Tanz der Vampire 2016 – mein Lieblingsmusical zurück in Berlin

Berlin: 24.04.2016 – 25.09.2016 (Theater des Westens)

München: 05.10.2016 – 15.01.2017 (Deutsches Theater)

Am Sonntag, den 24. April 2016, kam Tanz der Vampire, mein absolutes Lieblingsmusical, zurück nach Berlin. Und obwohl ich in dem Jahr 2011 das Musical bereits vier Mal geschaut habe, stand es für mich außer Frage, dass ich auch diesmal wieder dabei bin. Und so war ich am Freitag, den 29. April 2016, mit meinem Mann im Theater des Westens, einem der schönsten Theater Berlins, um das auf Roman Polanskis Film basierte und das von Jim Steinman und von Michael Kunze geschriebene Musical bereits zum fünften Mal zu gucken.

Das erfolgreiche Musical wurde bereits in 12 Ländern aufgeführt und in 11 Sprachen übersetzt. Doch warum gibt es so viele Menschen, die das Musical bereits zum zweiten, fünften oder gar zehnten Mal besuchen? Warum begeistert dieses Musical auch beim wiederholten Mal, obwohl man doch bereits schon den Ausgang der Geschichte kennt? Warum kann sich keiner diesem Musical entziehen, egal ob Jung oder Alt? Genau diesen Fragen werde ich in meinem folgenden Bericht nachgehen…

Was mich immer wieder an diesem Musical fasziniert, ist, dass hier unglaublich viel Wert auf Musik und Gesang gelegt wird. Während es bereits viele Musicals gibt, in denen für meine Begriffe zu viel gesprochen und zu wenig gesungen wird, ist es bei Tanz der Vampire anders. In jeder Szene wird gesungen und getanzt. Dabei stellt jedes Mal die Tanz der Vampire-Produktion einen gesanglich unglaublich starken Cast zusammen, der mit seinem Gesang jeden im Publikum begeistert. Die Musik verursacht jedes Mal Gänsehaut bei mir: Mal ist die Musik dramatisch, mal rockig und mal gefühlvoll und immer untermalt sie die Gefühle der Darsteller in der jeweiligen Szene. So waren auch diesmal die inhaltlich und melodisch hervorragenden Lieder dabei, die sofort zu einem Ohrwurm werden (u.a. „Draußen ist Freiheit“, „Totale Finsternis“, „Ewigkeit“, „Die unstillbare Gier“).

Während viele Musicalproduktionen an den Bühnenbildern sparen, zeigt uns Tanz der Vampire viele aufwendige Bühnenbilder, die in jeder Szene wechseln und detailgenau sind. So haben wir es auch den Bühnenbildern zu verdanken, dass sich der Unterschied zwischen den zwei Welten im Musical herauskristallisiert: Auf der einen Seite haben wir die scheinbar nicht besonders wohlhabende jüdische Familie, die in ihrem Wirtshaus auch Trunkbolde bewirtet. Auf der anderen Seite steht das pompöse Schloss des Grafen Krolock, in dem er rauschende Ballfeste gibt. Während die bürgerliche Welt der Familie für Sarah, ihre wunderschöne Tochter, Enge symbolisiert, wirkt die mystische Welt des Grafen auf sie verlockend, da sie sich dort Freiheit erhofft. Diese geheimnisvolle Welt wird durch den Einsatz von Rauch und dunklen Farben unterstrichen.

Auch dieses Jahr muss ich einfach schreiben, dass es sich bei Tanz der Vampire um den besten Musicalcast handelt. Es gibt keinen einzelnen Darsteller in dem Musical, den ich negativ beschreiben kann.
Betrachten wir zunächst die wunderschöne Veronica Appendu, die in dem Musical die Protagonistin Sarah darstellt. Die wunderschöne Sarah wächst in einer gläubigen jüdischen Familie auf, in der sie sich aber eingeengt fühlt und sich wie jede junge Frau nach Freiheit und Abenteuer sehnt. Dies alles hofft sie, in dem Schloss des Grafen zu finden. Veronica Appendu verkörpert auf wunderbare Weise diesen Charakter. Sie ist nicht nur wunderschön, sondern bezaubert mit ihrer Stimme jeden Zuschauer. Beim Singen glänzen ihre Augen und man nimmt ihr alles ab. Für mich gehört sie neben Valerie Link (Christine aus „Phantom der Oper“) und Roberta Valentini (Elisabeth aus „Elisabeth-das Musical“) zu den besten Musicalsängerinnen und ist für mich die aktuell beste Musicaldarstellerin Deutschlands.

