Unsicht-bar

Dunkelrestaurant „unsicht-Bar“ (Berlin, Hamburg, Köln)

Habt Ihr nicht auch manchmal das Gefühl, dass Ihr an den vielen visuellen Eindrücken erstickt? Ist es nicht so, dass in unserer Gesellschaft der Sinn Sehen viel wichtiger geworden ist als die anderen Sinne? Wünscht Ihr Euch nicht auch mal, die Zeit anzuhalten, um Eure anderen Sinne in Anspruch zu nehmen?

Genau das bietet das erste Dunkelrestaurant Deutschlands, die „unsicht-Bar“.

Zuerst kommt man in ein Foyer mit normalen Lichtverhältnissen und wird dort von einem netten Kellner/einer netten Kellnerin empfangen. Die Kellner in dem Restaurant sind alle ganz oder teilweise blind und finden sich deswegen in der Dunkelheit sehr gut zurecht. Anschließend nennt man der Servicekraft das Menü, für das man sich entschieden hat. Man hat die Wahl zwischen fünf Menüs:

Vegetarisch, Rind, Aus Fluss und Meer, Geflügel und Überraschung. Das preiswerteste Menü ist das Geflügelmenü, die teuersten sind Rind und Fluss und Meer. Wir haben uns für das Menü Fluss und Meer entschieden. Allerdings erfährt man nicht, welche Gerichte man serviert bekommt, sondern nur das übergeordnete Thema der Speisen.

Nachdem man sich für ein Menü entschieden hat, legt man seine Hand auf die Schulter des Kellners, die Begleitung legt ihre Hand auf deine Schulter und gemeinsam geht man in den dunklen Speiseraum, wo es keine Fenster gibt und Lichtquellen jeglicher Art (Handy, Uhr) verboten sind. Man darf aber diese Art der Dunkelheit nicht mit der Dunkelheit verwechseln, die einen umgibt, wenn man nachts auf die Toilette muss. In dem Dunkelrestaurant wird man von der Dunkelheit umgeben, die blinde Menschen täglich ertragen müssen. Damit die Kellner nicht zusammenstoßen, macht jeder Kellner beim Servieren einen für ihn typischen Laut.

Im Folgenden gehe ich auf unsere persönlichen Eindrücke beim Essen ein:Hier waren wir von keinen Äußerlichkeiten abgelenkt, sondern konzentrierten uns nur auf die Sinne Tasten und Schmecken. Anhand der Uhrzeiten wird einem erklärt, wo die Gegenstände auf dem Tisch platziert sind. Natürlich konnte sich mein Mann hier nicht den Spaß nehmen und verschob mein Glas im Laufe des Abends einige Male.

Unser Essen bestand aus vier Gängen: Salat, Suppe, Fisch und Dessert. Und obwohl das Essen nicht im Vordergrund stand, war es wirklich sehr lecker und die Portionen ausreichend.

Menü
„Aus Fluss und Meer“

***

Vorspeise
Nur wenige edle Auserwählte
erhalten die süße Salbung
auf einem feinen Grün

Suppe
Von vielen gefürchtet
schwimmt er hier daher
in einem würzigen Strom

Hauptgang
Wie schon Zeus
träumt auch dieser Edelmann
in einem goldigen Bett
von Gästen aus aller Welt,
die sich betrinken mit feinem Wein

Dessert
Voller Leidenschaft
erweckt die Dame in Gelb
die versammelten Früchtchen
mit einem fließendem roten Gewand

***

als 3-Gang-Menu € 46,50
(„mit Suppe“ oder „mit Dessert“)
als 4-Gang-Menu € 50,50
(mit beidem!)

Nach dem Essen gingen wir dann wohl genährt wieder ins Foyer und nahmen dort einen Drink, um uns wieder an das Tageslicht zu gewöhnen. Wir konnten einen Einblick in unser Menü werfen, durften aber aufgrund der vielen sozialen Netzwerke kein Foto davon machen.

Ich kann jedem diese einzigartige Erfahrung empfehlen.

#Dunkelrestaurant #Unsichtbar #Berlin #Hamburg #Köln #EinzigartigesErlebnis

© E. Günther

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