Die orientalische Dinnershow „Lasis“ im Madi – Zelt der Sinne​ – ein Erlebnis aus 1001 Nacht

Die orientalische Dinnershow „Lasis“ im Madi – Zelt der Sinne
– ein Erlebnis aus 1001 Nacht

„Wer die Perlen seiner Gegenwart auf Schnüre ziehen will, erhält als Lohn nicht Ketten der Vergangenheit, sondern ein Lichtgeschmeide der Erinnerung, das auch vom Anblick aus der Zukunft her sich immer ändern lässt.“ (Christa Schyboll)

Die Zeit vergeht so schnell, dass wir endlich lernen sollten, diese mit schönen Erinnerungen zu füllen. Dafür eignet sich der Besuch der orientalischen Dinnershow „Lasis“, die wir am Samstag, den 26. Oktober 2019, erlebt haben, hervorragend, denn hier hat man die Chance, in das Orient der 20-er Jahre Berlins einzutauchen und seine ganzen Sinne verwöhnen zu lassen.

Unsere Reise ins Morgenland begann damit, dass unsere Hände im Eingangsbereich von traditionell gekleideten Mitarbeitern des Zeltes mit Rosenwasser gereinigt wurden. Anschließend bekam jeder Gast einen Tee serviert, bei der kalten Jahreszeit genau das Richtige.
Natürlich durfte auch ein Fotograf nicht fehlen, der von den Gästen Fotos machte, die man am Ende der Show käuflich erwerben konnte, was wir nach der Show auch taten.

Nachdem wir schon im Foyer in die orientalische Kultur eingetaucht waren, wurden wir natürlich noch neugieriger auf unser Reiseziel und bekamen langsam Hunger. So betraten wir ein wie von Beduinen eingerichtetes Zelt und nahmen mit zwei anderen Gästen Platz an dem schön dekorierten Tisch, auf dem schon die Vorspeisen auf unsere Verköstigung warteten: arabisches Brot, Falafel, Hummus, Teigtasche gefüllt mit Spinat und Käse und Labane (Frischkäse aus Joghurt und Ruccola). Um mein Interesse für die kulinarischen Traditionen der arabischen Kultur noch mehr zu unterstreichen, habe ich die Vorspeisen mit der Hand (natürlich der rechten) gegessen.

Im Laufe der fast dreistündigen Show wurden noch drei weitere Gänge des tunesischen Chefkochs serviert:
– Fischsuppe mit Gemüse und Kartoffeln
– als Hauptgang Whaleema Arabique, eine arabische Festspeisenplatte mit Couscous, Hähnchen und gedünstetem Gemüse.
Hier fand ich es besonders toll, dass es eine große Platte war, aus der wir mit den anderen Gästen uns Essen auf unseren Teller legen konnten, was zur Kommunikation am Tisch sehr viel beigetragen hat.
– am Ende des Abends Mocca mit einem orientalischen Gebäck.
Natürlich kann man bei der Reservierung auch angeben, dass man Vegetarier ist.

Doch das sehr gut zubereitete Essen wurde in die Show, durch die uns der Gastgeber Felix Häckell geführt hat, eingebettet. Häckell moderierte aber nicht nur, sondern überzeugte auch durch Jonglage und Comedy. Gemeinsam mit seinem „Showbruder“ und Sänger Erbil Ayalp führten sie uns durch eine interessante Show, in der es um eine Familie mit dunklen Machenschaften und der tiefen Liebe für Mama ging.

In die Show integriert waren akrobatische Showprogramme. Uns wurde artistisch gesehen eine sehr abwechslungsreiche Show dargeboten: Wunderschöne Frauen (und Männer) tanzten Bauchtanz, wir sahen Luftakrobatik, heiße Feuerdarbietungen und grazile Kunststücke am Seil, Fischnetz (Kaja Schaf) oder an einem Kronleuchter (Shosha Lilienthal). Besonders angetan war ich von den Akrobaten Munetsi aka Iamshowman und Kawim Ben Zitoun, die uns mit ihrer Partnerakrobatik begeisterten und mit ihren Einzelprogrammen an der Flying Pole bzw. an den Strapaten ins Staunen versetzten.
Was ich sehr interessant fand, war, das obwohl es ein arabischer-nordafrikanischer-orientalischer Abend war, die Akrobaten aus verschiedenen Ländern kamen, darunter Ukraine, Simbabwe und Brasilien.

Die Artisten wurden an dem Abend von einer Live-Band (Ali Alassi an der Oud, Safa Jemil am Schlagzeug, Haval Khalil an der Trommel, Ahmet Khalifa am Saxophon und Wissam Alafif – an der Violine) begleitet, die orientalische Musik gespielt und auch für die gute Stimmung im Zelt gesorgt hat. Besonders positiv hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass die Musiker später traditionell gekleidet waren.

Mein Fazit: Im Zelt der Sinne vergisst man die Zeit und fühlt sich an einen geheimnisvollen Ort gebracht! Es werden fast drei Stunden lang alle Sinne verwöhnt: Man bekommt ein gutes und traditionelles Essen von einem freundlichen Personal serviert, hört authentische orientalische Live-Musik und sieht hervorragende akrobatische Showprogramme. Diese Reise kann ich jedem empfehlen.
Als Nächstes möchte ich unbedingt den Orientalischen Märchenbrunch im Madi besuchen.

Weitere Informationen:
https://www.madi-zelt.de/
https://www.facebook.com/madizelt/

Adresse: Madi – Zelt der Sinne
Bernhard-Lichtenberg-Platz 1
13507 Berlin-Tegel

Praktischer Hinweis: Gäste mit Kostüm im Stil der 20-er Jahre erhalten einen Sektempfang auf Kosten des Hauses!

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Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther

 

Gewinnspiel: 1×2 Karten für die Dinnershow „Berliner Schlemmer Varieté – Janz viel Amüsemang“ in der Arminiusmarkthalle – Markthalle Moabit

Vor allem in den Wintermonaten wünscht man sich ein familiäres Zusammensein bei einem guten Essen und guter Unterhaltung – ein Konzept, das die Dinnershow „Berliner Schlemmer Varieté“ verspricht. Davon wollte ich mich am Samstag, den 2. Februar 2019, selbst überzeugen.
 
