Gärten der Welt – internationale Gartenkunst und ein Ort der Erholung in Berlin

Ich weiß schon ganz genau, wohin ich, nachdem wir alle zusammen die diesjährige Krise überstanden hatten, gehen werde. Genau wie schon im September 2019 werde ich wieder die Gärten der Welt aufsuchen, wo ich nicht nur die Gartenkunst verschiedener Länder bewundern, sondern wo auch meine Seele zur Ruhe kommen kann.
 
Im Jahr 2017, im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung in Berlin (IGA), sind die Gärten der Welt auf 43 Hektar gewachsen und vielfältiger geworden. Im Erholungspark Marzahn können Besucher zehn internationale Themengärten besuchen: Orientalischer Garten, Japanischer Garten, Südkoreanischer Garten, Chinesischer Garten, Balinesischer Garten, Italienischer Renaisancegarten, Englischer Landschaftsgarten, Christlicher Garten, Jüdischer Garten und Gartenlabyrinth.
Orientalischer Garten
Das Wort „Paradies“ kommt aus dem Alt-Persischen („pairidaeza“) und bedeutet „ummauerter Raum“. Dies erklärt auch, warum viele Gartenhöfe des Orients traditionell hinter einem Mauerwerk versteckt sind – wie auch der Orientalische Garten in den Gärten der Welt. Der Orientalische „Garten der vier Ströme” wurde im Juli 2005 eröffnet und zeigt die Gartentradition verschiedener islamischer Länder. Durch den „Saal der Empfänge“ kommt der Besucher in den viergeteilten Gartenhof, in dessen Mitte sich ein Pavillon und ein Brunnen befinden. „Zillij, die marokkanischen Keramikkacheln, zieren die Mauern und die Arkaden des Gartens.
 
Japanischer Garten
Im Japanischen „Garten des zusammenfließenden Wassers“, dem Projekt der Städtepartnerschaft Berlin-Tokio, fand ich die größtmögliche Erholung. Der Garten verfügt über einen Pavillon, einen Teich, Wasserläufe, einen Trockengarten und beeindruckende Steinsetzungen, die seit Mai 2003 die Besucher entzücken. In Japan haben Steine eine große Bedeutung, denn es wird davon ausgegangen, dass Steine eine Seele besitzen. 300 sehr alte Augengneis-Steine liegen daher im Japanischen Garten. Zudem entdeckt der Besucher typische japanische Pflanzen wie Fächerahorn, Japanischen Blumenhartriegel oder Japanische Lavendelheide und viele Zierkirschen im Garten.
Die drei miteinander verbundenen Gärten im Japanischen Garten stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Mitte der drei Gärten befindet sich ein Pavillon, der Chaya.
 
Südkoreanischer Garten
Am 31. März 2006 öffnete der Koreanische „Seouler Garten“, ein Geschenk der Stadt Seoul an Berlin. Der Garten vereint drei wichtige Elemente Südkoreas: den Buddhismus, die Lehren des Konfuzius und den volkstümlichen schamanischen Glauben, in dem das Gleichgewicht männlicher und weiblicher Kräfte in der Natur gelehrt wird. So findet man jeweils am Eingang und am Ausgang des Dorfes die männliche („Ritter des Himmels“) und die weibliche Figur („Ritterin der Erde“). Zudem gibt es im Südkoreanichen Garten einen Pavillon, vier aufeinander folgende Höfe, abstrakte Holzfiguren und Totempfähle.
 
Chinesischer Garten
Der Chinesische Garten, der „Garten des wiedergewonnenen Mondes“, ist der erste „Garten der Welt“. Im Zentrum des Gartens liegt ein 4.500 Quadratmeter großer See. Das Teehaus („Berghaus zum Osmanthussaft“) ist über Uferwege und eine Zickzackbrücke mit anderen typisch chinesischen Bauten verbunden. Dort kann man über 30 verschiedene Sorten Grünen Tee trinken. Im Chinesischen Garten blühen viele typische und symbolträchtige Blumen der Chinesischen Gartenkultur: u.a. Chrysanthemen, die erst dann blühen, wenn alle anderen Pflanzen schon verblüht sind (Symbol für ein langes Leben). Die Magnolien im Chinesischen Garten symbolisieren die Schönheit und Reinheit der Frau und die Kiefern die Struktur und Beständigkeit des Mannes.
 
Balinesischer Garten
Seit dem 18. Dezember 2003 erkundet der Besucher den Balinesischen „Garten der drei Harmonien“ in einem Gewächshaus. Er entstand 2003 im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Jakarta und umfasst insgesamt 2.000 qm. Der Balinesische Garten – dem einzigen Garten in einem Tropenhaus – versinnbildlicht das Streben des Menschen nach Einklang mit sich selbst und seinem Umfeld.
 
Italienischer Renaisancegarten
Am 31. Mai 2008 wurde der Italienische Renaissancegarten eröffnet. Mit seiner Loggia, seinen Blumenbeeten und seinem reichen Skulpturenschmuck versetzt er den Besucher in die Zeit der Renaissance. Der Italienische Renaisancegarten, der an Villengärten der Toskana erinnert, besteht aus vier Teilen und besticht durch antike Marmorskulpturen, Säulen, Treppen, Bänke und Plattenflächen.
 
Englischer Landschaftsgarten
Der Englische Landschaftsgarten beeindruckt auf 6.000 hügeligen Quadratmetern durch eine idyllische Wildnis der Landschaftsmalerei. Weite Wiesenflächen, ein Obstbaumhain, ein Rosengarten, Staudenbeete und ein Gemüsegarten, all das findet man im Englischen Garten.
 
Christlicher Garten
Der Christliche Garten wurde im Jahr 2011 eröffnet. Im Zentrum des Christlichen Gartens liegt der „Raum der Sprache und des Wortes“ mit modern gestalteten Zitaten aus der Bibel und der abendländischen Philosophie. Der Garten hat die Form eines Quadrates und steht für die Beziehung des Menschen zur Natur, die sich auch im Wasserspiel des Christlichen Gartens widerspiegelt.
 
