Dornröschen – der märchenhafte Ballettklassiker in der Deutschen Oper Berlin

Es war einmal ein König und eine Königin, sie wünschten sich nichts mehr als ein Kind. Nach langem Warten bekam die Königin endlich ein Mädchen. Es war ein wunderschönes Mädchen. Der König und die Königin veranstalteten daraufhin ein großes Fest und luden das ganze Volk und alle guten Feen ein.

Ich bin mir sicher, dass wenn ich den Anfang dieses Märchens jedem großen und kleinen Kind vorlesen würde, dann würde jeder sofort wissen, um welches Märchen es sich hierbei handelt: um „Dornröschen“.

Am Freitag, den 30. Juni 2017, kamen wir in den Genuss, dieses Märchen als Ballettaufführung in drei Akten mit Prolog mit der Musik von Peter I. Tschaikowsky, nach der Choreografie und Inszenierung von Nacho Duato und der musikalischen Leitung von Robert Reimer zu erleben.
Schon bei der „Der Nussknacker“-Inszenierung war ich davon begeistert, wie Duato die Geschichte tänzerisch und Reimer die Musik von Tschaikowsky umsetzten und war also wieder sehr gespannt.

Das Ballettmärchen beginnt mit einem Prolog: Nach vielen Jahren hat sich endlich der sehnlichste Wunsch des Königspaares erfüllt: die Geburt eines Kindes! Sie nennen die Tochter Aurora, und heute soll eine Taufe stattfinden. Zu der Feier wurden neben der Hofgesellschaft auch die guten Feen eingeladen, die der Prinzessin Geschenke und gute Wünsche überbringen. Allerdings hat das Königspaar die dunkle Fee Carabosse nicht zur Taufe eingeladen. Aus Wut darüber, dass sie keine Einladung erhalten hat, verflucht sie Aurora.
Wenn Aurora ihr 16. Lebensjahr erreichen werde, solle sie sich an einer Spindel stechen und daran sterben. Die Fliederfee, die als Glückbringerin gilt, kann zwar den Fluch nicht rückgängig machen, aber doch etwas abmildern: Aurora werde nicht sterben, sondern lediglich in einen hundertjährigen Schlaf fallen. Wenn sie dann von einem Prinzen geküsst werde, erwacht sie wieder zum Leben.
Nach einer kleinen Pause, bei der die Zuschauer im Saal aber sitzen bleiben, geht es mit dem 1. Akt, der Auroras 16. Geburtstag zeigt, weiter. Die Prinzessin feiert ihren 16. Geburtstag und erfreut sich an den Heiratsanträgen der vier jungen Prinzen. Auf der Feier erhält Aurora einen riesigen Strauß Rosen, in dem Carabosse eine Spindel versteckt hat, an der sich das Mädchen sticht….

Meinen Lieblingsakt stellt der dritte Akt dar, in dem alle Märchenfiguren auf dem rauschenden Fest grazil tanzen: egal, ob Rotkäppchen und der Wolf (Maria Boumpouli und Giacomo Bevilacqua), der Froschkönig und die Prinzessin (Pamela Valim und Wei Wang), Kater und Kätzchen (Ulian Topor und Danielle Muir), der blaue Vogel und Prinzessin Florine (Marina Kanno und Denis Vieira) – alle scheinen eingeladen worden zu sein und lassen das Kostümfest noch farbenfroher erscheinen.
Dass das Fest so pompös und farbenprächtig erscheint, ist dem Bühnenbild und den Kostümen der preisgekrönten Designerin Angelina Atlagic zu verdanken, die in jeder Szene unsere Fantasie anregt.

Tänzerisch hat mich an diesem Abend am meisten Ksenia Ovsyanick überzeugt, die gleich bei ihrem ersten Auftritt einen Applaus von offensichtlich bekennenden Bewunderern ihres tänzerischen Talents bekommt und die mit einer unglaublichen Leichtigkeit die Rolle der Prinzessin Aurora ausfüllt.
Ein weiterer tänzerischer Stern an diesem Abend war für mich Julia Golitsina, die ihrer Rolle der Fée des Lilas etwas Zauberhaftes verleiht.
Marian Walter kannte ich schon von „Der Nussknacker“, auch an diesem Abend hat er uns in seiner Rolle des Prinzen Desiré sehr gefallen.
An diesem Abend bekam aber auch eine andere Figur einen begeisterten Applaus: Die Figur Carabosse wurde von dem männlichen Tänzer Michael Banzhaf auf der Bühne verkörpert, der es schaffte, das Bedrohliche der bösen Fee auf den Zuschauer zu transportieren.

Mein Fazit: Mit seiner Inszenierung des Ballettmärchens „Dornröschen“ gelingt Nacho Duato eine zauberhafte und verspielte Version, in der wir zusammen mit den talentierten Tänzern in eine Märchenwelt voller Magie eintauchen. Ich konnte ca. zwei Stunden lang nicht aufhören, verträumt zu lächeln und war wie der größte Teil des Publikums hin und weg. Am Ende haben die Zuschauer die Tänzer und die Verantwortlichen zurecht begeistert gefeiert.

An folgenden Terminen läuft noch „Dornröschen“ in der Deutschen Oper:
Montag, den 3. Juli 2017
Mittwoch, den 5. Juli 2017
Freitag, den 15. September 2017
und an vier Tagen im Oktober 2017.

Adresse: Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin

Weitere Informationen zu „Dornröschen“ (Ballett):
http://www.staatsballett-berlin.de/de/spielplan/dornroschen/30-06-2017/376
https://www.facebook.com/StaatsballettBerlin/
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https://www.facebook.com/DeutscheOperBerlin/

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© E. Günther

 

 

 

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