Im Vorfeld des Musicals warteten alle gespannt auf die Besetzung des mysteriösen Grafen Krolock. Und schließlich wurde diese Rolle für die Aufführungen bis Mitte Juli mit dem Musicaldarsteller Mark Seibert besetzt. Seibert steht für mich für die neue Art von Vampiren: schön und gefährlich zugleich. Seine Schönheit macht ihn gerade so gefährlich, weil er in der Lage ist, schneller ein unschuldiges Mädchen zu verführen – eines der Gründe, warum diese Besetzung für mich einfach perfekt ist. Mark Seibert überzeugt aber nicht nur durch sein Erscheinungsbild, sondern durch seine kräftige Stimme, die etwas Bedrohliches mit sich bringt. Wenn der Graf in einer Szene seinen Umhang um Sarah legt, dann glaubt auch jede Zuschauerin, dass sie gleich wie Sarah den Verstand verlieren wird. Die ganzen Aspekte, die für Mark Seibert als den perfekten Grafen sprechen, erklären auch, warum er den meisten Applaus am Ende bekommt.

Am 29.4. habe ich bereits den dritten „Alfred“ gesehen, doch keiner konnte diesen so perfekt spielen wie in diesem Jahr: Tom van der Ven ist ein begnadeter Musicaldarsteller, der meinen Mann und mich von erster Minute an gleich überzeugt hat. Er kann nicht nur sehr gut singen, sondern hat auch sehr gute schauspielerische Fähigkeiten. Mal ist er der schüchterne und brave Junge, mal beißt er sich auf die Lippen, weil er von Sarahs Schönheit fasziniert ist.

Doch auch die anderen Musicaldarsteller, egal ob der schwule Sohn des Grafen (Milan van Waardenburg) oder der strenge jüdische Vater (Nicolas Tenerani), der aber gleichzeitig der Magd (gesanglich starke Merel Zeeman) nachstellt, alle gehen in ihren Rollen vollkommen auf und können sehr gut singen. Auch die Tänzer wurden diesmal sehr gut ausgewählt, da sie den Zuschauer durch ihre Körperlichkeit und ihre erotischen Tänze verführen. Also auch ein großes Lob an den Choreografen: Dennis Callahan!

Das Musical Tanz der Vampire spielt auch in dieser Saison mit seinen für das Musical bekannten symbolischen Bildern. Sarah bekommt vom Bediensteten des Grafen, bevor sie ihr Zuhause verlässt, rote Stiefeln und zusammen mit ihrem roten Tuch symbolisieren diese mit der roten Farbe die bevorstehende Verführung. Ein sehr gut gewähltes bildliches Element ist für mich die Gegenüberstellung zweier entgegen gesetzter Bilder, die für die verschiedenen Welten im Musical stehen: Während man erkennt, wie eine Frau, die Sarah sehr ähnlich sieht, mit einem erotischen Tänzer, der an den Grafen erinnert, tanzt und sich ihm ganz hingibt, zeigt man auf der anderen Seite auf der Bühne, wie ihre jüdischen Eltern die Menora anzünden und genauso wie die christliche Magd im Nebenzimmer beten – zwei bildlich unglaublich gewaltige Kontraste.

Ich habe zwei Lieblingsszenen in dem Musical, in denen mein Lieblingslied („Totale Finsternis“) gespielt und gesungen wird, und beide spielen in dem Schloss des Grafen: Beim ersten Mal steht Sarah mit ihrem roten Tuch und erwartet den Grafen, der die Treppe zu ihr runterkommt. Obwohl sie ihm ihre vollkommene Hingabe zeigt und von ihm gebissen werden will, hält er sich zurück, weil er auf den Ball warten will und so umhüllt er sie am Ende der Szene mit seinem Umhang. In der zweiten Szene wartet der Graf auf dem Ball auf Sarah, während diese majestätisch und in einem roten (!) Kleid zu ihm und der Gesellschaft die Treppe runterkommt, um dann anschließend von dem Grafen gebissen zu werden. Das sind zwei Szenen, die noch immer Gänsehaut bei mir verursachen.

Ich hoffe, mit diesem Blogbeitrag bei Euch die Begeisterung, die ich immer wieder für Tanz der Vampire empfinde, geweckt zu haben, denn dieses Musical ist ein Gesamtkunstwerk, das gesehen werden muss!

Falls Euch die Informationen noch nicht ausreichen, hier findet Ihr weitere Informationen zum Musical:
http://www.stage-entertainment.de/…/tanz-der-vampire-berlin…
https://www.facebook.com/TANZ.DER.VAMPIRE/?fref=ts

Und sonst nichts wie hin. Bis zum 25. September habt Ihr dazu in Berlin noch Zeit.

Theater des Westens

Kantstraße 12

10623 Berlin

 

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© E. Günther

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3 thoughts on “Tanz der Vampire 2016 – mein Lieblingsmusical zurück in Berlin

  1. Castingsnews für München: Thomas Borchert wird die Rolle des Grafen Krolock in München spielen. Er verkörperte den Grafen bereits in Hamburg, Wien und Berlin. Bis 18. November wird er im Deutschen Theater auf der Bühne stehen.

    Jan Ammann wird ab 20. November erneut den Grafen verkörpern und im Deutschen Theater der „Wintergraf“ sein.

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