Um 19 Uhr betraten wir die 127 Jahre alte Armeniusmarkthalle in Berlin-Moabit.
Doch bevor es losgehen konnte, machte der freundliche Showfotograf Jan Fahndungsfotos von den Gästen. Auch wir wollten unbedingt auf die Fahndungsliste kommen und stellten uns mit dem Schild „JVA – Janz viel Amüsemang“, dem Motto und Leitfaden der Show, vor die Kamera.
 
Um 20 Uhr begann die Show, durch die der Moderator und Comedian Otto Kuhnle führte. Otto Kuhnle war an diesem Abend ein Meister der Trash Comedy mit einem satirischen Blick für die aktuellen Themen und verlor während der ganzen Show nie den Kontakt zu seinem Publikum.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte die charismatische Showband „Die Schlemmeretts“ (Naemi Simon, Nikolas Tillmann und Johannes Wehrle), die sowohl englisch- als auch deutschsprachige Lieder zum Besten gab und die Gäste – allen voran mich – zum Mitgrooven auf der Bank bewegte.
 
Auch die Artistikladies erfreuten uns an dem Samstag Abend: Valerie mit ihren Hula Hoop-Reifen und Lena Köhn mit ihrer (LED-)Diabolo-Show. Beide charismatische Damen ließen ihre jeweilige Show sehr leicht aussehen und tanzten mit ihren Showgegenständen um die Wette.
Und obwohl ich schon viele Programme mit den Hula Hoop-Reifen und dem Diabolo gesehen hatte, wurde ich von einigen Programmpunkten der beiden positiv überrascht und sehr gut unterhalten.
 
Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und so stand am Ende der Show mit der rasanten Cocktailshow „On the Rocks“ von Lutz und Moritz, die auch die Regisseure der Show sind, mein persönliches Highlight der Show auf der Bühne. Lutz und Moritz überzeugten nicht nur mit ihrer dynamischen und authentischen Art das Publikum, sondern auch mit ihrem tänzerischen und artistischen Wirbeln beim Mixen verschiedener Cocktails.
 
Neben der Musik und der Akrobatik stand auch das Essen im Mittelpunkt des gut durchdachten Showkonzeptes. Unsere Speisen wurden dabei hervorragend in der offenen Showküche mit Chefkoch Ali zubereitet.
Zu Beginn der Show wurde die Vorspeisenplatte in Form von folgenden Tapas serviert: Brandenburger Rauchspeck, Rosmarin Schinken, Fasanen Paté, Linse und Erbse fürs Brot, Gemüsesticks mit Sauerrahmdip, Mozzarella mit grünem Pesto, Erdbeerfrischkäse mit Pumpernickel, rote Beete mit karamelisierter Walnuss, Käsewürfel mit Oliven, Spreewälder Salzfassriesen, knusprige Brotstangen, dunkles Brot und weißes Baguette mit Faßbutter. Eine sehr gelungene Vorspeisenkomposition!
 
Als Hauptgang gab es in der Mitte der Show eine knusprig gebratene Ente mit reichlich Orangensoße und Kartoffelklößen frisch aus dem Rohr serviert. Und als Alternative gibt es auch immer ein leckeres vegetarisches Menü, welches für Euch optional serviert werden kann. Beide Gänge schmeckten sehr gut und wurden zudem schön präsentiert.
 
Und dann kam mit dem Dessert der krönende Abschluss: Ein Eiswagen mit sechs verschiedenen Eissorten (Natürlich nahm ich wieder Schokolade.) wurde hineingefahren. Als ob das nicht schon genug wäre, wurde zudem eine Candy Bar mit heißen Kirschen und verschiedenen Toppings (Marshmallows, Dominosteine etc.) vorbereitet. Die bloggende Naschkatze war sehr sehr glücklich.
 
Mein Fazit: Die Show „Berliner Schlemmer Varieté“ bietet tatsächlich „janz viel Amüsemang“! Sehr freundliche Gastgeber, ein zuvorkommendes Personal, ein sehr gut zubereitetes Essen mit dem absoluten Höhepunkt am Ende, eine schöne Live-Musik, ein lustiger Moderator, talentierte Artisten und eine sehr familiäre und herzliche Atmosphäre, das macht das „Berliner Schlemmer Varieté“ aus! Wir kommen auf jeden Fall wieder!
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 1×2 Karten für die Dinnershow „Berliner Schlemmer Varieté – Janz viel Amüsemang“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 1×2 Karten für die Dinnershow „Berliner Schlemmer Varieté – Janz viel Amüsemang“
Wann? Samstag, den 2. November 2019, um 20 Uhr
Wo? Arminiusmarkthalle – Markthalle Moabit, Arminiusstraße 2-4, Berlin
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Das Gewinnspiel endet am Montag, den 18. November, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
 
Weitere Informationen:
Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther
 

Out of Chaos – Gravity & Other Myths im CHAMÄLEON Theater

Schon Albert Einstein hat es gewusst: „Nur das Genie beherrscht das Chaos.“ Dieser Theorie folgend bringt das Chamäleon Theater, meine Lieblingsspielstätte für Akrobatikshows und den Neuen Zirkus, zu seinem 15-jährigen Jubiläum mit der preisgekrönten australischen Kompanie „Gravity & Other Myths“ eine am Anfang chaotisch wirkende Show, die danach für zwei Stunden ihre vollkommene Genialität entfaltet.
 