Jüdischer Garten
Seit Herbst 2019 entsteht hier, mit Blickkontakt zum Christlichen Garten, auf 2.000 qm der Jüdische Garten, den wir bei unserem letzten Besuch noch nicht sehen konnten. Damit werden in den Gärten der Welt die drei großen monotheistischen Religionen abgebildet: das Judentum, das Christentum und der Islam.
 
Die Gärten der Welt kann man auch von oben mit der Seilbahn erkunden, die jetzt aufgrund der Corona-Krise nicht fährt. Zudem finden hier zahlreiche Konzerte und sommerliche Veranstaltungen statt, die wegen der Pandemie vorerst abgesagt wurden.
 
Mein Fazit: Wollte man schon immer die beeindruckenden Gärten und Pflanzenkulturen verschiedener Länder entdecken, kann man dies zu fairen Preisen in den Gärten der Welt tun. Zudem kommt man hier, fernab von dem hektischen Alltag des Stadtkerns, zur Ruhe.
 
Adresse: Gärten der Welt
Eisenacher Str. 99
12685 Berlin
 
verschiedene Eingänge: Besucherzentrum (Blumberger Damm), Eingang Kienbergpark (Seilbahn) und Eingang Nord (Eisenacher Straße)
 
Eintrittspreise:
Winterpreis (November bis März, je nach Saisonende und -anfang): Tageskarte 4€, ermäßigt 2€
Kombi-Ticket mit Seilbahnfahrt 6,90€, ermäßigt 4,50€
 
Sommerpreis (April bis Oktober, je nach Saisonanfang und -ende): Tageskarte 7€, ermäßigt 3€
Kombi-Ticket mit Seilbahnfahrt 9,90€, ermäßigt 5,50€
Feierabendticket ab 17 Uhr 4,50€
 
wichtiger Hinweis: Hunde und Fahrräder sind im Park nicht erlaubt.
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos © E. Günther

Vogelpark Streichelzoo Teltow – Tagesausflugtipp für die ganze Familie

Leider komme ich aus zeitlichen Gründen nicht dazu, meine Nichte und meinen Neffen häufig zu sehen. Aber wenn wir uns sehen, dann versuche ich etwas zu finden, wo die Kinder draußen an der frischen Luft spielen können. So war das auch im September 2019 und zwar im Vogelpark Teltow.
 
Nachdem wir an einem sonnigen Sonntag unser Auto auf dem kostenfreien Parkplatz direkt vor der Tür abgestellt hatten, kauften wir am Kiosk Futtertüten für 0,50 €, die Obst, Brot und Gemüse beinhalteten. Damit sollten später mein Neffe und meine Nichte unter Beachtung der Hinweisschilder, die Füttern einiger Tiere und Vögel verbieten, die Tiere füttern.
Und dann ging es schon los mit der Begehung des ca. 10000 qm großen Geländes. Die Kinder durften
Alpakas, einen weißen Pfau, einen Esel, Kaninchen, zwei Hängebauchschweine, Zebrafinken, Ziegen, ein Pony und viele andere Tiere bestaunen und einige Tiere sogar liebevoll streicheln.
 
Nach den Streicheleinheiten tobten wir uns alle auf dem Kinderspielplatz aus. Während meine Nichte sich für die Hüpfburg entschied, interessierte sich mein Neffe für die BobbyCars. So viel Spieltrieb macht natürlich hungrig. Den Hunger stillten wir bei wunderschönem Wetter in der Vogelpark-Klause “Zum weißen Kakadu“.
 
Mein Fazit: Der Vogelpark Streichelzoo Teltow bietet ein überaus faires Preis-Leistungsverhältnis. Für wenig Geld kann man schöne Tiere sehen und streicheln, auf dem Spielplatz spielen und anschließend sich gut bürgerlich stärken. Wir kommen auf jeden Fall wieder!
 
Eintritt:
Erwachsene: 3,50 €
Kinder: 2,50 €
 
Futtertüten am Kiosk: 0,50 €
 
Adresse: Vogelpark Streichelzoo Teltow
Kastanienstr. 13-19
14513 Teltow
 
Text und Fotos © E. Günther

20 20 – Die 20er Jahre Varieté Revue im Wintergarten Berlin

Spoiler: die künstlerisch bedeutendste Show des Wintergarten Berlin
 
Bevor die dunkelste Zeit der Weltgeschichte über die Welt hereinbrach, gab es mit den Goldenen Zwanzigern eine Zeit der sündigen Freude, des verruchten Jazz und der leicht bekleideten Damen, die genau wie die Männer nur eins wollten: ausgelassen feiern und dabei den Alltag vergessen.
Die Berliner Regisseure Pierre Caesar (Seine Show „Like Berlin“ habe ich im Jahr 2017 im Wintergarten Berlin gesehen.) und Markus Pabst und der talentierte Paradiesvogel Jack Woodhead – beide von mir seit der Show „Der Helle Wahnsinn“ (2014) höchst geschätzt – stellten mit ihrer neuen Show „20 20 – Die 20er Jahre Varieté Revue“ eine schillernde Show im Wintergarten Berlin auf die Beine, in der sie an diese Zeit der Sünde erinnerten.
 
Am Samstag, den 22. Februar 2020, wurde ich ein Teil der Hommage an die Roaring Twenties und der musikalischen und vor allem der geschichtlichen Verbindung zu den heutigen 20-er Jahren. Gleich zu Beginn der Show äußerte Markus Pabst seinen sehnlichsten Wunsch, den er mit vielen im Publikum teilte: „Ich hoffe, dass wir es diesmal [die 20-er Jahre 100 Jahre später] nicht wieder verkacken.“ Es gab einen zustimmenden Applaus vom Publikum – in einer Zeit, in der sich nicht nur wie in Thüringen die Geschichte zu wiederholen scheint.
 
