglaublich begeistert. Winifred Banks war eine begeisterte Schauspielerin und hat alles für die Familie aufgegeben. Doch ihr Mann weiß dies alles nicht zu schätzen und will, dass seine Frau sich gesellschaftlichen Aufgaben widmet. Aber Winifred fühlt sich bei diesen oberflächlichen Menschen nicht wohl und sehnt sich nach mehr Zeit mit ihrem Mann und ihren Kindern. Mir hat es sehr gefallen, wie Julia Lißel die Rolle der herzlichen, aber einsamen Winifred gesanglich und schauspielerisch gefüllt hat.
 
Die beiden Kinder Jane und Michael Banks haben mit ihrer rebellischen Art bis jetzt jedes Kindermädchen vergrault. Doch in Mary Poppins finden sie ihre Meisterin. Sie zeigt ihnen nicht nur, wie schön und bunt die Welt sein kann, sondern schenkt ihnen das, was ihnen am meisten fehlt: Zeit. Die Kinder Greta und Ben waren in ihren Rollen sehr überzeugend.
 
Das Musical „Mary Poppins“ war bis in die kleinste Rolle hervorragend besetzt. Kaatje Dierks hat mich in ihrer Rolle der Vogelfrau berührt und hat mit ihrem Gesang für meinen persönlichen Gänsehautmoment gesorgt.
Zwar stellt das autoritäre Kindermädchen Miss Andrew einen Gegenentwurf zu der liebenswerten Mary Poppins dar, doch die Darstellerin Maaike Schuurmans war in ihrer Rolle genauso brillant wie die Hauptdarstellerin – hervorragend gesungen und geschauspielert.
 
Die Musik und die einzigartigen Songs von Richard M. Sherman und Robert B. Sherman wurden auf der Bühne perfekt umgesetzt und die berühmten Lieder „Chim Chim Cheree“ oder 
„Supercalifragilisticexpialigetisch“ durften natürlich nicht fehlen. Die darauffolgenden Tage hatte ich Ohrwürmer und tanzte begeistert durch die Zimmer.
 
Die Darsteller haben mich nicht nur schauspielerisch, sondern auch gesanglich und tänzerisch auf der ganzen Linie überzeugt. Eine meisterhafte Leistung, wenn man bedenkt, wie schwer manche Liedtexte zu merken sind – und das, wenn man noch fast zwei Stunden lang so enthusiastisch tanzt wie der gesamte Cast.
 
Mein Fazit: Die Geschichte der Mary Poppins bleibt für immer zeitlos schön, denn jeder von uns sehnt sich nach Magie und Liebe. Die Umsetzung in dem Musical war für mich wie ein großer Löffel Zucker, süß und an dunklen Tagen wohltuend. In dem Musical stimmte für mich einfach alles. Alle Darsteller – allen voran Elisabeth Hübert – waren in ihren Rollen bezaubernd. Die Musik und die Tänze zauberten mir über zwei Stunden lang ein Lächeln ins Gesicht. Das bunte Bühnenbild rundete das Ganze ab und sorgte dafür, dass man dieses Musical nicht so schnell vergisst. Zurecht gab es viel Szenenapplaus und Standing Ovations am Ende. „Mary Poppins“ ist ein Must-See in Hamburg und läuft noch bis zum 18. August 2019 im Stage Theater an der Elbe.
 
Weitere Informationen zum Musical:

Gewinnspiel: 1×2 Karten für das Konzert „Fortenbacher singt Streisand“ im Wintergarten Berlin

Heutzutage klingen so viele Lieder gleich, doch es gibt sie noch immer: musikalische Evergreens und deren legendäre Interpreten. Dazu gehört auch die Sängerin Barbara Streisand, die mit weltweit über 145 Mio. verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Sängerinnen weltweit gehört und deren Lieder wie „Woman in Love“ und „The Way we were“ noch immer Millionen Menschen begeistern.
 