Ich war bis jetzt fast bei jeder Show im Chamäleon Theater dabei und für mich hat sich relativ früh herauskristallisiert, dass die australischen Artistikkompanien die besten Shows auf die Beine stellen. Unter der Regie von Darcy Grant hat „Gravity & Other Myths“ wieder einmal meine Meinung bestätigt. Mit der Show „Out of Chaos“ haben Martin Schreiber, Simon McClure, Mieke Lizotte, Lewis Rankin, Lewis West, Lisa Goldworthy, Dylan Philips und Amanda Lee etwas Unmenschliches vollbracht und die Gesetze der Schwerkraft vollkommen vernachlässigt. Die Zuschauer im Saal wirkten ungläubig, wie die ästhetischen Körper verbogen wurden und waghalsige Turmfiguren gebildet und in einer unglaublichen Schnelligkeit immer wieder ausgebaut und aufgelöst wurden. Die Zuschauer im Saal blieben sprachlos zurück.
Ich hatte die ganze Zeit Angst, zu blinzeln und damit etwas zu verpassen, was ich bis dato noch nie auf einer Bühne gesehen habe. Wir erlebten zwei Stunden lang eine technische Perfektion verbunden mit einer charismatischen Ausstrahlung und einem australischen Humor, den ich sehr liebe.
 
Doch nicht nur die Grenzen der Schwerkraft wurden aufgebrochen, sondern auch die geschlechterspezifischen Fesseln in der Akrobatik gelöst. Die Frauen in der Kompanie bildeten oft die Basis in der Formation und stemmten Männer. Frauen performten mit Frauen und Männer mit Männern. Es kam nicht auf das Geschlecht an, sondern auf die Genialität des Einzelnen und der Gruppe.
Diese Show war für mich auch die Authentischste, denn obwohl die akrobatischen Elemente perfekt waren, sind solche Programme eine körperliche Anstrengung für die Artisten. Obwohl wir im Zuschauersaal dies nie sahen, erfuhren wir es diesmal durch die witzigen Erzählungen – einem wichtigen Mittel in der Show – der Akrobaten.
 
Aber nicht nur hier gab es eine Innovation auf der Bühne des Chamäleon Theaters, sondern auch in dem Einsatz der Musik in der Show. Der sich zwischen den Artisten dauernd bewegende Sänger und Musiker Ekrem Phoenix hat mit einer Voice-Over-Technik die oft lustigen Geräusche und Sätze der Artisten aufgenommen und damit eine wundervolle Musik in der Show erschaffen. Faszinierend, wie der Musiker mit dem Bogen einer Geige ein normales Xylophon zum Schwingen brachte und ihm Klänge entlockte. Mit seiner orientalisch angehauchten Musik schuf er in meinen Gedanken eine geheimnisvolle Parallelwelt, in der ich mich auf den mystischen Märkten in Marakkesch befand.
 
Als wäre es nicht genug, dass „Gravity & Other Myths“ in der Akrobatik und in der Musik etwas Neues erschaffen haben, setzten sie auch in der Lichttechnik neue Maßstäbe, denn die Artisten positionierten selbst das Licht, indem sie kleine und große Lichtquellen auf dem Boden stationierten oder an Strippen befestigten. Dieser Wechsel zwischen Dunkelheit und Helligkeit sorgte für eine hypnotisierende Show.
 
Mein Fazit: Das Chamäleon Theater bringt mit der Show „Out of Chaos“ der zugleich chaotischen und genialen Zirkustruppe Gravity & Other Myths einen Kracher auf die Bühne, die Grenzen in verschiedenen Kunstformen sprengt und neue Maßstäbe setzt. Dieses audiovisuelles Meisterwerk läuft noch bis zum 16. Februar 2020 im Chamäleon Theater und würdigt wieder einmal eine meiner Lieblingskunstformen: den Neuen Zirkus.

Text © E. Günther
Fotos © Andy Phillipson

Gewinnspiel: 2×2 Karten für die Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“ in Berliner Unterwelten e.V.

Mythos_Germania-Dauerausstellung_Bild_02_Philipp_DaseDas Jahr 1933 markiert den Aufstieg des Bösen und die Auslöschung jeglicher Werte in dem Land der Dichter und Denker.
Aus der Sicht der Nationalsozialisten stand jedoch das Jahr für den Beginn, den Beginn für unmenschliche Verbrechen und größenwahnsinnige Projekte, die auch in der Architektur verwirklicht werden sollten.
Dabei hatte Albert Speer, der Generalbauinspektor der Nationalsozialisten, Großes für Berlin vor und wollte aus der Stadt (Berlin als Germania) die Welthauptstadt schaffen.
 
Die multimediale Geschichtsausstellung beleuchtet aus der Sicht der Architektur den Städtebau im Berlin der NS-Zeit. Über 20 Autoren waren an diesem Projekt beteiligt und schufen sieben Themenbereiche, in denen bautechnische, soziale und ideologische Hintergründe, darunter auch die Zwangsarbeit und die Deportationen, genau gezeigt werden.
 
Zu den Ausstellungsstücken der Dauerausstellung gehören das zehn Meter lange Modell „Germania als Hauptstadt und Repräsentationsraum“. Das Modell ist aber kein Original, sondern ein Nachbau für den Spielfilm „Der Untergang“ von Oliver Hirschbiegel. Doch auch historische Ausstellungsstücke wie ein Säulenfragment der Neuen Reichskanzlei und Artefakte vom Gelände des KZ-Außenlagers „Klinkerwerk“ bei Oranienburg findet man in der Ausstellung.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 2×2 Karten für die Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“ und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 2×2 Karten für die Ausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“
Wo? Berliner Unterwelten e.V., Brunnenstraße 105, 13355 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 8. Oktober, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück!
 
Achtung: Keine Besucher unter 7 Jahren. Die Ausstellung ist für Besucher ab 14 Jahren konzipiert.
 
#Germania #BerlinerUnterwelten #Gewinnspiel #Verlosung #Ausstellung #Berlin #Geschichte #Deutschland #Dauerausstellung #Museum #multimedial
 
Text © E. Günther
Foto © Philipp Dase

WOODSTOCK VARIETY SHOW – Festival Hits & Acrobatics – Love, Peace and Happiness im Wintergarten Berlin​ –

Im Jahr 1969 fand das Woodstock-Festival statt und noch heute, 50 Jahre danach, inspiriert es zahlreiche Musiker und ermutigt Jugendliche in ihrem Kampf gegen Krieg und Ungerechtigkeit. Damals trafen sich für drei Tage 400.000 zumeist junge Menschen, um gemeinsam die einzigartige Live-Musik von Janis Joplin, Jimi Hendrix, The Who und vieler anderer zu feiern, aber auch um eine deutliche Message gegen den Vietnam-Krieg zu setzen.