 „Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat. …“ (Erich Kästner)
Die Zitate von Kurt Tucholsky und Erich Kästner an diesem Abend und die Parallelen zwischen damals und heute lassen mich zu der Meinung kommen, dass mit „20 20 – Die 20er Jahre Varieté Revue“ dem Wintergarten die künstlerisch bedeutendste Show gelungen ist.
 
Doch die Show „20 20 – Die 20er Jahre Varieté Revue“ steht keineswegs nur für mahnende Worte, sondern transportiert in Form des Burlesque-Tanzes, der erotischen Kontorsion, den authentischen Kostümen der Musiker und Artisten auf der Bühne und der Servicekräfte im Saal und der guten Jazz-Musik in der Show das verboten fröhliche Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger in den Wintergarten Berlin. Und kein anderer kann diese verrückte und frivole Zeit so gut herüberbringen wie der glänzende Paradiesvogel Jack Woodhead, der uns an diesem Abend als Moderater und Sänger begeisterte.
 
Wie in allen bisherigen Shows des Wintergarten Berlin spielte die Musik auch diesmal eine wichtige Rolle. Vor allem in der ersten Showhälfte gab es eine musikalische Zeitreise (u.a.„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ von Marlene Dietrich, „In der Bar zum Krokodil“ von den Comedian Harmonists, „Two Ladys“ aus dem legendären Musical „Cabaret“). In der zweiten Showhälfte bekam der Zuschauer dann moderne Elektromusik zu hören – eine wunderbare musikalische Mischung.
 
Neben Jack Woodhead durfte ich aber auch weitere Sänger an diesem Abend erleben, die in der Show für viele Gänsehautmomente bei mir sorgten: Yamil Borges, die mich mit ihrer sehr starken und gefühlvollen Stimme an den „blauen Engel“ erinnerte und die vielen aus dem Musical-Film „A Chorus Line“ mit Michael Douglas bekannt ist.
Der Sänger Ye Fei steht für das, was eine gute Musik ausmachen sollte: Gefühl und Sprengung aller Grenzen. Dass Markus Pabst ihn, einen chinesischen Opernsänger, in einem Restaurant entdeckt hat, ist ein unglaublicher Glücksfall, für den Wintergarten Berlin und für die Musikwelt. Es war ein magischer und berührender Moment in der Show, als Fei mit seiner kraftvollen Stimme sang und der Tänzer Dennis Mac Dao dazu in einem Schnee aus weißem Konfetti ästhetisch tanzte.
 
Die Band, diesmal nicht im Hintergrund, sondern oben auf der Bühne und damit ein wichtiger Teil der Show, brachte mit den Liedern und dem Jazz den Flair der Zwanziger Jahre in den Wintergarten Berlin. Tobias Tinker (Keyboard, Akkordeon, Horn, Trompete, Band Leader), Felix Buchner (Bass),
Florent Mannant (Tenor Saxophon) und der mir aus den Shows „Der Helle Wahnsinn“ und „Like Berlin“ bekannte Lukas Thielecke (Schlagzeug) sorgten für einen schwungvollen Abend.
 
Ich bin mir sicher, dass viele meiner treuen Blogleser, die den Wintergarten genauso lieben wie ich, beim Lesen meines Berichtes etwas nervös geworden sind und sich aufgeregt fragen: Wo bleiben die Akrobaten, die die Shows im Wintergarten zu etwas Besonderem machen? Ich darf Euch beruhigen, auch diesmal waren die Akrobaten da und wie sie es waren. Vielleicht habe ich das in den Shows zuvor genauso geschrieben, aber die Artisten der Show „20 20 – Die 20er Jahre Varieté Revue“ haben mir oft den Atem geraubt.
 
Katharina Lebedew verinnerlichte bei ihrer Handstandakrobatik die Musik und verzauberte die Zuschauer mit einer vollkommenen Harmonie zwischen Musik und Tanz. Ihre Bewegungen erinnerten auf eine ästhetische Art und Weise an Amphibien. Eine imposante Mischung aus Burlesque und Handstanakrobatik auf der Bühne.
Apropos Burlesque, ich liebe diese Kunstform. Banbury Cross („die kugelsichere Blondine“) – begeisterte mich daher mit ihrer Classic Burlesque, einer nassen Champagner-Nummer und einem erotischen Fächertanz auf ganzer Linie. Nicht nur der Champagner sprudelte, sondern auch die Künstlerin vor erotischer Energie. Ich bin mir sicher, dass die „Neo-Marilyn“ sowohl jedem Mann als auch jeder Frau im Publikum richtig einheizte.
 
Die Frauen waren auch in dieser Show artistisch wieder sehr stark. Das Duo Sienna (Sina Brummer und Vienna Holz) hat mit ihrer kraftvollen, aber dennoch grazilen Performance und Synchronität an der Pole und am Vertikaltuch (Sina) und Luftring (Vienna) bei dem Zuschauer keine Wünsche offen gelassen. In Zusammenarbeit mit Thula Moon (Aerial Hoop) zeigte das Duo ein atemberaubend schönes und gefühlvolles Unterhaltungsprogramm. Zum Weinen schön!
Doris „die älteste noch arbeitende Artistin am Vertikaltuch“ – ist wohlgemerkt im Jahr 1945 geboren und rockt mit ihrer Akrobatik noch immer die Bühne. Meine Hochachtung vor so viel Biegsamkeit in diesem Alter.
 
