WOODSTOCK VARIETY SHOW – Festival Hits & Acrobatics – Love, Peace and Happiness im Wintergarten Berlin​ –

Im Jahr 1969 fand das Woodstock-Festival statt und noch heute, 50 Jahre danach, inspiriert es zahlreiche Musiker und ermutigt Jugendliche in ihrem Kampf gegen Krieg und Ungerechtigkeit. Damals trafen sich für drei Tage 400.000 zumeist junge Menschen, um gemeinsam die einzigartige Live-Musik von Janis Joplin, Jimi Hendrix, The Who und vieler anderer zu feiern, aber auch um eine deutliche Message gegen den Vietnam-Krieg zu setzen.

Auf dem Festival entstand zudem der mit einem Oscar ausgezeichnete Film „Woodstock“, der noch immer zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmen zählt und den legendären Spirit des Festivals in die ganze Welt transportiert hat. Zum 50-jährigen Jubiläum des Mythos Woodstock veranstaltet der Wintergarten Berlin die musikalische Akrobatikshow „WOODSTOCK VARIETY SHOW – Festival Hits & Acrobatics“, die wir am Samstag, den 30. August 2019, besucht hatten.

Um 20 Uhr ging der Vorhang auf und anwesende Hardcore-Fans der Woodstock-Musik von Santana, Janis Joplin, Joe Cocker und Jimi Hendrix und Gäste, die nur durch Erzählungen und Filmaufnahmen das Festival kennen, bekamen in dem wie fast wie immer ausverkauften Wintergarten Berlin eine explosive Show geboten.

Für mich stand jedoch die Show auch unter einem persönlichen Motto: „Wiedersehen mit alten Bekannten“, denn die fünf Sänger der Show kannte (und liebte) ich bereits von anderen Shows: Die Sängerin Achan Malonda überzeugte mich mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrer starken Bühnenpräsenz bereits in dem Musical „Affe“. Henriettes charismatische Art und ihre facettenreiche Stimme fiel mir schon in dem Musical „The Addams Family“ und in der Wintergarten-Show „Take it easy“ positiv auf. Auch in dieser Show war die durch ihren Aufenthalt in Nashville beflügelte
Henriette Schreiner​ eine Bereicherung.

Zu unserer großen Freude stand genauso wie bei den Shows „Take it Easy“ und „Staunen“ wieder der großartige und unverwechselbare Crsto​ (Christopher Ciraulo) auf der Bühne des Wintergarten Berlin. Wir freuen uns jedes Mal wie kleine Kinder, wenn wir ihn auf der Bühne erleben dürfen, denn Crsto ist unser persönlicher „the greatest showman on earth“. Eine beeindruckende Stimme, die jedes Lied auf eine eigene – wunderschöne – Art und Weise interpretieren kann und ein enormes Talent, das Publikum zu unterhalten.
Besonders gefreut hat es mich diesmal, dass der Sänger Jez Green​ nicht wie bei anderen Shows im Hintergrund agierte, sondern diesmal ins Zentrum gerückt wurde. Seine rauchige Stimme und seine Liebe für die Bühne gehören für mich einfach in den Vordergrund jeder Show.

Woodstock bedeutet für mich das Streben nach Freiheit, das in einer guten Rockmusik ausgedrückt wird. Und kein anderer kann das für mich so gut verkörpern wie der Sänger Max Buskohl​, der schon mit Paul McCartney und Bono auf der Bühne stand. Zwar war das für Buskohl die erste Show im Wintergarten Berlin, doch verfolge ich seine musikalische Karriere schon seit dem Jahr 2007, als er einem großen TV-Publikum bekannt wurde. Auch diesmal war die Rockstimme mit der Gitarre abgefahren gut.

Wer schon häufiger im Wintergarten war, der weiß, dass die Musik in den Shows oft eine dienende Funktion für die Akrobatikprogrammpunkte übernimmt. Während die weltbesten Artisten auftreten, singen begnadete Sänger an der Seite der Akrobaten. Doch genauso wie bei der Show „Relax!“ war auch diesmal das Konzept ein wenig anders. Die sehr talentierten Musiker begleiteten zwar auch diesmal die einzelnen Akrobaten musikalisch, doch gaben sie in dieser Show auch eine Art eigenständiges Konzert, das von dem Publikum mit begeisterten Jubelstürmen honoriert wurde.

Von Beginn an konnten die Sänger und die furiose Live-Band Chill Factor Berlin​ (Jan Stolterfoht an der Gitarre, Otto Block am Schlagzeug, der Bass-Gitarrist Lexa Schäfer, Sebastian Düwelt am Keyboard und der oben erwähnte Sänger Jez Green am Keyboard) die Zuschauer begeistern und zum Singen und Klatschen animieren.
Die Filmausschnitte von dem Woodstock-Festival im Hintergrund taten ihr Übriges, um uns endgültig in die Zeit des Festivals zu versetzen.

Doch eine Show im Wintergarten lebt nicht nur von ihren Sängern und Musikern, sondern brilliert auch durch ihre talentierten und international bekannten Akrobaten. Eröffnet wurde die Show durch den Akrobaten Fleeky (Fleeky Flanco), der uns zum Lied „Voodoo Child“ zeigte, wie man seinen Körper unmenschlich und dennoch leicht verbiegen kann. Dabei gab es keinen Gegenstand, in den der Kontorsion-Künstler nicht hineinkriechen konnte. Mit seiner wilden und leicht verrückten Art passte der Künstler perfekt zur Woodstock-Show.