Auf dem Festival entstand zudem der mit einem Oscar ausgezeichnete Film „Woodstock“, der noch immer zu den erfolgreichsten Dokumentarfilmen zählt und den legendären Spirit des Festivals in die ganze Welt transportiert hat. Zum 50-jährigen Jubiläum des Mythos Woodstock veranstaltet der Wintergarten Berlin die musikalische Akrobatikshow „WOODSTOCK VARIETY SHOW – Festival Hits & Acrobatics“, die wir am Samstag, den 30. August 2019, besucht hatten.

Um 20 Uhr ging der Vorhang auf und anwesende Hardcore-Fans der Woodstock-Musik von Santana, Janis Joplin, Joe Cocker und Jimi Hendrix und Gäste, die nur durch Erzählungen und Filmaufnahmen das Festival kennen, bekamen in dem wie fast wie immer ausverkauften Wintergarten Berlin eine explosive Show geboten.

Für mich stand jedoch die Show auch unter einem persönlichen Motto: „Wiedersehen mit alten Bekannten“, denn die fünf Sänger der Show kannte (und liebte) ich bereits von anderen Shows: Die Sängerin Achan Malonda überzeugte mich mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrer starken Bühnenpräsenz bereits in dem Musical „Affe“. Henriettes charismatische Art und ihre facettenreiche Stimme fiel mir schon in dem Musical „The Addams Family“ und in der Wintergarten-Show „Take it easy“ positiv auf. Auch in dieser Show war die durch ihren Aufenthalt in Nashville beflügelte
Henriette Schreiner​ eine Bereicherung.

Zu unserer großen Freude stand genauso wie bei den Shows „Take it Easy“ und „Staunen“ wieder der großartige und unverwechselbare Crsto​ (Christopher Ciraulo) auf der Bühne des Wintergarten Berlin. Wir freuen uns jedes Mal wie kleine Kinder, wenn wir ihn auf der Bühne erleben dürfen, denn Crsto ist unser persönlicher „the greatest showman on earth“. Eine beeindruckende Stimme, die jedes Lied auf eine eigene – wunderschöne – Art und Weise interpretieren kann und ein enormes Talent, das Publikum zu unterhalten.
Besonders gefreut hat es mich diesmal, dass der Sänger Jez Green​ nicht wie bei anderen Shows im Hintergrund agierte, sondern diesmal ins Zentrum gerückt wurde. Seine rauchige Stimme und seine Liebe für die Bühne gehören für mich einfach in den Vordergrund jeder Show.

Woodstock bedeutet für mich das Streben nach Freiheit, das in einer guten Rockmusik ausgedrückt wird. Und kein anderer kann das für mich so gut verkörpern wie der Sänger Max Buskohl​, der schon mit Paul McCartney und Bono auf der Bühne stand. Zwar war das für Buskohl die erste Show im Wintergarten Berlin, doch verfolge ich seine musikalische Karriere schon seit dem Jahr 2007, als er einem großen TV-Publikum bekannt wurde. Auch diesmal war die Rockstimme mit der Gitarre abgefahren gut.

Wer schon häufiger im Wintergarten war, der weiß, dass die Musik in den Shows oft eine dienende Funktion für die Akrobatikprogrammpunkte übernimmt. Während die weltbesten Artisten auftreten, singen begnadete Sänger an der Seite der Akrobaten. Doch genauso wie bei der Show „Relax!“ war auch diesmal das Konzept ein wenig anders. Die sehr talentierten Musiker begleiteten zwar auch diesmal die einzelnen Akrobaten musikalisch, doch gaben sie in dieser Show auch eine Art eigenständiges Konzert, das von dem Publikum mit begeisterten Jubelstürmen honoriert wurde.

Von Beginn an konnten die Sänger und die furiose Live-Band Chill Factor Berlin​ (Jan Stolterfoht an der Gitarre, Otto Block am Schlagzeug, der Bass-Gitarrist Lexa Schäfer, Sebastian Düwelt am Keyboard und der oben erwähnte Sänger Jez Green am Keyboard) die Zuschauer begeistern und zum Singen und Klatschen animieren.
Die Filmausschnitte von dem Woodstock-Festival im Hintergrund taten ihr Übriges, um uns endgültig in die Zeit des Festivals zu versetzen.

Doch eine Show im Wintergarten lebt nicht nur von ihren Sängern und Musikern, sondern brilliert auch durch ihre talentierten und international bekannten Akrobaten. Eröffnet wurde die Show durch den Akrobaten Fleeky (Fleeky Flanco), der uns zum Lied „Voodoo Child“ zeigte, wie man seinen Körper unmenschlich und dennoch leicht verbiegen kann. Dabei gab es keinen Gegenstand, in den der Kontorsion-Künstler nicht hineinkriechen konnte. Mit seiner wilden und leicht verrückten Art passte der Künstler perfekt zur Woodstock-Show.

Zu meinen Highlights an dem Abend gehörten zwei Showpaare: Diego und Elena präsentierten uns an den Stapaten einen schnellen Kleiderwechsel in der Luft und voller magischer Momente. Am Ende sorgte das Paar für eine Überraschung in seinem Showprogramm und stand anschließend in Weiß auf der Bühne. „Reason to Believe“ – ein wunderschönes Lied, um diese liebevolle Performance zu begleiten.
Dass eine Beziehung nicht nur gefühlvoll, sondern auch leidenschaftlich sein kann, bewies uns das Artistenpaar Waz’O​ am Trapez. Marie-Christine Fournier und Louis-David Simoneau demonstrierten die Höhen und Tiefen einer Beziehung und die Distanz und Annäherung zwischen zwei Liebenden – und das in einem sehr schwungvollen Showprogramm.

Für zugleich ruhige und mystische Momente in der Show sorgte Simone Al Ani​, der seine Ringe und Kugeln zu etwas Besonderem verwandelte und ihnen Leben einhauchte. Für einen Moment vergaßen die Zuschauer ihre Sorgen und den Alltag. Zum Lied „As tears go by“ belegte der Künstler mein Motto: Mit Gelassenheit und Harmonie kann man man die Herzen der Menschen erreichen.