Biegsam ist auch David Pereira, den ich bereits in „Der Helle Wahnsinn“ bewundern durfte. Mit seinen beiden Showelementen Kontorsion und Hula Hoop beweist dieser Ausnahmeakrobat mal wieder, dass er sich in alle Richtungen bewegen kann.
Chris Myland an den Strapaten war für die großen Gefühle zuständig. In Verbindung mit der Livemusik und dem Licht kamen mir sogar die Tränen bei seiner Performance.
Alessandro Di Sazio überzeugte als sinnlicher Tänzer und als Akrobat am Chinesischen Mast – gemeinsam mit Girma Tsehai. Tsehai kannte ich schon aus der Wiga-Show „Like Berlin“. Auch diesmal begeisterte er alle mit seinem Charme und seiner Hut-Jonglage. Einige Damen im Saal waren bestimmt enttäuscht, dass die Hüte doch nicht heruntergefallen waren.
 
Leider muss ich bei einem der Showprogramme etwas Trauriges schreiben: Die Collins Brothers kamen uns viel zu kurz. Wir hätten sie gerne noch viel länger bzw. häufiger auf der Bühne gesehen. Mit ihrem schwarzen Anarcho-Humor und ihrer naiven und tollpatschigen Art haben sie uns zum Schmunzeln und zum Lachen gebracht. Ein sympathisches und zum Brüllen komisches Duo!
 
Mein Fazit: Die Show „20 20 – Die 20er Jahre Varieté Revue“ ist aufgrund einiger historischer Verweise und Zitate aufrüttelnd, aber auch höchst unterhaltsam und sehenswert! Die Musik ist fetzig, die Stimmen der Sänger sind stark und gefühlvoll und die sehr talentierten Akrobaten sind wie immer eine Augenweide! Diesmal wird die Dosis Sexappeal auf der Bühne sogar etwas erhöht. Das Essen (Meine Vorspeise, die Jakobsmuscheln, habe ich sogar zwei Mal bestellt.) und der Service waren wie immer fabelhaft. Ich kann jedem die Show, die noch bis zum 11. Juni 2020 im Wintergarten Berlin läuft, wärmstens empfehlen. Übrigens gibt es diesmal sogar eine nostalgische Holzklasse in der ersten Reihe. Eine wunderbare Reise in die Goldenen Zwanziger, die einen amüsiert, aber auch aufmerksam für die aktuellen Geschehnisse in der Politik nach Hause gehen lässt.
 
Adresse: Wintergarten Berlin
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos © E. Günther 
erstes Foto (Titelbild) © Wintergarten Berlin

Gewinnspiel: 2×2 Karten für das Computerspielemuseum

imagegroup1997 eröffnet und seit dem 21. Januar 2011 mit einer neuen Dauerausstellung ist das Computerspielemuseum ein Ort für Comuterspielenostalgiker geworden.
Im Museum findet man (Stand: 2015) über ca. 25.000 originale Datenträger mit Computerspielen und Anwendungen, ca. 12.000 Fachmagazine, 120 verschiedene historische Heimcomputer und Konsolensysteme und eine umfangreiche Sammlung von weiteren Dokumenten, wie z.B. Videos, Poster und Handbücher. Das Computerspielemuseum verfügt über eine der größten Sammlungen von Entertainmentsoft- und -hardware in Europa.
 
Den legendären Pong-Automaten; Nimrod, das erste Computerspiel (auf der Industrieausstellung 1951 in Berlin zu bestaunen gewesen); die Wall of Hardware mit über 50 Lieblings-Maschinen (Apple II. Commodore PET. Atari); Games Meilensteine mit 52 Spielemitschnitten berühmter Videospiele, historische Schätze wie „Poly-Play“, aktuelle 3D-Spiele, Tanz- und Bewegungsspiele und und – all das findet Ihr im Computerspielemuseum im ehemaligen Café Warschau in der Karl-Marx-Allee
 
Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann verlose ich hiermit 2×2 Eintrittskarten für das Computerspielemuseum und fasse noch einmal das Wichtigste zusammen:
 
Was? 2×2 Eintrittskarten für das Computerspielemuseum
Wann? Die Karten sind bis Ende 2020 gültig.
Wo? Computerspielemuseum, Karl-Marx-Allee 93A, 10243 Berlin
Was muss ich dafür machen? Den Newsletter der Blogseite „Mein Event-Tipp“ abonnieren und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!
 
Das Gewinnspiel endet am Dienstag, den 3. März 2020, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.
Viel Glück und ein schönes Wochenende!
 
Text © E. Günther
Foto „Eingangsbereich des Computerspielemuseums in Berlin“ © Jörg Metzner/​Computerspielemuseum

Jazz-Livemusik, Oldtimer-Dauerausstellung und Sonntagsbrunch in der Classic Remise (Berlin und Düsseldorf)

Über die Weihnachtsfeiertage 2019 kam eine liebe Freundin mit ihrem Mann und ihrem 12-jährigen Sohn nach Berlin zu Besuch. Um sie, ihren Mann und ihr Kind zu beeindrucken, habe ich nach einem besonderen Ort für ein Treffen gesucht und wurde schnell fündig: Classic Remise.
 
In einem liebevoll restaurierten wilhelminischen Straßenbahndepot in Moabit können kostenlos 300 historische und klassische Fahrzeuge bewundert und einer der 100 Oldtimer käuflich erworben werden. Doch um die drei Berlinbesucher vollkommen zu begeistern, reservierte ich zudem einen Tisch für vier Personen im Restaurant Trofeo
in der Classic Remise Berlin.
Sonntags findet nämlich zwischen 10.00 und 14.00 Uhr im Restaurant Trofeo in der Classic Remise Berlin ein Sonntagsbrunch mit Jazz-Livemusik statt. Der Jazz-Brunch kostet 24,60 Euro pro Person (ohne Getränke), was ich sehr fair finde, da wir an dem Tag noch einer wunder- und schwungvollen Jazz-Livemusik lauschen durften, bei der uns die Sängerin begeisterte.
Nachdem wir von dem reichhaltigen Sonntagsbrunch gegessen und uns der Musik hingegeben hatten, schauten wir uns die beeindruckende Oldtimer-Ausstellung genauer an. Vor allem die Männer waren hin und weg und ab und zu in dem Männerparadies verschwunden.
 