Zu meinen Highlights an dem Abend gehörten zwei Showpaare: Diego und Elena präsentierten uns an den Stapaten einen schnellen Kleiderwechsel in der Luft und voller magischer Momente. Am Ende sorgte das Paar für eine Überraschung in seinem Showprogramm und stand anschließend in Weiß auf der Bühne. „Reason to Believe“ – ein wunderschönes Lied, um diese liebevolle Performance zu begleiten.
Dass eine Beziehung nicht nur gefühlvoll, sondern auch leidenschaftlich sein kann, bewies uns das Artistenpaar Waz’O​ am Trapez. Marie-Christine Fournier und Louis-David Simoneau demonstrierten die Höhen und Tiefen einer Beziehung und die Distanz und Annäherung zwischen zwei Liebenden – und das in einem sehr schwungvollen Showprogramm.

Für zugleich ruhige und mystische Momente in der Show sorgte Simone Al Ani​, der seine Ringe und Kugeln zu etwas Besonderem verwandelte und ihnen Leben einhauchte. Für einen Moment vergaßen die Zuschauer ihre Sorgen und den Alltag. Zum Lied „As tears go by“ belegte der Künstler mein Motto: Mit Gelassenheit und Harmonie kann man man die Herzen der Menschen erreichen.

Aber eine Show kann natürlich nicht ohne temperamentvolle Programmpunkte existieren und davon hat der aus einer berühmten russischen Zirkusfamilie stammende Victor Krachinov (Krachinov Roslyakov Victor​) mehr als genug. Der fröhliche Wirbelwind zauberte mit seiner Jonglage jedem im Zuschauersaal ein Lächeln ins Gesicht.
Auch Valerie Inertie​ brachte mit ihrer feurigen Tanzperformance in, mit und auf dem Cyr Wheel zum Lied „Spinning Wheel“ von Blood, Sweat & Tears die Bühne zum Beben.
Das Duo Ikai erfreute uns nicht nur mit seiner schnellen und waghalsigen Show am Teeterboard, sondern zog das Publikum auch mit seinem komödiantischen Talent auf seine Seite.

Mein Fazit: Wieder eine fantastische Show im Wintergarten Berlin! Phänomenale Stimmen, fabelhafte Akrobaten, charismatische Künstler und das Lebensgefühl des Woodstock-Festivals in einer Show! Nur noch bis zum 27. Oktober 2019 könnt Ihr die Show im Wintergarten erleben.

Weitere Informationen:

WOODSTOCK VARIETY SHOW


https://www.facebook.com/WintergartenBerlin/

Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther

 

Werbeanzeigen

P!nk​ im Olympiastadion Berlin​ – Beautiful World Trauma Tour 2019

– noch in Frankfurt, München und Gelsenkirchen –

Ich hatte sie schon alle: Beyoncé, Justin Timberlake, Shakira, Robbie Williams, Michael Bublé, Kylie Minogue und Rihanna sogar zwei Mal – sie alle habe ich schon einmal live erlebt. Nur Pink und Lady Gaga fehlten mir noch in meinem Konzert-Album.
Aber im Jahr 2019 sollte sich endlich mein Traum, Pink einmal live auf der Bühne erleben zu dürfen, erfüllen.

„Get the Party started“… Am Sonntag, den 14. Juli 2019, kam die Rockröhre im Rahmen ihrer Beautiful World Trauma Tour endlich nach Berlin und ließ nach zwei Acts im Vorprogramm um 21 Uhr für zwei Stunden die Bühne in dem sehr gut gefüllten Olympiastadion abfackeln.
Gleich bei dem ersten Lied, natürlich „Get the Party started“, zeigte sie dem begeisterten Publikum, was es auf ihrem Konzert erwarten kann: Entertainment auf höchstem Niveau gepaart mit akrobatischen Einlagen – wie zum Beispiel an einem großen Kronleuchter oder später an den Strapaten.

Doch es gab nicht nur rockige Lieder, bei denen das Publikum jedes Mal vor Freude förmlich ausflippte und lang mitsang, sondern auch Lieder, die einen berührten und tief unter die Haut gingen (u.a. die Coverversion von Cyndi Laupers „Time After Time“) . Eine Gänsehautatmosphäre im am späten Abend von den Smartphones der Zuschauer beleuchteten Olympiastadion! Dabei verlor Pink nie den direkten Kontakt zu ihren treuen Anhängern und nahm persönlich einige Geschenke an.

Doch mein Lieblingsmoment auf dem Konzert war der Dialog zwischen Pink und ihrer 6-jährigen Tochter, die sich danach mit Gehörschutz auf der Bühne zeigte und ganz wie die Mama offensichtlich akrobatisch talentiert ist.
Aber zunächst wurde der Dialog zwischen Mutter und Tochter auf der Leinwand eingeblendet. Darin erzählte Pink, dass ihre Tochter zu ihr gekommen sei, weil sie denke, sie sei hässlich. Man habe ihr gesagt, sie sähe aus wie ein Junge mit langen Haaren. Obwohl in diesem Moment Pink als Mutter am liebsten ausgeflippt wäre, habe sie ihrer Tochter daraufhin eine Powerpoint-Präsentation mit vielen Showgrößen gezeigt, die immer gegen Vorurteile ankämpfen mussten und sich trotzdem treu geblieben sind: Elton John, Freddie Mercury, Michael Jackson, Janis Joplin etc.
Am Ende dieser Präsentation eine wichtige Botschaft: „Wir helfen anderen Menschen zu sehen, dass Schönheit so unterschiedlich sein kann. Du bist wunderschön. Ich liebe dich.“ Die Menge applaudierte enthusiastisch.
Denn wir alle sind „F…kin‘ Perfect“!