Aber eine Show kann natürlich nicht ohne temperamentvolle Programmpunkte existieren und davon hat der aus einer berühmten russischen Zirkusfamilie stammende Victor Krachinov (Krachinov Roslyakov Victor​) mehr als genug. Der fröhliche Wirbelwind zauberte mit seiner Jonglage jedem im Zuschauersaal ein Lächeln ins Gesicht.
Auch Valerie Inertie​ brachte mit ihrer feurigen Tanzperformance in, mit und auf dem Cyr Wheel zum Lied „Spinning Wheel“ von Blood, Sweat & Tears die Bühne zum Beben.
Das Duo Ikai erfreute uns nicht nur mit seiner schnellen und waghalsigen Show am Teeterboard, sondern zog das Publikum auch mit seinem komödiantischen Talent auf seine Seite.

Mein Fazit: Wieder eine fantastische Show im Wintergarten Berlin! Phänomenale Stimmen, fabelhafte Akrobaten, charismatische Künstler und das Lebensgefühl des Woodstock-Festivals in einer Show! Nur noch bis zum 27. Oktober 2019 könnt Ihr die Show im Wintergarten erleben.

Weitere Informationen:

WOODSTOCK VARIETY SHOW


https://www.facebook.com/WintergartenBerlin/

Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther

 

Shiso Burger Kantstrasse​ – Kombination aus asiatischer Küche und saftigen Burgern

Ich liebe die asiatische Küche und esse sehr gerne Fisch und Burger (seit Neustem ohne Fleisch). Der Asia-Burgerladen „Shiso Burger“ kombiniert die drei Welten und serviert den Gästen leckere asiatische Burger, auch mit Fisch. Den Szene-Laden in Mitte (Auguststraße) habe ich noch nicht besucht, habe mich aber mit einer Freundin am Mittwoch, den 17. Juli 2019, in den Shiso Burgerladen in der Kantstraße zum ersten Mal aufgemacht, da dieser für mich näher dran ist.

Bei der freundlichen Servicekraft bestellte ich den Salmon Burger mit Lachsfilet, Tomaten, roten Zwiebeln, Frischkäse, Miso- und Teriyaki-Sauce. Meine Double-Version kostete 11,10 €. Der „normale“ Burger kostet 7,10 €. Meine Freundin aß den Ebi Burger mit knusprig frittierter Garnelenscheibe, Feldsalat, Tomaten, roten Zwiebeln und einer Honig Senf Sauce und Chili Mayo für 7,20 € (Double für 11,20 €).
Alle Burgerbrötchen sind aus Reismehl gemacht, sind nicht zu fettig und die Burger schmecken sehr gut. Als Beilage nahmen wir die Süßkaroffelpommes mit Ketchup und Mayonnaise für 4,50 €. Sehr gut zubereitet! Die erfrischende Shiso Limonade für 4,20 € war genau das Richtige bei dem heißen Wetter.

Mein Fazit: Der Shiso Burgerladen in der Kantstraße hat uns mit seinen fairen Preisen, gut schmeckenden und nicht zu fettigen Burgern und Süßkartoffelpommes und seiner entspannten Atmosphäre überzeugt. Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Adresse: Shiso Burger in der Kantstraße
Kantstr.51, 10625 Berlin

Öffnungszeiten
So-Do 12 Uhr bis 23 Uhr
Fr-Sa 12 Uhr bis 00 Uhr

Den Burgerladen gibt es auch in Berlin-Mitte, Hamburg, Paris und Malmo.

Weitere Informationen:

Shiso Burger


https://www.facebook.com/Shisoburgerkantstrasse/

Text und Fotos © E. Günther

 

 

 

Gewinnspiel für ein Dinner und ein anschließendes Konzert: 1×2 Karten für „Vivaldi und Bach – Meisterwerke des Barocks“ im Schloss Charlottenburg – Berliner Residenz Konzerte 

Schon immer hat mich die prachtvolle Epoche Barock (1575-1770) mit ihren ausufernden Kleidern und wunderschönen Gebäuden fasziniert. Und da ich zudem eine große Liebhaberin von Opern und klassischer Musik bin, stand es für mich außer Frage, dass ich irgendwann die Berliner Residenz Konzerte im Schloss Charlottenburg besuchen werde.
 
Unsere Wahl fiel am Samstag, den 21. Juli 2018, auf die „Barocke Operngala – Zauber der Klassik“. Zwischen drei Arrangements konnten wir entscheiden: nur Konzert oder Dinner und Konzert oder Schlossbesichtigung, Dinner und Konzert. Wir wählten das Arrangement Dinner und Konzert.
 
Um 19.30 Uhr machten wir uns nach dem wundervoll schmeckenden Drei-Gänge-Menü und einer während des Essens live vorgetragenen Komposition des Barocks mit dem Zeremonienmeister und den übrigen Gästen auf den Weg zum Austragungsort des Barocken Konzerts.
 
Um 20 Uhr begann das Konzert und ein neunköpfiges Orchester spielte bekannte Kompositionen des Barocks. Begleitet wurde das Konzert von zwei sehr talentierten Solistinnen.
 
Wir fühlten uns an dem Abend in die Zeit des Barocks versetzt. Das sehr gut zubereitete Essen in Form eines Drei-Gänge-Menüs, der wunderschöne Ort, die originalgetreuen Kostüme – alles schuf eine unvergessliche Atmosphäre.
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann fasse ich noch einmal alles Wichtige zusammen:
Was? 1×2 Karten für „Vivaldi und Bach – Meisterwerke des Barocks“ im Schloss Charlottenburg – Berliner Residenz Konzerte – MENÜ UND KONZERT!!!
 
Wann? Am Mittwoch, den 18. September 2019, um 20 Uhr Uhr
Wo? Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 22, 14059 Berlin
Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Donnerstag, den 5. September 2019, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Glück!
Text © E. Günther
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„Charlys Tante“ im Schlosspark Theater Berlin – das aktuell lustigste Theaterstück in Berlin

„Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune.“ (Charles Dickens)
Und dies könnt Ihr in dem im Moment für mich lustigsten Theaterstück auf Berlins Theaterbühnen erleben: „Charlys Tante“ im Schlosspark Theater.