Mein Fazit: Möchte man eine hochwertige Jazz-Livemusik hören, dabei genüsslich essen und danach oder davor oder währenddessen polierte Oldtimer betrachten, dann ist man in der Classic Remise genau richtig.
Adresse: Jazz-Brunch in der Classic Remise Berlin
Wiebestraße 36 – 37
10553 Berlin
 
Weitere Informationen:
 
Auch in Düsseldorf findet man in einem denkmalgeschützten und liebevoll restaurierten Ringlokschuppen die Classic Remise.
 
Text und Fotos © E. Günther

Illuseum Berlin – Museum der Illusionen in Berlin

Das Wort „Illusion“ stammt vom lateinischen Wort „illusio“ ab und bedeutet „Täuschung“. Der Duden definiert das Wort als „Täuschung durch die Wirkung eines Kunstwerks, das Darstellung als Wirklichkeit erleben lässt“.
 
Seit dem 17. August 2018 kann man im Illuseum, dem Museum der Illusionen in Berlin, sich dieser Täuschung der Sinne hingeben. Am Alexanderplatz, nicht weit vom Fernsehturm entfernt, liegt das Museum, in dem die visuelle Wahrnehmung dem Besucher einen Streich spielt.
Meine Schüler waren dort im Dezember 2019 und haben mir, die diesen Besuch wegen einer Erkältung verpasst hat, davon begeisterte Geschichten erzählt. Also holte ich dieses spannende Erlebnis am Sonntag, den 26. Januar 2020, nach.
 
Über 80 Ausstellungsstücke, zu denen die Sammlung von verschiedenen Hologrammen gehört, zeigen, wie leicht der eigene Verstand zu täuschen ist.
Zu meinen (und der meiner Schüler) Highlights im Museum gehörten der Vortex Tunnel, in dem man das Gefühl hat, dass der Tunnel gleich kippen wird, und der umgekehrte Raum, der einem Flügel verleiht.
Viele Täuschungen sieht man erst auf den Fotos, wie den eigenen Kopf auf der Platte oder das Schrumpfen und Wachsen im Ames-Raum. Verschiedene Fotopunkte im Illuseum animieren den Besucher, an den entsprechenden Stellen ein Foto zu machen. Hat man keine Lust auf ein Selfie, kann man das auch sehr freundliche und kompetente Personal fragen, wenn man nicht schon selbst von diesem hilfsbereit angesprochen wird.
Auch die kleinen Besucher kommen hier voll auf ihre Kosten, wenn sie mit Spielzeug aus Holz und Puzzles ihre motorischen Fähigkeiten trainieren können.
 
Mein Fazit: Das Illuseum ist eine sehr interessante Attraktion in Berlin, in der Jung und Alt ins Staunen kommen und die Besucher erleben können, dass ein Museumsbesuch nicht langweilig sein muss. Wir kommen auf jeden Fall wieder, wenn wir das nächste Mal Besuch in Berlin bekommen.
 
Adresse: Illuseum Berlin
Karl-Liebknecht-Str. 9
10178 Berlin
 
Öffnungszeiten: Montag- Sonntag 10 – 22 Uhr
 
Weitere Informationen:
 
Text und Fotos © E. Günther

Gewinnspiel: 1×2 Karten für Caveman – „du sammeln, ich jagen“

cm_visual_startseiteWitze über die Unterschiede zwischen Frau und Mann – eigentlich dachte ich, man hätte schon alles zu diesem Thema gehört. Doch als ich die Show „Caveman“ besuchte, wurde ich eines Besseren belehrt.

In der Soloshow CAVEMAN in der Inszenierung von Esther Schweins und der Übersetzung von Kristian Bader schneidet ein männlicher Darsteller verschiedene Themen an: u.a. die Entwicklung seiner Beziehung, die sich wie jede Beziehung im Laufe der Jahre verändert hat, die unterschiedlichen Charaktereigenschaften bei Mann und Frau und die Veränderung des Männerbildes, die noch heute oft zu Identitätsproblemen bei dem männlichen Geschlecht führt. Die genannten Themen versucht der Akteur mit der unterschiedlichen Rollenzuweisung bei Mann und Frau zu Zeiten des Neandertalers zu erklären und spart dabei nicht mit Ironie.

Man könnte annehmen, dass dieses Thema über die Unterschiede zwischen Mann und Frau einen nicht mehr packen könnte, doch lagen viele im Publikum – auch ich – oft vor Lachen auf dem Boden. Das liegt daran, dass die Theaterdarsteller sowohl die Frau als auch den Mann perfekt nachahmen und die Situationen darstellen können, mit denen wir uns alle identifizieren können.

Ich habe die damalige Show mit Karsten Kaie erlebt. Am Tag der Veranstaltung, für die ich hier Karten verlose, wird Martin Luding Eure Lachmuskeln strapazieren.

Habe ich Euch neugierig gemacht? Dann fasse ich noch einmal alles Wichtige zusammen:

Was? Jeweils 1×2 Karten für die Show Caveman

Wann? Donnerstag, den 20. Februar 2020, um 19.30 Uhr

Wo? Glashaus Arena Berlin, Eichenstr. 4, 12435 Berlin

Was muss ich dafür machen? Die Blogseite „Mein Event-Tipp“ abonnieren und diesen Beitrag liken und unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen!

Das Gewinnspiel endet am Samstag, den 8. Februar 2020, um 16 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Viel Glück!