Mein Fazit: Pink gehört für mich zu den authentischsten Künstlerinnen unserer Zeit! Sie weiß zwar noch immer, wie sie die Massen begeistern kann, doch bleibt sie sich weiterhin treu. Ihre Lieder wühlen auf, berühren oder sind einfach eine Wucht. Sie ist nicht nur eine großartige Sängerin und ein toller Mensch, sondern auch eine hervorragende Entertainerin.

An folgenden Terminen könnt Ihr sie noch (einmal) live erleben: Montag, den 22. Juli 2019, in Frankfurt (Commerzbank-Arena); von Freitag, den 26. Juli 2019 bis Samstag, den 27. Juli 2019, in München (Olympiastadion) und am Freitag, den 9. August 2019, in Gelsenkirchen (Veltins-Arena).

Text und Fotos © E. Günther

Gewinnspiel: 1×2 Karten für „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ im Wintergarten Varieté Berlin

Wenn man mich fragt, in welcher Zeit ich gerne gelebt hätte, dann würde ich sofort die 50-er Jahre nennen. Ich stelle mir schon vor, wie ich in einem Petticoat mit gewelltem Haar und roten Lippen zu Rock ’n‘ Roll tanze und Plakate von Elvis Presley anhimmle.

 
Am Samstag, den 30. März 2019, hatte ich die Gelegenheit, in eine musikalische Zeitmaschine zu steigen und im Wintergarten Berlin mich diesem wilden Gefühl der Fünfziger Jahre für zwei Stunden hinzugeben, denn der Wintergarten Berlin hat mal wieder einen absoluten Kracher auf die Bühne gebracht: „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ unter der Regie von Frank Müller. Die Akrobaten sind atemberaubend und die Sänger grandios. Die Show „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ läuft noch bis zum 30. Juni 2019 im Wintergarten Berlin und man darf sie einfach nicht verpassen!
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Karten für „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Karten für „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“
Wo? Wintergarten Berlin, Potsdamer Straße 96, 10785 Berlin
Wann? Mittwoch, den 12. Juni 2019, um 20 Uhr
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Donnerstag, den 30. Mai 2019, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
Text und Fotos (außer 1.Bild) © E. Günther

Memories of Fools – Cirk La Putykas neuer Geniestreich im Chamäleon

Was haben Elvis Presley, ein Hase und ein Torero gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, doch haben sie sich am Samstag, den 6. April 2019, im Chamäleon versammelt, um mit uns das 15-jährige Bestehen des Hotspots für den zeitgenössischen Zirkus unzähliger internationaler Kompanien zu feiern. Seit Jahren gehöre ich zu den begeisterten Stammgästen und habe jede internationale Show besucht, denn schließlich bietet jede Show im Chamäleon dem Zuschauer etwas ganz Besonderes und manche Kompanien kommen ein erneutes Mal wieder, so auch Cirk La Putyka aus Tschechien, die ich bereits im Jahr 2016 mit ihrer Show „Roots“ erleben durfte.

 
Diesmal hatten die neun Darsteller von Cirk La Putyka eine neue Show in ihrem großen Gepäck mit: „Memories of Fools“. In der Show wird die Geschichte eines kleinen Jungen erzählt, der davon träumt, auf den Mond zu fliegen. Der Zuschauer weiß aber nie ganz genau, ob es sich dabei um Traumsequenzen oder Erinnerungen handelt. Aber die Botschaft der Show ist eindeutig: Man sollte allen Widerständen trotzen und seine Träume nicht aufgeben. Die Show „Memories of Fools“ wird wie jede Show im Chamäleon von atemberaubender Akrobatik begleitet.
 
Der vom Mond träumende (oder doch sich an die Mondmission erinnernde) kleine Junge wird von dem Schauspieler Vojtěch Fülep gespielt, der in der Show so viele wichtige Funktionen erfüllt: Schauspiel, Clowning und Puppenspiel. Den Artisten, der im Jahr 2017 für den tschechischen Theaterpreis Thalia für seine außergewöhnliche Performance in der Cirk La Putyka-Produktion „Batacchio“ in der Kategorie „Ballett, Pantomime“ nominiert war, kannte ich bereits aus der Chamäleon-Show „Roots“.
 
Die Frauen waren an diesem Abend zwar in der Unterzahl, doch Solenne Baily (Hand auf Hand, Vertikalseil, Trapez, Flyer) und Šárka Fülep Bočková (Luftring, Strapaten, Tuch, Tanz, Flyer) überstrahlten mit ihrer anmutigen Körperkunst und ihrem Charisma in der Show alles.
Drei weitere Akrobaten habe ich bereits in der Show „Roots“ erleben dürfen. Michal Boltnar (Teeterboard, Paarakrobatik, Gymnastikringe), Daniel Komarov (Teeterboard, Base, Schauspiel) und Jiří Weissmann (Teeterboard, Walking Globe, Paarakrobatik, Tanz) überzeugten mich auch in dieser Show.
Mit Romuald Solesse (Hand auf Hand, Trapez, Zauberei, Clowning, Base, Catcher), Filip Zahradnický (Jonglage, Objektmanipulation, Tanz) und Alexnadr Volný (Cyr Wheel, Walking Globe, Strapaten, Tanz) lernte ich neue talentierte Akrobaten kennen.
 
Die Show war wie jede Show im Chamäleon keine reine Akrobatikshow, Slapstick, modernes Theater, Puppenspiel, Filmsequenzen und die Musik standen genauso im Vordergrund.
Die von Jan Balcar eigens für die Show komponierte Musik passte wie die Faust aufs Auge und bescherte uns viele magische Momente.
 
Mein Fazit: Die Show „Memories of Fools“ ist verspielt, bunt, an einigen Stellen hervorragend überdreht und lädt einen zum Träumen ein. Die Rebellen des tschechischen Zirkus sind wieder da und zwar bis zum 18. August 2019 im Chamäleon.
 
