Die Schöne und das Biest – meine Lieblingsdisneygeschichte endlich als Musical

Auf kein anderes Musical habe ich mich bisher so gefreut, wie auf das Musical „Die Schöne und das Biest“, denn diese Liebesgeschichte zählt noch immer zu meinen liebsten Disneygeschichten. „Die Schöne und das Biest“ ist der erste Zeichentrick, der in der Kategorie „Bester Film“ für den Oscar nominiert wurde. Zudem wurde die Zeichentrickproduktion mit fünf Grammys und zwei Academy Awards ausgezeichnet. Aus diesem Grund hatte ich natürlich auch sehr große Erwartungen an das Musical.
Am Freitag, den 9. Dezember 2016, war es endlich soweit und ich tauchte mit meinem Mann in die wunderschöne Disneywelt ein. Sofort fiel mir auf, dass in dem Publikum alle Generationen vertreten waren: Kleine Kinder mit ihren Eltern, Studenten und sehr viele ältere Damen und Herren warteten gespannt darauf, dass der rote Vorhang aufging. Dies bestätigte einmal mehr die Aussage, dass man für eine Disneygeschichte nie zu alt ist.
Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der diese hinreißende Geschichte nicht kennt, trotzdem werde ich zur Sicherheit diese an dieser Stelle kurz wiedergeben:
Weil der oberflächliche und egoistische Prinz Adam in einer kalten Winternacht einer alten Bettlerin keine Zuflucht in seinem großen Schloss gewährt, wird er von der Bettlerin, die in Wahrheit eine wunderschöne Zauberin ist, in ein hässliches Biest verwandelt. Erst wenn er lernt, wahrhaftig zu lieben und diese Liebe erwidert wird, wird der Fluch aufgehoben. Dies muss geschehen, bevor das letzte Blütenblatt einer verzauberten Rose fällt. Doch nicht nur Prinz Adam wird von der Zauberin verhext, seine gesamte Dienerschaft wird verflucht und fristet von nun an das Dasein von Haushaltsgegenständen. Eines Tages kommt die wunderschöne Belle, die auf der Suche nach ihrem geliebten Vater ist, in das Schloss….
Die 100 Beteiligten, darunter 21 Musiker und 41 Darsteller schaffen eine magische Welt auf der Bühne. Jede Szene aus dem berühmten Disneyfilm wird übernommen und mit viel Liebe auf der Bühne dargestellt. Dem Regisseur György Böh gelingt die Umsetzung dieser zauberhaften Welt perfekt. Die mit viel Liebe zum Detail erschaffenen Bühnenbilder von István Rósza zeigen die facettenreiche und farbenfrohe Welt des Films: Der Markt, der Wald und das Schloss – alles wird mit großem Aufwand rekonstruiert. Selbst die übergroße Bibliothek findet ihren Platz im Musical, indem sie von oben heruntergefahren wird.
Auch die Kostüme von Erzsébet Túri sind sehr detailgetreu. Belles gelbe Robe, in der sie mit dem Biest tanzt, raubt jeder Frau im Saal den Atem.
Zum Glück wird auch nichts an der gefühlvollen Musik von Alan Menken und den liebevollen Lyrics von Howard Ashman und Tim Rice geändert, wir hören jedes unserer Lieblingsstücke und werden verzaubert. Bei dem Lied „Sei hier Gast“ schunkelte jeder im Saal mit, bei dem wunderschönen Lied „Märchen schreibt die Zeit“ musste ich sehr oft meine Tränen wegwischen.