Text © E. Günther

Bild © Theater Mogul GmbH

Das Gute-Laune-Musical Mamma Mia – Das Musical im Stage Theater des Westens (bis 19.04.2020 in Berlin, ab Oktober 2020 in Hamburg)

Das Lied „Mamma Mia“ (1975) ist jedem, egal ob Jung oder Alt, ein Begriff. Die Band ABBA begeistert mit ihrer lebensfrohen Musik seit Jahrzehnten Millionen von Menschen. Im Jahr 1999 folgte daher das Unausweichliche: die Weltpremiere des mitreißenden Musicals „Mamma Mia“ im traditionsreichen Prince Edward Theatre im Londoner West End. Seitdem bezauberte das Jukebox-Musical (Buch: Catherine Johnson) mit Liedern der schwedischen Popband ABBA, das aus der Feder der männlichen ABBA-Mitglieder Benny Andersson und Björn Ulvaeus stammt, bereits über 60 Millionen Menschen.  

Zu seinem 20-jährigen Jubiläum kam das weltweit beliebte Musical wieder nach Berlin, ins Stage Theater des Westens. Ich habe dieses Musical bereits mehre Male live erlebt. Da man aber so etwas Schönes wie „Mamma Mia“ nicht oft genug sehen und hören kann, habe ich es am Samstag, den 18. Januar 2020, wieder getan und schreibe Euch diese Zeilen mit einem glücklichen Herzen und vielen schönen Erinnerungen an den gestrigen Abend.
 
Doch wovon handelt das Musical „Mamma Mia“, das 2008 mit Meryl Streep, Pierce Brosnan und Colin Firth erfolgreich verfilmt wurde? Es handelt von der allein erziehenden Donna, die mit ihrer 20-jährigen Tochter Sophie auf einer kleinen griechischen Insel lebt und dort eine Taverne besitzt. Die Tochter Sophie weiß noch immer nicht, wer ihr Vater ist. In dem Tagebuch der Mutter liest Sophie, dass drei Männer ihr Vater sein könnten. So lädt Sophie die potenziellen Väter zu ihrer Hochzeit mit Sky ein, ohne dies vorher mit ihrer Mutter und ihrem Verlobten abzusprechen.
Erfährt Sophie endlich, wer ihr Vater ist oder versinkt die Hochzeit in einem Chaos? Und was ist mit Donna, wie wird sie auf die Männer reagieren?
 
Donna ist eine Löwenmutter, die ihre Tochter Sophie alleine großgezogen hat. Sie vergöttert ihre Tochter und hat für sie alles aufgegeben. Einst ein wildes und das Leben liebende Partygirl, das nach Freiheit und Unabhängigkeit strebte, geht sie in ihrer Mutterrolle, die viele Entbehrungen mit sich brachte, auf. Jetzt muss sie ihre Tochter ziehen lassen.
Anna Thorén, die in meinem Lieblingsmusical „Tanz der Vampire“ mitspielte, lebt diese Rolle. Von der ersten Minute an habe ich mich in ihre kraftvolle Stimme, ihre Ausdrucksstärke und ihr schauspielerisches Talent verliebt. Eine sehr gelungene Besetzung, die in jedem Ton und jedem Tanzmove bestätigt wurde! Bei Thoréns Interpretation des Liedes „The Winner Takes It All“, meinem absoluten ABBA-Lieblingslied, hatte ich Gänsehaut und Tränen in den Augen.
 
Donnas Tochter Sophie wird von der charismatischen Sanne Buskermolen, die den Musicalgängern unter Euch aus den Musicals „Tanz der Vampire“ und „Grease“ bekannt sein dürfte, verkörpert. Sophie möchte vieles anders als ihre Mutter machen. Sie möchte nicht ohne einen Mann leben und deswegen ihre Liebe Sky heiraten. Sophie weiß oft nicht, wer sie wirklich ist und ist deswegen auf der Suche nach einer Vaterfigur. Doch liebt sie auch ihre Mutter über alles und will sie nicht enttäuschen. Diese Zerrissenheit der Figur wird großartig von Buskermolen dargestellt. Buskermolen überzeugte das Publikum an dem gestrigen Abend auf der ganzen Linie, als Sängerin, als Tänzerin und als Schauspielerin.
 
Sky ist Sophies Verlobter und liebt und unterstützt Sophie. Doch als er erfährt, dass Sophie ihn angelogen und ihm nichts von der Einladung ihrer drei potentiellen Väter erzählt hat, ist er zutiefst enttäuscht.
Sky wird von Benét Monteiro gespielt. Der gebürtige Brasilianer, bekannt aus dem Musical „Bat out of Hell“ gibt der Rolle alles, was sie braucht: eine feurige Leidenschaft und viel Temperament.  
 
Donnas Freundinnen und deren Darstellerinnen gehörten gestern zu den Glanzlichtern des Musicals. Sie sorgten für viel Lebensfreude auf der Bühne und für viele Lacher im Zuschauersaal.
Tanja, eine meiner Lieblingsfiguren, ist ein Männer verschlingendes Vamp. Schon drei Mal verheiratet gewesen und trotzdem ist ihr Hunger noch nicht gestillt. Auf der Suche nach einem reichem Mann geht sie aber auf der griechischen Insel eine Liaison mit dem nicht wohlhabenden und deutlich jüngeren Pepper (Duncan William Saul) ein. Tanja legt sehr viel Wert auf ihr Aussehen und wirkt auf den ersten Blick oberflächlich. Doch ist sie eine sehr gute Freundin für Donna und Rosie.
Betty Vermeulen, die schon 2006 diese Figur spielte, interpretiert auch diesmal auf eine fantastische Art und Weise die Rolle und unterhielt in jeder Minute den Zuschauer.
 
Rosie, Donnas zweite beste Freundin, ist das komplette Gegenteil von Tanja. Sie ist die personifizierte Emanzipation der Frau und ist ihr Leben lang ohne einen Mann ausgekommen. Doch sehnt sich Rosie im Grunde ihres großen Herzens nur nach dem Richtigen.
Barbara Raunegger übernimmt wie schon einst in Hamburg die Rolle der Sympathieträgerin Rosie und erwärmt sofort das Herz jedes Zuschauers.
 
