25 Jahre Theater Thikwa Homescape – Thikwas Zeltstadt

Was ist Heimat? Bedeutet Heimat den Duft von Omas Pfannkuchen? Ist es der Ort, wo dein Partner nach der Arbeit dich mit einem Lächeln empfängt? Oder steht Heimat für das Zuhause, wo du in Jogginghose deinen Bauch nicht einziehen brauchst? Ist Heimat ein Land, eine Stadt oder ein Haus? Jeder von uns hat eine persönliche Definition von „Heimat“. Bei jedem wird bei dem Wort ein anderes Bild hervorgerufen. Mit diesen verschiedenen Bildern beschäftigt sich das Theater Thikwa, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert.
 
Seit 1991 erarbeitet das Theater Thikwa unter dem Konzept und der Gesamtregie von Gerd Hartmann Theaterstücke, in denen Menschen mit Behinderungen (vor allem mit dem Down Syndrom) und mit Menschen, die keine Beeinträchtigungen haben, gemeinsam und auf Augenhöhe spielen. Doch das Theater ist nicht nur Spiel-, sondern auch Ausbildungsstätte für Schauspielerei, Sprach- und Körperausbildung sowie Malerei und Arbeiten am Bühnen- und Kostümbild. Mehr als 90 Produktionen, bestehend aus Sprech- und Hörtheater und Tanz, wurden bis jetzt gezeigt.
 
Am Samstag, den 10. September 2016, wollten auch mein Mann und ich dieses pädagogisch wertvolle Konzept kennenlernen und unterstützen und fanden uns kurz nach 19 Uhr mit anderen Zuschauern in einem Hinterhof in Kreuzberg wieder, um bei einem kalten Getränk den sommerlichen Abend zu genießen. Um 20 Uhr wurden wir von einer Theatermitarbeiterin mitgenommen und auf eine Reise durch sechs verschiedene Zelte geschickt.
 
Zunächst kamen wir alle in ein großes Zelt, in dem wir Schattentheater sahen und verschiedene Stimmen hörten, die später in Gesänge zum Thema „Heimat“ übergingen. Nach der Vorführung wurden wir alle durch „Raus!“-Rufe aus dem Zelt geschmissen und wurden so zu Vertriebenen, die sich in anderen Zelten eine neue Heimat suchen sollten.
 
Thikwas Zeltstadt besteht aus sechs Stationen, an denen verschiedene Theaterstücke zehn Minuten lang aufgeführt und anschließend mehrere Male wiederholt werden. So wird gewährleistet, dass der Zuschauer alle 40 Künstler auf der Bühne sehen kann und kein einziges Stück verpasst. Im Foyer spielt zudem eine Live-Band.
 
Mein Mann und ich fanden uns nach dem großen Zelt in dem Zelt der Mission L537 ein, wo Marsmenschen, die 1953 einen Vertrag mit dem amerikanischen Präsidenten Eisenhower geschlossen haben und später von den Amerikanern verraten wurden, die Erde besiedelt haben. Viele der Theaterstücke (u.a. „Zelten im Zelt“), die wir im Folgenden sahen, kann man dem absurden Theater zuzuordnen.
 
Wer diese Theaterreise in der Zeltstadt auch erleben möchte, hat noch von Mittwoch, den 14.9.16, bis Samstag, den 17.9.16, dazu die Gelegenheit. Die Tickets kosten 16 Euro (ermäßigt 10 Euro). Neben weiteren verschiedenen Theaterstücken (z.B. „Zwillinge“ von Nicole Hummel) widmet sich das Thikwa-Theater im November einem neuen Projekt der Inklusion: In „Biofiction“ werden auch russische Künstler mitspielen und das Integrationsprojekt erweitern.
 
Weitere Informationen:
 
Kontakt:
Theater Thikwa
Theater in den Mühlenhaupthöfen
Fidicinstraße 40
10965 Berlin
 
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© E. Günther

 

 

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