Underart im Chamäleon – Circus Cirkör

„Es kommt nicht darauf an, wie oft du hinfällst, sondern dass du immer wieder aufstehst und es vom Neuen versuchst.“
Dieses Motto hat bis jetzt mein ganzes Leben bestimmt und mich geleitet.
Aus diesem Grund wollte ich auch unbedingt die neue Show im Chamäleon Theater besuchen: „Underart“ des im Jahre 1995 gegründeten schwedischen Circus Cirkör.
 
In dieser emotionalen Show verarbeitet der Regisseur Olle Strandberg seinen schweren Unfall, bei dem er 2005 während der Ausführung eines dreifachen Salto nur 2,5 Umdrehungen schaffte. Doch er überwand diese schwierige Zeit, in der er gelähmt war, und kam gestärkt zurück.
 
Am Freitag, den 16. Dezember 2016, besuchten wir die Show Underart, die eine Liebeserklärung an das Leben und die Bühne darstellt. Wer wie wir schon mehrere Shows im Chamäleon gesehen hat, weiß, dass hier Artistentruppen aus verschiedenen Ländern einem die Kunst des Neuen Zirkus näher bringen. Jede Show ist anders und versprüht ihren eigenen Charme, doch haben alle Shows eine Gemeinsamkeit: das Gesamtkonzept aus Akrobatik, Tanz und Musik.
 
Aber das schwedische Ensemble räumt der Musik ihres Programms eine zentrale Aufgabe ein. Die Musiker, das Duo Ripple & Murmur (Anna Ahnlund und Andreas Tengblad) begleitet die fünf Artisten nicht unscheinbar im Hintergrund, sondern steht mit ihnen gemeinsam auf der Bühne. Alle ziehen am selben Strang. Die Musiker nehmen an akrobatischen Nummern teil, die Akrobaten singen und musizieren mit. Zudem spiegelt sich in der Musik die Idee dieser Show wider, denn während vieler Showpunkte hört man sehr häufig den Herzschlag, was einen daran erinnert, wie wertvoll das Leben ist.
 
Die Artisten, die sich das ganze Programm über auf der Bühne befinden, versetzen mit ihren Stücken den Zuschauer in Ekstase. Beginnt die Show sehr ruhig und bietet Raum für Entschleunigung, so geht sie umso rasanter weiter und man weiß oft nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Dieser Wechsel zwischen ruhigen und schnellen Programmpunkten wiederholt sich mehrere Male und symbolisiert für mich das Leben.
 
Am meisten beeindruckt hat mich die quirlige Artististin Methinee Wongtrakoon, die wie ein Wirbelwind auf der Bühne tanzte und ihren Körper so verbiegen konnte, dass einige neben mir „Aua“ flüsterten. Mit ihrer fröhlichen Art und ihrem leidenschaftlichen Tanz zog sie nicht nur mich in ihren Bann.
Aber alle Akrobaten gaben mehr als ihr Bestes auf der Bühne und lebten förmlich für die Show. Egal ob Partnerakrobatik (Christopher Schlunk und Iris Pelz), Jonglage (Matias Salmenaho) oder Streetdance (Alexander Dam), alles war hervorragend ausgearbeitet und mit viel Liebe aufgeführt.
 
Mein Fazit: Der Name „Cirkör“ ist eine Kombination der französischen Wörter „cirque“ (Zirkus) und „coeur“ (Herz) und genau diese Liebe zum Zirkus kann man in jeder Minute spüren. Es war eine berauschende Show, die ich jedem ans Herz legen kann. Zudem ist „Underart“ auch witzig und ironisch und ein Gesamtkunstwerk, in dem die Musik und die Artistik zwei gleichwertige Elemente darstellen. Bis zum 19. Februar 2017 habt ihr noch Zeit für einen Besuch dieser Show, die einem sowohl Momente der Stille als auch Momente des Exzessiven bietet.
 
Weitere Informationen:
 
 
Kontakt: Chamäleon Theater
Rosenthaler Straße 40/41
in den Hackeschen Höfen
10178 Berlin
030 4000590
 
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© E. Günther

 

 

 

 

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