All Night Long – die Soul Varieté Show im Wintergarten Varieté

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Nach den Shows „Atemlos“ und „Der helle Wahnsinn“ dachte ich eigentlich, dass der Wintergarten Varieté mich nicht noch mehr begeistern kann, aber zum Glück wurde ich eines Besseren belehrt. Als ich erfahren habe, dass „All Night Long“ nach seiner grandiosen Premiere im Jahr 2013 und einigen Gastspielen in Dänemark wieder nach Berlin kommt, war mir klar: Diesmal muss ich, ein Soul-Fan, unbedingt hin. Ich wollte wieder dabei sein, wenn es auch diesmal dem Wintergarten gelingt, ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Akrobatik zu zaubern.
Und so waren wir am Samstag, den 30. Juli 2016, bereits um 19 Uhr da, um uns berauschen zu lassen. Wir nahmen an einem Tisch in der zweiten Reihe Platz, von wo wir das ganze Geschehen auf der Bühne wundervoll überblicken konnten und bestellten uns vor der Show eine Kleinigkeit zu essen. Wie viele andere Gäste entschieden wir uns auch für den wundervoll zusammengestellten Varietételler für 13,50 Euro, der aus marinierten Hähnchenbrustspießen, gebackenen Frühlingsrollen, Pflaumen im Speckmantel, einem Mozzarellaspieß, einer Riesengarnele im Tempurateig und einem Tomaten-Kokossüppchen besteht und mit einem Mango-und Chilidip serviert wird. Beim Essen wurden wir wie an jedem Abend im Wintergarten auch diesmal sehr gut von einer Zauberin und ihren Kartentricks unterhalten.
Kurz nach 20 Uhr begann die Show, auf die ich mich schon seit Wochen gefreut habe. Wie schon oben betont sind die Shows im Wintergarten Gesamtkunstwerke, die Musik und Akrobatik als eine natürliche Einheit verbinden. Doch um jeden Künstler in meinem Bericht gebührend feiern zu lassen, habe ich mich dazu entschieden, diesen Bericht in die Kategorien „Musik“ und „Akrobatik“ zu unterteilen.
Musik:
An diesem Abend hatten wir zwei musikalische Gastgeber: Colin Rich und Della Miles. Über Colin Rich, den man bereits aus diversen Castingshows kennt („The Voice“, „The X-Factor“), sagte einmal Sarah Connor: „So einen Sänger findet man in Deutschland kein zweites Mal.“ Und das können wir nur bestätigen. Mit seiner unglaublich warmen Stimme sorgte er für einen großen Wohlfühlfaktor beim Publikum. Mein gesanglicher Höhepunkt war natürlich die Interpretation von Prince‘ „Purple Rain“, bei der ich auch Gänsehaut hatte.
Die sexy Della Miles zeigte, dass ihre Stimme ein großes Musikrepertoire umfasst: Egal, ob Alicia Keys oder Adele – gesanglich schien für Miles nichts unmöglich zu sein. Und so tanzten wir auf unseren Sitzen zu ihrer Stimme und applaudierten ihr lautstark am Ende des Abends.
Einer der Höhepunkte in der Show war der Schöneberger Travestie-Künstler Ikenna, der durch sein Programm als Whitney Houston führte. Nach dem ersten Lied kam auch der kontrastreiche Überraschungseffekt: Der Künstler begrüßte uns mit seiner natürlichen – tiefen – Stimme. Ein großes Kompliment dafür, dass man als ein großer Mann mit einer entsprechenden Sprechstimme nahezu an die Stimme der Ausnahmesängerin schlechthin kommen kann. Und falls es doch gesangliche Unterschiede gab, so hat Ikena diese wundervoll mit ihren Entertainer-Qualitäten überspielen können.
Der blinde Sänger Rian Es überzeugte uns nicht nur am Klavier und Keyboard, sondern auch mit seiner kraftvollen Stimme.
