Roots-family stories @ Chamäleon Theater

Jeder von uns hat Wurzeln, manche liegen hier in Deutschland, manche in einem anderen Land. Doch sie alle haben eins gemeinsam: Sie geben uns eine Identität, die unsere weitere Entwicklung bestimmt. In der neuen Show „Roots-family stories“ im Chamäleon Theater dreht sich alles um das Thema „Wurzeln“ und zwar die Wurzeln des Zirkus.

Am Samstag, den 12. März 2016, betraten wir um 17.30 Uhr das wieder bis auf den letzten Platz gefüllte Chamäleon und freuten uns auf die zweite Show in so einer kurzen Zeit. Da uns bereits die vorherige Show „Wunderkammer“ begeistert hat, hatten wir natürlich auch an diese Show große Erwartungen. Nachdem ich die neue leckere Nachspeise auf der Karte (Cappucchino Brownie mit Amarenakirschen für 5,50 Euro) probiert hatte, begann pünktlich um 18 Uhr „Roots“.

Die neue Show des tschechischen Ensembles „Cirk La Putyka“, achte Generation einer der größten Puppenspieler- und Künstlerdynastien im Tschechien, besteht aus zwei ganz unterschiedlichen Hälften. Während die erste Hälfte den traditionellen Zirkus verkörpert, steht die zweite Hälfte für den modernen Zirkus, den Cirque Nouveau. Doch schauen wir uns erst einmal die erste Hälfte an….

Die erste Hälfte der Show „Roots“ erinnert den Zuschauer an einen traditionellen (Wander-)Zirkus: Die Artisten tragen bunte Anziehsachen. Es gibt einen Sprecher, der die einzelnen Programme ansagt. Die Darsteller treten zum Teil in einer Art Schaubühne auf. Die clownhaften Elemente lassen den Zuschauer an die Clowns vergangener Jahre denken: Die Clowns tun sich weh und erzeugen damit Gelächter beim Publikum. Auch ein Puppenspiel darf deswegen in dieser Hälfte nicht fehlen. Selbst Pferde kommen in der Show vor, wenn auch anders als erwartet. Durch verschiedene an die Wand projizierten Bilder entführt uns noch einmal die aus acht Personen bestehende Gruppe in die Welt des traditionellen Zirkus.

Gleich am Anfang wird der Zuschauer verzaubert, indem er gedanklich eine Spieluhr aufmacht, aus der eine Tänzerin (Lisa Matilda Angberg) mit einem weißen Schirm hervortritt und dann Kunststücke auf bunten Klötzen vorführt. Die zwei Trapezkünstlerinnen (Mira Leonard und Esmeralda Nikolajeff), der für uns talentierteste Showact in „Roots“, zeigen ein anspruchsvolles Programm, bei dem die eine Artistin eine bewusstlose Frau spielt und somit den Schwierigkeitsgrad des Programms erhöht. Jiri Weissmann übernimmt beim Tanzen im gleichen Zug die Rolle einer Frau und die eines Mannes. Drei Artisten zeigen auf dem Trampolin eine schnelle Nummer, die einen zum Tanzen auf dem eigenen Stuhl animiert. Die Schlangenfrau (auch Lisa Matilda Angberg), die ihren Körper so verbiegen kann, dass es einen ungläubig zurücklässt, lässt das Publikum jubeln.

Die zweite Hälfte bricht mit dem traditionellen Zirkus. Die Artisten tragen bis auf die letzte Szene keine bunten Kleider mehr, sondern sind in grauen bzw.in metallic-farbenen Anzehsachen gekleidet. Auch das Bühnenbild hat sich verändert und besteht nun aus Gerüsten, welche die Urbanität der zweiten Hälfte betonen. Wieder beweist Weißmann, dass ihm die Musik im Blut liegt. Während seiner Tanznummer fällt es mir schwer, nicht aufzuspringen und mitzutanzen.
Auch in der zweiten Hälfte zeigen die beiden Trapezkünstlerinnen ihr ganzes Können, durchzogen von komödiantischen Elementen: Zuerst zanken sie sich auf Tschechisch, dann verschwindet die eine Artistin hinter der Bühne, während die andere nach einem Ersatz im Publikum sucht. Schließlich erscheint die zweite Akrobatin, nur um uns mit ihrer Showpartnerin am Ende des Programms einen tosenden Applaus zu entlocken. Man merkt, dass die beiden auch im wirklichen Leben Partnerinnen sind, denn nur so kann man sich das blinde Vertrauen zwischen den beiden Frauen erklären.

Noch ein paar Worte zur Musik in der Show, die auch für den Schnitt zwischen den zwei Hälften in der Show steht: Während in der ersten Hälfte eine fröhliche Musik gespielt wird, die eine Mischung aus Russendisko und Polka darstellt, klingt die Musik in der zweiten Hälfte düsterer und moderner. Ich möchte aber an dieser Stelle besonders die Tatsache positiv unterstreichen, dass sich das Ensemble dafür entschieden hat, in der Show keine englische, sondern eine tschechische Musik zu spielen. Das gibt dem ganzen Programm eine authentische Note.

Der Show gelingt es, uns auf eine Zeitreise des Zirkus mitzunehmen: vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Gegenwart. Bis zum 28. August 2016 habt Ihr noch die Gelegenheit, diese wundervolle Show zu sehen!

Kontaktdaten: Chamäleon Theater
in den Hackeschen Höfen
Rosenthaler Straße 40/41
10178 Berlin
030 4000590

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© E. Günther

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