Oper ohne Grenzen – Konzert für eine offene Kultur

(Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt)

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, wurde ich im Rahmen meiner Bloggertätigkeit zusammen mit meinem Mann zu der Operngala „Oper ohne Grenzen – Konzert für eine offene Kultur“ in der Deutschen Oper eingeladen. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Konzertreihe der deutschsprachigen Opernkonferenz, die in Berlin, Dresden, Düsseldorf und Frankfurt ein Zeichen für eine weltoffene Kultur setzt. Nach Dresden (12. Februar), Frankfurt (3. April) und Düsseldorf (18. April) war es also auch in Berlin soweit. Die normalen Besuchertickets kosten dabei 10 Euro – ein kleiner Preis mit großer Wirkung, denn die Veranstalter unterstützen mit dieser Konzertreihe die Organisation „Start with a friend“.

Die Organisation „Start with a friend“ hilft geflohenen Menschen dabei, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen und sich bestmöglich in die neue Gesellschaft zu integrieren. Dafür bringt „Start with a friend“ die Flüchtlinge mit Einwohnern Deutschlands zusammen, indem sie sich auf deren gemeinsame Interessen konzentriert. Auf der Internetseite der Organisation findet man gleich deren Motto: „geflohene Menschen unterstützen – auf Augenhöhe“. http://www.start-with-a-friend.de/

Am Sonntag, den 29. Mai 2016, waren auch wir ein Teil des großen Ganzen und nahmen in der 10. Reihe Platz, von wo wir eine sehr gute Sicht auf die Bühne und das folgende Programm hatten. Um 11 Uhr begann die Operngala mit der Ouverture „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), unter der Leitung des Dirigenten Donald Runnicles. Nach dieser wundervollen Musik kam mit Michael Müller der Regierende Bürgermeister Berlins auf die Bühne. Michael Müller erinnerte noch einmal daran, warum diese Veranstaltung stattfinden muss: In schwierigen Zeiten dürfen wir nicht wegschauen, sondern müssen den Menschen in Not helfen. In seiner Rede appellierte Müller zwar an unser Mitgefühl, verzichtete aber dabei auf den moralischen Zeigefinger.

Anschließend kam mit Rolando Villazón einer der berühmtesten und besten Opernsänger unserer Zeit. Der mexikanische Opernsänger mit französischer Staatsbürgerschaft erzählte eine Anekdote aus seinem Leben: Eine Frau sprach ihn einmal auf seine Herkunft an und als sie erfuhr, dass er Mexikaner ist, entgegnete sie: „Und dann sind Sie kein Gärtner?“. Eine Frage, die uns zum Lachen und im gleichen Zug aufgrund des klischeehaltigen Inhalts zum Nachdenken brachte.

Nach den beiden Reden ging es mit „Die Zauberflöte“, einer Oper in zwei Aufzügen, weiter. Wir kamen in den Genuss, uns drei Auftritte aus der Oper anhören zu dürfen. Tobias Kehrer sang dabei „O Isis und Osiris“ und Emily Hindrichs „O zittre nicht…Zum Leiden bin ich auserkoren“. Bei „Hm! Hm! Hm!… Der Arme kann von Strafe sagen“ waren gleich mehrere wundervolle Opernsänger auf der Bühne: Siobhan Stagg, Attilo Glaser, Thomas Lehman, Karolina Gumos, Maria Kataeva. Sebastian Weigle übernahm hier die Aufgabe des Dirigenten.

Nach den zauberhaft vorgetragenen Opernnummern gab es mein persönliches Highlight: zwei Auftritte aus meiner absoluten Lieblingsoper „Carmen“, einer Opéra comique in vier Akten, von Georges Bizet (1838-1875). Und ich bekam eine vortreffliche Carmen zu sehen (tanzend in einem eng anliegenden roten Kleid) und zu hören. Begleitet wurde sie von zwei weiteren talentierten Opernsängerinnen. „Les tringles des sistres tintaient“ und „Nous avons en tête une affaire“ wurden von folgenden Opernsängern gesanglich zum Besten geboten: Maria Kataeva, Magdalena Hinterdobler, Rebecca Jo Loeb, James Kryshak und Thomas Lehman. Die Reaktion des Publikums war eindeutig: Bravo-Rufe ertönten im Saal.

Nach diesem gesanglich und darstellerisch exzellenten Teil wurde der Zuschauer wieder daran erinnert, warum er da war. Auf die Bühne kam ein blondes Mädchen, ein dunkelhäutiger und ein asiatisch aussehender Junge. Alle drei unterhielten sich in einer uns allen unbekannten Sprache. Der Regisseur Martin G. Berger löste später das Ganze auf: Mit seiner Jugendproduktion „Neuland“ schuf er ein Theaterstück, in welchem Jugendliche unterschiedlicher Herkunft ihre eigene Sprache (Neuländisch) erfanden, ihren eigenen Staat (Neuland), in dem jeder gleich war, gründeten. Nach der Vorstellung der drei Jugendlichen (einer kam aus Somalia, einer aus den USA und eine aus Deutschland) sang das Publikum mit den Jugendlichen und dem Regisseur feierlich die Hymne Neulands, mit der Hand auf dem Kopf.

Danach folgte auch schon das nächste musikalische Highlight: Giuseppes Verdis (1813-1901) „Rigoletto“, ein Melodrama in drei Akten. Auf der Bühne sahen und hörten wir Katerina Tretyakova, Markus Brück, James Kryshak, Thomas Lehman, Andrew Harris, Margerita Gritskova und Attilo Glaser. Die Interpretation von „Caro nome“, „Zitti, zitti“ und „Bella figlia dell’amore“ entfachte im Publikum auch ein Feuer der Begeisterung und des tosenden Applauses. Dies wurde bei Gioacchino Rossinis (1792-1868) „La Cenerentola“, von Margerita Gritskova gesungen und von Roberto Rizzi Brignoli dirigiert, fortgeführt.

„Es sucht der Bruder seine Brüder, und kann er helfen, hilft er gern.“
Für diese Veranstaltung gab es keinen besseren Abschluss als die Oper „Fidellio“, die einzige Oper von Ludwig van Beethoven (1770-1827) in zwei Akten, in der es auch um Menschlichkeit geht. „Heil sei dem Tag“, das Finale des zwei Aktes, wurde dabei inbrünstig von folgenden Opernsängern vorgetragen: Anna Samuil, Corby Welch, Markus Brück, Tobias Kehrer, Dong Hwang Lee, Siobhan Stagg und Ivan Tursic.

Uns hat die Veranstaltung sehr berührt, sowohl durch deren Konzept als auch durch die einzigartigen Opernsänger und Musiker. Nächstes Jahr werden wir unbedingt wieder hingehen. Aber diesmal werde ich Euch vorher darüber informieren.

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© E. Günther

 

 

 

 

 

 

 

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