Chicago – Musical mal anders

Was erwartet Ihr, wenn Ihr an ein Musical denkt? Überragende Stimmen, schauspielerische Bestleistung, schöne Tänze, pompöse Kostüme und ein sich ständig wechselndes Bühnenbild?

Nun ja, dann werden einige Eurer Erwartungen nicht erfüllt, wenn Ihr Euch das Musical „Chicago“ anschaut. Ob das gut oder schlecht ist und welche Unterschiede es zu anderen Musicals gibt, erfahrt im folgenden Beitrag.

Zuerst zu der auffälligsten Änderung: Das Orchester spielt während des gesamten Musicals AUF der Bühne und wird in die Show eingebunden. Aber man muss dazu sagen, dass dieses Orchester berechtigterweise zum Mittelpunkt der Show gehört, denn die Musik und die Musiker sind einfach fantastisch und erinnern an die Big Band der Goldenen Zwanziger. Aufgrund dieser Neuheit in einem Musical gibt es natürlich auch keine großen Bühnendekorationen, was einem aber dann im Verlauf des Musicals nicht mehr (negativ) auffällt.

Zudem gibt es in dem Musical nur sehr minimale Kostümwechsel, was einen auch nicht stört, da alle „Kostüme“ zu der im Musical dargestellten verdorbenen Gesellschaft passen. Die männlichen und weiblichen Zuschauer dürfen sich darauf freuen, dass alle Darsteller in kurzen, durchsichtigen und figurbetonten Kleidern spielen/tanzen. Allerdings wäre an manchen Stellen ein Kostümwechsel vorteilhaft, z.B. wenn derselbe Darsteller sowohl den Gefängnisarzt als auch am Ende den Staatsanwalt spielt.

Und nun kommen wir zu den Punkten, die mir am wichtigsten in einem Musical sind: Gesang, Tanz und schauspielerische Leistung. Und in allen drei Punkten wurden meine Erwartungen sogar übertroffen. Die Stimmen der drei weiblichen Hauptfiguren (Roxy, Velma und „Mama“ Morton) sind überwältigend. Alle Musicaldarsteller tanzen sexy und verführerisch und geben dem Zuschauer das Gefühl, in einem Cabaret in New York zu sein. Auch die schauspielerische Leistung möchte ich hervorheben, die sich in dem Einsatz der immer passenden Mimik, Gestik und Komik widerspiegelte. In dem Musical gibt es sehr viel Witz und Ironie, was sehr viele Gelächter beim Publikum erzeugte.

Zwar empfand mein Mann das Musical an manchen Stellen zu langatmig und langweilte sich bei einigen Szenen, doch konnte mich das Musical überzeugen. Auch schien die Mehrheit im Publikum begeistert zu sein, denn nur so kann ich mir den tobenden Applaus nach jedem Lied und die Lacher an den richtigen Stellen erklären.

Also wenn auch du Cabaret und Revue magst, dir der Film „Chicago“ gefallen hat, du gute Stimmen und sexy Tänze zu schätzen weißt, dann solltest du das Musical „Chicago“ besuchen.

Zur Handlung:
Die Geschichte spielt im Chicago der 1920er Jahre. Sie beginnt mit dem Mord der Tänzerin Roxie Hart an ihrem Liebhaber Fred Casely. Bei der ersten Befragung am Tatort deckt ihr Ehemann sie, bis sich herausstellt, dass sie ein Verhältnis mit dem Toten hatte. Roxie kommt daraufhin in die Untersuchungshaft ins Gefängnis.
Dort lernt sie die korrupte Matron Morton, genannt „Mama“, kennen, die ihr das Leben im Gefängnis erklärt („When You’re Good to Mama“). Ihre Zellengenossin und ebenfalls Mörderin ist die Tänzerin Velma Kelly, die mit „Mamas“ Hilfe zu einem Medienstar wurde und die Fortsetzung ihrer Karriere nach ihrer Freilassung plant. „Mama“ schlägt Roxie den Rechtsanwalt Billy Flynn vor, da dieser noch nie einen Prozess verloren hat. Roxie hat nicht genug Geld, durch ihren Mann erhält sie es schließlich dennoch und Billy nimmt Roxies Fall an.
Mit Hilfe der Boulevardjournalistin Mary Sunshine wird Roxie in den Medien als „Jazz-Mörderin“ immer populärer, im Stück hält sie eine große Zeitung mit der Schlagzeile „Roxie rocks’ Chicago“ in die Höhe und neue Versionen der Wahrheit werden verbreitet. Velma wird eifersüchtig auf sie, da sie ihr nicht nur das Rampenlicht, sondern auch Billy stiehlt, und versucht vergeblich, mit ihr ins Gespräch zu kommen und sie als Partnerin für ihre Shownummer zu gewinnen.
Roxies Glückssträhne nimmt kein Ende, trotz ihrer Lügen, nach denen es heißt, sie habe eine Klosterschule besucht und sei mittlerweile schwanger, was schon lang ihr größter Wunsch gewesen sein soll.
Unterdessen planen Velma und Billy einige Tricks für ihre Verhandlung. Der Anwalt setzt diese jedoch allesamt für Roxies Fall ein, was „Mama“ und Velma nicht freundlich stimmt.
Mit allen Schmeicheleien und Lügen kommt Roxie erwartungsgemäß frei. Jedoch nehmen auch ihre Tage im Licht der Medien ein jähes Ende, als ein neuer, spektakulärerer Fall das Interesse der Öffentlichkeit auf sich zieht. Roxie findet sich damit ab und kommt auf Velmas einstigen Vorschlag einer gemeinsamen Karriere zurück. Letztendlich werden Velma und Roxie zwei gefeierte Jazz-Sängerinnen.

 

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© E. Günther

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