Nur die wenigen sind in der Lage, ihre großartigen Lieder zu singen. Carolin Fortenbacher traut sich das zum Glück, denn sie hat nicht nur musikalisches Talent, sondern ist auch sehr charismatisch. Fortenbacher, eine deutsche Sängerin und Schauspielerin, wurde durch das ABBA-Musical „Mamma Mia!“ bekannt, in dem sie von 2002 bis 2007 die Hauptdarstellerin am Hamburger Operettenhaus spielte.
 
Seit September 2018 läuft ihr neues Programm, „Fortenbacher singt Streisand“, erfolgreich im Hamburger Schmidt Theater, und im Januar 2019 erschien das Live-Album. Und nun kommt die Ausnahmesängerin am 11. Februar 2019 in den Wintergarten Berlin und performt in dem edlen Wintergarten Barbara Streisands berühmte Lieder.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Karten für das Konzert „Fortenbacher singt Streisand“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Karten für das Konzert „Fortenbacher singt Streisand“
Wo? Wintergarten Berlin, Potsdamer Straße 96, 10785 Berlin
Wann? Montag, den 11. Februar 2019, um 20 Uhr
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 22. Januar 2019, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
© E. Günther
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Zimt & Zauber im Wintergarten Berlin: Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist

Jetzt seid bitte ehrlich: Wie oft habt Ihr in den letzten Tagen auf die Uhr geschaut? Bestimmt unzählige Male! Die Plätzchen mussten schließlich rechtzeitig aus dem Ofen geholt werden, die Geschenke mussten besorgt werden und dann habt Ihr bestimmt wieder ungeduldig darauf gewartet, dass Eure Gäste kommen – und wieder gehen.
 
In unserer schnelllebigen Gesellschaft schauen wir ständig auf die Uhr, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein. Der Wintergarten Berlin geht aber wieder mit der ZEIT und würdigt mit einem Berliner Weihnachtsmärchen dem wichtigsten Gegenstand unserer Gesellschaft: die Uhr (egal in welcher Form).
 
Unter der Regie von Sammy Tavalis und Fabian Gröger bringt der Wintergarten Berlin wie jedes Jahr im Winter in Zusammenarbeit mit dem CABUWAZI-Springling Kinderzirkus und den 29. Berliner Märchentagen – im der beliebten Veranstaltungsreihe „Zimt & Zauber“ – eine märchenhafte Show auf die Bühne, die die großen und kleinen Kinder erfreuen wird.
 
Im Jahr 2016 besuchte ich die Show „Die Schneekönigin…und die Suche nach dem kleinen Glück“, im Jahr 2017 die Show „Die kleine Meerjungfrau“ und am Sonntag, den 23. Dezember 2018 die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“.
 
Das Foyer war wieder sehr weihnachtlich geschmückt und bot alle möglichen Leckereien an: Bagels, Popcorn, Brezel, Muffins und Quarkbällchen, von denen wir vor der Show erst einmal drei Stück für 2 € aßen. Auch die Speisekarte im Saal war auf die Wünsche der kleinen Gäste abgestimmt: So konnte man das Nudelgericht „Pippi Langstrumpf“ oder die Bouletten „ Anna und Elsa“ bestellen. Wir orderten als Hauptgang das Krümmelmonster (kleines Kalbsschnitzel mit Pommes) für 7,50 € und als Dessert „Biene Maja“ (Eierkuchen mit Waldbeerenfüllung und Vanillesauce) für 4 €. Beide Gerichte waren hervorragend zubereitet und so konnten wir, zwei niemals erwachsen werdenden Naschkatzen, der Show um 14 Uhr noch begeisterter folgen.
 
Die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ handelt davon, dass sich weltweit die Uhren nicht von den Menschen geschätzt fühlen und in Streik treten. Jede Uhr verstellt ihre Uhrzeit und keiner weiß am Ende, wie spät es ist. Katastrophen sind hier natürlich vorprogrammiert: In Restaurants wird das Essen angebrannt, die Sonne und der Mond erscheinen zusammen am Himmel und zu allem Überfluss steht der Silvester-Countdown vor der Tür. Als die Uhren ihren begangenen Fehler bemerken, ist es schon zu spät, denn keine Uhr kennt die richtige Uhrzeit. Ein Wettlauf um die Zeit beginnt…
 
Die Hauptdarsteller – Leon Düvel als der gewissenhafte Uhren-Anführer Wasserdicht, Ulli Lohr als der etwas verpeilte, aber sehr loyale Alte Wecker, die coole und die breakdancende Digitaluhr (Mitlied der Battle Beasts) und die herzlichen Uhren, die Frau Stunde und die Frau Minute (von Camilla Elisabeth Bergmann und von Natascha Fiedler verkörpert), verzauberten uns sowohl als Darsteller/innen als auch Sänger/innen.
 
