„Gurke oder Banane“ – das Aushängeschild des Gorillas-Ensembles (Ratibortheater)

Nach mehreren Jahren Abstinenz habe ich wieder den Ruf der Gorillas gehört und bin diesem wieder gefolgt. Das Gorillas-Ensemble spielt in dem auf den ersten Blick unscheinbaren Theater, das aber im Innern seit 1997 durch seine Authentizität besticht. In dem Theaterraum findet man eine kleine Bühne mit DJ-Pult, eine kleine Bar und eine kleine Garderobe. Doch das Publikum bedankt sich an jedem Abend mit einem vollen Haus für die Improvisationstalente der insgesamt 15 Darsteller und Musiker. Aber auch der Einfallsreichtum der Zuschauer ist gefragt, denn auf deren Vorschläge hin entstehen sofort unterhaltsame Geschichten, die einen zum tränenreichen Lachen bringen.

Am Samstag, den 9. Juli 2016, war ich also mit meinem Mann wieder bei den Gorillas und habe mich bewusst für „Gurke oder Banane“, das Aushängeschild des Theaters, entschieden. Wir hatten in der f-Reihe zwei wundervolle Plätze eingenommen, da die Reihe im Gegensatz zu den Reihen vor uns etwas angehoben war. Schon gleich kristallisierte sich heraus, dass die Darsteller auch an diesem Abend eine ausverkaufte Vorstellung erwarten durften. Und so war es dann auch. Um 19.40 Uhr begann das Programm.
Zunächst nahm mit Rudy Redl der Musiker und DJ dieses Abends an seinem Pult links von der Bühne Platz und sorgte im Laufe des Abends dafür, dass die improvisierten Theaterstücke immer die passende Musik hatten. Wie immer standen mit Barbara Klehr, Michael Wolf und Tom Jahn drei begabte Darsteller und Regisseure auf der Gorillas-Bühne. Auf Zuruf des Wortes „Papst“ dachten die drei sich sofort auch eine entsprechende Geschichte aus, die Homosexualität als Thema hatte und bei der jeder der drei abwechselnd ein Wort sagen musste, damit am Ende eine zusammenhängende und außer Wettbewerb stattfindende Geschichte entstehen konnte.
Später entwickelten sich, nachdem einzelne Zuschauer wieder einige Worte hereingerufen haben, drei verschiedene Geschichten, die Barbara Klehr, Michael Wolf und Tom Jahn als Regisseure begleiteten und bei denen sie spontan auf das Gespielte durch die beiden anderen Darsteller reagieren mussten. Nach jeder Darbietung musste das Publikum entscheiden, ob ihm das Theaterstück gefallen (Banane) oder missfallen hat (Gurke). Dabei war aber nicht die schauspielerische Leistung der Darsteller, sondern die Originalität und der Witz des Regisseurs/der Regisseurin ausschlaggebend. Im ersten Durchgang hat mir die Geschichte über eine Ehe nach 50 Jahren, die durch einige Rückblenden unterbrochen wurde, am besten gefallen.
Weitere spontane Geschichten nach Zurufen durch das Publikum, die mich überzeugt haben, waren: die Geschichte, in der die Darsteller in einer Eisfabrik (das zugerufene Wort war „Eis“) abwechselnd Italienisch und abwechselnd Deutsch reden sollten; die Szene, in der die Darsteller den Buchstaben „e“ nicht verwenden durften und wo es dann schließlich einen Gewinner gab. Natürlich gab es auch diesmal Improvisationslieder, z.B. von der „litauischen“ (Das Land Litauen wurde hereingerufen.) Sängerin.
Vor der Pause wurden drei Umschläge ins Publikum gegeben, in welche die ausgesuchten Zuschauer ihre Gegenstände hineinlegen sollten. Nach der Pause sollten die Darsteller darauf aufbauend eine Geschichte improvisieren und dirigieren. Durch die Faltencreme in einem Umschlag entstand eine Geschichte über die Bekanntgabe einer Schwangerschaft in einem Spätdienst. Dabei wurde die Geschichte sowohl nach Schiller als auch als Horrorszenario gespielt. Nach einem Zeugnis in dem zweiten Briefumschlag entstand eine Oper über den Wechsel des Arbeitgebers, in der auch ein lebender Hund zum Einsatz kam. Diese Szene führte zu einem tosenden Applaus seitens des Publikums.
Und schließlich bewirkte eine Augencreme, dass wir eine Geschichte zu einem Autounfall sahen/hörten. Dabei mussten die beiden Darsteller abwechselnd sprechen und jeder Satz sollte mit dem Anfangsbuchstaben des Alphabets beginnen – bis das Alphabet zu Ende war.
Mein Fazit lautet: Jeder sollte die Gorillas einmal besucht haben, denn das Theater ist einzigartig und man ist als Zuschauer ein Teil der wundervoll entstehenden Geschichten, die das Publikum zusammenschweißen und den ganzen Abend zu Lachanfällen bringen.
Eine Reservierung vorab ist unabdingbar! Am besten schon vorher bezahlen, damit man danach nicht vor einem ausverkauften Stück steht. Zudem bietet das Ensemble Workshops an, in denen man seinen spontanen Witz und seine Schlagfertigkeit trainieren bzw. perfektionieren kann.
Für weitere Informationen schaut bitte hier rein:
Kontaktdaten: Ratibortheater
Cuvrystraße 20a
10997 Berlin
030 6186199
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