Die Oper „Madama Butterfly“ – Puccinis tragische Liebesgeschichte

Mit 16 Jahren habe ich Giacomo Puccinis (1858-1924) Oper „Madama Butterfly“ mit meinen Eltern in Verona erleben dürfen. Schon damals hat mich die Tragödie in drei Akten nach „Madam Butterfly“ von David Belasco fasziniert und aufgrund der tragischen Liebe eines jungen Mädchens erschüttert.

Jetzt als Frau musste ich diese Oper noch einmal sehen und überprüfen, ob ich diesen Schmerz genauso nachempfinden kann wie damals mit 16 Jahren. Am Samstag, den 10. März 2018, hatte ich dazu in der Deutschen Oper Berlin die Gelegenheit.
 
Die weltbekannte Oper wurde in einem ausverkauften Saal in italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln gesungen. Carlo Rizzi, der zu den führenden Dirigenten weltweit zählt, übernahm die musikalische Leitung.
 
Doch zuerst zu der Handlung, die mich auch noch fast zehn Jahre danach in ihren Bann zieht: Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton heiratet in Japan die junge Geisha Cio-Cio-San, die er liebevoll Butterfly nennt. Butterfly empfindet eine echte und tiefe Liebe für den Amerikaner und nimmt deswegen seinen Glauben an, woraufhin sie von ihrer Familie verstoßen wird.
Doch Pinkerton freut sich schon auf den Tag, wenn er eine Amerikanerin in den USA heiraten wird. Nach den Flitterwochen geht Pinkerton in die USA. Butterfly wartet drei Jahre auf ihn, ohne eine Nachricht von ihm zu erhalten. Die Heiratsanträge der anderen Männer lehnt sie ab. Schließlich kommt Pinkerton eines Tages zurück. Doch kommt er nicht allein, sondern mit seiner amerikanischen Ehefrau, mit der er Butterfly den gemeinsamen Sohn wegnehmen will, um ihn mit seiner neuen Ehefrau gemeinsam in den USA groß zu ziehen. Die verzweifelte Butterfly sieht nur einen Ausweg: Sie bringt sich mit einem Dolch ihres Vaters selbst um.
 
Maria José Siri spielt die wunderschöne und gleichzeitig zerbrechliche Butterfly. Für ihre Liebe zum Amerikaner Pinkerton ist sie bereit, alles zu opfern. Sie nimmt seinen Glauben an, weswegen sich ihre Familie von ihr lossagt. Drei Jahre lang bleibt sie ihrem Pinkerton treu ergeben. Obwohl sie nahe der Armut lebt, keinen außer ihrem Sohn und ihrer loyalen Dienerin Suzuki hat, lehnt sie den Heiratsantrag des Fürstes Yamadori ab. Als verlassene Ehefrau kann sich nicht mehr den Beruf der Geisha ausüben. Bis zuletzt glaubt sie an die Rückkehr ihres geliebten Mannes. Am Ende sieht die enttäuschte und verzweifelte Cio-Cio-San keinen anderen Ausweg als den Freitod. Auf dem Dolch, mit dem sie sich selbst das Leben nimmt, steht: „In Ehren sterbe, wer nicht in Ehren leben kann.“
 
Ich konnte über zwei Stunden lang mit Siri mitfühlen und alle Gefühle nachempfinden: Zuerst ein naives Mädchen, das noch an die große und wahre Gefühle glaubt wird sie zu einer starken Frau, die auf die Rückkehr ihrer großen Liebe hofft, allen Widerständen trotzt und deswegen drei Jahre lang treu bleibt. Am Ende konnte ich und zahlreiche Frauen im Publikum Maria José Siri ihre ausweglose Verzweiflung und die Enttäuschung darüber, dass sich nicht genauso geliebt wurde, abnehmen und vergossen deswegen viele Tränen.
Eine sehr überzeugende Darstellung der Maria José Siri, die zudem über eine sehr kraftvolle Stimme verfügt! Zurecht wurde diese Leistung am Ende mit einem tosenden Applaus gewürdigt.
 
Piero Pretti stellt die Rolle des arroganten Pinkerton überzeugend dar. Obwohl er am Anfang gewarnt wird, dass die Liebe seiner Geisha ernst sei und er ihr das Herz brechen werde, geht er trotzdem die Beziehung, die zum Verderben des Schmetterlings führt und seine Flügel bricht, ein. Pretti macht gesanglich und darstellerisch alles richtig und das Publikum honoriert dies am Ende begeistert.
 
Auch Jana Kurucová in ihrer Rolle der treuen Dienerin und Dong-Hwan Lee in seiner Rolle des mitfühlenden Sharpless glänzen auf der Bühne der Deutschen Oper Berlin.
Die Kostüme von Pier Luigi Samaritani und das schlichte Bühnenbild ( hintereinander gestaffelten Reihen zarter Gazevorhänge) versetzen den Zuschauer ins traditionelle Japan, in dem die Ehre eine wichtige Rolle spielt.
 
Mein Fazit: Noch heute gehört Puccinis Oper „Madama Butterfly“ zu meinen Lieblingsopern. Egal, ob damals als Mädchen oder jetzt als Frau, beide Mal war ich zutiefst von der echten und treuen Liebe des wunderschönen Schmetterlings ergriffen. Die Operndarsteller singen und agieren fantastisch, die Musik ist traumhaft schön.
 
Weitere Informationen zur Oper:
 
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© E. Günther

 

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