Hiermit möchte ich mich auch ganz herzlich bei der Live-Band bedanken, ohne die dieser musikalische Streifzug durch die Geschichte des Soul nicht möglich wäre. Mit ihrem Groove schien sie die im Folgenden vorgestellten Artisten immer wieder angetrieben zu haben.
Artistik:
Die erste Artistin an diesem Abend war die Französin Françoise Rochais, die wir schon aus einer anderen Show kannten. Mit ihren weißen Spitzenschirmen verzauberte sie zunächst das Publikum und bewies relativ schnell, dass sie auch frech und wild sein kann. So wirbelte sie später in einem kurzen Kleid über die Bühne und jonglierte dabei mit mehreren verschiedenen Gegenständen (weiße Schirme, Tennisschläger und Ringe) gleichzeitig.
Yenenhe Tesfaye aus Äthiopien begeisterte uns mit seiner Leiter-Equilibristik als Nächstes, indem er euphorisch mit der Leiter tanzte und uns dabei mit seinem Charme um den Finger wickelte.
Anschließend kam mit Lea Hinz eine Ausnahmekünstlerin auf die Bühne. Gleich zwei unterschiedliche Programme präsentierte sie an diesem Abend: Shadowdance und Akrobatik am Luftring. Bei Shadowdance führte sie uns einen eigens für die Show choreografierten Tanz vor und tanzte dabei gegen ihren eigenen Schatten an der Wand.
Später am Luftring und in einem roten Dessous raubte sie dem Zuschauer mit ihrer Luftakrobatiknummer, bei der sie wie ein Wirbelwind schnelle Beweglichkeits- und Spinning-Elemente vorführte, den Atem.
Léonie Pilote aus Kanada bewies am Chinesischen Mast, an dem sie mit einer erfrischenden Leichtigkeit turnte, ihr akrobatisches Talent.
Mit den Addis Brothers kam eines der absoluten Lieblingsprogramme der Zuschauer auf die Bühne. Mit ihrem feurigen Programm rissen sie jeden im Publikum von den Stühlen und begeisterten auch mit ihrer Ausstrahlung. Wie der Name schon sagt handelt es sich bei dem Showact um zwei Brüder, von denen der Jüngere sich von seinem älteren Bruder mit den Füßen durch die Luft schleudern ließ. In einem unmenschlichen Tempo zeigten sie 39 Umdrehungen hintereinander und unzählige Salti.
Für die Anmut an diesem Abend sorgte das finnische Duo Anivia, das seine Liebesgeschichte artistisch darstellte. Ihr „Tanz der Lüfte“ beinhaltete viele gefährliche Elemente an der Luft-Perche.
Der artistische Komiker an diesem Abend war Monsieur Chapeau, der mit seinem frechen Lächeln auf aufgebauten Koffern und Blechbüchsen einen regelrechten Balanceact vorführte und uns zum Schmunzeln brachte.
Als letzter Artist kam Abrham Dereje Woldehawaryat auf die Bühne und man erkannte an seinem Hut, seinen weißen Handschuhen und seiner glitzernden Jacke sofort, welche Musik er interpretieren wollte: die der Legende Michael Jackson. Mit seinen Bouncing Balls bewies er Handgeschicklichkeit und dem Moonwalk sein tänzerisches Talent.
Später versammelten sich noch einmal die Ausnahmekünstler auf der Bühne, jeder von ihnen wurde exzessiv gefeiert. Daran dass das Publikum die Artisten, Sänger und Musiker nicht gehen lassen wollte, merkte man wieder, dass die Zeit im Wintergarten zu schnell vergeht.
Mein Fazit: Diese furiose Show muss man gesehen haben! Dazu habt Ihr noch bis zum 28. August 2016 die Gelegenheit, die Ihr Euch nicht entgehen lassen dürft!
Für weitere Informationen:
Kontakt: Wintergarten Varieté
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
030 5884340
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© E. Günther
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