Doch die Show lebt vor allem von ihren bezaubernden Artisten/Artistinnen: Die sehr jungen Artisten//Artistinnen vom Kinderzirkus CABUWAZI-Springling verdrehten auch dieses Jahr mit ihrem Programm (bestehend aus Seilspringen, Luftakrobatik und Hand-in-Hand-Performance) dem Zuschauer den Kopf, und das in diesem Alter.
Meine Lieblingsszene war der akrobatische „Wettstreit“ zwischen der Sonne und dem Mond, begleitet von den Sternen. Eine wahrlich zauberhafte Szene!
 
Wie letztes Jahr lautet mein Fazit daher auch dieses Jahr: Die märchenhafte Wintershow zaubert einem wie immer mit der interessanten Geschichte, der schönen Musik und den begabten Darstellern/Darstellerinnen und Artisten//Artistinnen ein Lächeln ins Gesicht. Am besten die Show mit der gesamten Familie besuchen! „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ läuft noch bis zum 20. Januar 2019 im Wintergarten Berlin.
 
Preise:
Kinder: ab 14,00 Euro
Erwachsene: ab 19,00 Euro
Familienticket: 4 Personen ab 14,00 Euro p.P.
 
Weitere Informationen:
 
Kontakt: Wintergarten Berlin
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
Text und Fotos © E. Günther

Gewinnspiel: 1×2 Karten für „Oh Dio Mio“ – die italienische Dinnershow im Queens 45 BC

Wie viele von Euch wissen, bin ich ein sehr großer Fan der italienischen Kultur. Ich liebe einfach Italien, die Menschen, die italienische Musik und natürlich das italienische Essen. Es musste also eine himmlische Fügung sein, dass ich am Freitag, den 29. Dezember 2017, die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ besuchen konnte, denn hier wird alles, was ich an Italien liebe, in einer Show vereint.

Um 18 Uhr, eine Stunde vor Showbeginn, wurden wir von einer freundlichen Servicekraft mit einer Fliege zu der schön gedeckten Tafel geführt. Die Vorspeise, eine gegrillte Gemüse-Variation an Rucola-Salat, stand schon für jeden Gast bereit.
Nach der ersten Stärkung setzten wir uns mit der Abfolge des mediterranen Showmenüs des Chefkochs „Signore Matteo“ auseinander: In der Pause sollte es den Hauptgang, Pasta Duo (Penne Bolognese und Ricotta-Spinat Ravioli), geben. Nach der Show würden wir das Dessert Trio (Panna Cotta al Limone mit Mini-Cannolo und Praline) serviert bekommen.
Kurz vor der Show kam Claudio Maniscalco, der Ideengeber für die Show und der Texter der Showsongs, auf die Bühne, begrüßte das Publikum und stimmte es auf die Show ein.
 
„Oh Dio Mio“ handelt von dem Pfarrer Paolo, der aus dem Vatikan verbannt und in das kleine Dorf Monte Pellegrino strafversetzt wurde, weil er die vatikanischen Regeln nicht konsequent umsetzte. Dort begegnet Paolo Peppina seiner Jugendliebe, die einst sein Herz verschmäht hat und ihn aber jetzt zurückhaben möchte. Wird es ihr gelingen, das Herz des Pfarrers zu erobern? Und welche Rolle spielt dabei das Ehepaar Giuseppe und Isabella?
 