Auch der Cast ist sehr gut zusammengesucht worden. Die Darstellerin der Belle (Veronika Fekete-Kovács) verkörpert auf wunderbare Weise die Heldin meiner Jugend, mit der ich mich bis heute sehr gut identifizieren kann: Belle ist eine belesene junge Frau, die sich nicht für Äußerlichkeiten interessiert und deswegen den Avancen des arroganten Gaston nicht nachgibt. Ihre Liebe zum Vater bestimmt ihr Denken und Fühlen. Dies alles führt dazu, dass sie in ihrem Dorf von den anderen Mitbewohnern nicht verstanden wird. Schließlich führen ihr Mut und ihre Liebe zum Vater dazu, dass sie an einem unerwarteten Ort all das findet, wonach sie so lange gesucht hat.
Das Biest wird von dem Darsteller Norman Szentmártoni gespielt. Zuerst mürrisch, verzweifelt und unnahbar öffnet die hässliche Kreatur ihr Herz für die wunderschöne Belle und wird geduldig und liebevoll. Zum ersten Mal in seinem Leben stellt das Biest das Glück eines anderen Lebewesens über das Seinige.
Zuerst war ich bei der Figur des Gaston (Attila Németh) etwas skeptisch, da er keine schwarzen Haare wie im Film hat und keinen Zopf trägt, doch wurden meine Zweifel im Laufe des Musicals beseitigt. Genau wie den anderen zwei Hauptfiguren gelingt ihm die Umsetzung seiner Rolle, der Rolle des eingebildeten und nicht sonderlich intelligenten Mannes, fantastisch, was man auch am Schlussapplaus erkennen konnte.
Aber auch die anderen Darsteller sind fabelhaft und überzeugen mit der Darstellung unserer geliebten Disneyfiguren und mit ihrer Stimme: Der sprechende Kronleuchter Lumière (Ádám Bálint) mit seiner optimistischen Art und seiner Vorliebe für schöne Frauen bzw. Staubwedel begeistert alle im Publikum. Die sturre Stehuhr Herr Von Unruh (Tamás Földes) amüsiert den kleinen und großen Zuschauer. Aber auch die liebevolle Teekanne Madame Pottine (Lilla Polyák) mit ihrem Sohn und Belles Vater Maurice (Gergő Aczél), im wahrsten Sinne der verrückte Professor, erwärmen das Herz jedes Einzelnen im Saal.
Alle Darsteller spielen ihren Part perfekt und wickeln den Zuschauer mit ihrer Schauspielerei, ihren tänzerischen Einlagen und vor allem mit ihren Stimmen um den Finger.
Mein Fazit: Wir waren von den farbenprächtigen Bildern im Musical verzaubert. Jeder im Publikum hat sowohl gelacht als auch mit den Tränen der Rührung gekämpft. In der Musicalversion werden auch Werte wie Liebe auf verschiedenen Ebenen (Mann-Frau, Vater-Tochter, Mutter-Sohn) und Loyalität vermittelt. Diese magische Bühnenversion des beliebten Disneyfilms kann einen nicht kalt lassen und bringt einen zum Träumen. Dem „opulenten Märchenzauber, der die Liebe triumphieren lässt.“ (FAZ) kann man sich einfach nicht ohne Weiteres entziehen.
Wer diesen märchenhaften Charakter des Musicals selbst erleben möchte, der sollte sich beeilen, denn das Musical läuft noch bis zum 17. Dezember 2016 im Admiralspalast. Danach zieht das Musical weiter:
Zürich: Theater 11, 21.-31.12.2016
Wien: Stadthalle F, 04.-15.01.2017
Baden-Baden Festspielhaus, 19.-22.01.2017.
Kontakt: Admiralspalast
Friedrichstraße 101
10117 Berlin
030 22507000
Weitere Informationen:
#DieSchöneunddasBiest #Admiralspalast #Disney #Berlin #Musical #Zürich #Wien #BadenBaden
#AlanMenken #HowardAshman #TimRice #LindaWoolverton #GyörgyBöh #IstvánRósza #ErzsébetTúri #VeronikaFeketeKovács #SándorBarkóczi #NormanSzentmártoni #TamásFöldes #ÁgotaSiménfalvy #ÁdámBálint #GergőAczél
© E. Günther
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s