Zwar ist das Musical „Mamma Mia“ ein „Frauenpower-Musical“, doch spielen die Männer natürlich auch eine wichtige Rolle. Die drei potenziellen Väter werden von Karim Khawatmi (Sam), Gerd Achilles (Harry) und Jörg Zuch (Bill) dargestellt. Sam hat einst Donna verlassen, um seine Verlobte zu heiraten und bereut diesen Schritt noch immer, da er Donna auch heute liebt. Bill war die Freiheit schon immer wichtiger als ein sicherer Hafen, doch findet er in Griechenland nicht nur eine (mögliche) Tochter, sondern auch in Rosie eine Partnerin. Harry hingegen offenbart einen anderen Grund, warum es damals mit Donna nicht geklappt hat.
Alle drei Darsteller spielten ihre jeweilige Rolle sehr glaubwürdig und zeigten sich gestern auch stimmlich als eine Bereicherung für das Musical.
 
Michael Kunze textete bereits Musicals wie „Tanz der Vampire“, „Rebecca“ und übersetzte auch das Musical „Das Phantom der Oper“ ins Deutsche. Auch seine deutschen Texte in dem Musical „Mamma Mia“ überzeugen. Die Texte wurden thematisch an die Handlung des Musicals angepasst, doch die berühmten Ohrwurm-Melodien des Musicals bleiben erhalten und sorgten an dem gestrigen Abend für einen begeisterten Szenenapplaus an vielen Stellen. Bei den Partykrachern wie „Super Trooper“ oder „Money, Money, Money“ ist das Publikum überschwänglich mitgegangen. Es gab aber auch traurige Lieder wie „The Winner Takes It All“, bei denen ich mir die Tränen wegwischen musste.
 
Mein Fazit: Das Musical „Mamma Mia“ handelt von so vielen schönen Themen: der engen Mutter-Tochter-Beziehung, der jungen Liebe, der Liebe, deren Flamme nie erloschen ist, und der wahren Freundschaft. „Mamma Mia“ ist ein großartiges Gute-Laune-Musical, das aus jedem Pessimisten einen Optimisten macht. Die weltbekannten Lieder der schwedischen Popband ABBA gehen in dem Musical ins Ohr und bleiben für immer im Herzen, was auch den sehr talentierten Sängern und Sängerinnen im Musical zu verdanken ist. Der Produktion gelingt mit jeder kleinen Rolle eine fantastische Besetzung, die sich beim Singen, Tanzen und Schauspielern widerspiegelt.
Bis zum 19.04.2020 könnt Ihr Euch noch im Stage Theater des Westens in Berlin davon überzeugen lassen, dass die ABBA-Musik für immer leben wird. Ab Oktober 2020 ist das Musical in Hamburg zu bewundern.
 
Weitere Informationen zum Musical:
 
 
Text © E. Günther
Fotos © Stage Entertainment

 

Schwanensee – Das Russische Nationalballett aus Moskau auf Tournee durch Deutschland

Überall kennt man „Schwanensee“, den beliebtesten Ballettklassiker aller Zeiten zur Musik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky. Doch zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nie die Ballettaufführung „Schwanensee“ live erleben durfte. Da ich schon „Der Nussknacker“ und „Dornröschen“ gesehen habe, wollte ich also unbedingt das Klassiktrio unter den Ballettaufführungen voll machen. Gedacht, getan.
Am Samstag, den 11. Januar 2020, besuchte ich um 16 Uhr im Stage Theater Am Potsdamer Platz eine Interpretation des Klassikers „Schwanensee“ und zwar in der Ausführung des weltweit berühmten Russischen Nationalballetts aus Moskau.
 
Das erstklassige Moscow Classic Ballet unter der Leitung des Direktors Hasan Usmanov besteht aus Absolventen bedeutender russischer Ballettschulen, u.a. des Bolschoi- und des Mariinsky-Theaters. Mit seinem vielfältigen Repertoire („Romeo und Julia“, „Der Nussknacker“, „Giselle“ etc.) feierte das Russische Nationalballett große internationale Erfolge, u.a. in den USA, Südafrika, China, Italien und Deutschland.
Der Nachmittag versprach also großartig zu sein und dies wurde er auch.
 
Doch wovon handelt das weltweit berühmte „Schwanensee“?: Die Geschichte erzählt von dem Prinzen Siegfried, der seinen 21. Geburtstag feiert und nach dem Willen seiner Mutter sich endlich eine Braut suchen soll. Nach dem Fest entdeckt Siegfried im Schlosspark eine Gruppe wilder Schwäne. Besonders angetan ist der Prinz von der Schwanenkönigin. Diese verwandelt sich um Mitternacht in die wunderschöne Prinzessin Odette. Odette wurde vom Zauberer Rotbart verwunschen und kann nur durch den Schwur ewiger Treue und aufrichtiger Liebe befreit werden. Der Prinz schwört ihr daraufhin seine ewige Treue und Liebe. Doch der böse Zauberer Rotbart hat das Paar beim Gespräch belauscht und taucht auf dem Ball mit seiner Tochter Odile in Gestalt der (nun schwarzgekleideten) Schwanenkönigin auf. Der ahnungslose Siegfried hält Odile für Odette und schwört seiner vermeintlichen Liebsten erneut seine Treue. Dies hat zur Folge, dass sein Schwur im Schlosspark aufgehoben wird.
Bedeutet das, dass Odette nun für immer ein Schwan bleiben muss? Oder wird Siegfried seine wahre Liebe noch retten können?
 
