„Wunderkammer“ @ Chamäleon – ein unverwechselbares Gesamtkunstwerk

Eins mal vorweg: Die Show „Wunderkammer“ war die beste Akrobatikhow, die wir je gesehen haben.

Aber beginnen wir von vorn: Am Samstag, den 6. Februar 2016, besuchten mein Mann und ich die Show „Wunderkammer“ und waren dafür um 20.45 Uhr im Theater Chamäleon in den Hackeschen Höfen.

Um 20.45 Uhr wurden wir zu unserem Tisch in der ersten Reihe geführt. Bevor die Show begonnen hat, bestellten wir uns noch vorher Essen. Wir entschieden uns für einen Feldsalat mit gebratenen Maishähnchenstreifen, Cranberries, Honigmelone, Pinienkernen & Vinaigrette als Vorspeise (10,50 Euro). Als Hauptgang bestellte mein Mann ein geschmortes Kalbsbäckchen mit gegrilltem Hokkaidokürbis & Kräuterkartoffeln (16,50 € ) und ich Tagliatelle „Verde“ in leichter Kräuterbutter, mit gebratenem Hokkaidokürbis, gerösteten Pinienkernen & Parmesanspänen (10,50 €). Beide Hauptgänge schmeckten sehr gut. Das einzige Problem waren die kleinen Tische, an denen sechs Leute Platz nehmen konnten. Hätten alle sechs Personen zur selben Zeit etwas zu essen bestellt gehabt, wäre es platztechnisch mehr als schwierig geworden. Aber wir hatten Glück, dass wir als Erste da waren und außer uns an unserem Tisch niemand Essen bestellt hat.

Um 21.40 Uhr, mit einer 10-minütigen Verspätung, begann die Show, von der wir im Vorfeld so viel Gutes gelesen und die wir schon sehnsüchtigst erwartet haben. Diese einzigartige Show wurde uns von dem mehr als talentierten australischen Ensemble „Circa“ präsentiert, das aus drei Frauen und vier Männern bestand. Von Programmshows weiß man, dass jeder Artist sein Programm zeigt und dann von der Bühne verschwindet, um sich am Ende, zum Abschlussapplaus, zu zeigen. Hier war das jedoch anders. Zwar konnte auch hier jedes Ensemblemitglied etwas, was der andere nicht konnte, doch waren alle sieben Artisten die ganze Show über präsent und haben uns den Atem geraubt.

Die Akrobatin Freyda Edney, unserer Meinung nach die talentierteste Akrobatin, die wir je gesehen haben, zeigte gleich zu Beginn der Show, dass nicht nur Ausziehen verführerisch sein kann, sondern dass sexy Anziehen einen auch in seinen Bann zieht. Später zeigte sie ein Programm mit ihrem Hula Hoop. Dabei bewegte sie das Hula Hoop nicht um ihre Hüfte herum, wie man es bei so vielen Künstlern zuvor gesehen hat, sondern präsentierte uns einen erotischen Tanz mit dem Reifen. Das Hula Hoop-Reifen bewegte sie mit einer außergewöhnlichen Schnelligkeit und Präzision um jeden Teil ihres Körpers.

Conor Neall führte uns später am Chinesischen Mast eine außergewöhnliche Akrobatik vor und brachte uns mit seinem Programm zum Träumen. Wie jeder der Künstler war auch Neall nicht gesichert und so blieb mir oft vor Aufregung das Herz stehen.

Jarred Dewey verführte uns später auf einer Schaukel, auf der er sich kraftvoll und ästhetisch auszog und damit seine Körperbeherrschung bewies. Auch Lisa Eckert zeigte uns mit ihrem Cyr Wheel ein Programm, das wir bis jetzt noch nie live gesehen hatten: Immer wieder schaffte sie es, durch einen winzigen Kreis tänzerisch zu kommen.

Zwar erwähne ich hier vier Künstler explizit, doch muss ich an das ganze Ensemble ein großes Lob aussprechen. Anderthalb Stunden zeigten sie ein unfassbar aufwendiges Programm, für das man nicht nur körperlich fit sein muss, sondern auch ein Gespür für jede Form der Unterhaltung haben sollte. Bei der Show „Wunderkammer“ handelt es sich nämlich nicht um ein reines Akrobatikprogramm, bei dem die Artisten nacheinander ihre Kunststücke zeigen. Nein, es ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem sieben Ausnahmetalente als eine gesamte Gruppe eine Show bestehend aus Tanz, Komik, Gesang und Akrobatik präsentieren. Wir waren Zeugen von mehreren Showelementen: Akrobatik, Equilibristik, Kontorsion, Vertical Pole und Zirkus. Dabei zieht sich ein roter Faden durch die Show: an- bzw. ausziehen.

Das Programm war nicht nur akrobatisch von höchster Qualität, sondern überzeugte auch durch Komikelemente, wenn z.B. eine Künstlerin mit ihrem gesamten Körpereinsatz auf einer Luftpolsterfolie tanzte. Auch waren die Artisten die ganze Zeit über mit ihrer Mimik überzeugend und brachten einen zum Schmunzeln.

Zudem bricht „Wunderkammer“ mit bestehenden Klischees, die man bei Akrobaten erwartet: Männer tanzten mit Männern, zwei Männer führten gemeinsame Kunststücke auf, Frauen wirbelten Männer durch die Luft, Männer stiegen auf den Rücken einer Frau, die also die Basis darstellte etc. Auch muss ich unbedingt die Musikauswahl an dieser Stelle loben. Die Lieder waren immer passend und trugen zu der allgemeinen Verzauberung bei.

Die ganze Zeit über fühlten wir uns hervorragend unterhalten. Wie immer machte ich während der Show den ultimativen Qualitätstest: Ich schaute zu meinem Mann rüber, der bei Showprogrammen sehr anspruchsvoll ist. Da ich immer die Shows aussuche, schaue ich bei jeder Show zu ihm, um seine Reaktion zu erfahren. Und was soll ich sagen: Ich habe einen begeisterten Mann gesehen, der anderthalb Stunden lang aus dem Grinsen und Staunen nicht mehr rauskam und genauso wie das restliche Publikum die Künstler am Ende frenetisch feierte. Am Ende waren wir uns wie so oft im Leben einig: So eine Show haben wir noch nicht erlebt!

 

Kontaktdaten: CHAMÄLEON Theater
in den Hackeschen Höfen
Rosenthaler Straße 40/41
10178 Berlin Mitte
030-4000 590
info@chamaeleonberlin.com

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© E. Günther

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