Weitere Informationen zu „Memories of Fools“:
 
Text und Fotos © E. Günther

„Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ im Wintergarten Varieté Berlin

Wenn man mich fragt, in welcher Zeit ich gerne gelebt hätte, dann würde ich sofort die 50-er Jahre nennen. Ich stelle mir schon vor, wie ich in einem Petticoat mit gewelltem Haar und roten Lippen zu Rock ’n‘ Roll tanze und Plakate von Elvis Presley anhimmle.
 
Am Samstag, den 30. März 2019, hatte ich die Gelegenheit, in eine musikalische Zeitmaschine zu steigen und im Wintergarten Berlin mich dem wilden Gefühl der Fünfziger Jahre für zwei Stunden hinzugeben, denn der Wintergarten Berlin hat mal wieder einen absoluten Kracher auf die Bühne gebracht: „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ unter der Regie von Frank Müller. Zwar muss ich jetzt nicht mehr schreiben, doch tue ich dies an dieser Stelle, weil ich sonst vor Freude platze.
 
Artistisch gesehen habe ich schon alles auf der Bühne erlebt, daher kann mich nichts mehr ins Staunen versetzen – zumindest dachte ich das bis Samstag Abend. Von meinen Berichten über die Shows im Wintergarten Berlin wisst Ihr, dass ich gerne von meinen Highlights in der Show berichte, doch was soll ich nur nach dieser Show als mein Highlight auswählen?! Für mich waren es die besten Akrobaten, die bis jetzt im Wintergarten Berlin gesehen habe, daher gehe ich hier chronologisch vor, um diesen außergewöhnlichen Talenten gerecht zu werden.
 
Als erstes kam mit Konstantin Mouraviev The Great Pretender auf die Bühne, der endlich abnehmen wollte, um wie der Body Builder auf dem Poster auszuschauen. Doch leider ist er ein tollpatschiger Clown, dem wenig zu gelingen scheint. Aber schließlich erlebt der Fat Man Funny am Rhönrad das Unglaubliche: Er nimmt ab…Bis der Jojo-Effekt wieder einsetzt.
Die ganze Show über hat der Comedian uns zum Lachen und Schmunzeln gebracht, ein unglaublich charmanter und witziger Darsteller.
 
Anschließend wurde es verführerisch: Das Duo Tempo Rouge (Tatiana und Sergi) zeigte in der Luft, wie anmutig und kraftvoll man in der Luft gemeinsam tanzen kann. Dass sie auch am Boden hingebungsvoll tanzen können, bewiesen sie in der zweiten Hälfte mit ihrer Bodenakrobatik-Nummer zur „Dirty Dancing“-Melodie. Die berühmte Hebefigur durfte auch hier nicht fehlen. Ein wunderschöner Moment!
 
Sinnlich und erotisch ging es mit Donet Collazo an den Strapaten weiter. Vor allem in der zweiten Showhälfte stieg die Hitze im Zuschauersaal ins Unermessliche, als sich der Akrobat an der Flying Pole auszog. Zu gerne hätten die Zuschauerinnen hier auf Wiederholungstaste gedrückt.
 
Hula Hoop-Artisten habe ich schon unzählige Male live gesehen, aber es waren bis jetzt immer Frauen. Dass auch ein Mann das so wundervoll umsetzen kann, dies habe ich gestern zum ersten Mal erlebt: Igor Boutorine begeisterte mit seinem charmanten Temperament und seiner dynamischen Nummer. Hula Hoop-Programmpunkte will ich nie mehr anders dargeboten bekommen.
 
Und als ich kurz durchatmen wollte, wurde es wieder heiß und akrobatisch sehr anspruchsvoll. Das Trio Essence, in der ersten Hälfte als Duo, vorführte am Chinesischen Mast ein Programm, das den Zuschauer sprachlos zurückließ. In der zweiten Hälfte der Show war das Trio komplett und begeisterte am Boden mit seiner kraftvollen Eleganz.
 
Vladimir Omelchenko überzeugte uns danach mit einer erstklassigen Rockin‘ Rola Rola-Performance. Zu dem Lied „Mambo No 5“ stiegt er auf mehrere übereinander gestapelte Rollen und das mit einer bewundernswerten Leichtigkeit.
 
Mit Marina Tees kam eine Weltmeisterin der Sportakrobatik auf die Bühne. Schade, dass sie mit ihrer wunderschönen Aerial Hoop-Nummer nur bis Ende März auf der Bühne des Wintergarten steht. Spät trat sie noch mit ihrem Partner Chris Tees auf. Ihre atemberaubende Akrobatik mit den Rollschuhen rief zurecht begeisterte Jubelrufe hervor.
 
Michael Evolution zeigte mit einem Basketball Freestyle, dass er ein großartiger Entertainer ist und unterhielt uns hervorragend.
Mit Pavel Stankevych kam wieder ein akrobatischer Augenschmaus auf die Bühne. Mit Hand-auf-Hand-Akrobatik zeigte er zu Amy Winehouses Lied „Back to Black“ sein unglaubliches Talent.
 
Doch die Akrobatikshow wäre nicht so einzigartig gewesen, wenn es die drei Sänger an diesem Abend nicht gegeben hätte. Die Sänger des Abends, Fannie Wilkens, Keye Katcher und Lenard Streicher (Eigentlich sind es vier Sänger, doch die Sängerin Saudia Young ist an dem Abend leider erkrankt.) brannten mit ihrem Gesang und Entertainment die Bühne nieder. Ich hätte mir sie auch alleine auf einem Konzert anhören können. Mit der Live-Band Twisters (Moe Jaksch, Tom Schwoll, Andy Laaf und Martin Gleitze) sangen sie die Evergreens der Musikrichtung Rock ’n‘ Roll und
Rockabilly und Rhythm & Blues und hatten mich mit ihrem Medley aus „Rocky Horror Picture Show“ am Anfang der Show sofort auf ihrer Seite. Ich liebe einfach diese Musik!
 
