Künstler gegen Aids – Die Gala 2018 im Stage Theater des Westens

Am 1. Dezember wird die Welt an eines der größten menschlichen Schandflecken erinnert: an die Krankheit AIDS, denn noch immer stecken sich – auch in den westlichen Ländern – viel zu viele Menschen mit diesem Virus an. Noch immer kennen viel zu wenige Menschen die Gefahren eines ungeschützten Sexuallebens. Noch immer haben viel zu wenig Menschen einen Zugang zu notwendigen Medikamenten. Und noch immer werden die Erkrankten ausgegrenzt und diskriminiert.
 
An diese weltweiten Probleme erinnert nun schon zum 18. Mal die Gala „Künstler gegen Aids“ im Stage Theater des Westens.
Und diesmal wollte ich ein weiteres Zeichen gegen Aids setzen, indem ich an der Gala der Schirmherren Klaus Wowereit, Berlins ehemaligem Bürgermeister und der Schauspielerin Judy Winter und unter der Rege von Julian Kamphausen am Montag, den 19. November 2018, teilgenommen habe.
In ihrem Kampf gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung wurden die Schirmherren von der Berliner Aids-Hilfe e.V. und zahlreichen Künstlern, die an diesem Abend auf ihre Gagen verzichtet haben, unterstützt.
 
Um 18.30 Uhr fanden wir uns in dem sehr edlen Spiegelfoyer des Stage Theaters des Westens zu einem Prosecco-Empfang mit DJ Gideon wieder. Neben alkoholischen Getränken konnte man an der Bar auch nicht-alkoholische Getränke auf Kosten des Hauses holen.
Das Spiegelfoyer war schon sehr voll, die Partystimmung existierte bereits von der ersten Minute an. Wir holten unsere Getränke und saßen uns auf die Couch, um die extravagant gekleideten Gäste zu beobachten. Frauen in Ballkleidern, Männer auf High Heels oder ebenfalls in schönen Kleidern – die Mischung der Gäste an dem Abend war genauso bunt wie Berlin selbst.
 
Um ca. 19.40 Uhr begann die Show, die von den elegant gekleideten Wayne Carpendale und Florian Weiss moderiert wurde. Der erste Teil der Show wurde von der amerikanischen Sängerin und Partykanone Gayle Tufts eingeläutet, die mit den beiden Liedern „Diamonds“ und „One Wish“ dem Publikum so richtig einheizte.
 
Nach einem Gedicht von Judy Winter kam der Akrobat Philipp Tigris auf die Bühne, der mit seinem Körper Unglaubliches vorführte. Ein Filmbeitrag des Youthwork-Teams über die Präventionsarbeit für Jugendliche, der im zweiten Teil der Show fortgesetzt wurde, folgte.
Nach dem Grußwort von Dilek Kolat, der Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, und der Scheckübergabe von M-A-C AIDS Fund amüsierte uns die Familie Flöz mit ihrem physischen Theater mit Masken. Ihr non-verbales Theaterstück mit Masken alter Männer unterhielt das Publikum hervorragend.
 
Wer die Notes of Berlin noch immer nicht kannte, dem hat Joab Nist – Gründer und Betreiber des Erfolgblogs Notes of Berlin – gezeigt, was er bisher verpasst hat. Der Berliner Blog veröffentlicht täglich lustige Zettel, die in Berlins Bezirken gefunden werden. Wir bekamen eine Kostprobe von diesem herrlichen Fundus. Was soll ich sagen? Es war zum Brüllen komisch!
 
Nach der Verleihung des 4.HIV Awareness-Award kamen wir zu einem meiner musikalischen Höhepunkte an diesem Abend: Sharon Brauner sang – in Begleitung ihres musikalischen Quartetts – die beiden Lieder „Bay Mir Bistu Sheyn“ und „Otschi Tschornie“ und entließ uns gut gelaunt in die Pause.
 
Der zweite Teil begann mit dem Lied bzw. der Szene „Nightmare“ aus meinem absoluten Lieblingsmusical „Tanz der Vampire“, das derzeit im Stage Theater des Westens spielt, und obwohl ich das Musical bereits mehrere Male besucht habe, hatte ich wieder Gänsehaut.
 
Das absolute Highlight an diesem Abend war die weltbekannte Musicaldarstellerin Ute Lemper, die 2013 für einen Grammy nominiert war. Voller Inbrunst sang sie die drei Lieder „Ich bin von Kopf bis Fuß…“, „Where Have All The Flowers Gone“ und „Je ne regrette rien“. Das war ein stimmgewaltiger Auftritt.
 
Nach der Show wartete auf die Gäste eine After-Show-Party mit Mitternachtsbuffet und mit DJ Ades Zabel im Spiegelfoyer und Dragqueen Gloria Gray and Friends in der Piano-Lounge. Doch leider mussten wir schon nach Hause, da wir am nächsten Tag früh aufstehen mussten. Aber am Ende erhielt noch jeder Gast eine Geschenketüte.
 
Mein Fazit: Es war ein wundervoller Abend mit vielen unvergesslichen Momenten, sowohl auf der Bühne als auch im Spiegelfoyer. Wir durften wundervolle Künstler erleben und dabei eine großartige Sache, den Kampf gegen Aids in Form von Aufklärung und die Bekämpfung von Ausgrenzung, unterstützen.
 
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© E. Günther