Es war eine höchst amüsante Show mit überzeugenden Darstellern, einem gut zubereiteten mediterranen Essen, schönen Stimmen und passender Livemusik. Meine Lachmuskeln und mein Gaumen wurden ausreichend verwöhnt. Der Eintritt zur Show inklusive einem Drei-Gänge-Menü kostet normalerweise 49 Euro.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Eintrittskarten für die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Eintrittskarten für die italienische Dinnershow „Oh Dio Mio“ (Dinner UND Show)
Wo? Queens 45 BC, Königin-Elisabeth-Strasse 45, 14059 Berlin
Wann? Freitag, den 28. Dezember 2018, um 19.30 Uhr
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 25. Dezember 2018, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
 
 
© E. Günther

Flashdance – What A Feeling! im Admiralspalast Berlin

„[…] Take your passion
And make it happen […]“
 
Das Lied „What A Feeling!“ von Irene Cara, der Titelsong zum Tanzfilm „Flashdance“, wurde nicht nur mit einem Oscar ausgezeichnet, sondern ist bis heute ein Klassiker.
35 Jahre nach der Kinopremiere im Jahre 1983 kommt mit „Flashdance“ der Disco-Klassiker der 80er-Jahre, der neben „Dirty Dancing“, „Footloose“ und „Fame“ Millionen von Jugendlichen zum Tanzen brachte und auch die späteren Generationen prägte, auf seiner Deutschlandtournee endlich nach Berlin (Admiralspalast).
 
Am Samstag, den 15. Dezember 2018, ging auch ich mit einer Dauerwelle und viel Tanzbegeisterung im Herzen in den Admiralspalast und konnte es kaum erwarten, die Bühnenadaption des Films von Adrian Lyne – unter der Regie von Anders Albien – mit Songs von Produzent Giorgio Moroder und Keith Forsey zu erleben.
Der Sänger und Songschreiber Tom Hadley und der Filmregisseur Robert Cary verfassten das Buch zu dem Musical „Flashdance“, Robbie Roth war für die ergänzend komponierte Musik verantwortlich.
 
Wer jedoch einen der größten Tanzfilme der Filmgeschichte bis heute noch nicht geschaut hat, dem sei an dieser Stelle die Handlung des Kultfilms erzählt:
Alexandra „Alex“ Owens hat große Träume: Während sie tagsüber als Schweißerin arbeitet, tanzt sie nachts in einem Club und träumt von einer großen Karriere als Tänzerin. Dafür muss sie aber eine klassische Tanzausbildung an der Shipley Tanzakademie in Pittsburgh absolvieren, was für sie, eine Arbeiterin aus der Mittelschicht, unmöglich erscheint.
Als ob sie nicht schon genug Probleme hätte, geht sie mit ihrem Chef Nick eine Liebesbeziehung voller Stolpersteine und Missverständnisse ein und muss ihre Freundin Gloria aus einer unglücklichen Lage retten. Schafft es Alex trotzdem, ihren großen Traum zu verwirklichen?
 
Es gibt im Filmgeschäft DIE Filmrollen, die mit einer bestimmten Schauspielerin/ einem bestimmten Schauspieler verbunden sind, die es unmöglich machen, diese Rolle mit einer anderen Darstellerin/einem anderen Darsteller zu besetzen. Diese Sorge hatte ich auch bei der Figur Alex, die im Film großartig von Jennifer Beals gespielt wird. Doch zum Glück wurde ich im Musical „Flashdance“ eines Besseren belehrt.
 
Hannah Leser wird in dem Musical zur Figur Alex und lässt einen vergessen, dass diese Rolle im Film von jemand Anderen verkörpert wurde. Die Musicaldarstellerin Hannah Leser zeigt das ganze Spektrum einer sehr guten Musicaldarstellerin: Sie spielt sehr glaubhaft die auf den ersten Blick selbstbewusste und ihre Freiheit liebende Alex, die ihren Prinzipien treu bleiben und alles alleine schaffen will, doch im Grunde ihres Herzens zerbrechlich ist und von Selbstzweifeln geplagt wird. Hannah Leaser legt ihre ganze Seele in ihre leidenschaftlichen und kraftvollen Tanzszenen und den starken Gesang. Eine großartige Leistung!
 