Mein Fazit: Der Wintergarten Berlin hat eine berauschende Show auf die Bühne gestellt. Die Akrobaten sind atemberaubend und die Sänger grandios. Die Show „Let’s Twist Again! Rockabilly Hits & Acrobatics“ läuft noch bis zum 30. Juni 2019 im Wintergarten Berlin und man darf sie einfach nicht verpassen!
 
Weitere Informationen:
 
 
Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther

 

 

Gewinnspiel: 2×2 Karten für „Der Blaue Montag“ – die Comedyshow in den Wühlmäusen

Am Montag, den 3. Oktober 2016, besuchte ich mit einer langjährigen Freundin die Comedyshow „Der Blaue Montag“ in den Wühlmäusen am Theodor-Heuss-Platz.
Den ausführlichen Bericht zu diesem Abend findet Ihr noch einmal hier:
 
„Die Wühlmäuse“ ist ein 1960 von Dieter Hallervorden und einigen Schauspielkollegen, wie z.B. von Wilfried Herbst, gegründetes Kabarett-Theater, das alle zwei Monate an einem Montag die Show „Der Blaue Montag“ veranstaltet, in der Comedians, Kabarettisten, Literaten, Sänger, Satiriker und Akrobaten auftreten.
 
Am Montag, den 1. April 2019, wird es bereits den 199. „Blauen Montag“ geben. Diesmal dabei sein werden: Kaatie Akstinat (Tanz am Seil), The Flying Barbers (Barbershop-Singing, ein meist vierstimmiger à capella-Gesang), Mai Horlemann (Gesang), Markus Jeroch (Literarieté), Klaus Nothnagel (der „Florian Silbereisen des Heimat-Dia-Vortrages“), Yann Yuro (Gedankenleser und Zauberer) und die Hanno Bruhn Gang, die Band des Abends.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann fasse ich noch einmal alles Wichtige zusammen:
 
Was? 2×2 Eintrittskarten für den „Blauen Montag“ in den Wühlmäusen
Wann? Montag, den 1. April 2019, um 20 Uhr
Wo? Die Wühlmäuse, Pommernallee 2-4, 14052 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Freitag, den 29. März 2019, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
 
Weitere Informationen:
 
© E. Günther

Festivalzeit in Berlin – Performing Arts Festival und Berlin Circus Festival

Ich kann den Sommer schon jetzt – Anfang März – förmlich spüren! Die Temperaturen steigen, die Nächte werden immer länger und die Laune immer besser. Zum Glück leben wir in Berlin, der Stadt der kulturellen Vielfalt, in der vor allem im Sommer verschiedene Festivals stattfinden. An dieser Stelle werde ich Euch zwei dieser Festivals genauer vorstellen: Performing Arts Festival und das Berlin Circus Festival.

 
Performing Arts Festival Berlin (28. Mai 2019 – 02.06.2019):
Künstler/innen der freien Szene zeigen in über 120 Inszenierungen, was Berlin kulturell zu bieten hat. Theater, Musik, Tanz, Performances, Neuer Zirkus – Euch erwarten in zahlreichen Berliner Spielstätten (darunter Ballhaus Ost, HAU Hebbel am Ufer etc.) viele interessante Veranstaltungen.
 
Kontakt: Performing Arts Festival
Pappelallee 15
10437 Berlin
030 30346628
 
Weitere Informationen:
 
 
Berlin Circus Festival (23.08.2019 – 01.09.2019)
Zum 5. Mal findet auf dem Tempelhofer Feld das Berlin Circus Festival statt, zum fünften Mal wird der zeitgenössische Zirkus zelebriert und das zehn Tage lang. Bei großen Produktionen werdet Ihr Zeuge künstlerischer Symbiosen aus Tanz, Artistik und Performance. Auf dem Festivalgelände kann man zudem eine Kunstausstellung besuchen und bei Livemusik Getränke mit verschiedenen Leckereien genießen. 
 
Kontakt: Berlin Circus Festival
Tempelhofer Damm 104
12101 Berlin-Mitte
 
Weitere Informationen:
 