Die im Jahr 1892 erschienene Travestiekomödie „Charleys Tante“ (Originaltitel „Charley’s Aunt“) vom britischen Autor Brandon Thomas wurde in mehr als 100 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt. René Heinersdorff, dessen Regiearbeit ich zuletzt im Jahr 2016 beim Theaterstück „Honig im Kopf“ im Schlosspark Theater bewundern durfte, bringt dieses schon Anfang des 20. Jahrhunderts viel gespielte Bühnenstück in Deutschland auf die Bühne des Schlosspark Theaters.

Die Interpretation von René Heinersdorff handelt von den Freunden Charly und Jack, die sich in die beiden türkischen Schwestern Sema und Aishe verlieben. Doch die beiden Schwestern haben einen sehr strengen Vater: den türkischen Geschäftsmann Spittigül, der sich um die Ehre seiner Töchter sorgt. Um sich mit Aishe und Sema ungestört treffen zu können, brauchen die beiden Freunde eine Anstandsdame. Da kommt der angekündigte Besuch von Charlys reicher Tante aus Brasilien wie gerufen. Doch leider verzögert sich der Besuch und es muss eine neue Tante her. Wie gut, dass die beiden diesen Ersatz in dem Hausmeister Babbs finden. Das chaotische Verwirrspiel kann beginnen.

Nicht nur die beiden Freunde finden in dem Hausmeister Babbs die perfekte Besetzung für die Täuschung ihres zukünftigen Schwiegervaters Spittigül. Auch dem Schlosspark Theater gelingt mit dem im deutschen Sprachraum sehr bekannten Schauspieler Markus Majowski ein unvergleichlicher Coup. Die Rollen des Hausmeisters Babbs und der falschen Tante aus Brasilien sind Majowski wie auf den Leib geschnitten worden. Herrlich, wie Babbs als die falsche Tante Männerherzen erobert und in jeder Szene versucht, seine immer wieder aufkommende Männlichkeit zu verstecken. Lacher am laufenden Band sind garantiert, was der grandiosen Darstellung des Markus Majowski zu verdanken ist.

Der bereits auf den Theaterbühnen erfahrene Daniel Wobetzky schlüpft in die Rolle des Charly, der die Schönheit Aishe feurig liebt. Genauso wie sein Freund Jack nutzt er auch gerne das Gewächshaus im Zoo und belohnt den Hausmeister mit falschen Zigarren. Er hat große Angst vor dem türkischen Vater seiner Auserwählten und freut sich daher sehr auf den Besuch seiner Tante aus Brasilien.
Ich freue mich schon darauf, den in seiner Rolle überzeugend agierenden Daniel Wobetzky in weiteren Theaterstücken erleben zu dürfen.

Johannes Hallervorden durfte ich schon zwei Mal auf der Bühne des Schlosspark Theaters sehen: in den Theaterstücken „Was zählt, ist die Familie!“ und „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“. Und auch die Rolle des von seinem Vater verwöhnten Jack Chesney, der die Worte „Arbeit“ und „Schulden“ nicht kennt, interpretiert Hallervorden wieder hervorragend. Genauso wie sein Freund Charly liebt er eine Türkin (Sema) und hat Angst vor ihrem leidenschaftlichen Vater. Unvergessen bleibt hier der Tanz von Hallervorden und Wobetzky zum Lied „Kiss kiss“ des türkischen Sängers Tarkan.

Gibt es den typischen Türken? Nein, genauso wenig wie den typischen Deutschen. Allerdings gibt es ein Bild, das andere Nationen von einem Türken haben: temperamentvoll, liebt seine Familie über alles, verteidigt die Ehre seiner Familie bis aufs Blut und betreibt einen Späti (Abkürzung für eine Spätverkaufsstelle). Und genau diesem Bild entspricht Herr Mustafa Spittigül, der Vater von Aishe und Sema. Der Witwer und Geschäftsmann von „Import, Export, Elektrowaren“ vergöttert seine beiden Töchter und sorgt sich sehr um ihre Ehre („Mein Herz blütet.“). Die Hände des eifrigen Geschäftsmannes können sowohl Gutes vollbringen als auch das Leben von aufdringlichen Verehrern seiner Töchter „auspüsteln“.
Aykut Kayacik, den ich bereits aus der Operette „Frau Luna“ kannte, spielt diesen liebenden und cholerischen Vater und Geschäftsmann. Nein, er spielt nicht bloß diese Rolle, er lebt sie. Und zwar so überzeugend, dass ich oft vergaß, dass es sich dabei nur um eine fiktive Rolle handelt – so überzeugend war Aykut Kayacik. Zurecht gab es dafür einen frenetischen Applaus.

Oliver Nitsche, den ich schon in den Theaterstücken „Der Stellvertreter“ und „Ein gewisser Charles Spencer Chaplin“ im Schlosspark Theater gesehen hatte, verkörpert auch die Rolle von Jacks Vater und Colonel Francis sehr glaubhaft. Jacks Vater hat seinen Sohn zu sehr verwöhnt und braucht jetzt eine reiche Frau, die die Familienschulden tilgen kann. Eine Hochzeit mit der reichen Tante scheint hier die Lösung zu sein. Schade, dass sie nun gar nicht seinen Vorstellungen von einer hübschen Frau entspricht. Der Zuschauer fand es sehr komisch zu sehen, wie sich das Pokerface des Colonel Francis immer beim Anblick der Tante verändert hat. Zum Glück kommt bald die echte Tante aus Brasilien und erlöst Jacks Vater von seinem Leiden.

Die Figur der echten Tante Lucia aus Brasilien wird authentisch von der im deutschen Fernsehen sehr bekannten Claudia Neidig dargestellt. Donna Lucia ist das komplette Gegenteil der falschen Tante. Sie ist elegant, eloquent und weiß sich zu benehmen.

