„Wohin mit Mutti?“ – das politische Satirestück im Kaberett-Theater Distel

„Angela Merkel muss weg.“ Das ist der Satz, den wir in letzter Zeit häufig in den Medien und in der Politik hören. In dem neuen politischen Satirestück „Wohin mit Mutti?“ im Kaberett-Theater Distel wird er Wirklichkeit, denn unsere „Mutti“ muss tatsächlich untertauchen – aber wo? Und was ist der Grund für ihre Flucht?

Am Samstag, den 18. Juni 2016, besuchte ich mit meinem Mann das im Vorfeld viel gepriesene Satirestück unter der Regie von Dominik Paetzholdt, dem künstlerischen Leiter des Hauses. Zwar war der offizielle Beginn erst um 17 Uhr, doch war das Foyer bereits um 16.30 Uhr sehr voll. Um 17 Uhr kamen zwei Musiker, Falk Breitkreuz und Til Ritter (zudem auch für die Komposition verantwortlich), in den Saal und saßen sich neben die vielen Instrumente links, direkt neben dem Publikum. Anschließend kamen die drei Hauptdarsteller auf die Bühne: Timo Doleys (auch Ideengeber für das Theaterstück), Caroline Lux und Stefan Martin Müller. Die zwei Männer und die Frau eröffneten die Show mit einem satirischen Lied über die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland und erreichten sofort das Publikum.

Während Timo Doleys und Caroline Lux später von der Bühne verschwanden, stellte Stefan Martin Müller in einem Monolog das Ehepaar im Theaterstück, das Zentrum der folgenden Geschichte, vor: Es handelt sich dabei um Frau und Herrn Riethmüller, die zusammen das durchschnittlichste Paar Deutschlands, sogar durchschnittlicher als Max Mustermann, bilden. Während sie in einer Weddinger REWE-Filiale arbeitet, ist er bei der BVG tätig.

Nach der Vorstellung der beiden Hauptfiguren ging es dann auch mit der Handlung los: Ein Mitarbeiter der Bundesregierung besucht das Ehepaar und teilt diesem mit, dass die Bundeskanzlerin wegen eines Drohbriefes untertauchen muss und sich aufgrund der ungefährlichen Durchschnittlichkeit des Ehepaares in ihrer Wohnung verstecken muss. Um die beiden Eheleute auf den hohen Besuch vorzubereiten, erklärt der Mitarbeiter der Regierung den beiden mithilfe einer Diashow, wer Freund und wer Feind Angela Merkels ist. Diese Szene brachte das Publikum sehr viele Male zum Lachen, da das Ehepaar oft nicht so reagierte, wie es der Politiker von ihnen erwartet hat. So wird der Minister Schäuble von der Ehefrau Claudia als Gollum und Thomas de Maizière als die „Misere“ bezeichnet.

Später lernt der Zuschauer den Bruder (Stefan Martin Müller) der Ehefrau kennen, der auch in der Wohnung wohnt. Er wird als ein nicht ganz intelligenter Schmarotzer dargestellt, der die Gutmütigkeit der Familie nur ausnutzt und die ganze Zeit nur kifft. Der links denkende Bruder verursacht Panik bei dem Ehepaar, da es in der Zusammenkunft zwischen dem Bruder und der Bundeskanzlerin eine bevorstehende Katastrophe erkennt.

Im zweiten Teil lernen wir auch Angela Merkel (gespielt von Timo Doleys, der auch den Ehemann verkörpert) kennen, die sich nicht am Haushalt der Familie beteiligt und eine Nutella-Krise provoziert. Angela Merkel wird in dem Theaterstück als eine rechthaberische und machtbesessene Frau dargestellt, die immer weiß, wie sie die Fernbedienung bekommt, und die Versprechen macht, von denen man weiß, dass sie diese nicht halten wird/kann. „Mutti“ ist im Theaterstück eine Frau, die fern der Realität ist. Dies erklärt auch, warum sie den Staubsauger mit ihrer Sprache bedienen möchte. Die Kanzlerin, die Integration fordert, ist also selbst nicht integrationsfähig. Besondere Kopfschmerzen bereiten ihr Seehofer, Ursula von der Leyen und Putin.