© E. Günther

Berliner Schlemmer Varieté – Janz viel Amüsemang in der Armeniusmarkthalle

Vor allem in den Wintermonaten wünscht man sich ein familiäres Zusammensein bei einem guten Essen und guter Unterhaltung – ein Konzept, das die Dinnershow „Berliner Schlemmer Varieté“ verspricht. Davon wollte ich mich am Samstag, den 2. Februar 2019, selbst überzeugen.
Um 19 Uhr betraten wir die 127 Jahre alte Armeniusmarkthalle in Berlin-Moabit. In der historischen Halle findet man nicht nur unterschiedliche Stände (frischer Fisch, Burger etc.), die einen zum Essen einladen, sondern hier sollte auch die Dinnershow „Berliner Schlemmer Varieté“ stattfinden. Viele begeisterte Besucher warteten bereits eine Stunde vor Showbeginn auf ihren Einlass.
Doch bevor es losgehen konnte, machte der freundliche Showfotograf Jan Fahndungsfotos von den Gästen. Auch wir wollten unbedingt auf die Fahndungsliste kommen und stellten uns mit dem Schild „JVA – Janz viel Amüsemang“, dem Motto und Leitfaden der Show, vor die Kamera.
Anschließend wurden wir von der sehr sympathischen Servicekraft zu unserem Tisch, dem sehr langen und schön dekorierten „Mutter aller Tische“ mit einem direkten Blick auf die Bühne, geführt. An dieser Stelle muss ich positiv hervorheben, dass die Servicekräfte versuchen, bei der Platzierung der Gäste auf die Wünsche der Gäste einzugehen.
Um 20 Uhr begann die Show, durch die der Moderator und Comedian Otto Kuhnle führte. Otto Kuhnle war an diesem Abend ein Meister der Trash Comedy mit einem satirischen Blick für die aktuellen Themen und verlor während der ganzen Show nie den Kontakt zu seinem Publikum.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte die charismatische Showband „Die Schlemmeretts“ (Naemi Simon, Nikolas Tillmann und Johannes Wehrle), die sowohl englisch- als auch deutschsprachige Lieder zum Besten gab und die Gäste – allen voran mich – zum Mitgrooven auf der Bank bewegte.
Auch die Artistikladies erfreuten uns an dem Samstag Abend: Valerie mit ihren Hula Hoop-Reifen und Lena Köhn mit ihrer (LED-)Diabolo-Show. Beide charismatische Damen ließen ihre jeweilige Show sehr leicht aussehen und tanzten mit ihren Showgegenständen um die Wette.
Und obwohl ich schon viele Programme mit den Hula Hoop-Reifen und dem Diabolo gesehen hatte, wurde ich von einigen Programmpunkten der beiden positiv überrascht und sehr gut unterhalten.
Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und so stand am Ende der Show mit der rasanten Cocktailshow „On the Rocks“ von Lutz und Moritz, die auch die Regisseure der Show sind, mein persönliches Highlight der Show auf der Bühne. Lutz und Moritz überzeugten nicht nur mit ihrer dynamischen und authentischen Art das Publikum, sondern auch mit ihrem tänzerischen und artistischen Wirbeln beim Mixen verschiedener Cocktails.
Neben der Musik und der Akrobatik stand auch das Essen im Mittelpunkt des gut durchdachten Showkonzeptes. Unsere Speisen wurden dabei hervorragend in der offenen Showküche mit Chefkoch Ali zubereitet.
Zu Beginn der Show wurde die Vorspeisenplatte in Form von folgenden Tapas serviert: Brandenburger Rauchspeck, Rosmarin Schinken, Fasanen Paté, Linse und Erbse fürs Brot, Gemüsesticks mit Sauerrahmdip, Mozzarella mit grünem Pesto, Erdbeerfrischkäse mit Pumpernickel, rote Beete mit karamelisierter Walnuss, Käsewürfel mit Oliven, Spreewälder Salzfassriesen, knusprige Brotstangen, dunkles Brot und weißes Baguette mit Faßbutter. Eine sehr gelungene Vorspeisenkomposition!
Als Hauptgang gab es in der Mitte der Show eine frisch gebratene Schweinelende mit getrüffeltem Kartoffelschnee und Spreckbohnen. Vor allem der Kartoffelschnee und die frittierten Zwiebeln haben mich geschmacklich begeistert. Beide Gänge schmeckten sehr gut und wurden zudem schön präsentiert.
Und dann kam mit dem Dessert der krönende Abschluss: Ein Eiswagen mit sechs verschiedenen Eissorten (Natürlich nahm ich wieder Schokolade.) wurde hineingefahren. Als ob das nicht schon genug wäre, wurde zudem eine Candy Bar mit heißen Kirschen und verschiedenen Toppings (Marshmallows, Dominosteine etc.) vorbereitet. Die bloggende Naschkatze war sehr sehr glücklich.
Mein Fazit: Die Show „Berliner Schlemmer Varieté“ bietet tatsächlich „janz viel Amüsemang“! Sehr freundliche Gastgeber, ein zuvorkommendes Personal, ein sehr gut zubereitetes Essen mit dem absoluten Höhepunkt am Ende, eine schöne Live-Musik, ein lustiger Moderator, talentierte Artisten und eine sehr familiäre und herzliche Atmosphäre – das alles macht das „Berliner Schlemmer Varieté“ aus! Wir kommen auf jeden Fall wieder!
Weitere Informationen:
Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther

Zimt & Zauber im Wintergarten Berlin: Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist

Jetzt seid bitte ehrlich: Wie oft habt Ihr in den letzten Tagen auf die Uhr geschaut? Bestimmt unzählige Male! Die Plätzchen mussten schließlich rechtzeitig aus dem Ofen geholt werden, die Geschenke mussten besorgt werden und dann habt Ihr bestimmt wieder ungeduldig darauf gewartet, dass Eure Gäste kommen – und wieder gehen.
 
In unserer schnelllebigen Gesellschaft schauen wir ständig auf die Uhr, ohne sich dessen richtig bewusst zu sein. Der Wintergarten Berlin geht aber wieder mit der ZEIT und würdigt mit einem Berliner Weihnachtsmärchen dem wichtigsten Gegenstand unserer Gesellschaft: die Uhr (egal in welcher Form).
 
Unter der Regie von Sammy Tavalis und Fabian Gröger bringt der Wintergarten Berlin wie jedes Jahr im Winter in Zusammenarbeit mit dem CABUWAZI-Springling Kinderzirkus und den 29. Berliner Märchentagen – im der beliebten Veranstaltungsreihe „Zimt & Zauber“ – eine märchenhafte Show auf die Bühne, die die großen und kleinen Kinder erfreuen wird.
 
Im Jahr 2016 besuchte ich die Show „Die Schneekönigin…und die Suche nach dem kleinen Glück“, im Jahr 2017 die Show „Die kleine Meerjungfrau“ und am Sonntag, den 23. Dezember 2018 die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“.
 