Auch die anderen drei Frauenrollen wurden sehr gut vom Schlosspark Theater besetzt: Aishe Spittigül (Kim Zarah Langner) und Sema Spittigül (Alice Zikeli) lieben verbotenerweise nicht die Männer, die ihr Vater für sie ausgesucht hat. Die leidenschaftlichen Schwestern halten aber bis zum Schluss zusammen. Auch Katharina Hadem ist in ihrer Rolle der Ella, der Adoptivtochter von Tante Lucia, die gerne eine Französin wäre und früher sehr innig einen Zoo-Angestellten geliebt hat, für das Theaterstück sehr gewinnend.

Thomas Pekny sorgt für ein sehr gelungenes Bühnenbild in dem Theaterstück. Das auf die Bühne gestellte gläserne Gewächshaus mit dem Kreischen der Affen und der Zwitschern der Vögel unterstreicht die wilde Atmosphäre von „Charlys Tante“.

Mein Fazit: Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich mit Tränen in den Augen bei einem Theaterstück so viel gelacht habe. Als Zuschauer hat man keine Zeit zum Durchschnaufen und kommt aus dem Lachen nicht mehr raus – und das zwei Stunden lang nicht. Eine geniale Umsetzung der literarischen Vorlage mit einem bis in die kleinste Rolle fabelhaft besetzten Cast! Das Publikum hat zurecht am Ende begeistert applaudiert und wollte die Darsteller nicht mehr weggehen lassen. Nur noch bis zum 29. August 2019 könnt Ihr das für mich im Moment lustigste Theaterstück in Berlin im Schlosspark Theater sehen.

Weitere Informationen:
https://www.schlossparktheater.de/produktionen/charlys-tante.html
https://www.facebook.com/Schlosspark-Theater-Berlin-Offizielle-Seite-332467151990/

Text © E. Günther
Fotos © DERDEHMEL/Urbschat
Titelbild © ConceptZone.de

 

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Don Giovanni“ – internationales Opernfest der Berlin Opera Academy im Theater im Delphi

Ich liebe Opern. Ich liebe diese tragischen Liebesgeschichten, bei denen die Operndarsteller bei jedem einzelnen Ton ihre Seele offenbaren. Und so war es für mich eine sehr erfreuliche Nachricht, dass das internationale Opernfest der Berlin Opera Academy dieses Jahr wieder in Berlin stattfindet – diesmal in dem berühmten Theater im Delphi.
 
Das Opernfest der Berlin Opera Academy ist ein internationales Festival junger Opernsänger, das sich zum dritten Mal in Berlin ereignet. Junge Talente aus 27 verschiedenen Ländern, von denen viele von einigen der besten Ausbildungsstätten im Bereich der klassischen Musik (u.a. Juilliard School New York, Royal College of Music London oder Indiana University) kommen, präsentieren an außergewöhnlichen Orten beliebte Opern. Einige von diesen jungen Talenten sind entweder gerade mit ihrem Studium fertig geworden oder noch in der Ausbildung.
 
Doch vor dem Opernfestival müssen die jungen Operndarsteller ein vierwöchiges Intensivprogramm an der Berlin Opera Academy absolvieren. Hier werden sie umfassend in Gesang, Theater und Musik unterrichtet und studieren eine vollszenische Opernproduktion ein. Auf dem Opernfest präsentieren sie anschließend ihre Ergebnisse.
 
Davon konnte ich mich am Samstag, den 10. August 2019, selbst in dem ausverkauften Theater im Delphi überzeugen. An diesem Abend wurde die im Italienischen vorgetragene Oper „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Die Oper „Don Giovanni“ ist eine Oper in zwei Akten nach einem Libretto von Lorenzo Da Ponte und gehört zu den Meisterwerken der Oper.
 
Die Oper „Don Giovanni“ handelt von dem Frauenhelden Don Giovanni, einem Meister der Verführung, der Frauenherzen reihenweise bricht und dabei auch nicht vor einem Mord zurückschreckt – so auch nicht vor dem Mord am Komtur und dem Vater von Donna Anna. Donna Anna und ihr Verlobter Don Ottavio schwören daraufhin Rache. Aber auch weitere Frauen wünschen sich eine Bestrafung für den seelenlosen Verführer. Kommt Don Giovanni erneut davon oder wird er diesmal für seine Vergehen bezahlen müssen?
 
Die Inszenierung von Marcin Lakomicki hält viele Überraschungen für den erfahrenen Opernliebhaber bereit. Die Handlung spielt nicht die ganze Zeit auf der Bühne, sondern die meiste Zeit im Zuschauersaal. Da die Darsteller ständig ihre Position im Zuschauersaal wechseln, befindet sich der Zuschauer mitten im Geschehen und die Geschichte wirkt dadurch noch dynamischer.
 
Unter der musikalischen Leitung von Kevin Class und einer wunderschönen Klavierbegleitung (Bradley Kunda, Carolina Rodriguez de Guzman und Cristina Battistella) entfalten die neuen Sterne am Opernhimmel ihr ganzes Talent sowohl im gesanglichen als auch im schauspielerischen Bereich. Bei allen Stimmen hatte ich oft Gänsehaut und es gab zurecht auch zwischendurch begeisterten Applaus.
 
Die Figurenzeichnung war sehr gelungen in dieser Umsetzung der weltbekannten Oper. Die Rolle des charmanten, aber seelenlosen Frauenverführers Don Giovanni, für den Frauen nur Trophäen sind, wurde hervorragend von Marko Erzar (Bariton) interpretiert. Sehr gut gesungen und geschauspielert!
 
Doch es gibt eine Konstante in Don Giovannis Leben: sein treuer, aber ängstlicher Diener Leporello. Theo Magongoma spielte sich sofort mit seinem Charisma und sang sich mit seiner Bass-Stimme in die Herzen der Zuschauer.
 
Die drei weiblichen Hauptfiguren der Oper glänzten dank der stimmlich sehr starken Opernsängerinnen an diesem Abend. Dilara Kaymak verkörperte die tragische Figur Donna Anna. Ob Don Giovanni es geschafft hat, die Verlobte von Don Ottavio zu verführen, sieht der Zuschauer nicht, allerdings ahnt er dies. Doch Donna Anna verliert so viel mehr, da Don Giovanni ihren Vater ermordet. Der Zuschauer litt mit der Figur und nahm ihr den ganzen Schmerz ab, der sich auch in der herzergreifenden Sopran-Stimme von Dilara Kaymak widerspiegelte.
 