Das erste Hälfte des Theaterstückes (ca. 1 Stunde lang) waren mein Mann und ich nur am Schmunzeln und in der zweiten Hälfte (auch ca. 1 Stunde) nur am Lachen, was an den spitzzüngigen Dialogen und vor allem an der überragenden schauspielerischen Leistung der drei Darsteller lag.
Timo Doleys verkörpert auf eine glaubhafte Weise den leicht naiven Ehemann und imitiert perfekt die Bundeskanzlerin, indem er ihre Mimik, Gestik (zu einem Dreieck geformte Hände), Sprache (das leichte Lispeln) und Körpersprache detailliert und einwandfrei nachahmt.

Caroline Lux spielt einfach großartig die zynische Ehefrau und sehr authentisch die Verteidigungsministerin von der Leyen, die als eine falsche Natter im Stück dargestellt wird. Zudem übernimmt sie in der „Frauentausch-Szene“ auch die Rolle der Sarah Wagenknecht, die mit ihren vielen und sehr langen Grundsatzreden schließlich in der Politik alles erreicht – aber nur aus dem Grund, weil ihre politischen Freunde und Feinde wollen, dass sie mit dem Reden aufhört.

Die Rolle des dauernd bekifften Bruders, der später denkt, er hätte die Bundeskanzlerin entführt, ist Stefan Martin Müller wie auf den Leib geschnitten. Mit seiner Körperhaltung spielt er sehr gut den linken und nur an sein Gras denkenden Bruder. Müller schlüpft aber nicht nur in die Rolle des Bruders, sondern auch später in Angela Merkels Traum in die des grünen Politikers Anton Hofreiter, was den Saal zum Toben brachte.

Das Darsteller-Trio überzeugt nicht durch das schauspielerische Talent, sondern kann zudem auch noch sehr gut singen und tanzen. Unvergessen bleibt die Szene, in der sie tänzerisch und gesanglich mögliche Touristenziele präsentieren und uns mit den vielen besungenen Klischees köstlich unterhalten haben. Aber auch die Musiker, von denen einer zum Schluss ins Geschehen auf der Bühne integriert wird, machen ihre Aufgabe sehr gut.

Im Theaterstück „Wohin mit Mutti?“ gibt es aber nicht nur lustige und satirische Szenen, sondern auch Stellen, die einen zum Nachdenken anregen: z.B. darüber, dass die Bundesregierung mit ihren Waffenlieferungen eigentlich selbst dazu beigetragen hat, dass wir jetzt viele Flüchtlinge haben.

Der gestrige Abend hat uns sehr viel Freude bereitet und sehr häufig zum Lachen gebracht! Wir können jedem das Theaterstück empfehlen, auch den nicht an der Politik Interessierten, denn schließlich ist Lachen was Wundervolles.
Gestern wurde mir auch wieder klar, wie gut wir es hier in Deutschland haben, da wir auch über Politiker lachen dürfen – ungestraft.

„Wohin mit Mutti?“ läuft noch an folgenden Tagen im Distel:
Montag, den 20. Juni, bis Samstag, den 25. Juni (außer Donnerstag, den 23. Juni) um 20 Uhr (Samstag auch um 17 Uhr)
Montag, den 8. August, bis Samstag, den 27. August
Montag, den 19. September, bis Mittwoch, den 21. September
Montag, den 26. September, bis Freitag, den 30. September

Weitere Informationen zu Theaterstück findet Ihr auf den folgenden Seiten:
http://www.distel-berlin.de/
https://www.facebook.com/Kabarett-Theater-Distel-16138260…/…

Kontaktdaten:
Kabarett-Theater Distel

Friedrichstraße 101, 10117 Berlin
030 2044704

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© E. Günther

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