Das Foyer war wieder sehr weihnachtlich geschmückt und bot alle möglichen Leckereien an: Bagels, Popcorn, Brezel, Muffins und Quarkbällchen, von denen wir vor der Show erst einmal drei Stück für 2 € aßen. Auch die Speisekarte im Saal war auf die Wünsche der kleinen Gäste abgestimmt: So konnte man das Nudelgericht „Pippi Langstrumpf“ oder die Bouletten „ Anna und Elsa“ bestellen. Wir orderten als Hauptgang das Krümmelmonster (kleines Kalbsschnitzel mit Pommes) für 7,50 € und als Dessert „Biene Maja“ (Eierkuchen mit Waldbeerenfüllung und Vanillesauce) für 4 €. Beide Gerichte waren hervorragend zubereitet und so konnten wir, zwei niemals erwachsen werdenden Naschkatzen, der Show um 14 Uhr noch begeisterter folgen.
 
Die Show „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ handelt davon, dass sich weltweit die Uhren nicht von den Menschen geschätzt fühlen und in Streik treten. Jede Uhr verstellt ihre Uhrzeit und keiner weiß am Ende, wie spät es ist. Katastrophen sind hier natürlich vorprogrammiert: In Restaurants wird das Essen angebrannt, die Sonne und der Mond erscheinen zusammen am Himmel und zu allem Überfluss steht der Silvester-Countdown vor der Tür. Als die Uhren ihren begangenen Fehler bemerken, ist es schon zu spät, denn keine Uhr kennt die richtige Uhrzeit. Ein Wettlauf um die Zeit beginnt…
 
Die Hauptdarsteller – Leon Düvel als der gewissenhafte Uhren-Anführer Wasserdicht, Ulli Lohr als der etwas verpeilte, aber sehr loyale Alte Wecker, die coole und die breakdancende Digitaluhr (Mitlied der Battle Beasts) und die herzlichen Uhren, die Frau Stunde und die Frau Minute (von Camilla Elisabeth Bergmann und von Natascha Fiedler verkörpert), verzauberten uns sowohl als Darsteller/innen als auch Sänger/innen.
 
Doch die Show lebt vor allem von ihren bezaubernden Artisten/Artistinnen: Die sehr jungen Artisten//Artistinnen vom Kinderzirkus CABUWAZI-Springling verdrehten auch dieses Jahr mit ihrem Programm (bestehend aus Seilspringen, Luftakrobatik und Hand-in-Hand-Performance) dem Zuschauer den Kopf, und das in diesem Alter.
Meine Lieblingsszene war der akrobatische „Wettstreit“ zwischen der Sonne und dem Mond, begleitet von den Sternen. Eine wahrlich zauberhafte Szene!
 
Wie letztes Jahr lautet mein Fazit daher auch dieses Jahr: Die märchenhafte Wintershow zaubert einem wie immer mit der interessanten Geschichte, der schönen Musik und den begabten Darstellern/Darstellerinnen und Artisten//Artistinnen ein Lächeln ins Gesicht. Am besten die Show mit der gesamten Familie besuchen! „Aufstand der Uhren – oder wenn keiner mehr weiß, wie spät es ist“ läuft noch bis zum 20. Januar 2019 im Wintergarten Berlin.
 
Preise:
Kinder: ab 14,00 Euro
Erwachsene: ab 19,00 Euro
Familienticket: 4 Personen ab 14,00 Euro p.P.
 
Weitere Informationen:
 
Kontakt: Wintergarten Berlin
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
Text und Fotos © E. Günther

Flashdance – What A Feeling! im Admiralspalast Berlin

„[…] Take your passion
And make it happen […]“
 
Das Lied „What A Feeling!“ von Irene Cara, der Titelsong zum Tanzfilm „Flashdance“, wurde nicht nur mit einem Oscar ausgezeichnet, sondern ist bis heute ein Klassiker.
35 Jahre nach der Kinopremiere im Jahre 1983 kommt mit „Flashdance“ der Disco-Klassiker der 80er-Jahre, der neben „Dirty Dancing“, „Footloose“ und „Fame“ Millionen von Jugendlichen zum Tanzen brachte und auch die späteren Generationen prägte, auf seiner Deutschlandtournee endlich nach Berlin (Admiralspalast).
 
Am Samstag, den 15. Dezember 2018, ging auch ich mit einer Dauerwelle und viel Tanzbegeisterung im Herzen in den Admiralspalast und konnte es kaum erwarten, die Bühnenadaption des Films von Adrian Lyne – unter der Regie von Anders Albien – mit Songs von Produzent Giorgio Moroder und Keith Forsey zu erleben.
Der Sänger und Songschreiber Tom Hadley und der Filmregisseur Robert Cary verfassten das Buch zu dem Musical „Flashdance“, Robbie Roth war für die ergänzend komponierte Musik verantwortlich.
 
Wer jedoch einen der größten Tanzfilme der Filmgeschichte bis heute noch nicht geschaut hat, dem sei an dieser Stelle die Handlung des Kultfilms erzählt:
Alexandra „Alex“ Owens hat große Träume: Während sie tagsüber als Schweißerin arbeitet, tanzt sie nachts in einem Club und träumt von einer großen Karriere als Tänzerin. Dafür muss sie aber eine klassische Tanzausbildung an der Shipley Tanzakademie in Pittsburgh absolvieren, was für sie, eine Arbeiterin aus der Mittelschicht, unmöglich erscheint.
Als ob sie nicht schon genug Probleme hätte, geht sie mit ihrem Chef Nick eine Liebesbeziehung voller Stolpersteine und Missverständnisse ein und muss ihre Freundin Gloria aus einer unglücklichen Lage retten. Schafft es Alex trotzdem, ihren großen Traum zu verwirklichen?
 
