Das ACUD-Theater wird 25 Jahre alt. – Die Legende (k)lebt.

Als mein Mann und ich einmal in der Veteranenstraße vorbei gefahren sind, hat mein Mann mir davon erzählt, dass er früher im ACUD-Kunsthaus gefeiert hätte, natürlich vor meiner Zeit;)
Aus diesem Grund entschied ich mich dazu, mich mit diesem Ort genauer zu befassen und fand Folgendes heraus:
In dem ACUD, einem Kunst- und Kulturzentrum in Berlin-Mitte, befinden sich ein Theater, eine Kunstgalerie, zwei Kinos, ein Club, ein Konzertsaal, eine Bar und Ateliers. Zwar arbeiten die einzelnen Bereiche zum Teil unabhängig voneinander, doch schließen sie sich auch immer wieder zu gemeinsamen Veranstaltungen zusammen. Seit 1991 geht das ACUD dem Auftrag, eine alternative Kultureinrichtung in Berlin zu sein, nach.
Trotz der großen Konkurrenz unter den Berliner Kunsthäusern konnte sich das ACUD in Berlin behaupten und im Jahr 2016, dem Jahr des 25. Jubiläums, wurde das Kino im ACUD von den Organisatoren der Berlinale sogar als einer der Teilnehmer bestimmt.
Am Samstag, den 8. Oktober 2016, hat das ACUD seinen 25. Geburtstag gefeiert und mein Mann, unsere sehr gute Freundin und ich waren mittendrin.
Obwohl die Feier an diesem Tag bereits um 14 Uhr mit verschiedenen Auftritten und Workshops für Kinder begann, entschieden wir uns, erst um 20 Uhr zu erscheinen, wenn im ACUD-Theater zahlreiche Performances der früheren und zukünftigen Produktionen aufgeführt wurden. Zu diesen Performances gehörten Theaterausschnitte und kleine Konzerte. Der Moderator Felix Goldmann führte uns durch diesen Abend und informierte uns kurz zwischen den einzelnen Auftritten über den nächsten Programmpunkt.
Gleich zu Beginn fiel mir die Internationalität der Gäste an diesem Abend auf. Man konnte nicht nur afrikanisches Essen auf dem Gelände kaufen, sondern hörte im Publikum auch die russische, englische und französische Sprache.
Wie so oft war ich mit meinem Mann und meiner Freundin derselben Meinung, wer zu unseren künstlerischen Höhepunkten an diesem Abend zählte:
Das seit 2008 existierende musikalische Duo „Die Linkshändler“ (nicht Linkshänder) besteht aus Oliver Gössel (Gesang, Sansula) und Laszlo Moldvai (Hang, Stimme). Beide sangen sowohl Texte von Ritsos und Jandl als unterhielten uns auch wunderbar mit komödiantischen Einlagen, wenn z.B. Laszlo Moldvai mit seinen vielen Notenblättern überfordert zu sein schien. Durch ihre volkstümlichen Musikrichtung entstanden vor meinem Auge Bilder von tanzenden Elfen.
Lena Binski zeigte mit ihrem Clownerie-Programm aus „Die 7 Leben des Fräuleins B.“, wie lustig ein non-verbales Programm gestaltet werden kann, wenn man nur die richtige Mimik und Gestik einsetzt. An diesem Abend entschlossen wir uns, demnächst auch das Soloprogramm der Künstlerin zu besuchen.
Die Schauspielerin Claudia Rippe, die schon auf mehreren Berliner Bühnen gestanden hat, zeigte uns ihr Theaterstück „BEING JANE DARK“. Dabei ging es um die Suche nach sich selbst und dem Wunsch, etwas in seinem Leben erreichen zu wollen oder zu müssen. So änderte die Protagonistin mehrmals ihren Lebenslauf: Aus einer Arbeitslosen, die Selbstmord beging, wurde eine Präsidentin mit Abitur. Claudia Rippe thematisierte die Möglichkeiten, die einem das Leben bietet und Erwartungen, die in der Gesellschaft an eine Frau gestellt werden.
Den ganzen Auftritt über konnte die Darstellerin ihr schnelles Tempo und ihren Enthusiasmus aufrecht erhalten.
Der russische Akkordeon-Spieler Oleg Nehls, der gleich am Anfang auftrat, spielte u.a. das melancholische Lied „Spaziergang“.
Sibille Roth, Susanne Heubaum und Anders Kamp sangen an dem Abend ruhige Lieder aus „Simplex“, die später Anders Kamp auch an der Gitarre begleitete.
Das Ensemble „RATTEN 07“, eine Obdachlosentheatergruppe, präsentierte uns ihre dreiteilige Performance „Es war einmal“, die sich mit gesellschaftskritischen Themen befasste: verwehrte Hilfe von Außenstehenden am Unfallort, ein jähzorniger Vater, der seinen Sohn schlug und die Gründung einer neuen Religion, die von ihren Anhängern sowohl Gehorsam als auch Menschenopfer verlangte.
In der fast wortlosen Performance „Das Röcheln“ kam die Darstellerin und Theaterpädagogin Nadine Giese auf die Bühne. Nach einem unbegründeten Röcheln machte sie ihren Verband ab und fing an, das Fleisch, das in diesem Verband eingewickelt war, zu würzen und anschließend wütend zu klopfen. Am Ende bereitete sie daraus eine Roulade zu.
Die Darstellerin hat mich mit ihrer Mimik sehr überzeugt, allerdings sind wir keine großen Fans des absurden Theaters.
Leider mussten wir nach einer anstrengenden Arbeitswoche bereits um 22 Uhr gehen und verpassten damit das Programm nach der Pause. Somit kann ich Euch leider nichts zu den zahlreichen Künstlern im zweiten Akt schreiben.
Mein Fazit: Wer unkonventionelle Kunst, die von ihrer Spontanität lebt und in kein perfektionistisches Korsett gehört, liebt, der ist im ACUD-Theater genau richtig. Hier erlebt Ihr die unterschiedliche Bandbreite der Kunst, vom Gesang bis zum absurden Theater.
Kontakt: ACUD
Veteranenstraße 21
10119 Berlin
030 44359497
Weitere Informationen:
#ACUD #Theater #Kunsthaus #Kulturzentrum #Kunst #Kultur #Kunstgallerie #Kino #Berlin #Workshops #Club #Performances #FelixGoldmann #DieLinkshändler #OliverGössel #Sansula #LaszloMoldvai #Hang #LenaBinski #RitsosundJandl #Clownerie #ClaudiaRippe #BEINGJANEDARK #OlegNehls #Akkordeon #Simplex #SibilleRoth #SusanneHeubaum #AndersKamp #RATTEN07 #NadineGiese #absurdesTheater #Teatur #DasRöcheln
© E. Günther

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s