Ksenia Pukhlovskaia verkörpert in der Ballettaufführung Odette und deren Gegenspielerin Odile. Pukhlovskaia tanzt grazil und anmutig und transportiert mit ihrem gleichzeitig durchtrainierten und zerbrechlichen Körper die Gefühle der verwunschenen Prinzessin Odette. So bleibt dem Zuschauer in der ausverkauften Vorstellung nichts Anderes übrig, als den Schmerz der verzweifelten Liebenden nachzuempfinden.
Die Rolle des verliebten Prinzen Siegfried, der sich von dem bösen Magier (Alexey Konkin) täuschen lässt, wird von Ivan Zviagintsev tänzerisch perfekt umgesetzt. Hohe Sprünge untermalen seine Verliebtheit, die später ohne sein Verschulden falsch gelenkt wird.
Auch war ich in der gestrigen Ballettvorstellung sehr von Alexander Pokotiolov begeistert, der seine Rolle des Hofnarrs hervorragend ausfüllt.
 
Das ganze Ballettensemble hat mich an dem gestrigen Nachmittag beeindruckt. Noch nie habe ich eine derartige technische Perfektion und tänzerische Glanzleistung in einem Ballett erleben dürfen und das obwohl es sich bei den Balletttänzern „nur“ um Absolventen handelt.
Pas de Trois (Varvara Garagulia, Ekaterina Razgovorova, Maria Leonova, Alexei Afanasiev, Mikhail Vasilev), der berühmte Tanz der vier kleinen Schwäne (Varvara Garagulia, Ekaterina Razgovorova, Polina Solovieva, Irina Chuvakina) und der Spanische Tanz (Anna Vasileva, Natalia Britviina, Alexei Afanasiev, Sergei Skvortsov, Ivan Zviagintsev) – alles wurde mit einer solchen Hingabe und einem hohen tänzerischen Anspruch getanzt. Die Choreografien der Altmeister Marius Petipa, Lew Iwanow und Juri Grigorowitsch wurden mehr als würdig umgesetzt.
 
Mein Fazit: Das Russische Nationalballett aus Moskau ist eine wirkliche Augenweide, die Balletttänzer unfassbar talentiert. Tänzerische Höchstleistung gepaart mit einer tragischen Liebesgeschichte im „Schwanensee“ – dies alles können noch viele andere Städte live erleben (darunter Kassel am 13. Januar 2020, München am 18. Januar 2020, Hamburg am 20. Januar 2020, Flensburg am 21. Januar 2020, Lübeck am 10. Februar 2020).
 
Text und Fotos © E. Günther
Titelbild © München Ticket GmbH
 
 
 

Quatsch Comedy Club (Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Stuttgart)

Wie entkommt man am besten dem Ernst des Lebens? Man geht in den Quatsch Comedy Club, wo es heißt: Lachen, bis der Arzt kommt. Am Sonntag, den 22. Dezember 2019, haben wir es bereits zum dritten Mal gemacht. Und was soll ich sagen?! Diesmal war es sogar noch besser.
 
Um 17 Uhr begann die Show pünktlich in dem ausverkauften Zuschauersaal. Wie immer hat ein Comedian durch die Show geführt und es gab vier weitere Comedians, die nacheinander auf die Bühne gekommen sind.
Unser Moderator an diesem Abend war Ole Lehmann, der Witze über nach Berlin Gezogene (Lehmann kommt selbst aus Hamburg) und über die liebenswerten Eigenheiten von Berlinern machte und dabei immer charmant blieb. Alltagssituationen können manchmal sehr lustig sein!
 
Roberto Capitoni, ein Halbitaliener aus Schwaben, der seine zwei Nationalitäten zu seinem Programm machte, war der erste Comedian, den Lehmann vorgestellt hatte. Mit seiner herzlichen Art und seinen Witzen über Deutsche, Italiener und Schwaben hat er das Publikum schnell auf seine Seite gezogen. Wir durften den Comedian bereits zum zweiten Mal live auf der Bühne erleben und waren erfreut, dass der Comedian neue Witze präsentierte,
 
Der nächste Comedian war Marco Tschirpke, unser persönliches Highlight an diesem Abend. Mit seinem schelmischen Lächeln und seiner Satire am Mikrofon und am Klavier begeisterte er das ganze Publikum. Tschirpke beherrscht die große Kunst der Comedy: auf den ersten Blick zusammenhanglose Sachen in Form eines Gedichtes vortragen und am Klavier singen und dabei die Zuhörer zu überschwänglichen Reaktionen bringen. Alle waren von seiner Art von Humor, der manchmal schwarz war, mehr als begeistert, was sich auch an dem Applaus bemerkbar machte.
 
Mit Rudi Schöller trat ein Newcomer des Quatsch Comedy Clubs auf die Bühne. Schöller wählte als Einstieg ein in Deutschland beliebtes Thema: „Fußball“. Da ich als Einzige im Publikum den „Schlachtruf“ der Fans der französischen Fußballmannschaft genannt habe („Allez les Bleus.“) und danach aufgeregt war, habe ich auch vergessen, ein Foto von dem österreichischen Komiker zu machen – was ich aber beim Abschlussapplaus nachholte.
 
Am Ende trat der Kabarettist David Leukert auf und bewies, dass das Thema „Männer und Frauen“ noch immer die Zuschauer begeistert. Auch seine Geschichten über seinen Sohn in der Pubertät haben dem Publikum sehr gefallen. Besonders angetan war ich, eine Deutschlehrerin, von den Witzen über die Sprache der heutigen Jugendlichen.
 
Mein Fazit: Auch diesmal waren wir von dem Quatsch Comedy Club hingerissen. Eine tolle Stimmung und fünf talentierte Comedians! Natürlich kann man im Quatsch Comedy Club auch die Show nur eines Künstlers / einer Künstlerin besuchen. Ich rate aber zu dem Besuch der Show mit mehreren und/oder neuen und dem Massenpublikum noch nicht sehr bekannten Komikern, deren Witze man noch nicht kennt und die eine erfrischende Show bieten. Wer nicht in Berlin lebt, kann auch in den Städten Hamburg, München, Düsseldorf, Stuttgart den Quatsch Comedy Club besuchen.
 
Weitere Informationen:
 
 
Text und Fotos © E. Günther