Es gibt im Filmgeschäft DIE Filmrollen, die mit einer bestimmten Schauspielerin/ einem bestimmten Schauspieler verbunden sind, die es unmöglich machen, diese Rolle mit einer anderen Darstellerin/einem anderen Darsteller zu besetzen. Diese Sorge hatte ich auch bei der Figur Alex, die im Film großartig von Jennifer Beals gespielt wird. Doch zum Glück wurde ich im Musical „Flashdance“ eines Besseren belehrt.
 
Hannah Leser wird in dem Musical zur Figur Alex und lässt einen vergessen, dass diese Rolle im Film von jemand Anderen verkörpert wurde. Die Musicaldarstellerin Hannah Leser zeigt das ganze Spektrum einer sehr guten Musicaldarstellerin: Sie spielt sehr glaubhaft die auf den ersten Blick selbstbewusste und ihre Freiheit liebende Alex, die ihren Prinzipien treu bleiben und alles alleine schaffen will, doch im Grunde ihres Herzens zerbrechlich ist und von Selbstzweifeln geplagt wird. Hannah Leaser legt ihre ganze Seele in ihre leidenschaftlichen und kraftvollen Tanzszenen und den starken Gesang. Eine großartige Leistung!
 
Zunächst war ich bei der Besetzung der Figur des Nick Hurley durch Sasha Di Capri sehr skeptisch. Schließlich sah der Musicaldarsteller der Filmfigur gar nicht ähnlich, doch meine Skepsis legte sich gleich in der ersten Minute, als ich den Musicaldarsteller in seiner Rolle überzeugend agieren und mit seiner rockigen Stimme habe singen hören.
Sasha Di Capri stellte authentisch Nick Hurley dar, der trotz seines Reichtums auch mit Problemen zu kämpfen hat. So muss er sich immer wieder für sein Familienerbe entschuldigen, seine Menschlichkeit beweisen und fast täglich um seine Liebe zu Alex kämpfen. Doch Sasha Di Capri ist nicht nur eine Augenweide, die die weiblichen Zuschauer in einer bestimmten Szene zum Kreischen brachte, sondern auch ein sehr überzeugender Darsteller und Sänger.
 
Zu den hellsten Sternen an dem gestrigen Abend gehörte für mich Ann Sophie Dürmeyer, die im Jahr 2015 am Eurovision Song Contest teilgenommen hatte. Ann Sophie Dürmeyer übernimmt die Rolle der Gloria, Alex‘ bester Freundin, und zeigt, dass Frauen zu jeder Zeit sexuell ausgebeutet wurden. Genauso wie Alex träumt auch sie von einer Karriere als Tänzerin, doch vertraut sie dem falschen Mann und landet schließlich in einem Stripclub, wo sie mit Kokain gefügig gemacht wird.
Sophie Dürmeyer beweist eine enorme Bühnenpräsenz und bringt den Zuschauer mit ihrer herzzerreißenden Interpretation des Liedes „Gloria“ von Laura Branigan zum Weinen. Am Ende sang sie zudem voller Inbrunst den Klassiker „What A Feeling“ – ein Gänsehautmoment.
 
Weiterhin hat mich an dem gestrigen Abend der Musicaldarsteller Konstantin Busack in seiner Rolle des Jimmy begeistert. Jimmy träumt davon, ein berühmter Komiker zu werden, doch leider fehlt ihm das nötige Talent dazu. In seinem beruflichen Eifer stößt er seine Liebe Gloria von sich und treibt sie in die Hände des skrupellosen C.C. Zuerst dachte ich, dass die Rolle Jimmy nur dafür da ist, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen, doch dann sang der Musicaldarsteller und stellte auch gesanglich sein Talent unter Beweis.
 
Auch weitere Darsteller waren in ihren Rollen ein echter Gewinn für die Musicaladaption: Gitte Haenning wickelt mit ihrer herzhaften Darstellung von Hannahs Mentorin die Zuschauer um den Finger. Michael Sattler bringt mit seiner Rolle des Antagonisten C.C., der die naive Gloria ausnutzt, das Publikum gegen sich auf.
 
Die Musik im Musical war genauso mitreißend wie im Film. Die sechsköpfige Live-Band mit ihrem Dirigenten Damian Omansen interpretierte live die bekannten Hits des Films, darunter „What A Feeling“, „Maniac“ und „Gloria“. Die Choreographien (Jennie Widegren) – Modern Dance, Arebok, Ballett etc.- rissen jeden Filmfan von seinem Stuhl. Auch das Bühnenbild (Andreas Bini) mit blitzschnellem Bühnenwechsel und der LED-Technik war hervorragend konzipiert
 
An dem Film bemängelten einige Filmkritiker, dass er zu wenig Handlung biete, doch dem muss ich nach dem Besuch des Musicals erneut widersprechen, denn es werden sehr viele wichtige Themen im Leben angesprochen: Liebe, Freundschaft, Loyalität, Hingabe, ein falsches Frauenbild, die Überwindung der gesellschaftlichen Hindernisse und die Tatsache, dass man immer an seine Träume glauben muss.
 
Mein Fazit: What A Feeling! Egal, ob Ihr den Film gesehen habt oder nicht, das Musical wird euch von den Socken hauen, denn hier stimmt einfach alles: der Cast, die Lieder und die Choreografie. Am Ende sprang ich auf und tanzte begeistert. Bis zum 23 Dezember 2018 läuft das Musical „Flashdance“ noch im Admiralspalast Berlin.
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
Text © E. Günther