Eine weitere Frauenfigur ist Donna Elvira, die von Don Giovanni verführt und verletzt wurde, ihn aber trotzdem noch liebt. Aber als sie von Leporello die Zahl der Eroberungen des Frauenheldes erfährt und von der Tatsache Kenntnis nimmt, dass Don Giovanni plant, die junge Braut Zerlina am Tag ihrer Hochzeit mit Masetto zu verführen, will sie ihm das Handwerk legen. Diese gleichzeitig liebende und nach Rache sinnende Frauenfigur wurde hervorragend von Ilijana Korác Teklic interpretiert, deren Sopranstimme zurecht auch mitten in der Oper gewürdigt wurde.
 
Die dritte Frau ist Zerlina, das neue Opfer von Don Giovanni. Zerlina steht vor der Hochzeit mit Masetto und erkennt durch ihre Leichtgläubigkeit nicht die Gefahr, die ihr durch Don Giovanni blüht. Courtney McPhail überzeugte mit ihrer Rolle der naiven Zerlina und ihrer grandiosen Sopran-Stimme.
 
Aber auch die anderen Operndarsteller wurden mit einem langanhaltenden Applaus am Ende der Oper verabschiedet, weil sie sowohl sehr authentisch gespielt als auch fabelhaft gesungen haben: James Hutchings in seiner Rolle des Don Ottavio (Tenor), dem nach Rache an Don Giovanni sinnenden Verlobten von Donna Anna; Will Esch (Bass) mit seiner kurzen und dennoch sehr starken Umsetzung der Rolle des Vaters von Donna Anna und William Weidner (ebenfalls Bass) in seiner Rolle als Masetto, dem eifersüchtigen Verlobten von Zerlina.
Selbst die kleinen Rollen im Chor waren außerordentlich gut besetzt.
 
Mein Fazit: Das Opernfest der Berlin Opera Academy ist ein herausragendes Ereignis für jeden Opernliebhaber, das den Zuschauern zeigt, dass neue begnadete Talente nur darauf warten, die Opernwelt zu erobern.
Die Oper „Don Giovanni“ wird noch einmal heute (Sonntag, den 11. August 2019) um 13:00 Uhr und um 18:30 Uhr aufgeführt. Am Donnerstag, den 15. August 2019, kann man zudem Robert Wards Oper „The Crucible“ um 19:30 Uhr und am Freitag, den 16. August 2019, um 13:00 Uhr und um 19:30 Uhr im Theater im Delphi besuchen.
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos (außer Titelbild) © E. Günther
 

Saturday Five – Die Erwachsenen-Impro-Show im Improtheater Paternoster Kesselhaus & Maschinenhaus (Kulturbrauerei)

Improvisationstheater (Improtheater) stellt für mich die höchste Kunst der Comedy und allgemein der Schauspielkunst dar, denn es werden Szenen ohne eine vorgeschriebene Handlung dargestellt. Die Schauspieler müssen auf die Beiträge der Zuschauer sofort reagieren und um sie herum eine Geschichte bilden, auch wenn die hereingerufenen Wörter absurd erscheinen.
 
Paternoster gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Improtheathern in Berlin. Seit 15 Jahren spielen die zehn professionellen Schauspieler des Improtheater Paternoster, die aus verschiedenen künstlerischen Bereichen wie Theater, Comedy oder Pantomime kommen, jede Woche dienstags („Der Spielekönig“) und mittwochs („Dein Held – Deine Geschichte“) vor einem ebenso spontanen und immer wieder begeisterten Publikum.
 
Ab dem 04. Mai 2019 an jedem 1. Samstag im Monat um 19:00 Uhr gibt es für das Training der Lachmuskeln eine brandneue Show im Maschinenhaus der Kulturbrauerei: „Saturday Five – Die Erwachsenen-Impro-Show“! Am Samstag, den 3. August 2019, nahm ich eine Freundin mit zu der Show, die ich für ihre Spontanität und ihre witzige Art schätze und erhoffte mir dadurch viele interessante Herausforderungen für die Schauspieler.
 
Um 19 Uhr stellten die drei Schauspieler (eine Frau und zwei Männer) an diesem Abend ihr folgendes Programm vor: Fünf improvisierte Szenen sollten nach den Zurufen der Zuschauer im gut gefüllten Maschinenhaus von den drei Darstellern präsentiert werden. An dem gestrigen Abend gab es Geschichten zu Kevin, der nicht wie sein Vater Metzger, sondern Astronaut werden wollte; eine Kriminalgeschichte in Japan; eine Geschichte im Kreißsaal und eine auf dem Wacken-Festival und sogar eine Oper mit dem Titel „Das große Zittern“ (ein Zuruf meiner Begleitung).
 
Nach den fünf Szenen konnte dann das Publikum anhand der Lautstärke seines Beifalls bestimmen, welche drei Szenen weiter improvisiert werden sollten. Nach der Pause wurden die ausgewählten drei Szenen weiter gespielt, bis es am Schluss nur eine Szene gab. Diese Szene, in unserem Fall die auch von mir favorisierte Kriminalgeschichte in Japan, wurde anschließend von den Darstellen bis zum Ende gespielt.
 
Am Ende der Show gab es zusätzlich zu den gelungenen fünf Szenen noch etwas Anderes zu gewinnen: Wer am Anfang der Show schon wusste, welche der fünf Szenen gewinnen wird und seinen Namen in den richtigen Topf der vorhandenen fünf Töpfe getan hat, der hatte die Chance, zwei Karten für eine weitere Show „Saturday Five“ zu gewinnen.
 
Mein Fazit: Die gestrigen drei Darsteller und der Musiker des Improtheaters Paternoster überzeugten durch ihre Spontanität, sympathische Art und ihr Improvisationstalent. Wir haben sehr viel gelacht und fanden die fünf entstandenen Geschichten in der Show „Saturday Five“ sehr amüsant.
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos © E. Günther