Zunächst war ich bei der Besetzung der Figur des Nick Hurley durch Sasha Di Capri sehr skeptisch. Schließlich sah der Musicaldarsteller der Filmfigur gar nicht ähnlich, doch meine Skepsis legte sich gleich in der ersten Minute, als ich den Musicaldarsteller in seiner Rolle überzeugend agieren und mit seiner rockigen Stimme habe singen hören.
Sasha Di Capri stellte authentisch Nick Hurley dar, der trotz seines Reichtums auch mit Problemen zu kämpfen hat. So muss er sich immer wieder für sein Familienerbe entschuldigen, seine Menschlichkeit beweisen und fast täglich um seine Liebe zu Alex kämpfen. Doch Sasha Di Capri ist nicht nur eine Augenweide, die die weiblichen Zuschauer in einer bestimmten Szene zum Kreischen brachte, sondern auch ein sehr überzeugender Darsteller und Sänger.
 
Zu den hellsten Sternen an dem gestrigen Abend gehörte für mich Ann Sophie Dürmeyer, die im Jahr 2015 am Eurovision Song Contest teilgenommen hatte. Ann Sophie Dürmeyer übernimmt die Rolle der Gloria, Alex‘ bester Freundin, und zeigt, dass Frauen zu jeder Zeit sexuell ausgebeutet wurden. Genauso wie Alex träumt auch sie von einer Karriere als Tänzerin, doch vertraut sie dem falschen Mann und landet schließlich in einem Stripclub, wo sie mit Kokain gefügig gemacht wird.
Sophie Dürmeyer beweist eine enorme Bühnenpräsenz und bringt den Zuschauer mit ihrer herzzerreißenden Interpretation des Liedes „Gloria“ von Laura Branigan zum Weinen. Am Ende sang sie zudem voller Inbrunst den Klassiker „What A Feeling“ – ein Gänsehautmoment.
 
Weiterhin hat mich an dem gestrigen Abend der Musicaldarsteller Konstantin Busack in seiner Rolle des Jimmy begeistert. Jimmy träumt davon, ein berühmter Komiker zu werden, doch leider fehlt ihm das nötige Talent dazu. In seinem beruflichen Eifer stößt er seine Liebe Gloria von sich und treibt sie in die Hände des skrupellosen C.C. Zuerst dachte ich, dass die Rolle Jimmy nur dafür da ist, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen, doch dann sang der Musicaldarsteller und stellte auch gesanglich sein Talent unter Beweis.
 
Auch weitere Darsteller waren in ihren Rollen ein echter Gewinn für die Musicaladaption: Gitte Haenning wickelt mit ihrer herzhaften Darstellung von Hannahs Mentorin die Zuschauer um den Finger. Michael Sattler bringt mit seiner Rolle des Antagonisten C.C., der die naive Gloria ausnutzt, das Publikum gegen sich auf.
 
Die Musik im Musical war genauso mitreißend wie im Film. Die sechsköpfige Live-Band mit ihrem Dirigenten Damian Omansen interpretierte live die bekannten Hits des Films, darunter „What A Feeling“, „Maniac“ und „Gloria“. Die Choreographien (Jennie Widegren) – Modern Dance, Arebok, Ballett etc.- rissen jeden Filmfan von seinem Stuhl. Auch das Bühnenbild (Andreas Bini) mit blitzschnellem Bühnenwechsel und der LED-Technik war hervorragend konzipiert
 
An dem Film bemängelten einige Filmkritiker, dass er zu wenig Handlung biete, doch dem muss ich nach dem Besuch des Musicals erneut widersprechen, denn es werden sehr viele wichtige Themen im Leben angesprochen: Liebe, Freundschaft, Loyalität, Hingabe, ein falsches Frauenbild, die Überwindung der gesellschaftlichen Hindernisse und die Tatsache, dass man immer an seine Träume glauben muss.
 
Mein Fazit: What A Feeling! Egal, ob Ihr den Film gesehen habt oder nicht, das Musical wird euch von den Socken hauen, denn hier stimmt einfach alles: der Cast, die Lieder und die Choreografie. Am Ende sprang ich auf und tanzte begeistert. Bis zum 23 Dezember 2018 läuft das Musical „Flashdance“ noch im Admiralspalast Berlin.
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
Text © E. Günther